Wasserfilter für Wohnmobile – Sicheres Trinkwasser immer und überall

SabineSelbstausbau, Wasser

Sabine schöpft Wasser für das Wohnmobil am Brunnen, so bleiben die Marokko Reisekosten klein

Wasserfilter für Wohnmobile sorgen für Deine Gesundheit, wenn Du in Länder mit unzureichender Wasserqualität fährst. Bei unserer ersten Reise nach Marokko hatten wir noch keine Filteranlage an Bord – und es ging uns auch prompt ganz schön schlecht.

Wir haben daran nun etwas geändert und testen eine Befüllungsfilter Anlage mit Keramik und Aktivkohle. Alles, was man dazu wissen muss, erfährst Du in diesem zweiteiligen Artikel.

Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich zum aller größten Teil nicht speziell auf die von uns ausgesuchte Anlage. Sie sind zum Thema Trinkwasseraufbereitung generell wissenswert.

Den Erfahrungsbericht zum Befüllungsfiltern an sich und der Anlage, die wir getestet haben, findest Du hier:

Trinkwasser Filteranlage – Erfahrungen nach 1 Jahr Befüllungsfilter

Erfahrungen ohne Wasserfilter

Wir müssen gestehen: Wir waren ziemlich blauäugig, als wir zu unserer ersten, größeren Reise aufgebrochen sind. Über eine Wasserfilteranlage hatten wir zwar bereits einmal nachgedacht aber

  • die Anschaffung war uns im Moment einfach zu teuer
  • wir hatten beide sowieso noch nie im Urlaub Probleme mit dem Wasser
  • keiner von uns hatte Zeit und Lust, sich mit der Suche nach dem richtigen Produkt zu beschäftigen
  • man muss ja kein Wasser tanken, wo die Entnahmestelle einen schlechten Eindruck macht, dachten wir uns

Da waren wir wohl ganz schön naiv. In der Zwischenzeit haben wir viel dazugelernt.

Zwangspause

Es kam natürlich, wie es kommen musste. Unserer Einreise nach Marokko folgte eine verheerende Zwangspause auf einem Campingplatz. Wenn es jetzt wenigstens ein schöner Platz gewesen wäre … Aber das machte eigentlich auch keinen Unterschied. Wir lagen eh nur krank im Bett. Fast zwei Wochen ging das so.

Spätestens jetzt wussten wir, dass unsere Körper doch nicht mit allen Krankheitserregern im Wasser klarkommen – selbst wenn man es einer normalen Leitung entnimmt.

Von diesem Zeitpunkt an sollten wir uns noch knapp ein halbes Jahr lang in Marokko aufhalten. Nach und nach mussten wir die Erfahrung machen, dass wir sogar zum Spülen das Wasser abkochen mussten.

Kauf von Flaschenwasser

Jeden Schluck Wasser zum Trinken oder Kochen mussten wir von nun an in 5 Liter Gallonen kaufen. Mit allen Nachteilen und einem richtig schlechten Gewissen obendrein. Das Wasser in Plastikflaschen kaufen zu müssen bedeutete

  • Hohe Mehrausgaben (100 Liter Flaschenwasser im Schnitt ca 20 Euro. 100 Liter Frischwasser fürs Wohnmobil im Höchstfall 2 Euro, also das 10fache!)
  • Ständige Befürchtung, dass das Wasser im Wohnmobil einen krank machen könnte
  • Den spärlichen Platz im Wohnmobil immer mit Wasserkanistern vollgestellt
  • Lästiges, ständig Einkaufen und Gallonen schleppen müssen
  • Völlig unnötige Vermüllung der Umwelt durch Unmengen an Plastik, die in diesem Land bisher nicht recyclet, sondern in großen Schwelfeuern vor den Städten einfach angezündet werden – so fern sie eine echte Müllkippe erreichen.

Vor allem letzteres hat uns sehr betroffen gemacht und wir wollen nie wieder so unbedacht zu einer derartigen Müllsituation beitragen.

Wasserhygiene ohne Chemie

Mit Wasserfiltern für Wohnmobile wirst Du all diesen Nachteilen Herr.

Und ebenfalls wichtig: Durch das Filtern musst Du Dein Trinkwasser nicht mit abtötenden Chemikalien versetzen. Ganz bestimmt entstehen keine gesundheitlichen Probleme, wenn Du 14 Tage in Urlaub fährst und Mikropur* für Dein Trinkwasser verwendest. Die Methode ist bewährt, zugelassen und wirkungsvoll. Aber immerhin trinkst Du hier ein Biozid mit Deinem Trinkwasser, das dort alle Bakterien abtötet. Ob das beim längerfristigem Verzehr auf größeren Reisen einer normalen Magen-Darm Flora und dem ganzen Organismus gut tut? Wir sind keine Ärzte, aber wir wagen es zu bezweifeln.

Eine Filterung dagegen ist ein mechanischer Vorgang. Das Wasser wird durch eine Art Sieb gepresst und die Bakterien sind zu groß um durchzupassen. Fall erledigt.

In einigen Filterelementen wie dem Keramikfilter von Katadyn* ist eine Silberionen abgebende und damit wasserdesinfizierende Schicht enthalten. Die Konzentration ist allerdings lediglich darauf ausgerichtet, den Filter im Inneren (also nach der Bakterienbarriere) vor der sogenannten Nachverkeimung zu schützen. Damit kann das wohl vernachlässigt werden, es sei denn, man will päptlicher sein, als der Papst. Dann muss man allerdings wohl auch die Luft anhalten, weil man mit jedem Atemzug giftige Substanzen einatmet.

Schwieriger Start ins Thema

Es ist gar nicht so einfach, einen ersten Überblick über die Möglichkeiten der nicht chemischen Trinkwasseraufbereitung zu bekommen.

Da gibt es Keramik, Aktivkohle und Kunststoff-Hohlfasern. Dann noch Osmose- und UV-Anlagen. Man bekommt es mit der Größe von Bakterien zu tun, mit Vieren und dann auch noch mit Schadstoffen, die gar keine Größe haben, weil sie im Wasser aufgelöst sind.

Dazu kommen noch persönliche Faktoren:

  • Wo will ich hin?
  • Fahre ich nur einmal im Jahr in Urlaub oder bin ich über lange Zeiträume unterwegs?
  • Will ich Oberflächenwasser aus Seen oder Bächen verwenden?
  • Soll meine Anlage vielleicht sogar Meerwasser entsalzen?

Famous Water

Nach intensiver Recherche haben wir schließlich einen Hersteller von Wasserfilteranlagen für Wohnmobile ausgewählt, der uns durch positive Kommentare im Netz und persönliche Empfehlungen immer wieder aufgefallen ist. Diese Firma haben wir kontaktiert und um eine persönliche Beratung gebeten.

Dafür haben wir Joachim und Sonja von Famous-Water in ihrer Werkstatt besucht. Auch die beiden haben ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Frischwasser beim Urlaub mit ihrem Camper gemacht. Wenn auch mit wenig Wasser: Für Sonja ist die tägliche Dusche auch beim Campen Pflicht. Doch einen traumhaften Platz am Meer mit schier unerschöpflichen Mengen an Wasser verlassen zu müssen, um irgendwo Wasser zu organisieren – das erschien den beiden paradox. Sie wollten viel lieber das Wasser direkt vor ihrer Nase nutzbar machen.

Inzwischen ist aus der Sache mit der täglichen Dusche eine echte Leidenschaft für das Thema Wasser geworden. Die beiden beschäftigen sich auch intensiv mit dem Einsatz ihrer Anlagen für humanitäre Zwecke.

Unsere Erfahrungen für Deine eigene Entscheidung

Hier wollen wir nun an Dich weitergeben, was wir inzwischen über Wasserhygiene und Wasserfilter für Wohnmobile gelernt haben. Und auch, wie unsere Anlage im Wohnmobil funktioniert. Auf unseren kommenden Reisen werden wir berichten wie sich das System bewährt.

Für diesen Zweck, also zum Testen und Weitergeben von Erfahrungen aus dem Reisealltag, haben uns Joachim und Sonja die Anlage kostenlos zur Verfügung gestellt, wofür wir ihnen an dieser Stelle ganz herzlich Danken wollen. Das heißt für unsere Berichterstattung NICHT, dass wir die Sache nun schönreden, Nachteile verschweigen oder lobhudeln, sondern einfach, dass wir dokumentieren, wie es uns damit ergeht – was wir eh tun würden, weil uns viele Leute danach fragen.

Video mit Joachim und Sonja von Famous Water

Welche Arten von Wasserfiltern / Wasseraufbereitung gibt es

Für unterschiedliche Einsatzzwecke gibt es natürlich unterschiedliche Arten von

Filtration

Die meisten Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung arbeiten mit so genannten Filterkerzen. Diese sind mit Filterelementen bestückt, die zum Beispiel aus Keramik oder Hohlfasermembranen bestehen.

Die Filterelemente wirken wie ein Sieb, durch die das Wasser gepresst wird: was zu groß ist um durchzupassen, bleibt darin hängen – es wird herausgefiltert.

Auch wir haben uns für den Einsatz von Keramik entschieden. Mehr dazu gleich beim Thema Keramikfilter.

Umkehrosmose

Schickt man Wasser durch eine Anlage die mit Umkehrosmose arbeitet, kommt am Ende hoch reines, fast destilliertes Wasser heraus. Sogar Stoffe, die mit anderen Verfahren nur schwer entfernbar sind, wie zum Beispiel Medikamentenrückstände, lassen sich mit dieser Methode entfernen.

Umkehrosmose Anlagen erfordern aber einen ganz erheblich höheren Aufwand an Technik und Energie.

Ganz im Gegensatz zu Filtrationsanlagen produzieren sie auch einen großen Anteil Abwasser! Bei der Meerwasserentsalzung etwa entstehen von 10 Litern eingesetztem Wasser ungefähr 9 Liter Salzlake als Abwasser! Bei Süßwasser liegt das Verhältnis im Schnitt bei 1:4. So viel Wasser einfach wegzuschütten, ist bei den begrenzten Frischwasserreserven im Wohnmobil (und nicht nur dort) natürlich absoluter Quatsch.

Auch wichtig zu bedenken: Das Wasser ist nach der Umkehrosmose nicht nur frei von wirklich allen potenziell schädlichen Inhaltstoffen, sondern auch von sämtlichen lebenswichtigen Mineralien.

Uns ist bewusst, dass einige Menschen den Genuss dieses hochreinen Wassers sogar für ganz besonders gesund halten. Wir persönlich denken, dass auf Dauer (und wir sprechen hier von jahrelangem Einsatz als einzige Trinkwasserquelle) alles schädlich ist, was nicht natürlich ist und natürliches Wasser stellt dem Körper seit Anbeginn der Zeit dringend benötigte Mineralien zur Verfügung. Unser Körper ist darauf eingestellt. Dies ist auch die Meinung der WHO, die Trinkwasser nur als solches deklariert, wenn es Mineralien enthält.

Selbstverständlich schadet es aber nicht über einen kurzzeitigen Einsatz. Dazu besteht die Möglichkeit, das gereinigte Wasser anschließend wieder zu mineralisieren. Hierfür sollte man sich aber einiges an Fachkenntnis aneignen und wissen, was man tut.

Für uns persönlich und unser Reiseverhalten ist derart destilliertes Wasser auf keinen Fall erforderlich.

UV-Bestrahlung

Tatsächlich kann man Bakterien, Viren und Protozoen auch mit Licht abtöten. Die Strahlung wird dabei im Zellkern absorbiert und verändert die Nukleinsäurestruktur der Mikroorganismen.

Nachteil: Die UV Filterung funktioniert nur in reinem, klarem Wasser. Aus diesem Grund sollte es vor der Bestrahlung gefiltert werden.

Für Tanks mit aufwändigen Formen ist die Bestrahlung ebenfalls nicht geeignet. Das Wasser in einer abgeschatteten Ecke wird nicht erreicht, die Krankheitserreger nicht abgetötet. Eine Runde fahren würde helfen das Wasser umzuwälzen. Wir persönlich stehen aber auch mal längere Zeit an einem Platz und wollen nicht umherfahren, bis wir relativ sicher sein können, dass das komplette Wasser lange genug dem UV Licht ausgesetzt war. Spätestens in den Leitungen, die von den Tanks zu den Wasserhähnen führen, ist die Sache eh hoffnungslos.

Die UV Bestrahlung ist außerdem nicht geeignet, um im Wasser gelöste Schadstoffe unschädlich zu machen.

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