Mercedes 608 – Wohnen im Düdo mit Wohnmobil Ausbau

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Der Mercedes 608, liebevoll Düdo genannt, hat echten Kultstatus erreicht. Wir besuchen ein Paar, das in einem Düdo mit Wohnmobil Ausbau sein Zuhause gefunden hat.

 
 

Mit aktuell 31 Jahren gerade erst „erwachsen“ geworden, trägt das Fahrzeug, dass wir Euch heute vorstellen dürfen, seinen neuen Perso mit dem begehrten H stolz vor sich her. So manche Tage und Nächte haben Herman und der Mercedes Benz 608D schon gemeinsam verbracht. Seit dem ersten Besuch von Claudia und Andreas, als Herman noch lange keinen Aufbau zum Wohnen hatte, sind wir befreundet und wollen die beiden auch nicht mehr missen.

Ihr Wohnmobil dient Claudia und Andreas seit dem 01.11.2013 als ständiges Zuhause. Ein Jahr lang haben sie den Düdo restauriert und auch heute noch nicht damit aufgehört, ihn ständig zu verbessern, zu optimieren und gestalten. Diese liebevolle Arbeit sieht man dem Mercedes Transporter nicht nur an. Man kann sie förmlich spüren, jedes mal, wenn man die rollende Wohnnung der beiden betritt. Es ist eines der gemütlichsten und durchdachtesten Wohnmobile, das wir bisher kennen lernen durften.


Die Basis – Warum ein Mercedes 608

Die Mercedes Benz Transporter der Baureihe T2, erfreuen sich in der Fahrzeugszene sehr großer Beliebtheit. Ihnen wurde sogar ein Kosename zuteil. Gemäß dem Produktionsort Düsseldorf zuerst als Düsseldorfer Transporter bezeichnet, werden sie in Fachkreisen liebevoll Düdo genannt.

Auch Andreas und Claudia lieben ihren Düdo nach wie vor. Die robuste Technik ist gut zu reparieren und hat sie noch niemals im Stich gelassen. Düdo Ersatzteile sind meißt noch ganz einfach zu beziehen, zudem ist er noch eines der Fahrzeuge, dass nicht mit störanfälliger Elektronik ausgestattet ist. Diesen Umstand weiß Andreas besonders zu schätzen.

Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 6,79 Tonnen und atemberaubenden 86 PS, kann es am Berg schon mal etwas gemütlicher zugehen, doch „wir sind ja nicht auf der Flucht“, wie die beiden dann immer lässig feststellen.

Auf einer Fahrzeuglänge von 6,50 m (Kabinenlänge 4,10m ohne Alkoven) und 2,20 Breite, haben Claudia und Andreas jede Menge Wohnraum zum Wohlfühlen geschaffen. 14 Quadratmeter sind das zwar nicht ganz, doch der Blog, auf dem sie von ihrem Leben im Düdo Wohnmobil berichten, war bereits da, bevor sie das endgültig passende Fahrzeug für sich gefunden hatten.

Die Kabine

Die Kabine, mit einer Außenhaut aus Alu, kommt vom Hersteller MABU Leerkabinen-Systeme aus Bochum. Vier Zentimeter Dämmung und 9 mm Sperrholz vervollständigen den Wandaufbau.

Der Ausbau

Die Leerkabine wurde vom Vorbesitzer, einem Schreiner, nach seinen Vorstellungen erstmals ausgebaut. Ihm ist ein praktisches Raumkonzept gelungen. Der Alkoven, der den Schlafbereich komplett aus dem Platzangebot der Kabine herausnimmt, tut sein Übriges für ein großzügiges Raumgefühl. An diesem Konzept haben Claudia und Andreas denn auch bis heute nichts geändert.

Wohnmobil Selbstausbau – die perfekte Anleitung!

Ulrich hat seinen Wohnmobil Selbstausbau von der Entscheidung für das Fahrzeug bis zum kleinsten Bauteilchen dokumentiert. Dazu beschreibt er ausführlich und mit hunderten Fotos, wie er beim Bau vorgegangen ist, welche Fehler er gemacht hat und wie man sie vermeidet. Das Buch, das er darüber geschrieben hat enthält in der nun dritten Auflage wesentlich mehr als nur die Beschreibung des Baus von Sternchen. Hier findet jeder wichtige Infos, auch wenn er das richtige Material für den Selbstausbau seines Kastenwagens sucht. Dementsprechend hat es sich so zu sagen inzwischen zum Standardwerk des Wohnmobil Selbstausbaus* entwickelt, gerade ist auch die englische Ausgabe auf den Markt gekommen!

Die Küche

Die Küchenzeile befindet sich auf der linken Seite, wenn man die 14qm Wohnung betritt. Schränke und Einbauten des Schreiners wurden liebevoll aufgehübscht und inzwischen eine neue Arbeitsplatte eingelassen.

Gekocht wird bei den beiden mit Gas – und mit Leidenschaft. Andreas zaubert die köstlichsten Gerichte und bei Claudia duftet es immer nach leckeren Kuchen und Plätzchen. Kein Wunder, dass die beiden, relativ untypisch im Wohnmobil, einen Vier-Flammen Herd* ihr eigen nennen. Über dem befindet sich sogar eine Dunstabzugshaube.

Anänglich war auch ein Gasherd mit an Bord. So lange, bis Claudia den Omnia* für sich entdeckt hat. Wir selbst besitzen einen solchen „Camping Backofen“ noch nicht, doch jedes mal, wenn die beiden Aufläufe, Kuchen oder andere Leckereien aus dem Ofen zaubern, kommt das Ding schnell wieder auf unseren Wunschzettel. Spätestens Flo und Annika haben uns davon überzeugt, dass ein Omnia eigentlich in jedes Wohnmobil gehört. Damals haben sie uns mitten in der marokkanischen Wüste am frühen morgen mit einem warmen, duftenden Hefezopf überrascht. Nicht schlecht!

Der Kühlschrank im Hause 14qm ist ein haushaltsübliches Modell mit 86 L Inhalt. Angeschlossen über den Wechselrichter verbraucht dieser überraschender Weise so wenig Strom, dass die Leistung von Solaranlage und Gelbatterien in der Regel völlig ausreicht.

Bad

Auf ein geräumiges Bad haben die beiden von Anfang an großen Wert gelegt und das bot die selbstausgebaute MABU-Kabine des Düdo Wohnmobils. Toilette und Duschkabine befinden sich in getrennten Bereichen des Raums und es bleibt noch genug Platz um sich „zu renovieren“ und das Wellnessprogramm laufen zu lassen.

Aufgrund unserer durchweg positiven Erfahrungen nach dem Einbau einer Trenntoilette im Herman, zogen Claudia und Andreas Ende 2016 nach und haben ihre Kassettentoilette rausgeworfen. Beide sagen, sie würden nun nie wieder ein anderes Toiletten-System in einem Wohnmobil verbauen.

Realisiert haben sie den Wechsel von einer Thetford Kassettentoilette auf eine Trenntoilette mit dem Privy-Trennaufsatz* von Separett. Die Aussenklappe, durch die zuvor die Kassette entnommen wurde, dient nun zur Entnahme des Behälters für die festen Hinterlassenschaften. Der Urin wird in einen 47 Liter fassenden Tank unter dem Aufbau des Mercedes 608 geleitet.

Und die beiden bestätigen, was wir immer wieder gefragt werden:
„Nein, die Trockentoilette stinkt tatsächlich nicht!“

Zusätzlich befindet sich im Bad eine kleine Waschmaschine*. Diese kommt zum Einsatz, wenn gerade keine stationäre bei Freunden, Familie oder auf Campingplätzen und Supermärktenparkplätzen (wie zum Beispiel in Frankreich üblich) vorhanden ist.

Schlafbereich

Geschlafen wird im Alkoven. Mit einer Liegefläche von 140 x 200 cm ist genügend Platz um sich auszubreiten.

Was uns persönlich an einem Alkoven immer abschreckt, ist die geringe Höhe – schnell schlafen gegen potenzielle Platzangstanfälle ist hier oft angesagt. Im Alkoven des Düdo geht es etwas geräumiger zu und mit 80 cm Kopffreiheit ist die Gefahr von Platzangst gebannt.

Besonders kuschelig macht den Schlafbereich die komplette Auskleidung mit flauschigem Teddifell, bzw. hochflorigen Autoteppich.

Wohnbereich

Die gegenüberliegenden Sitzbänke von jeweils 140 cm Länge sind erhöht über den Wassertanks angeordnet. Wir waren schon öfter im Hause 14qm zum Essen zu Gast und können bestätigen, dass vier Personen und Gedecke ohne Problem in der Sitzgruppe Platz finden.

Versorgung und Vorräte

Gas

Gasflaschen zum Tauschen sucht man im Düdo Ausbau der Beiden vergeblich. Statt dessen wurde im Heckbereich eine 90 Liter LPG Tankflasche montiert. Sie versorgt die Trumaheizung für behagliche Wärme im Wohnmobil und dient der Bereitung von Warmwasser.

Strom

Solarpanele mit insgesamt 420 WP + ein 100 WP Faltmodul liefern die Energie für zwei AGM-Batterien* mit zusammen 160 Ah.

Ein 1500 Watt Wechselrichter*, der eine reine (nicht modifizierte) Sinuswelle zur verfügung stellt, versorgt dabei die wenigen 230 V Geräte. Auch mit Verbrauchern, die hohe Anlaufströme haben, kommt dieser Wechselrichter klar, denn er kann bis zu 3000 Watt in der Spitze abgeben!

Wasser

Der Düdo verfügt über Frischwasserreserven von 2 x 80 Litern und ebenso 2 x 80 Liter Abwassertanks. Da beide Abwasserbehälter unter der Kabine sitzen, wurde ein Umschalter dazwischengesetzt, einer der beiden Tanks ist frostsicher.

Übrigens: Die erwähnten Perlatoren*, also Wassersparer, die Andreas in einem französichen Baumarkt gefunden hat. gibt es nicht nur dort, wie wir herausgefunden haben. Bis zu 70% Wasser sparen kannst Du auch mit diesen hier und das unabhängig vom anliegenden Druck.

Internet

Wie wir, arbeiten Claudia und Andreas von unterwegs und sind auf einen guten Internetempfang angewiesen.

Mit der Wlan Antenne von JetztFunkts zum besseren Empfang offener Netze haben wir alle gute Erfahrungen gemacht.

Des weiteren gibt es für den Empfang von eigenem Netz auf dem Dach des Düdo einen LTE Router* mit zwei Antennen, sowie einen mobilen Router* von Netgear.

Claudia und Andreas folgen

Schau mal bei Claudia und Andreas zuhause auf dem Blog vorbei! Du findest viele Reiseberichte der beiden Frankreichliebhaber und zum Beispiel auch jede Menge ihrer köstlichen Rezepte und Wissenswertes.

Folge den beiden auch hier auf facebook oder Pinterest.


Wie gefällt Dir das Zuhause
von Claudia und Andreas

Hast Du Fragen? Was gefällt Dir besonders gut oder eher nicht so gut am Düdo Wohnmobil von Claudia und Andreas? Wir freuen uns auf Deine Kommentare!

Alle Produkte, die Andreas im Video vorstellt und im täglichen Gebrauch für Gut befunden hat:

Die Perlatoren* mit 70% Wasserersparnis unabhängig vom anliegenden Druck haben wir auch hierzulande gefunden:

Gel-Batterien* von Longex:

LTE Router* mit zwei Antennen für das Wohnmobil Dach:

Preis: EUR 110,89
statt: EUR 136,90

Selbstverschweißendes Reparaturband ResQ-Tape*:

* Über diesen Link kannst Du dieses oder auch andere Produkte direkt bei Amazon.de bestellen. Wir erhalten bei Kaufabschluss eine kleine Provision, ohne dass Dir dadurch weitere Kosten entstehen.

4 Kommentare zu “Mercedes 608 – Wohnen im Düdo mit Wohnmobil Ausbau”

  1. Servus!

    Ich habe in Euren vlogs und blogs schon mehrfach die Bezeichung „störanfällige Elektronik“ gelesen und gehört. Woher kommt diese Abneigung gegen alles elektrische eigentlich? Ich selbst finde Fehlersuche bei Motoren mit Diagnosemöglichkeit so viel einfacher als systematische Suche bei reiner Mechanik. Natürlich benötigt man auch da ein systematisches Vorgehen und man muss verstehen, was man in der Diagnose sieht.
    Ein elektrisches Problem, zum Beispiel aufgrund defektem Sensor oder Kabelbaum ist auch noch viel einfacher zu beheben, als wenn es an die Mechanik geht. Ein Graus sind da ja erst mechanische Motorsteuerungen.
    Weiterer Vorteil: ich selbst komme jetzt aus dem Bereich PKW, da ist etwa beim Übergang zwischen mechanischer Steuerung auf elektronische beim Diesel der Generationswechsel vom Kammerdiesel zum Direkteinspritzer. Ich würde heute einfach so eine alte laute lahme Rappelkiste nicht mehr fahren wollen und den Aufwand einen Direkteinspritzer auf mechanische Steuerung umzubauen kann ich einfach nicht nachvollziehen. Beim LKW mag das anders sein, da sind m.W. Direkteinspritzer schon länger Stand der Technik.

    Ansonsten: macht mir Spaß Eure Beträge zu lesen und zu sehen! Weiterhin viel Spaß beim Schrauben und auf den Straßen dieser Welt!
    Schönen Gruß,
    Christoph

    1. Hi Christoph! 🙂
      Ich kann Deine Frage sehr gut verstehen, wenn Du aus dem PKW-Bereich kommst. Ich war selbst in Ausbildung bei einem großen VW und Audi Haus und viele meiner Kollegen mochten die mechanischen Sachen nicht.
      Bei einem Reisefahrzeug ist es aber einfach so: Was nicht da ist, kann unterwegs nicht kaputt gehen! 😉 Es ist zwar eine super schöne Sache, wenn die Diagnose einem sagen kann, wo das Problem zu suchen ist (falls man sich mit dem, was die Diagnose sagt auskennt!). Aber wenn Du irgendwo, sagen wir mal in Peru in den Anden stehst, dann hilft Dir das nicht viel weiter. Das Auto wird nur unter ganz bestimmten Umständen, mit der entsprechenden elektronischen Ansteuerung und Ersatzteilen, die Du dort vermutlich erst mal nicht bekommen wirst, seinen Dienst wieder aufnehmen. Ist dagegen etwas an altertümlicher Mechanik kaputt, ist das Problem oft sogar für einen Laien erkennbar. Die hinterletzte Werkstatt ist in der Lage Dir zu helfen und Teile können einfach „zurechtgedängelt“ werden, von Trecken übernommen oder sonstiges. Fertigungstoleranzen – so ein alter Schinken wie Herman lacht sich über sowas meist kaputt. Ich sage nur so viel: Als KFZ-Mechatroniker weißt Du ja um die Fertigungstoleranzen, die Pleuelstangen zum Beispiel haben dürfen. Als wir den Motor von Herman überholt haben, haben wir die Pleuelstangen mal auf die Wage gelegt, weil man mit bloßem Auge schon sah, dass die alle total unterschiedlich sind … bis zu 39 Gramm betrugen die Unterschiede, wenn Du da mit Augenmaß und der Flex ran bist, hatte der Motor hinterher ein Tuning, weil Du sie feingewuchtet hast! 😀
      So easy ist es mit der Elektronik eines modernen Autos halt nicht ganz und deswegen werden für solche Zwecke immer wieder gerne sehr alte Fahrzeuge genutzt. Natürlich ist bei denen auch nicht immer alles eitel Sonnenschein – wir mussten den Motor ja auch nicht überholen, weil es kein Problem damit gab 😉 Aber es ist insgesamt eben doch meist einfacher, wenn man damit in der Weltgeschichte unterwegs ist.
      Schön, dass Du nachgefragt hast – es ist immer toll, wenn sich jemand Gedanken zu dem macht, was man schreibt! 🙂
      Wir freuen uns total, wenn Du weiter mit uns unterwegs bist und schicken Dir die aller besten Grüße,
      Sabine und Micha

  2. Das Beste scheint mir die Robustheit des DÜDO s und Aufbau, was sich ja offensichtlich bewährt hat. Sieht auch äusserlich solide aus ! Das ist wohl der Vorteil mancher Weissware, wie Andreas die Normalcamper manchmal nennt…Wir fahren so ein weisses vollintegrierte Normaloteil auf Sprinterbasis, nicht so individuell, aber auch seit Jahren sehr zuverlässig und vom Hersteller Autostar extrem durchdacht. So hätte man es sicher nicht selbst hinbekommen! Habe persönlich auch keine Lust mehr auf Selbstausbau wie vor Jahren…das Alter…
    Was ich jetzt auch feststelle, ist, dass so ein Normales Womo nicht so auffällt, wie meine früheren oft Bunte (Surf) Mobile, die doch manches Mal misstrauisch beäugt wurden.

    1. Hallo ihr zwei Lieben!
      Ich bin mir sicher: Auch von Andreas ist das Wort Weissware nicht abfällig gemeint. Die normalen Wohnmobile von den bekannten Herstellern haben ganz gewiss ihre Vorteile und selbst bauen ist auch nicht für jeden die Erfüllung … und das nicht nur im Alter! 😀
      Wir persönlich können nur sagen, dass wir viele hochgradig offroadtaugliche Expeditionsmobile kennen, die noch NIE die Straße verlassen durften und nur von einem Treffen zum anderen fahren. Auf der anderen Seite gibt es da die unscheinbaren „Weisswarenfahrer“, die eigentlich gar nicht auffallen, aber ihren Integrierten durch den Erg Chegaga jagen (selbst gesehen, letzten Winter!)
      Alles hat Vor- und Nachteile. Aber am meisten kommt es einfach darauf an, was man daraus macht! Und wenn man eine glückliche Zeit damit verbringt, würde ich sagen: Ziel erreicht! :))
      An Euch beiden die aller besten Grüße nach Südfrankreich,
      Sabine und Micha

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