Ein Unimog ist oft DAS Objekt der Begierde, wenn es darum geht, den lang gehegten Traum von einem geländetauglichen Reisemobil wahr zu machen. Welche Vorzüge der Unimog tatsächlich hat, aber auch welche Nachteile es zu bedenken gibt, das erörtern wir heute mit Tobias von 4wheel24.
UNIMOG – Die Basis
Der Unimog ist nach dem konzipiert, wie er heißt: Ein Universal-Motor-Gerät, für den landwirtschaftlichen Einsatz.
Mit Nebenantrieben und Anbaumöglichkeiten für Landgeräte auf allen Seiten, Schleppeinrichtung und Fläche zum Laden. Die Konstruktion war damals, 1945, völlig neu und nach ausschließlich praktischen Gesichtspunkten ausgelegt. Die Spurweite von 1270 Millimetern etwa, entsprach genau der Breite von zwei Reihen auf dem Kartoffelacker.
Die Idee macht deutlich, warum ausgerechnet ein Bullenkopf, dessen Hörner das U formen, das Ur-Logo des Unimog ziert. Ein einfacher, weiterer Trecker sollte der Unimog allerdings niemals sein und damit wurden vor allem der Allradantrieb und seine Kraftübertragung auf vier gleich große Räder ein charakteristisches Merkmal für den Unimog.
Inzwischen gibt es wahrhaft unzählige Varianten des Unimog, der sich, wie wir alle wissen, ein Betätigungsfeld weit über den Kartoffelacker hinaus erschlossen hat. Doch die für ihn typischsten Eigenschaften haben sich bis heute nicht verändert.
Unimog als Wohnmobil
Für die Eignung als Wohnmobil für Fern- oder Langzeitreisen, sollte ein Basisfahrzeug verschiedene Anforderungen erfüllen. Eine gute Ersatzteilversorgung, guten Fahrkomfort, Robustheit … Wir fühlen dem Unimog auf den Zahn
Probefahrt
Der Unimog weckt den Spieltrieb von unzähligen Männern. Wenn es daran geht ein Reisefahrzeug auszusuchen, das auch „etwas können“ soll (sprich: mit dem man mal ordentlich im Schlamm buddeln kann) dann ist der Unimog oft Wunschobjekt schlechthin. Was spricht nun auch faktisch für ihn:
Geländegängigkeit
Sein Ruf, keinen Weg NICHT befahren zu können, eilt dem Unimog voraus. Und es ist wahr. Die Geländegängigkeit des Unimog IST legendär.
Ausgestattet mit permanentem oder zuschaltbarem Allradantrieb, allen Sperren, die man sich wünschen kann und Portalachsen für Bodenfreiheit, die ihres Gleichen sucht, ist das Universal Motor Gerät allen Anforderungen an ein Expeditionsmobil mehr als gewachsen.
Mit einer Steigfähigkeit von 110% klettert er auch zu beinahe jedem gewünschten Aussichtspunkt und bei einer Watttiefe von 1,20 m hält einen auch so schnell kein Wasser davon ab.
Der Wendekreis ist beim Unimog extrem klein, was für viele Gelegenheiten natürlich ebenfalls ein echter Vorteil ist. Auch insgesamt ist das Fahrzeug sehr kompakt und daher ausgezeichnet zu manövrieren.
Ein weiterer Vorteil liegt in der großen Verbreitung begründet. Die Ersatzteilversorgung ist weltweit als gut zu bezeichnen.
Der Unimog gilt als robust und könnte für einen möglichen Wiederverkauf schon fast als „Wertanlage“ bezeichnet werden.

Du willst einen Unimog? Das solltest Du bedenken!
Mögliche Kabinengröße
Es gibt Unimog Modelle mit Radständen von bis zu (einer selteneren Variante) von 3,85 m. Grundsätzlich ist die Basis Unimog für große Wohnkoffer aber eher ungeeignet.
Mit dem Radstand erhöhen sich automatisch Gewicht und Wendekreis, was alleine schon einige Vorteile des Unimog zunichte macht.
Mit jedem cm über die optimale Aufbaulänge hinaus, büßt der geniale Offroader ein Stückchen seiner Performance, bis hin zur Untauglichkeit ein. Zur Erhaltung der Fahreigenschaften sollte auch der Verteilung des Gewichtes auf Vorder- und Hinterachse besonderes Augenmerk gewidmet werden. Leichtbau ist angesagt!
Natürlich sollte nicht unerwähnt bleiben, das ein „zu viel“ an Gewicht nicht nur die Fahreigenschaften negativ beeinflusst, sondern auch die Störanfälligkeit deutlich erhöht.
Wünscht man sich ein großzügiges Wohnfeeling mit Badezimmer und festem Bett, sollte man sich fragen, ob nicht ein anderes Fahrzeug besser zu den eigenen Vorstellungen auf einer möglicherweise langen Reise passen würde.
Eine optimale Aufbaugröße liegt bei der kleinen Kabine bei ca 3,70 m, bei der Doppelkabine ist alles über 3,00 bereits ein Zugeständnis.

Lautstärke und Fahrkomfort
Die Anordnung des Motors vorne, trägt das Geräusch mit der Bewegung so zu sagen in die Fahrerkabine hinein. Der Unimog ist somit ein Reisefahrzeug mit einer hohen Geräuschkulisse beim Fahren. Wir selber haben das beim Kauf unseres ersten LKW noch nicht als großes Problem empfunden. An langen Fahrtagen, kann sich dies jedoch als extrem unangenehm erweisen.
Das Fahrerhaus wirklich effektiv zu dämmen ist mit einigen Kosten und Mühen verbunden.
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Gerade die kleineren Kabinen des Unimog laden nicht unbedingt dazu ein, sich bei langer Fahrt gemütlich in den Sitz zu flezen. Zweckmäßigkeit geht auch hier über großzügige Platzverhältnisse und Komfort. Wer es gerne etwas geräumiger hätte, kann auf die größere Kabine, wie die Doka des von uns im Video vorgestellten U1250 ausweichen – mit entsprechenden „Verlusten“ für die mögliche Aufbaulänge, natürlich.
Höchstgeschwindigkeit
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 90 km/h sollte man bei dieser Basis die schönen Seiten des etwas langsameren Reisens zu schätzen wissen.
AnzeigeErsatzteilversorgung
Ersatzteile wird man für ein Reisefahrzeug auf Unimog Basis weltweit finden. Die Händlerdichte ist gut und das Fahrzeug gehört natürlich zur Mercedes Familie. Leichte Mercedes LKW‘s laufen wahrscheinlich in jedem Land dieser Erde und der Unimog teilt so einige Bauteile mit anderen, beliebten Fahrzeugen aus dieser Familie.
Auch Motorbauteile, gerade des klassischen OM 352, findet man „an jeder Ecke“. Der Reihen Sechszylinder mit Direkteinspritzung ist beispielsweise auch in einem anderen Verkaufsschlager von Mercedes Benz, dem 1017 A, der sich ebenfalls ganz hervorragend als Reisefahrzeug eignet, verbaut. Des weiteren wurden diese Motoren von Lizenznehmern gefertigt – unter dem Aspekt der Ersatzteilversorgung sind die Fahrzeuge von Mercedes Benz generell mit die beste Wahl, wenn man reisen möchte.
Zu erwähnen bliebe, dass die Ersatzteile für den Unimog wahrlich keine Schnäppchen sind. Hier muss man etwas tiefer in die Tasche greifen als bei anderen Marken ABER man bekommt die Teile wenigstens. Die kurze Laufzeit so manchen Visums kann einen durch eine langwierige Ersatzteilsuche ansonsten schon mal in die Bredouille bringen.
Preis
Die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu vielen anderen, als Fernreisefahrzeug geeigneten LKW Modellen, etwas höher anzusiedeln.
Für den im Video vorgestellten U1300 sind 10.000,- Euro für ein gut erhaltenes Modell fällig. Die Doka schlägt mit Preisen ab 15.000,- Euro zu Buche (Stand: Februar 2018).
Fazit
Der Unimog ist definitiv ein Fahrzeug, das Emotionen weckt und mit dem man dem Offroadspieltrieb freien Lauf lassen kann. Kein schöner Stellplatz bleibt unerreicht, WENN man ihn fachkundig aufbaut. Einschränkungen im Fahrkomfort sowie höhere Anschaffungs- und Teilekosten sind dafür in Kauf zu nehmen.
Noch ein kleiner Tipp
Du stehst vor der großen Reifenfrage? Frag mal Ramin! Der Chef von Corint Reifen ist ein super cooler Typ und hat sich auf Reifen für Offroad LKW spezialisiert. Wir waren schon mehrfach bei ihm und haben hier zum Beispiel gelernt, wie man Sprengringfelgen (Schritt für Schritt Anleitung) montiert.

Steyr 12M18
Videoprobefahrt und Gespräch zum Fahrzeug mit Tobias Teichmann. Einen Überblick über alle getesteten Fahrzeuge bekommst Du hier: Basisfahrzeuge
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Zum Beispiel Dinge im Wohnmobil befestigen, ohne Löcher zu bohren oder zu kleben. Oder mit welchen Helferchen man sich bei kleinen Reparaturen helfen kann …
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