Wohnmobil Selbstausbau – Fahrzeug, Planung, Durchführung

SabineSelbstausbau

Du findest auf dieser und den weiterführenden Seiten eine stetig wachsende Sammlung mit Tipps, Infos und Langzeiterfahrungen zum Wohnmobil Selbstausbau.

Sie helfen Dir in der aktiven Bauphase und bei der Planung des für Dich genau passenden Reisefahrzeugs – egal, ob Du einen kleinen Kastenwagen für den Urlaub oder ein Expeditionsmobil zum dauerhaften darin leben bauen möchtest.

Doch sehr häufig erreicht uns die Frage: „Wie soll ich mit so einem Projekt überhaupt starten?

Lass uns also von Vorne beginnen.

Wohnmobil Selbstausbau: Planung des Projekts

Der erste Schritt der aktiven Planung, beginnt mit der Wahl des richtigen Fahrzeugs. Vielleicht weißt Du bereits genau, was für eine Basis es werden soll – möglicherweise kommt für Dich sogar nur ein einziges Modell in Frage, weil Du beispielsweise seit Kindesbeinen an unsterblich in den Defender verliebt bist. Vielen LKW Enthusiasten geht es mit dem Unimog so.

Doch vor dem Fahrzeug, das Basis Deines Wohnmobil Selbstausbaus werden soll, steht Dein Reiseverhalten. Wie muss ein Wohnmobil oder Camper geschaffen sein, damit er zu DIR passt.

  • Brauchst Du große Vorratskapazitäten an Wasser usw., um lange autark und ohne Infrastruktur auszukommen?
  • Reist Du alleine oder braucht eine 5-köpfige Familie genügend Platz?
  • Besuchst Du gerne Städte und möchtest die Parkplätze vor Museen und anderen Sehenswürdigkeiten nutzen können?
  • Bist Du ein Sonnenanbeter, oder wird es Dich auf Deinen zukünftigen Reisen im selbst ausgebauten Wohnmobil auch in knackig kalte Gefilde ziehen?

Diese und viele andere Fragen beeinflussen geeignete Bauart und Ausstattung des Wohnmobils extrem.

Gerade der Unterschied zwischen „normalen“ und wirklich winterfesten Reisemobilen für sehr tiefe Temperaturen ist groß. Sowohl was den baulichen Aufwand, wie auch die Kosten dafür betrifft.

Möchtest Du, wie wir, in Deinem Wohnmobil Selbstausbau leben und von unterwegs arbeiten ohne auf Campingplätzen zu stehen? Dann musst die Stromversorgung auf viel höhere Ansprüche ausgelegt sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Du kombinieren kannst, um die Innenraumbatterien Deines Wohnmobils voll zu kriegen. Auch Größe und Art des Speichers spielt selbstverständlich eine Entscheidende Rolle.

Weiter unten werden wir uns noch näher mit dem Thema beschäftigen.

Allrad Wohnmobil in den Dünen des Erg Chegaga, Marokko
Ein optimales Plätzchen, um für einige Tage unserer Arbeit nachzugehen. Bei der Planung muss dafür an genügend Energie, Wasser usw. gedacht werden.

Wohnmobil Selbstausbau: Kosten

Eine Sache muss man ganz klar sagen: Der Gebrauchtmarkt für Wohnmobile und Camper ist gerade so groß – nur um Kosten zu sparen, solltest Du keinen Selbstausbau planen.

Du wirst überrascht sein, wie sich kleine Positionen beim Wohnmobilbau zu insgesamt großen Kosten summieren. Winzige Bauteile wie Wasserverbinder und Tankdurchführungen, ein trinkwassergeeignetes Dichtmittel … Diese Teile scheinen beim Bau geradezu massenhaft einfach zu „verschwinden“ und kosten zusammengerechnet einen ganz schönen Batzen Geld.

Aber so weit sind wir noch gar nicht. Zuerst einmal muss das Basisfahrzeug angeschafft werden:

Kleiner Exkurs Fahrzeugwahl

Am Anfang des Projektes hast Du Dir selbst Fragen zu Deinem eigenen Reiseverhalten gestellt. Die Antworten darauf grenzen nun Deine Suche nach dem passenden Fahrzeug ein.

Einige der wichtigsten Auswahlkriterien, die Du dabei bedenken musstest, sind wohl folgende:

Größe des Innenraums

Wie viel Platz Du als Wohnraum benötigst, hängt von vielen Faktoren ab.

Je nachdem wie viele Personen mitfahren und ob zum Beispiel auch einmal längere Schlechtwetterphasen im Wohnmobil auszuhalten sein sollen.

Tendenziell wirst Du mehr Platz brauchen, je länger und abgelegener Du reisen möchtest. Du nimmst mehr mit, brauchst eventuell zusätzlich Stauraum für Werkzeuge und Ersatzteile …

Auf ein eigenes Badezimmer kann man bei 14 Tagen Campingurlaub gut verzichten, ein Schweizer Wassersack* tut’s da zum Duschen allemal. Doch soll das Wohnmobil zum rollenden Zuhause werden, steigen die Ansprüche an Ausstattung und Komfort. Jeder „Luxus“ kostet dabei auch Platz und bringt mehr Gewicht mit sich. Behalte bei der Fahrzeugwahl das zulässige Gesamtgewicht immer im Auge!

Außenmaße

Wohnraumangebot und Außenmaß des Fahrzeugs hängen natürlich stark zusammen. Doch es nützt alles nichts, wenn Du Dir einen großen Innenraum wünschst, doch wichtige Kriterien Deines Reiseverhaltens lassen keine großen Außenmaße zu.

Wenn Du gerne durch kleine Dörfer tingelst, wirst Du mit einem riesigen LKW-Geschoss unglücklich.

Der Camper soll auch in einer Tiefgarage abgestellt werden können und generell gibt es Dir zu viele Höhenbeschränkungen in Europa? Dann wirst Du auf Stehhöhe wohl verzichten müssen – oder Du baust ein Aufstelldach ein.

Ein VW Bus bietet in dieser Hinsicht maximale Freiheit. Bei festem Hochdach oder einem Kastenwagen wie unserem früheren Citroen Jumper, muss man dagegen schon wieder Einschränkungen hinnehmen.

Aus diesem Grund haben sehr viele Wohnmobile mit großen Abmessungen, noch kleinere Fahrzeuge mit an Bord. Ein Moped, Quad oder zumindest Fahrräder, geben etwas von der Flexibilität zurück, die man durch die unpraktische Größe des Fahrzeuges verliert.

Fahreigenschaften

Europa-Roadtrip, Weltreise oder Overlanding mit Schwerpunkt Pisten und Offroad … je nach Deinen Zielen und Vorlieben wirst Du andere Fahreigenschaften bevorzugen.

Muss Dein Wohnmobil geländegängig sein? Dann nimmst Du laute Fahrgeräusche wahrscheinlich dafür gerne in Kauf.

Reparaturmöglichkeiten / Alt VS Neu

Kannst Du selber reparieren? Vielleicht planst Du in abgelegene Gebiete zu fahren, in denen Du darauf angewiesen bist, das Fahrzeug selbst wieder in Stand setzen zu können.

Das wird bei neuen Fahrzeugen schwierig. Spinnt die Elektronik, stehst Du vielleicht wegen eines korrodierten Anschlusses irgendwo verlassen in der Wüste. Dein Wohnmobil springt nicht mehr an, obwohl es eigentlich keinen driftigen Grund gäbe, nicht damit fahren zu können.

Alte Fahrzeuge können für Langzeit- oder Fernreisen aus mehreren Gründen eine gute Wahl sein. Ebenso wie fehlende, störanfällige Elektronik, fehlt auch z.B. die Störanfälligkeit bei schlechter Kraftstoffqualität.

Alte Fahrzeuge haben dagegen einen erhöhten Pflegeaufwand um sie zuverlässig zu halten. Hierbei musst Du Dich mit der Funktionsweise der Technik mehr auseinandersetzen, als bei einem neuen Camper. Selbstverständlich gehen auch bei ihnen Sachen kaputt. Man kann sie nur sehr oft leichter reparieren – falls das Modell nicht so alt ist, dass man dringend benötigte Ersatzteile nicht mehr bekommt.

Übrigens:

Wenn auf Deiner Wunschliste ein Allrad LKW ganz oben steht, aber Dir noch nicht 100% sicher bist: Schau mal in diesen Artikel hier für Vor- und Nachteile aus unserer Erfahrung.

Allrad LKW als Wohnmobil – Pro’s und Con’s

Falls Du Dich über verschiedene Modelle und ihre Eignung als Reisefahrzeug schlau machen willst: Wir haben für Dich viele verschiedene Marken und Modelle unter die Lupe genommen. Eine Video-Probefahrt vermittelt Dir zudem jeweils einen kleinen Eindruck aus dem Fahrerhaus.

Welcher Allrad LKW als Basisfahrzeug für Dich – Vorstellungsreihe

Preis

Klar, die Preise für Fahrzeuge die sich zum Wohnmobil Selbstausbau eignen, variieren nach Typ, Alter, Marke und Zustand. Manche scheiden beim persönlichen Budget vielleicht direkt für Dich aus.

Doch denke auch bei günstigen Fahrzeugen daran, welche Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen dabei notwendig sein können. Kannst Du das günstig selber machen oder brauchst Du fachkundige Hilfe.

Kaufst Du wie wir zum Beispiel einen 30 Jahre alten Allrad LKW für den Umbau zum Wohnmobil, ist es mit dem Kaufpreis des Fahrgestells nicht getan. Er muss restauriert werden, vielleicht möchtest Du größere Umbauten vornehmen, wahrscheinlich eine Wohnkabine gebaut oder gekauft werden, die Du dann ausbauen kannst …

In diesem Fall kann es sein, dass der Anschaffungspreis der kleinste Teil der Gesamtkosten. Und das nur vom Fahrgestell selbst – von der Anschaffung einer Wohnkabine und dem Ausbau wollen wir da noch gar nicht reden.

Da hilft nur: Vergleichen, Angebote einholen, recherchieren und das eigene Budget so aufteilen, dass noch genug zum Um- und Ausbau, sowie hinterher zum Reisen bleibt. Wäre ja schade, wenn Dein Wohnmobil Selbstausbau fertig ist und Du hast kein Geld mehr um damit wegzufahren.

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Weiter mit den Gesamtkosten für den Wohnmobil Selbstausbau

Es ist ohne weiteres möglich, einen Wohnmobil Selbstausbau für 1000,- Euro zu realisieren. Mit jedem Extra, jedem Stückchen Wohnluxus, jeder Raffinesse, steigen die Kosten an.

Du kannst zum Beispiel einen einfachen Wasserkanister mit Ablasshahn* an erhöhter Stelle über einer Schüssel anbringen und zack: Schon hast Du fließend Wasser in der Küche. Kosten ca. 12,- Euro für einen Kanister.

Mit einer kleinen Tauchpumpe, Frisch- und Abwasserkanister, sowie einem schicken, kleinen Spülbecken, hast Du bereits eine richtige Mini-Camperküche konstruiert. Preis 100,- bis 150,- Euro.

In einem Expeditionsmobil kostet dagegen allein eine anständige Druckwasserpumpe schon dieses Geld. Die Kosten für die Ausstattung der Frisch- und Abwasserversorgung sind nach oben hin so ziemlich offen.

Da wir zum Beispiel unseren Abwassertank frostsicher innen liegend haben wollten und diesen als Einzelanfertigung in Auftrag gegeben haben, schlug allein dieser mit knapp 1000,- Euro zu Buche.

Jede Art Fahrzeug geht in Luxus oder Low Budget

Ein schönes Beispiel für einen Allrad LKW Camper auf Low Budget Basis, findest Du übrigens in dieser Roomtour:

Iveco 75-14 Roomtour

Das Spielchen „von Low Budget bis Luxus“ kannst Du durch alle Bereiche des Wohnmobil Selbstausbau ziehen. Auf manche Bereiche wirst Du vielleicht viel Wert legen und mehr Geld dafür ausgeben, auf andere weniger.

Die Kosten variieren also mehr als enorm. Mit einem günstigen Kastenwagen kannst Du ein schickes, selbst ausgebautes Wohnmobil für 10.000,- Euro realisieren. Es ist aber auch Null Problem 150.000,- für einen Wohnmobil Selbstausbau auszugeben.

Kann ich das als Nicht-Handwerker überhaupt?

Kurzum: Ja, das kannst Du. Ein Wohnmobil Selbstausbau ist keine Raketentechnik. Wenn Du Dich gerne mit dem Thema beschäftigst, Infos sammelst und wenn Du Lust hast, es zu tun, dann wirst Du das auch schaffen.

Auch wir hatten vor unserem ersten LKW nicht den blassesten Schimmer, was wir da tun. Als Tierarzthelferin und Art Director einer Werbeagentur, fanden wir uns plötzlich mit dem Kaufvertrag für einen 45 Jahre alten LKW, den es zu restaurieren und umzubauen galt. Dazu besaßen wir gerade mal einen kaputten Akkuschrauber und eine Stichsäge von Lidl. Aber keine Sorge: Die eigenen Fähigkeiten erweitern sich mit jedem Tag, den Du baust und schraubst – Dein Werkzeugkasten auch, also plane dafür ebenfalls ein bisschen Geld ein oder tue Dich mit anderen zusammen, damit Ihr Euch gegenseitig mit Tools aushelfen könnt.

So viele haben sich an dieses Vorhaben schon heran getraut und es geschafft – Du kannst das auch.

Ein bisschen Motivation gefällig?

Lass Dich hier zum Beispiel Von Uwe und Renate motivieren. Der Pfarrer und die Museumspädagogin haben ein Expeditionsmobil selbst ausgebaut und schildern in diesem Video, wie sie das als Laien bewerkstelligt haben.

Wohnmobil Selbstausbau Bücher und was Dir noch weiterhelfen kann

Uwe spricht im obigen Video von einem Buch, das er als Grundlage seiner Recherchen nutzte. Es geht dabei um Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren*, das Du über diesen Link direkt bei Amazon bestellen kannst.

Für Campervans empfehlen wir eher das Buch von Paul Nitschke. Der Wohnmobil Selbstausbau verrückte Paul hat schon so einige Erfahrungen mit seinen Fahrzeugen gesammelt und diese auf 220 Seiten zusammengefasst. Schau mal hier: Ratgeber Camper Ausbau*.

Ratgeber Camper Ausbau

Gehe während der Sommermonate auch auf die Treffen der Vanlife Szene und schließe Kontakte zu anderen Selbstaubauern. Das ist unglaublich hilfreich.

Du kannst Dir selbst ausgebaute Fahrzeuge anschauen, Fragen stellen und auf Erfahrungen zurückgreifen. Jemand kann Dir vielleicht bei bestimmten Sachen helfen oder Werkzeuge ausleihen, die Du nicht extra anschaffen möchtest. Darüber hinaus triffst Du viele nette Menschen, die die gleichen Interessen haben, wie Du. Und das ist unbezahlbar, oder nicht!

Anlaufstellen für Dich können zum Beispiel sein:

Für noch mehr und anteilmäßig viele LKW Wohnmobile, ist auch das Fernreisemobiltreffen in Enkirch an der Mosel interessant für Dich. Du wirst jedoch tendenziell mehr Anschluss und nette Kontakte auf den Treffen der Vanlifer finden. Die Leute dort sind aufgeschlossen, offen und haben einen sehr ausgeprägten Gemeinschaftssinn.

Leider herrscht bei den so genannten Globetrottern dagegen häufig Grüppchenbildung in abgeschotteten Wagenburgen. Ganz der Metapher entsprechend, sind diese für nicht Mitglieder der Gruppe fast uneinnehmbar.

Freiheitsmobile Treffen 2018
Auf dem Freiheitsmobile Treffen 2018. Danke für das schöne Foto, FabiVan. Hier geht’s zu unserem Eventbericht.

Alles auf Start für Deinen Wohnmobil Selbstausbau

Du hast Dich nun also anhand Deines persönlichen Reiseverhaltens und Deines Budgets für ein Fahrzeug entschieden und bist hoch motiviert, den Selbstausbau anzugehen!

Doch zuvor gibt es noch einmal etwas zu planen:

Die Raumaufteilung

Stehen die Dimensionen für den Ausbau fest, kannst Du Dich an die Planung der Raumaufteilung machen. Dafür musst Du kein 3D Modell am Computer erstellen können.

Zeichne Deinen Grundriss maßstabgetreu auf ein Blatt Papier. Genauso alle Bestandteile und Möbel, die eingebaut werden müssen. Wenn Du die Möbel nun ausschneidest, kannst Du sie einfach immer wieder auf dem Grundriss hin und her schieben, bis Du Deine perfekte Raumaufteilung gefunden hast.

Oder zeichne Dir mit Kreide den Grundriss 1:1 auf den Boden. So kriegst Du ein Gefühl für die Größenverhältnisse.

Ein Nachbau aus einfachen Pappelementen in der originalen Größe ist etwas aufwändiger. Dafür aber eine tolle Möglichkeit, einen guten Eindruck vom Raumgefühl im zukünftigen Ausbau zu kriegen.

Beachte:

Falls Du ein Allrad Wohnmobil bauen möchtest, das geländetauglich werden soll, ist es wichtig, beim Grundriss auf die Verteilung des Gewichtes zu achten.

Sehr gute Informationen zu solchen Themen beim Bau eines Expeditionsmobils, findest Du übrigens hier in kompakter Form. Burkhard hat mehr Pistenkilometer zurückgelegt als sonst jemand in der Deutschen Overlander Szene und beschreibt anhand seines Expeditionsmobils seine Überlegungen bei der Planung.

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Wohnmobil Selbstausbau: Dämmung

Die Dämmung sorgt dafür, dass Dein Wohnmobil nicht so schnell auskühlt und sich auch nicht direkt wie ein PKW aufheizt, wenn die Sonne darauf scheint. Und ihre Wichtigkeit wird sehr häufig maßlos unterschätzt!

Wenn Du bei der Dämmung nachlässig arbeitest, kann es in Deinem Ausbau nicht nur zu warm oder kalt werden. Du kannst außerdem massive Probleme mit Schimmel im Wohnraum oder Rost an der Karosserie bekommen. Auf beides kann man gewiss gut verzichten.

Dämmstoffe

Wir haben verdammt gute Erfahrungen mit Armaflex* gemacht, das sich super verarbeiten lässt. Das geschlossenporiges Material kann selbst nicht schimmeln und dabei flexibel über jede Rundung und in jede Ecke gelegt werden.

Unsere neue Aluminium Wohnkabine haben wir allerdings sehr, sehr fett gedämmt, das wäre mit Armaflex nicht mehr möglich gewesen. Die Dämmung ist 70 mm stark geworden, bei einem gesamten Wandaufbau von 91 mm. Ja, das könnte man durchaus als übertrieben bezeichnen. Es hat sich allerdings in der Konstruktion so ergeben und wir müssen sagen: Wir wollen die dicken Wände nicht mehr missen! Daran sehen wir einmal mehr, dass die Dämmung wirklich schwer unterschätzt wird.

Vielleicht hast Du einen Vierbeinigen Begleiter? Er wird Dir für eine gute Hitzeisolierung dankbar sein.

Wir haben beim Bau der Kabine auch mit dem Gedanken an natürliche Dämmstoffe gespielt. Einige Gedanken zu den unterschiedlichen Materialien, haben wir in diesem Video der Bauphase festgehalten:

Befasse Dich beim Thema Dämmen mit Kältebrücken. Versuche bereits Bestehende mit Dämmung zu beseitigen und keine Neuen einzubauen. Auf diese Weise wirst Du immer ein angenehmes Raumklima, ohne Probleme mit Schimmel oder Rost durch Kondenswasser in Deinem Wohnmobil Selbstausbau haben.

Apropos Rost:

Behandle eventuell vorhandene Roststellen vor der Dämmung gegen Hitze und Kälte, oder einer Geräuschdämmung im Fahrerhaus sehr gewissenhaft.

Hast Du das Material erst einmal verklebt, kommst Du nicht mehr zur Rostbehandlung an das Blech heran. Folglich kann es darunter munter weiterrosten, denn hermetisch abschließen wird Deine Dämmung die Stellen eher nicht! Lies hier mehr zum Thema Rost:

Rost entfernen

Wohnmobil Selbstausbau: Boden / Wandverkleidung

Viele Materialien kommen als Boden und Wandverkleidung in Frage. Linoleum und PVC sind wohl die häufigsten Bodenbeläge.

Wir kennen aber auch Alternativen von Kork bis Teppich in den Campern unserer Freunde und Bekannten. Sieh hier zum Beispiel in Elmars Iveco Daily 4×4. Der angeblich sehr pflegeleichte, rote Teppichboden sieht schon ganz schön schick und gemütlich aus. Wenn Du keinen Hund hast, ist so etwas auf jeden Fall auch eine Überlegung wert.

Wir haben uns für einfachen PVC als Bodenbelag entschieden. Für die Wände kam nur Holz in Frage. Es ist atmungsaktiv und bringt nicht nur Wärme und Gemütlichkeit, sondern trägt auch zu einem gesunden Raumklima bei.

Achte beim Behandeln des Holzes darauf, dass die Atmungsaktivität erhalten bleibt. Lackierst Du es, ist jeder positive Effekt dahin. Es gibt dafür jedoch sehr gut geeignete Produkte, wie z.B. Osmo Dekorwachs*. Es lässt Dein Holz weiter Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben und sondert durch seine Natürlichkeit keine giftigen Dämpfe ab, oder ähnliches. Darum wird es sogar zur Behandlung von Kinderspielzeugen genutzt.

Möbel für Deinen Wohnmobil Selbstausbau

Beim Möbelbau kannst Du es Dir einfach machen und bei IKEA shoppen gehen. Voraussetzung: Genug Platz und Zuladung, denn fertige Möbel sind schwer. Mit einem Topfbohrer kannst Du etwas nachhelfen und die doppelten Seitenwände mit Löchern versehen.

Wenn Du die Möbel für Deinen Wohnmobil Selbstausbau eigens dafür anfertigst, kannst Du von vornherein zu leichteren Materialien greifen.

Aufgrund seines leichten Gewichts wird Pappelsperrholz sehr gerne genutzt. In Campern, die zum Fahrerhaus hin offen sind hat es noch den Vorteil, dass es nicht so stark splittert, wie andere Holzarten.

Bei uns hat sich Balsasperrholz hervorragend bewährt. Allerdings birgt die leichte Struktur dieser Hölzer auch ein Problem: Schrauben halten darin mehr schlecht als recht. Viel mit Klebern wie Sikaflex* zu arbeiten ist an manchen Stellen eine Alternative zu nicht haltenden Schrauben.

Als tragendes Element, reicht eine Konstruktion aus Kanthölzern. Seitenwände, wie bei fertigen Mögelelementen, kannst Du so komplett einsparen.

Wohnmobil Selbstausbau: Heizung

Beim Heizen im Wohnmobil gibt es in erster Linie die Entscheidung zwischen den Brennstoffvarianten Diesel und Gas.

Falls Du nicht sicher bist, welche Variante für Dich mehr Vorteile bietet, lies diesen Artikel, in dem wir viele Vor- und Nachteile von Gas-, sowie Dieselstandheizungen beschreiben:

Gas oder Diesel zum Heizen im Wohnmobil – Der große Vergleich.

Wir möchten unsere Air (vorher Planar) Dieselstandheizung nicht missen. Alle Informationen dazu findest Du hier:

Holzofen und Dieselofen

Als Alternative oder zusätzlich, kannst Du auch einen Holzofen in Deinem Wohnmobil Selbstausbau integrieren. Zwei Jahre lang war ein Holzofen im Wohnmobil unsere einzige Wärmequelle. Die Gemütlichkeit ist unschlagbar, doch bringt er auch gewisse Nachteile mit sich, weswegen wir uns beim Neubau dagegen entschieden haben (mehr zu den Nachteilen des Holzofens findest Du ebenfalls im Artikel Planar Standheizung nachrüsten).

Leider hat uns die Zeit beim Bau unseres Iveco 90-16 einen kleinen Streich gespielt. Die Gemütlichkeit des lodernden Feuers, aber ohne die ganzen Nachteile des Holzofens, hätten wir gerne wieder eingebaut. Mit diesem wunderhübschen, kleinen Dieselofen*: kein Problem. Leider kam der kleine Herzensbrecher genau zu dem Zeitpunkt auf den Markt, als wir den Möbelbau gerade abgeschlossen hatten und kein geeignetes Plätzchen mehr für den Dieselofen zu finden war. Super schade für unseren Ausbau, aber für Dich kommt der Tipp ja vielleicht noch nicht zu spät. Alle Infos dazu findest Du hier:

Dieselofen Sibirien für’s Wohnmobil

Dieselofen für einen Wohnmobil Selbstausbau
Dieselofen „Sibirien“* von Tigerexped. Bild mit freundlicher Genehmigung.

Wohnmobil Selbstausbau: Elektrik

Die Elektrik ist für viele Wohnmobil Selbstausbauer das Angst-Thema Nummer 1. Der Markt ist voll von Bauteilen, von denen man als Laie nicht genau weiß, was sie tun und bei unsachgemäßem Einbau kann das Reisemobil in Flammen stehen.

Wie Deine elektrische Anlage konzipiert sein muss, darüber entscheidet wieder Dein Reiseverhalten. Wenn Du mit Deinem Camper in Urlaub fährst und der Meinung bist, dass das Leben beim unterwegs sein draußen passiert, wirst Du kaum Probleme mit der Stromversorgung kriegen. Das bisschen Licht, das Du brauchst, kriegst du spielend mit einer kleinen Solartasche* und ohne aufwändige Installation zusammen.

Möchtest Du dagegen dauerhaft im Wohnmobil leben, autark stehen und wie wir darin den ganzen Tag an zwei Rechnern arbeiten, dann kann es vor allem im Winter eng werden. Zu wenig Sonnenlicht stellt Energie für die Solaranlage bereit.

So muss auf eine große Speicherkapazität der Innenraumbatterien und andere Möglichkeiten der Ladung zurückgegriffen werden.

Grundsätzlich kannst Du Deine Batterien laden über

  • Solarenergie
  • die Lichtmaschine während der Fahrt
  • einen Außenstromanschluss für Landstrom oder einen Generator

Auch wir sind Laien in Sachen Strom und haben vor einer solchen Installation gewissen Respekt. Aus diesem Grund haben wir den Anschluss der Grundbausteine beim ersten LKW noch in fachkundige Hände gegeben.

Diesmal hat sich jedoch jemand einfach unserer Unwissenheit bedient und aus all unseren Fragen eine Anleitung erstellt. Dazu einen Strom-Modulbausatz, der sich nach Wünschen des Ausbauers selbst konfiguriert. Auf diese Weise sind immer genau die richtig dimensionierten Bauteile, Sicherungen usw. im System enthalten.

Die richtige Toilette für Dein Wohnmobil

Noch heute sind Kassettentoiletten Standard in den meisten Wohnmobilen von der Stange. Gut, dass Du das in Deinem Selbstausbau besser machen kannst!

Egal, ob Du Dich für eine normale Trockentoilette oder eine Komposttoilette* entscheidest: Hauptsache Du tust Dir nicht dieses widerliche Geschwabbel an, für das man spätestens jeden dritten Tag eine ganz spezielle und noch widerlichere Entsorgungsstation braucht!

Alle Vorteile einer Trockentoilette haben wir hier für Dich zusammengefasst:

Trockentoilette im Wohnmobil.

Trockentoilette im Wohnmobil
Umgebaut. Bei unseren Freunden im Düdo Wohnmobil musste die Kassettentoilette weichen. Mit dem Privy Trenneinsatz* für günstige DIY Trockentoiletten wurde umgebaut.

Übrigens:

Beim Caravan Salon Düsseldorf haben wir auch einmal dem Hersteller Cinderella einen Besuch abgestattet. Am Stand bekamen wir eine Präsentation der angebotenen Verbrennungstoilette, die wir im Video für Dich festgehalten haben.

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Wohnmobil Selbstausbau: Frisch- und Abwasser

Wie unterschiedlich in Umfang und Preisgestaltung eine Wasserversorgung innerhalb Deines Wohnmobils sein kann, hatten wir Eingangs schon einmal ganz kurz angerissen.

So eine kleine, preisgünstige Kanisterlösung bietet Dir neben den geringen Kosten noch mehr Vorteile. Sie ist flexibil, transportabel, lässt sich leicht reinigen, die Lagerdauer von kleinen Wassermengen ist nicht so lang – sprich, das Wasser verkeimt nicht völlig, bis es verbraucht wird.

Dass Du mit wenigen Litern Frischwasser keine 4 Wochen an einem schönen Fleckchen im Nirgendwo ausharren kannst, versteht sich jedoch auch von selbst.

Wie möchtest Du also unterwegs sein? Welche Lagerfläche steht Dir zur Verfügung? Wie viel Zuladung hast Du, denn große Wassermengen bedeuten auch großes Gewicht! Und wenn Du große Mengen Frischwasser bunkerst – wie machst Du dieses Wasser haltbar?

Wir haben für Dich viele Informationen zum Thema Wasserinstallation zusammengestellt. Du findest dazu folgende Artikel:

Reisekosten Marokko klein halten. Wasser fürs Wohnmobil tanken an einem Brunnen
Wasserversorgung am Brunnen in Marokko. Wie man dieses Wasser genießbar macht:
Wasserfilteranlagen für’s Wohnmobil – Teil 1 und 2
Erfahrungen mit Befüllungsfilter nach 1 Jahr

Wohnmobil Selbstbau Video-Doku

Wir haben den Umbau eines ausgemusterten Feuerwehr LKW zum Allrad Wohnmobil dokumentiert. Wie Herman3, also unser drittes Reisemobil entstanden ist, in dem wir durchgehend leben, siehst Du auf unserem Youtube Kanal.

Umbau des Fahrgestelles, Selbstbau einer Aluminium Wohnkabine, Innenausbau … Wir geben Eindrücke und Tipps an Dich weiter, genau so wie unsere Erfahrungen und Fehler, die wir gemacht haben, damit diese Dir erspart bleiben.

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Letzte Aktualisierung am 30.10.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API