Cinderella Verbrennungstoilette

SabineAllgemein, Selbstausbau, Toiletten1 Comment

 
 

Bei der Cinderella Verbrennungstoilette bleibt am Ende nur ein Häufchen Asche übrig. Wie das funktioniert und die Vor- und Nachteile davon, haben wir uns auf dem Caravan Salon Düsseldorf zeigen lassen.

An alternativen Toilettenlösungen für’s Wohnmobil besteht wirklich reges Interesse. Das merken wir schon allein an den vielen Fragen, die uns täglich seit dem Einbau unserer Trenntoilette erreichen. Viele haben nach unseren positiven Erfahrungen bereits umgerüstet.

Auf der Suche nach Lösungen, die weg von den unpraktischen Kassetten gehen, macht auch die Cinderella Verbrennungstoilette neugierig. Beim Caravan Salon 2017 haben wir uns mal zeigen lassen, wie das System genau funktioniert.


WIE FUNKTIONIERT
EINE VERBRENNUNGSTOILETTE?


Die Cinerella Verbrennungstoilette verbrennt alles, was in ihr landet, bei Temperaturen um die 500 Grad zu einem kleinen Häufchen Asche. Urin und feste Ausscheidungen werden hierbei nicht getrennt, alles geht durch die gleiche Klappe in den Brennraum.

Als Brennstoff wird Gas verwendet. Es gibt auch eine Variante, die rein elektrisch funktioniert, aber diese ist für einen Betrieb im Wohnmobil nur mit einem festen Stellplatz bei Anschluss an Landstrom wirklich betriebsfähig.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtube.com/watch?v=2e7H5l1-Hu4

WIE BENUTZT MAN DIE
CINDERELLA VERBRENNUNGSTOILETTE?


Vor der Benutzung der Verbrennungstoilette legst Du ein spezielles Inlett in den Auffangbehälter. Dieser soll so vor Verschmutzung geschützt werden, da bei der Toilette ja nicht nachgespült wird. Das Inlet rutscht dann mit in die Verbrennung und soll für jeden Toilettengang benutzt werden, egal ob flüssig oder fest.

Nach dem Abziehen startet auf Knopfdruck am elektrischen Bedienfeld der Verbrennungsvorgang. Dieser nimmt eine gute Stunde in Anspruch, die Toilette bleibt jedoch weiter benutzbar.

Achtung vor der Weiterfahrt

Aufgrund des kleinen, oben offenen Behälters, der als Brennraum fungiert, sollte man auf jeden Fall vermeiden, die Toilette zu benutzen und loszufahren, ohne denn Brennvorgang gestartet zu haben. Gerade bei Flüssigkeit hätte das unangenehme Folgen. Anders ausgedrückt: Der Urin würde sich in Elektrik und Brennanlage im Innenraum der Toilette und auf dem Boden des Badezimmers verteilen. Laut den Angaben auf der Messe, sollte eine Weiterfahrt jedoch problemlos möglich sein, sobald die Toilette eine Temperatur von 200 Grad erreicht hat. Das heißt etwa 10 Minuten Wartezeit müssen mindestens eingeplant werden, bevor es weiter gehen kann. Die Toilette verrichtet ihre Arbeit dann auch während der Fahrt.

Muss der Aschebehälter geleert werden, wird dies durch eine Anzeige im elektrischen Bedienfeld der Toilette angezeigt.

Cinderella Verbrennungstoilette - Innenleben
Anzeige

DIE ENTLEERUNG


Eines muss man der Cinderella Verbrennungstoilette wirklich lassen. Die Entleerung kann sauberer und angenehmer eigentlich nicht sein.

Übrig bleibt ein keimfreies Häufchen Asche, das sehr gut als Dünger verwendet werden kann. Laut Herstellerangaben ist eine Entleerung nach ca. 70 Toilettengängen notwendig, die Menge der Asche die dabei anfällt, wird mit ca. einer Tasse bei einwöchiger Benutzung durch 4 Personen angegeben.

Eine elektrische Funktion stellt dabei sicher, dass die Toilette nur bei einer Temperatur von unter 50 Grad im Brennraum geöffnet werden kann, um Verbrennungen zu verhindern.

VERBRAUCH VON STROM UND GAS

Die Cinderella Verbrennungstoilette verbraucht im Betrieb Strom und Gas als Brennstoff.

Eine stabile Versorgung mit 12V ist zwingende Voraussetzung, damit die Toilette nicht den Brennvorgang unterbricht und abschaltet. Das haben Test, wie beispielsweise hier bei caravaning.de gezeigt.

Im Datenblatt wird der Stromverbrauch der Verbrennungstoilette mit 0,005 Ampere im Standby Modus angegeben. Wird die Toilette in Betrieb genommen, wird der Verbrauch pro Verbrennungsvorgang mit 1,3 Ampere beziffert.

Der Gasanschluss erfolgt über 30 mbar Druck und pro Verbrennung schlagen im Schnitt 110 Gramm Gas zu Buche. Der Verbrauch wird dabei dem zu verbrennen Volumen, sowie der Nutzungsumgebung der Toilette angepasst.

Gerechnet mit dieser Angabe zum Gasverbrauch, ist nach 45 Toilettengängen eine 5 kg Gasflasche leer.


SONSTIGER VERBRAUCH

Die obligatorische Verwendung der original Cinderella Toiletteninletts, verursacht zusätzlich laufende Kosten und beansprucht nicht zuletzt Lagerplatz und Gewichtsreserven im Wohnmobil.

500 Papiertaschen kannst Du für 45 Euro auf den Seiten des Herstellers bekommen.


DER EINBAU IM WOHNMOBIL

Ein Selbsteinbau der Toilette ist natürlich möglich. Der Hersteller verweist in seinem Datenblatt allerdings ganz klar auf die Wichtigkeit der richtigen Luftzufuhr in den Toilettenraum, sowie auf eine korrekte Abführung der Abgase nach draußen.

In unserem Gespräch auf der Messe wollten wir dazu wissen, ob es wirklich notwendig ist, das Abgasrohr über das Dach nach außen zu führen. Dies ist tatsächlich wichtig, da das System mit dem veränderten Luftdruck bei Betrieb, während der Fahrt nicht klarkommen würde.

Es wird uns deutlich gemacht, dass der Einbau von einem geschulten Einbaupartner erfolgen sollte, ansonsten kann Cinderella selbstverständlich keinerlei Gewähr für eine reibungslose Funktion der Verbrennungstoilette übernehmen.

WOHNMOBIL SELBSTAUSBAU – DIE PERFEKTE ANLEITUNG

Ulrich Dolde hat seinen Wohnmobil Selbstausbau von der Entscheidung für das Fahrzeug bis zum kleinsten Bauteilchen dokumentiert. Dazu beschreibt er ausführlich und mit hunderten Fotos, wie er beim Bau vorgegangen ist, welche Fehler er gemacht hat und wie man sie vermeidet. Das Buch, das er darüber geschrieben hat enthält in der nun dritten Auflage wesentlich mehr als nur die Beschreibung des Baus von Sternchen. Hier findet jeder wichtige Infos, auch wenn Du überlegst, eine Cinderella Verbrennungstoilette einzubauen. Dementsprechend hat es sich so zu sagen inzwischen zum Standardwerk des Wohnmobil Selbstausbaus* entwickelt, gerade ist auch die englische Ausgabe auf den Markt gekommen!


GRENZEN DER EINSATZFÄHIGKEIT


Während die Cinderella Verbrennungstoilette in unseren Breitengraden zuverlässig funktioniert, haben Wohnmobilreisende, die in klimatisch wärmere Regionen fahren mit Funktionsstörungen zu rechnen. Die Lüftung ist auf heiße Umgebungstemperaturen nicht ausgelegt und kann die Toilette beim Brennvorgang nicht richtig kühlen.

Auch bei Fahrten übers Gebirge können Funktionsstörungen durch die schwierige Anpassung der Gaszufuhr an die Höhenlagen auftreten.


WEITERE NACHTEILE


In Foren und Tests wird berichtet, dass die Cinderella Verbrennungstoilette keineswegs so ganz geruchlos ist, wie beschrieben. Bei der Verbrennung werden die gröbsten Geruchsemissionen durch einen Katalysator herausgefiltert, doch angenehmer Duft ist wohl nicht das austretende Endprodukt. Insofern ist es ganz gut, dass das Abgasrohr sowieso über das Dach geführt werden muss.

Auch die Geräuschentwicklung von Verbrennung und dem auf Hochtouren laufenden Lüfter sollte nicht unterschätzt werden.


Anzeige

ANSCHAFFUNGSKOSTEN

Die Cinderella Verbrennungstoilette ist leider nicht zum Schnäppchenpreis zu haben. Inklusive Einbau belaufen sich die Kosten auf rund 4000 Euro.

Ein Paket mit 500 Inletts gibt’s zum Start dazu.

Wie wir auf der Messe erfahren haben, bekommt man auf diesen Preis aber auch keinen „Rabatt“, sollte die Toilette in Eigenleistung eingebaut werden.


PERSÖNLICHES FAZIT

Die Cinderella Verbrennungstoilette stellt für uns persönlich keine Alternative zur Trenntoilette dar.
Strom und Gas sparen wir lieber als Reserven für wichtigere Dinge auf Tour. Wer dagegen gerne Campingplätze ansteuert, für den stehen andere Entsorgungseinrichtungen bereit. Klar, dann muss man bei einer Trenntoilette eine Tüte mit Abfall entsorgen und zum Wasser ablassen fahren oder die althergebrachten Kassetten entleeren – das ständige Kaufen und schleppen leer gewordener Gasflaschen ist aber auch nicht grade ohne Nachteil.


Anzeige
 

Ein Kommentar zu “Cinderella Verbrennungstoilette”

  1. Auf jeden Fall eine witzige und praktische Variante um sein Geschäft loszuwerden. Ich bin aber immer noch dafür einfach eine öffentliche Toilette aufzusuchen. Ist meistens dann doch angenehmer und gibt es fast überall. Und wenn nicht, ist man im Normalfall so weit abseits, dass man auch einfach in die Büsche gehen kann. Das ist zwar nicht gemütlich, spart aber jede Menge Gas. Vor allem, dass nach jedem Toilettengang eine Stunde Brennvorgang folgt, finde ich ein wenig viel. Klar, muss natürlich sein, aber mit dem Krach und Aufwand würde ich eher etwas anderes bevorzugen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.