Druckwasser- oder Tauchpumpe für Deinen Camper?

SabineSelbstausbau, Wasser

Druckwasserpumpe Wohnmobil

Damit das im Wohnmobil mitgeführte Wasser zum Hahn kommt, braucht es eine Pumpe – klar! Doch solltest Du Dich für eine Druckwasser- oder Tauchpumpe entscheiden? Welche Vor- und Nachteile hast Du von dem jeweiligen System zu erwarten? Hier kommen die Pro‘s und Cons!


Sowohl Druckwasser- als auch Tauchpumpen werden standardmäßig von namhaften Herstellern in ihre Wohnmobile eingebaut. Generell könnte man sagen, dass sich Druckwasserpumpen in größeren Fahrzeugen und einer höherpreisigen Kategorie wiederfinden. Warum ist das so und sind Tauchpumpen dann schlechter? Schließlich tun die ja in hunderttausenden Wohnmobilen ebenfalls zuverlässig ihren Dienst.

TAUCHPUMPEN

Das Tolle an Technik ist ja unter anderem, dass man dem Namen sehr oft schon eine gewisse Beschreibung der Funktionsweise entnehmen kann. Eine Tauchpumpe geht also auf Tauchstation und arbeitet mit ihrem fest verschweißten Gehäuse direkt im Frischwassertank.

Platz- und Gewichtssparend

In der Eigenschaft innerhalb des Tanks zu arbeiten, liegt auch schon ein großer Vorteil: Tauchpumpen verbrauchen keinen zusätzlichen Einbauplatz. In Fahrzeugen, die kompakt sein sollen, um sie flexibel nutzen zu können, macht das schon viel aus. Außerdem sind sie sehr leicht und bringen fast kein zusätzliches Gewicht in die Reisefahrzeuge, die meist eh schon mit der zulässigen Gesamtmasse zu kämpfen haben.

Leise und langlebig

Tauchpumpen arbeiten sehr leise und verrichten ihren Dienst dabei ohne zu murren. Besser gesagt: Sie sind wartungsfrei. Dabei haben sie auch noch eine lange Lebensdauer, die im Schnitt auf ca 500 Betriebsstunden ausgelegt ist.

Achillesferse

Das Einzige, was eine Tauchpumpe wirklich nicht ab kann, ist trocken laufen. Dadurch, dass das Gehäuse, welches auch die Elektrik enthält, natürlich absolut wasserdicht sein muss, wird es der Pumpe beim Arbeiten sehr schnell zu warm. In einem gefüllten Wassertank wird diese Hitze gut nach außen abgeführt – in einem leeren Wassertank nicht. Folglich überhitzt die Pumpe schnell und ein Totalausfall lässt nicht lange auf sich warten.

Trockenlaufen automatisch verhindern:

Um einen Schaden durch Trockenlaufen zu verhindern, kann man ein kleines Modul* in die elektrische Leitung einbauen, das auf die veränderte Motordrehzahl reagiert. Schließlich unterbricht es nach kurzer Zeit den Strom zur Pumpe und schützt sie so vor Überhitzung.

Das Modul eignet sich allerdings nur für Tauchpumpen mit einer Leistungsaufnahme bis höchstens 45 Watt.

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Entlüftung und Rückschlagventil

Empfehlenswerte Tauchpumpen besitzen eine Entlüftung, um nach dem Einsetzen ins Wasser sofort mit der Förderung anfangen zu können. Zudem sollten sie ein Rückschlagventil enthalten. Das Ventil verhindert, dass die Leitungen leer laufen, wenn die Pumpe aufhört zu arbeiten und dann erst mal wieder Wasser bis zum Hahn gepumpt werden muss.

Preise und Empfehlungen

Tauchpumpen sind preisgünstig zu haben. Von 10,- bis 60,- Euro ist die Preisspanne groß. Da Tauchpumpen generell nicht besonders hohe Drücke erzeugen können, ist es natürlich aber ratsam ein Modell mit einer guten Leistung, was sowohl Druck als auch Durchfluss angeht zu wählen.

Für einen günstigen Preis gibt’s die Tauchpummpe Easy von Brunner Reich* mit 14 L Durchlaufvermögen. Der Druck kann zwar nur 0,5 bar, aber wenn man daran keine besonderen Ansprüche stellt, reicht das auch aus. Das Gute dabei: Die Pumpe hat einen so schmalen Durchmesser, dass sie problemlos in die normalen Kanister passt.

Mehr Power liefert beispielsweise die Ocean von Brunner*. Mit einem Durchlauf von 21 L bei einem Druck von 1,5 bis max 1,8 bar, kommt da auch schon mal ein ganz okayer Wasserstrahl aus dem Hahn.

Aktivierung über Mikroschalter

Je nach Nutzungsart des Wohnmobils kann ein Nachteil an Tauchpumpen ihre Ansteuerung sein. Im Grunde genommen schalten sie sich nicht ein, indem man den Wasserhahn öffnet. Das Öffnen des Hahns ist vielmehr nur ein Vorgang, durch den ein anderer Vorgang ausgelöst wird – nämlich das Betätigen eines elektrischen Schalters.

In Wohnmobilen werden somit spezielle 12V Armaturen mit integriertem Mikroschalter verwendet, der den Strom zum Einschalten der Pumpe schaltet. Der Nachteil an diesen Armaturen wiederum ist die nicht gerade sehr schöne Qualität. Selbst das schön verchromte Glänzen kommt eben auch nur durch Farbe auf einem Stück Plastik. Will man eine hochwertige Armatur verwenden, geht das in Kombination mit einer Tauchpumpe nur, wenn man zusätzlich zum Aufdrehen des Hahns irgendwo einen elektrischen Schalter betätigt.

Wir hatten so eine Lösung in unserem ersten Ausbau umgesetzt – und es schnellst möglich wieder umgebaut. Der zusätzliche Griff zum Schalter war nervig, man hat mit den nassen Händen immer Wasser da verteilt, wo man es nicht haben wollte und wassersparend ist der Zeitverzug auch nicht gerade gewesen!

Besser sind hier Fußschalter* geeignet. Sie können sogar helfen, Wasser einzusparen!

Natürlich hat aber auch eine normale Wohnmobilarmatur ihre Vorteile. Sie spart gegenüber einer Haushaltsgarnitur einiges an Gewicht ein.

Versehentliches Aktivieren des Mikroschalters

In sehr vielen Wohnmobilen sind die Wasserhähne am Spülbecken so verbaut, dass man sie klappen und auch über den Rand der Spüle hinaus schwenken kann. Oft in Kombination mit Abdeckungen, die aus dem Ganzen dann eine schön große Arbeitsfläche machen. So ist das auch in unserem früheren Kastenwagen gewesen.

Man hätte einmal mitzählen sollen, wie oft wir aus Versehen den sehr leichtgängigen Hebel der Armatur betätigt haben und das Wasser nicht ins Becken, sondern auf die Arbeitsfläche lief. Das war echt ärgerlich und passiert bei haushaltsüblichen Armaturen nicht so leicht.

Vor- und Nachteile im Überblick

Pro:

  • Preisgünstig
  • lange lebensdauer
  • wartungsfrei
  • geringes Gewicht
  • platzsparend

Contra:

  • Nur Armaturen mit elektrischem Schalter verwendbar
  • Keine wirklich hohen Drücke erreichbar
  • schneller Totalausfall bei Trockenlaufen
  • ggf. leichtes, versehentliches Aktivieren über die elektrischen Wohnmobilarmaturen

DRUCKWASSERPUMPEN

Flexibel aber mit mehr Platzbedarf

Druckwasserpumpen arbeiten völlig anders als Tauchpumpen. Ihre Installation erfolgt außerhalb des Wassertanks, von wo sie auch aus einer leeren Leitung Wasser ansaugen können. Dabei hat man bei der Wahl des Einbauplatzes relativ freie Hand, denn die Pumpe arbeitet unabhängig von ihrer Lage. Ob sie im liegen, hochkant oder quer verbaut wird, ist ihr egal.

Die bekannten und allseits gerne verwendeten Pumpen des Marktführers Schurflo, nutzen auch wir in unserem Fahrzeug. Diese Pumpen schaffen zum Beispiel eine Ansaugung des Wassers bis zu zwei Metern über dem Wassertank und 8 Meter davon entfernt (Herstellerangabe). Nichtsdestotrotz verbrauchst Du für den Verbau außerhalb des Tanks entsprechend zusätzlichen Platz.

Langlebigkeit und Empfehlung

Druckwasserpumpen sind auf eine sehr hohe Lebensdauer ausgelegt.

Unsere eigene Shurflo musste unter anderem schon ein paar Umbauten und wirklich etliche Betriebsstunden mitmachen und funktioniert bis heute absolut tadellos. Auch Freunde und Bekannte hören wir darüber nicht klagen.

Obwohl es die Druckwasserpumpen mit Leistungen bis über 5 Bar gibt, würden wir sagen, dass eine „Kleinere“ völlig ausreichend ist.

Überdies ist zu hoher Druck sowieso unbedingt zu vermeiden. Achte bei der Auswahl Deiner Druckwasserpumpe darauf, dass alle Geräte, die von ihr mit Wasser versorgt werden (wie z. B. Boiler) für den gelieferten Druck ausgelegt sind!

Die Pumpen der Serie Trail King* von Shurflo sind langjährig bewährt. Es gibt sie natürlich in unterschiedlichen Stärken und Durchflussraten.

Eine Weiterentwicklung stellt die Serie „Soft“* dar. Sie enthalten nicht mehr drei, sondern vier Kammern. Hierdurch sollen sie ganz besonders laufruhig und geräuscharm sein. Außerdem wird durch einen zusätzlichen Bypass in der Pumpe selbst ein Druckausgleich geschaffen, der den zusätzlichen Einsatz eines Akkumulatortanks (siehe weiter unten) überflüssig machen soll.

Hoher Wasserdruck

Mit so einer Druckwasserumpe schafft man auch im Wohnmobil einen Wasserdruck „wie Zuhause“. Auch wenn einem zum Duschen der geringere Druck der Tauchpumpe ausreicht … es gibt Situationen, da ist ein wirklich guter Wasserdruck nicht verkehrt. Das Abspritzen eines total zugeschlammten Bikes oder Quads, das nach der Tour wieder im Fahrzeug verstaut werden soll, ist zwar ein „Luxusproblem“ aber wenn Du Dir ein Expeditionsfahrzeug bauen willst, nichts Ungewöhnliches.

Möchtest Du Umbauen und von einer Tauch- auf eine stärkere Druckpume wechseln, solltest Du Folgendes bedenken: Alle Bauteile der Frischwasserversorgung Deines Campers müssen dem höheren Druck standhalten. Oft sind billige Anschluss- und Abzweigstücke aus Plastik verbaut, die überdies im Laufe der Jahre schon spröde geworden sind. Sie sollten am besten gegen haushaltsübliche aus Messing ersetzt werden.

Auch dem Warmwasserboiler sollte besondere Beachtung geschenkt werden. Sie Dir das Datenblatt Deines Boilers an und achte darauf, dass Du die Pumpe entsprechend auswählst oder einstellst. Der Druck sollte etwas niedrigen sein, als der Maximaldruck des Boilers, denn mit der Erwärmung des Wassers, nimmt der Druck im Inneren des Boilers noch einmal zu.

Mehr dazu, wie wir warmes Wasser machen: Standheizungseinbau mit Warmwasserbereitung

Alle gängigen Armaturen verwendbar

Druckwasserpumpen ermöglichen Dir ein qualitativ sehr hochwertiges Wassersystem im Reisefahrzeug. Du kannst jede beliebige Armatur verwenden, die Dir gefällt, denn anders als eine Tauchpumpe, wird sie nicht über einen elektrischen Schalter angesteuert. Sie reagiert auf den Abfall des Drucks in der Wasserleitung beim Öffnen des Hahns.

Trockenlauf

Gegen den Tot der Tauchpumpen, das Trockenlaufen, sind Druckpumpen unempfindlich.

Natürlich heißt das nicht, dass man sie stundenlang so laufen lassen sollte aber auch unsere eigene hat schon häufiger versucht, aus einem gerade leer gewordenen Tank noch krampfhaft Wasser zu ziehen. Wir selbst haben erst nach einiger Zeit gemerkt, dass sie gar nicht mehr aufhörte zu laufen. Schaden genommen hat sie dadurch ganz offensichtlich nicht aber durch diesen Umstand kann man den nächsten Vorteil, den moderne Druckwasserpumpen haben, schon erahnen:

Geräuschentwicklung

Druckwasserpumpen machen Krach. Dieser Umstand war für den hohen, gleichbleibenden Wasserduck in Kauf zu nehmen. Allerdings arbeiten moderne Pumpen inzwischen ziemlich leise. Ihre Geräuschentwicklung ist immer noch höher als die von Tauchpumpen, doch durch ein bisschen Achtsamkeit bei der Wahl des Einbauortes hören wir selbst zum Beispiel die Pumpe kaum. Obwohl wir noch ein ziemlich altes Modell haben. Sie befindet sich in einer geschlossenen Box, zusammen mit den Wasserfiltern.

Pumpen, wie die der Serie „Soft“ arbeiten noch sehr viel leiser.

Vorfilter nicht vergessen!

Qualitativ empfehlenswerte Tauchpumpen, wie die oben genannten, haben ein Sieb vor der Ansaugung, das sie vor Schmutzpartikeln im Wasser schützt. Beachte bei den Shurflo Pumpen UNBEDINGT, dass Du einen Vorfilter* verwendest, der direkt mit der Pumpe verschraubt wird.

WICHTIG ZU WISSEN: Das Teil schützt nicht nur zuverlässig vor Schäden sondern ist auch zwingend einzusetzen, um die Herstellergarantie auf die Pumpe zu erhalten!

Akkumulatortank

Eine sinnvolle Ergänzung zum Betrieb einer Druckwasserpumpe ist die Verwendung eines Akkumulatortanks*. Dieser kleine Behälter kann verhindern, dass die Pumpe wegen jedem Milliliter Wasser, der entnommen wird, anspringen und arbeiten muss. Er hält eine kleine Menge stetig unter Druck und gaukelt der Pumpe sozusagen vor, dass der Druck in der Leitung gar nicht abfällt. Erst wenn dieser Vorrat aufgebaucht ist (das kann, wenn man sparsam ist, für mehrmals Händewaschen ausreichen) springt die Pumpe an, füllt erneut den Behälter und gibt Druck auf‘s System.

Gefahr bei Undichtigkeiten

Druckwasserpumpen bergen bei Undichtigkeiten im System eine gewisse Gefahr, Wasserschäden zu verursachen. Durch ihre Funktionsweise auf Druckabfall mit Förderung zu reagieren, tun sie dies nicht nur bei geöffnetem Hahn. Hat sich eine Verbindung gelöst oder wird undicht (etwa durch Vibration beim Fahren), wird die Pumpe so lange Wasser nachpumpen bis der Tank leer ist. Folglich kann es also durchaus passieren, dass sich nach langer Fahrt beim Öffnen der Aufbautür, ein Plantschbecken nach draußen ergießt.

Diese Gefahr vermeidest Du, indem Du einen Schalter in die Stromzufuhr Deiner Pumpe setzt. Hierdurch kann die Funktion der Pumpe ausgeschaltet werden, sobald Du das Wohnmobil verlässt und nichts kann passieren.

KLEINER TIPP: Springt Deine Pumpe in größeren Zeitabständen an, ohne dass Du Wasser entnommen hast, solltest Du aus dem gerade genannten Grund hellhörig werden. Vielleicht befindet sich irgendwo unbemerkt eine undichte Stelle, die Deine Pumpe immer mal wieder zum Anlaufen bringt, wenn sich Tropfen für Tropfen genug Wasser nach draußen gedrückt hat.

DRUCKWASSERPUMPEN – VOR- UND NACHTEILE IM ÜBERBLICK

Pro:

  • Jede Armatur verwendbar
  • Nicht Anfällig bei Trockenlauf
  • hohe Wasserdrücke realisierbar
  • sehr hohe Lebensdauer
  • können auch trocken ansaugen
  • lageunabhängig einbaubar

Contra:

  • Gefahr von Überschwemmungen / Wasserschäden bei Undichtigkeiten
  • mehr Platzbedarf
  • mehr Gewicht

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Wir würden uns freuen, wenn auch an dieser Stelle ein kleiner Erfahrungsaustausch statt findet, so wie es zahlreiche von Euch lieben Lesern schon bei vielen anderen Themen auf unserem Blog möglich gemacht haben. Jeder kann von den Berichten des jeweils anderen profitieren und auf viele tolle Erfahrungswerte beim Ausbau eines Wohnmobils zurückgreifen.

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Letzte Aktualisierung am 7.04.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API