Holzofen im Wohnmobil

SabineHeizen, Selbstausbau

Ein Holzofen im Wohnmobil bringt Gemütlichkeit und bietet jede Menge Vorteile. Alles was Du über Einbau und Betrieb wissen musst, erfährst Du hier!


Zwei Jahre lang haben wir einen Holzofen als einzige Heizquelle in unserem Wohnmobil betrieben. Das knisternde Feuer und den Flammen beim Tanzen zuzusehen ist einfach nur klasse. Aber der Holzofen hat nicht nur Vorteile. Wir haben in der Zwischenzeit zusätzlich eine Planar Standheizung* eingebaut. Lies hier alles über:


HOLZOFEN IM WOHNMOBIL – VOR- UND NACHTEILE

Vorteile

  • Brennstoff für einen Holzofen kannst Du unter Umständen sehr günstig oder sogar kostenlos beschaffen. Bedenke aber: Sammelst Du zum Beispiel selber Holz im Wald, muss es zum Verfeuern wirklich trocken sein. Schädlicher Rußausstoß bis hin zu gefährlichen Kaminbränden können sonst die Folge sein.
  • Bei einem Holzofen liegt die Störanfälligkeit bei Null. Es kann Dir unterwegs also niemals die Heizung wegen technischer Defekte ausfallen.
  • Möglichkeit der Warmwasserbereitung ohne zusätzliche Energie. Je nach ausgewähltem Modell, kannst Du Wasser in einem Kessel auf dem Ofen erhitzen oder einen Wärmetauscher verbauen, der warmes Wasser zum Verbrauchen bis hin zu ausgeklügelten Warmwasserheizungen möglich macht.
  • Ein Holzofen ist eine kleine Wunderwaffe im Kampf gegen hohe Luftfeuchtigkeit im Wohnmobil – und die ist bekanntlich einer der größten Feinde eines rollenden Zuhauses.
  • Durch den Holzofen hast Du (modellabhängig) den Luxus einer weiteren Kochplatte. Wir verwenden diese nicht nur gerne, um mit einem zusätzlichen Topf zu hantieren. Darüber hinaus ist das Kochen auf dem Ofen auch super, um im Ausland die Gasvorräte zu schonen, die je nach Aufenthaltsland echt blöde wieder zu beschaffen sind.
  • Das knistern des Feuers macht ein einfach unglaublich gemütliches Wohngefühl. Hat der Ofen auch ein Sichtfenster auf die tanzenden Flammen zu bieten: Unbezahlbar!
  • Die vom Holzofen abgestrahlte Wärme ist sehr angenehm und fühlt sich anders an als „Heizungsluft“.

Nachteile

  • Die Lagerung des Brennmaterials nimmt sehr viel Platz in Anspruch und hat ganz schön Gewicht. Beides nicht gerade optimal im Wohnmobil.
  • Mehr Schmutz im Wohnraum durch das Brennmaterial und die entstehende Asche.
  • Die Qualität des Brennmaterials ist nie wirklich gleich, außer Du kaufst immer wieder die gleichen Hartholzbriketts. Das bedeutet unter anderem, dass man dem Heizen immer wieder viel Aufmerksamkeit schenken muss und sich auch mal ärgert, wenn eine Ladung nicht so schön verbrennt. Uns hat es beim Arbeiten immer gestört, wenn man sich alle Nase lang darum kümmern muss, dass das Feuer an bleibt.
  • Dass das Heizen Aufmerksamkeit braucht merkt man vor allem auch Nachts. Man kann nicht auf’s Knöpfchen drücken und die Heizung läuft durch. Möchte man es morgens nicht eisekalt in der rollenden Wohnung haben, ist (mehrmaliges) Aufstehen und nachschüren in der Nacht angesagt. Das kann auf Dauer wirklich etwas nerven.

LUFTFEUCHTIGKEIT VS HOLZOFEN

Einer der größten Feinde jedes Wohnmobils ist Feuchtigkeit. Sie setzt sich an den kühleren Stellen ab und kann Schimmel hervorrufen. In und an den Wänden, den Möbeln, in den Kleidungsstaufächern oder an der Matratze sind typische Stellen.

Der Holzofen schafft es, die Feuchtigkeit aus den Materialien heraus zu trocknen. Denke aber daran: Damit diese „Entfeuchtung“ funktionieren kann, ist gutes Lüften absolut unerlässlich! Die Feuchtigkeit muss irgendwo hin und damit sie sich beim nächsten Abkühlen nicht einfach wieder an den kritischen Stellen niederschlägt, muss stoßgelüftet werden. Mache immer mal wieder für einige Minuten richtig Durchzug, wenn Du alles schön aufgeheizt hast.

Freunde von uns belegen die gute Trockenwirkung durch das Heizen mit einem Holzofen durch dauernde Hygrometermessungen in ihrem Wohnmobil Tiffy. Laut Tiffys Besitzern sinkt die Luftfeuchtigkeit auf 25 – 30%, selbst wenn bei extremen Unterschieden zwischen Innen- und Außentemperatur im Wohnmobil geduscht und gekocht wird.

Wichtig dabei: Solche extremen Werte sollten vermieden werden. Sie sind zwar super für Dein Wohnmobil aber nicht für Deine Gesundheit. Wird die Luft all zu trocken (Hygrometerwerte unter 40%) sollte vermehrt gelüftet werden um einen Ausgleich zu schaffen.

Wir selbst konnten die gute Trockenleistung des Holzofens gut an einem frei liegenden Stück Aluminium der Decke sehen. Die beiden folgenden Fotos zeigen das Stück vom Dach, durch welches das Rauchrohr des Ofens nach draußen geführt wird – und zwar kurz vor und kurz nach dem Einbau. Man kann sehr gut erkennen, wie viel bereits ein Stückchen 10mm Trocellen Extremisolator* bringt. Kein Vergleich aber mit dem Betrieb des Ofens. Wird er angefeuert, hat Kondenswasserbildung keine Chance.

Kondenswasser am Aluminium im Wohnmobil
Kurz vor dem Einbau des Ofens: Wo wir die Dämmung vom Dach entfernt haben, sieht man das ganze Ausmaß der Feuchtigkeit, die in einem Wohnmobil entsteht. Ein kleines Stück Extremisolator hat da schon ganz schön was gebracht.
Holzofen im Wohnmobil - Deckendurchführung
Das Problem ist mit dem Einbau des Holzofens vollständig behoben. So sieht das Alu nun auch an (zur Bauzeit) noch anderen frei liegenden Aluminiumstellen aus, die weiter vom Ofen entfernt sind!

BETRIEBSSICHERHEIT

Sauerstoffverbrauch

Ein Feuer verbraucht beim Brennen Sauerstoff, so viel ist klar. Auch wir haben uns im Vorfeld Gedanken gemacht, ob der Betrieb eines Holzofens auf so kleinem Raum für uns gefährlich werden könnte -vor allem über Nacht, wenn man das Sinken des Sauerstoffgehalts der Luft womöglich gar nicht bemerkt.

Dieses Risiko kann man mit der Wahl des richtigen Ofens leicht umgehen. Achte beim Kauf eines Ofens für Dein Wohnmobil darauf, dass er eine externe Frischluftzufuhr besitzt. Bei dieser Variante holt sich der Ofen die Luft zur Verbrennung über einen Schlauch oder Rohr von außen. Der Sauerstoff der Raumluft wird somit nicht verbraucht.

Feuersicherer Einbau

In Absprache mit einem Schornsteinfegermeister, haben wir die angegebenen Mindestabstände zu den Wänden für den Holzofen im Wohnmobil bewusst nicht eingehalten. Der Einbau nach den Vorgaben der Datenblätter wäre auf unseren 12qm schlichtweg nicht möglich. Doch ist unser Exemplar nicht gerade das einzige, das in dieser Form seit Jahren problemlos betrieben wird.


Zu beachten ist, dass die Umgebung vor übermäßiger Hitze geschützt wird. Bewährt hat sich dafür der Einsatz von Promat*. Diese hoch effektiven Feuerschutzplatten sind die absolute Empfehlung unseres Schornsteinfegermeisters und wohl das Non Plus Ultra im Brandschutz.

Wir können hiermit auch eine Eignung für den Einsatz im Wohnmobil bestätigen. Die Platten wirken bröselig und brechen leicht, wenn Du sie geliefert bekommst. Jedoch haben wir ihnen auf unserer Reise durch Marokko viele unerbittliche Pisten zugemutet und sie haben sich absolut bewährt. Keine Brücke, keine Brösel! Beachte beim Einbau, dass Du sie möglichst flächig verklebst. Wir haben dafür Sika 221* benutzt, da dies die Eigenschaft hat flexibel zu bleiben.

GEFAHREN DURCH FALSCHES ANHEIZEN UND BILLIGÖFEN

Befeuern mit ungeeignetem Brennmaterial oder zu starkes Drosseln der Fischluftzufuhr können einen erheblichen Ausstoß an gesundheits- und umweltgefährlichen Schadstoffen verursachen. Ebenso tun dies billige Werkstattöfen, die mit einem Schnäppchenpreis zum Kauf verleiten. Setzen wir uns auf Dauer ihren Emissionen aus, kann dies ernste Folgen nach sich ziehen!

Ungeeignetes Brennmaterial

Hier ist zu feuchtes Holz an erster Stelle zu nennen. Feuchtes Holz hat einen sehr stark verminderten Heizwert, doch das ist nicht das Schlimme: Durch das Verfeuern von Holz, das nicht ausreichend abgelagert wurde, steigt der Ausstoß von Feinstaub dramatisch an. Die gesundheitliche Belastung durch diese winzig kleinen Partikelchen ist enorm und kann Auslöser ernsthafter Krankheiten sein. Hierzu zählen etwa Krebs oder Herzinfarkt, diskutiert wird sogar ihre Beteiligung an der Entstehung von Alzheimer!

Gänzlich verhindern lässt sich Feinstaub leider nicht, doch können wir eine übermäßige Emission verhindern, indem wir neben der Qualität des Brennholzes auf eine ausreichende Zufuhr von Frischluft und die Wahl des richtigen Ofens achten.

In der Sahara gesammeltes Brennholz – bereits perfekt abgelagert und durchgetrocknet.

Holz eigentlich ein recht umweltverträglicher Brennstoff. Beachtet man einige grundlegende Dinge beim Verfeuern (qualitativer Ofen, ausreichende Frischluftzufuhr), schafft man eine relativ CO2 neutrale Verbrennung. Das heißt nur die Menge an klimaschädlichem Kohlendioxid wird abgegeben, die der wachsende Baum zuvor in Sauerstoff umgewandelt hat.

Andere umweltschädliche Bestandteile, wie Schwefel, Chlor oder Schwermetalle, wie sie etwa in Heizöl zu finden sind, fehlen. Hingegen werden beim Verfeuern von zu feuchtem Holz eine Vielzahl von extrem schädlichen Stoffen produziert. Sogar unser Ofen kann durch sie zerstört werden. Es kann zu Rost oder Rissen in Guss und Schamotte kommen. Lagert sich der entstehende Glanzruß im Rauchrohr ab, kann es sogar zu den gefürchteten Kaminbränden kommen.

Das Holz, das wir hier machen, ist noch lange nicht reif für’s Verfeuern und muss mindestens 1, besser 2 Jahre regengeschützt abgelagert werden.

Falsches Anfeuern

Ganz wichtig ist, dass der Ofen möglichst schnell auf Temperatur kommt. Deswegen beim Anfeuern alle Riegel und Schieber für die Luftzufur immer komplett öffnen! Verwende auch genug kleines Anzündholz aber bitte kein Zeitungspapier oder andere bedruckte Papiere – die Druckerschwärze ist beim Verbrennen krebserregend!

Anschließend darf die Luftzufuhr ebenfalls nicht zu stark gedrosselt werden. Anfänglich haben wir diesen Fehler selbst gemacht. In dem Glauben, wir könnten das Holz dazu bringen langsamer abzubrennen und damit seltener nachlegen zu müssen, haben wir den Flammen zu wenig Sauerstoff für eine vollständige Verbrennung gegeben. Das Ergebnis: Abgesehen von all den anderen Schadstoffen, jede Menge Teer und Ruß, die in unserem Ofenrohr schon nach kurzer Zeit keinen Zweifel ließen, dass etwas gehörig falsch läuft!

Minderwertiger Ofen

Achte beim Kauf eines Ofens darauf, dass er gewisse Grenzwerte einhält, was die Emmissionen angeht. Angaben dazu findest Du in den Datenblättern. Der Ofen sollte über eine hochwertige Nachverbrennung verfügen, da diese verhindert, dass große Mengen des hoch gesundheitsschädlichen Feinstaubes ausgestoßen werden.

Stiftung Warentest hat in Untersuchungen herausgefunden, dass kein einziger der billigen Werkstatt-, oder Kanonenöfen akzeptable Werte hervorbrachte. Auch wenn moderne Öfen mit guter Nachverbrennung der Rauchgase um einiges teurer sind, sollte unsere Gesundheit uns das wert sein.

WELCHER HOLZOFEN FÜR’S WOHNMOBIL – UNSERE EMPFEHLUNG

Unser eigener Holzofen im Wohnmobil ist das Model Pluto von Globefire. Kein anderer Ofen, den wir bei unseren Recherchen gefunden haben, hat all die Anforderungen, die wir gestellt haben, so gut erfüllt:

Was für den Pluto spricht

  • Externe Frischluftansaugung
  • Gute Emissionswerte
  • Kleine Maße zum Verbau im Wohnmobil
  • Heizleistung von 5 kw, was sich auch für kleine Räume eignet
  • Kochplatte
  • Rauchrohr platzsparend nach oben weg
  • Sichtfenster auf die Flammen

Gerne eingebaut, weil platzsparend und leichter, werden auch so genannte Schiffsöfen. Die Montage dürfte ebenfalls etwas einfacher sein. Beliebt sind hier vor allem der Dickinson Newport, der Puffin Feststoffofen und der Hamlet Hardy. Uns ist jedoch die Brennkammer bei dieser Art Öfen einfach entschieden zu klein. Das Holz muss dabei in so winzige Scheitchen zerlegt werden, dass für unsere Nutzung zu häufig nachgelegt werden muss. Mit der Brennkammer des Pluto können wir auch mal richtig dicke Stücke verfeuern, die dann auch über Nacht eine gewisse Zeit Wärme liefern. Ansonsten hören wir von den Miniöfen nur Positives.

Pizza backen im Wohnmobil
Wir lieben die Kochstelle auf unserem Holzofen im Wohnmobil vor allem zum Pizza backen. Gerade mit Freunden zu Besuch – immer wieder ein Highlight.

HOLZOFEN IM WOHNMOBIL UND DER TÜV

In einigen Gesprächen mit Verantwortlichen des TÜV, haben wir folgendes über den Verbau eines Holzofen im Wohnmobil in Erfahrung gebracht:

Es handelt sich beim Einbau eines Holzofens generell um eine fahrzeugtechnische Veränderung, die einer Eintragung bedarf. Diese könnte je nach Prüfer allerdings recht schwierig zu bekommen sein.

Kann Dein Ofen als Ladung angesehen werden, ist eine Eintragung dagegen nicht notwendig. Was Du dafür tun musst, ist diese Ladung so zu verbauen, dass sie anständig gesichert aber dennoch wieder ausbaubar ist – also etwa verschrauben statt verschweißen.

Etwas problematisch in puncto Rückbaubarkeit ist die Durchführung des Rauchrohrs durch das Fahrzeugdach. Hierfür empfehlen wir Dir die Verwendung einer dafür konzipierten Dachdurchführung*. Sie wird fest als Durchgang ins Dach Deines Wohnmobils eingebaut, das Rauchrohr wird aber nur eingesteckt und kann bei Bedarf einfach entfernt werden. Übrig bleibt lediglich die Durchführung, die als Zwangsbelüftung für den Innenraum Deines Wohnmobils gelten kann. Mit dieser Lösung bist Du auf der sicheren Seite und nicht auf einen Ermessensspielraum des Prüfers angewiesen.

Kein Dreck, keine Suche nach Feuerholz, kein vollgestopfter Stauraum

Du möchtest einen schönen Ofen einbauen, aber ohne die Nachteile eines Holzofens? Wir würden heute diesen Dieselofen verbauen, schau mal hier:

Dieselofen Sibirien für Camper und Wohnmobil

Du findest diesen Artikel hilfreich? Dann freuen wir uns total, wenn Du ihn mit Gleichgesinnten teilst. Du kannst ihn Dir auch mit einem Klick für später merken, zum Beispiel auf Pintersest:

Holzofen zum Campen

Zum draußen kochen und für ein kleines Lagerfeuer mit minimalem Einsatz von Holz ist ein Raketenofen einfach super. Schont die Gasreserven im Wohnmobil und macht einfach nur Spaß!

Befestigen ohne zu kleben oder schrauben

Von der Seifenschale bis zu Bilderrahmen: Mit diesem wiederverwendbaren Tape bleibt im Wohnmobil alles an seinem Platz – auch bei der Fahrt.

Wasserfilter für sicheres Trinkwassesr

Wir testen einen günstigen Wasserfilter mit marokkanischem Brunnenwasser und sind ziemlich überrascht:

Letzte Aktualisierung am 22.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API