Strombedarf im Wohnmobil – Benötigte Batterie berechnen, so gehts!

SabineSelbstausbau, Strom

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Um autark unterwegs sein zu können, solltest Du Deinen Strombedarf im Wohnmobil kennen und die Batteriekapaziät darauf anpassen. Die Berechnung ist ganz einfach. Hier erfährst Du, wie es geht.


Oft werden wir gefragt, wie groß eine Innenraumbatterie für’s Wohnmobil bemessen sein sollte, um einige Tage autark stehen zu können.

Die Antwort darauf kann sicher nicht pauschal gegeben werden, da dies von einigen, auch persönlichen Faktoren abhängt. Die gute Nachricht ist aber: Man kann seine ganz persönliche Antwort ganz leicht herausfinden!

Strombedarf im Wohnmobil berechnen: Los geht’s

Wattangaben notieren

Keine Sorge: Auch wenn Du mit Mathe und Formeln auf absolutem Kriegsfuß stehen solltest: Lass Dich nicht abschrecken! Deinen Strombedarf im Wohnmobil und damit die richtige Batterie zum autark sein zu berechnen, ist echt nicht schwierig!

Alles was Du tun musst ist, einmal alle Verbraucher aufzuschreiben, die Du im Wohnmobil hast. Auf jedem Gerät und jedem Leuchtmittel findest Du die Angabe Watt (W). Notiere alle Geräte mit der Wattzahl.

Kostenloser Download

Als Gedankenstütze, wo überall Verbraucher „versteckt“ sind, haben wir Dir hier eine kleine Liste zusammengestellt. Sie enthält die gängigen Stromverbraucher eines Wohnmobils und eine praktische Tabelle. Hier kannst Du alles eintragen und ausrechnen. Einfach diese PDF herunterladen, ausdrucken und mit in Dein Wohnmobil nehmen!

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Achtung:

Wichtig beim Betrieb von 230V Geräten über einen Wechselrichter, wie Fön oder Kaffeemaschine: Hier musst Du auf die Wattangabe jeweils nochmal 15% draufrechnen, denn so viel geht beim Betrieb des Wechselrichters verloren!

Zeiten schätzen

Hast Du nun alles, was in Deinem Wohnmobil elektrisch betrieben wird mit der Wattangabe notiert, musst Du noch schätzen, wie lange pro Tag Du ungefähr jedes der Geräte betreibst. Trage die Zeiten in die entsprechende Spalte der Liste ein.

Teile Watt durch Spannung

Rechne den Strombedarf für jedes Gerät einzeln aus. Teile dafür die Wattangabe durch die Spannung, die in Deinem Wohnmobil anliegt. In der Regel sind das 12 Volt (V), bei einigen Expeditionsmobilen aber auch 24 V.

Was dabei herauskommt, ist die Stärke des Stroms, der fließt, wenn Du den Verbraucher betreibst, die Ampere (A).


Beispiel:

Du hast ein Radio verbaut, dass 18 Watt verbraucht. Teile die 18 W durch die 12 V Spannung und Du erhälst 1,5 Ampere.

18 W / 12 V = 1,5 A


Zeiten dazurechnen

Jetzt kommen Deine geschätzten Zeiten ins Spiel.

Die errechneten 1,5 Ampere für das Radio werden nun mit den Stunden multipliziert, die es betrieben wird. Nehmen wir an, Du lässt es 4 Stunden am Tag laufen. Also:


Aus unserem Beispiel:

1,5 A x 4 h = 6 Amperestunden (Ah)


Du hast jetzt die Amperestunden ausgerechnet. Das ist die Einheit, die wir wollten, den sie lässt sich direkt mit dem Vergleichen, was Deine Batterie leisten kann. Du findest die Angabe Ah auf dem Typenschild der Batterie.

Sind zum Beispiel 100 Ah dort angegeben, würde unser Radio (das in 24 Stunden 36 Ah verbraucht), 2,77 Tage durchlaufen können.


100 Ah / 36 Ah (also einem vollen Tag Radio) = 2,77 Tage


ABER ACHTUNG!

Dies ist ein theoretischer Wert! Würdest Du das Radio tatsächlich so lange laufen lassen, müsstest Du anschließend eine neue Innenraumbatterie kaufen! In der Praxis darf man Blei-Säure Batterien (dazu gehören auch Blei-Gel Akkus und AGM-Batterien!) nur bis zu 30% (MAXIMAL 50%) ihrer Kapazität entnehmen, ohne ihnen großen Schaden zuzufügen. Durch die sogenannte Tiefentladung sinkt die Lebensdauer Deiner Innenraumbatterie ERHEBLICH!!!

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Was bedeutet das für die Berechnung unserer Batteriekapazität

Wir können das Radio mit seinen 1,5Ah also nur etwa 20 Stunden laufen lassen, um auf der sicheren Seite zu sein und der Batterie bestimmt keinen Schaden zuzufügen (30 Ah echte, nutzbare Kapazität und 1,5 Ampere Verbrauch in in der Stunde. Also 30 Ah / 1,5 Ah = 20 Stunden)

Dies ist somit auch der größte Nachteil im Gebrauch von normalen Blei-Säure Akkus. Leider bezahlst Du hier enorm viel Geld und belädst Dein Wohnmobil mit furchtbar viel Gewicht für Batteriekapazität, die Du nicht nutzen kannst.

Ein weiterer Nachteil der Bleibatterien liegt beim Laden über Solar. Die meisten Solaranlagen schaffen den Mindestladestrom um einen solchen Akku richtig aufzuladen nicht, da die Anlagen in der Regel viel zu klein ausgelegt sind. Ein ausreichender Ladestrom wird meist nur über die Mittagszeit (wenn überhaupt) erreicht und im Winter oft gar nicht.

Aus diesem Grund sollte man sein Wohnmobil, um die Lebensdauer der Batterien zu erhalten, unbedingt alle 7 Tage für 24 Stunden an die Steckdose hängen. Auf diese Weise wird Sulfatierung in den Zellen abgebaut.

Aber nach Möglichkeit wollen wir ja nicht darauf angewiesen sein, alle paar Tage auf einem Stellplatz am Kabel festzuhängen. Abhilfe lässt sich schaffen, indem man irre viel Solarleistung auf das Dach packt. Aber trotzdem kann es in den Wintermonaten selbst im Süden von Europa mit der Stromversorgung knapp werden. Als kleinen Anhaltspunkt für ausreichend Solarleistung sind 200Wp für 100Ah Batteriekapazität anzusetzten.

Um ohne Probleme über mehrere Tage autark auch ohne Solarversorgung stehen zu können solltest du zur Berechnung einer ausreichend großen Batteriekapazität deinen Strombedarf im Wohnmobil pro Tag mal 3 nehmen. Verbrauchst Du also zum Beispiel 20 Ah am Tag, sollten Deine Batterien zusammengerechnet 300Ah schaffen.

Es gibt eine Batterieart, die den Blei-Akkus in der Anwendung im Wohnmobil in allen Punkten überlegen ist – auch in der möglichen Entladetiefe. Damit würde zum Beispiel für die 60 Ah in 3 Tagen tatsächlich eine 60Ah Batterie ausreichen! Um welche Batterien es sich hierbei handelt und was diese tollen Akkus können, das erfährst Du in diesem Artikel .


20 Ah pro Tag x 3 Tage autarke Zeit = 60 Ah x 3 als Sicherheitsreserve = 180 Ah einzubauende Batteriekapazität

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So bist du auf der sicheren Seite was ein langes Batterieleben angeht. Natürlich mit entsprechendem Gewicht an Bord. Hast du eine Solaranlage die es schafft, die Batterie täglich bei schönem Wetter wieder richtig aufzuladen, könnte man dieser etwas mehr Entladetiefe zumuten.

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