Offroad im Oued Rheris

MichaelMarokko, Offroad, Reisen, VLOG10 Comments

Steyr 12M18 und 680 offroad im Oued Rheris

Die beiden Städte Erfoud und Merzouga im Südosten Marokkos, werden verbunden durch die Nationalstraße 13. Aber mal ehrlich: Wer will schon auf befestigten Straße fahren?

Wir schalten Allrad ein und fahren offroad durch das fast menschenleere Oued Rheris.

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Video-Link: https://youtube.com/watch?v=xjGj983U2vM

Wüstenbegrünung

Wir sind auf ein Kennenlernen verabredet. Mit Oschi, einem Steyr 12M18 der uns aufgrund seiner Farbe sofort ins Auge fiel, als wir ihn auf Bildern im Netz zum ersten mal sahen.

In einem leuchtenden Grün strahlt er uns schon von weitem entgegen, als wir uns auf der Anfahrt zum verabredeten Treffpunkt, einem riesigen Krater in der Nähe der Ortschaft Oujda befinden. An der kreisrunden Felsformation scheint es heute einigermaßen ruhig und beschaulich – neben Oschi haben sich offensichtlich noch zwei andere Reisefahrzeuge eingefunden, um die Nacht zu verbringen. Einsam und verlassen ist zwar etwas anderes, aber die Piste hier her ist auch extrem gut befahrbar und der Krater liegt gar nicht weit ab einer Hauptstraße. Dennoch: Er erfreut sich wohl einer gewissen Beliebtheit und hat auch schon wesentlich größeren Rummel erlebt. Wäre man hier Anfang Juni letzten Jahres her gekommen, hätte man sogar Daniel Craig bei den Dreharbeiten zum neuesten James Bond Abenteuer Spectre zuwinken können.

Der Meteoritenkrater aus dem Film ist in Wirklichkeit allerdings „nur“ ein erloschener Vulkan – auch wenn uns hier in der Gegend überall am Straßenrand Gestein (wahlweise Fossilien oder eben auch Meteoritenbruchstücke, wenn man für Fossilien kein Interesse hegt), zum kauf angeboten werden … gegen kleines Geld oder als Tausch für eine Dose Bier.

Es wird ein total lustiger Abend mit Mi und Christian, Oschis Besitzern. Geschichten aus 1001 Nacht des Wohnkoffer-Selberbauens werden ausgetauscht, sich über Fehlkonstruktionen und die Sternstunden des Handwerker-Zusammenlebens kaputt gelacht – wir verstehen uns sofort und beschließen, die nächsten Tage gemeinsam beim Offroadfahren in der Wüste zu verbringen.


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Oued Rheris

Wir wollen noch einmal in das Gebiet zurück, in dem wir mit der Pistenkuh und Landy2go unsere ersten, richtig langen Tiefsandstücke gemeistert haben. War die Fahrt beim ersten mal noch der reinste Nervenkitzel für uns, weil wir nicht wussten, wie Herman und wir als Offroadanfänger das schaffen würden, genossen wir diesmal schon die Ruhe und Sicherheit in einem bestens geeigneten Fahrzeug unterwegs zu sein. Herman hat für den weichen Sand zwar sehr schmale Schuhe an, aber er grub sich auch zu den abgelegensten Plätzen durch, als wenn er kleine Schäufelchen an den Rädern hätte! Eine unglaublich entspannte Fahrt ins Nirgendwo! So gut tat die Ruhe, dass wir die folgenden Tage einfach relaxten. Hier und da mal ein paar Kilometer fahren, ein wenig zu Fuß die Dünen und zahlreiche Tierspuren erkunden, am Lagerfeuer sitzen, lecker kochen … Im Oued Rheris hat man einfach seine Ruhe. Hier kommt kaum mal jemand vorbei.

Kurz gesellte sich ein vorbeiziehender Kamelhirte zu uns und erzählte von seinem fünftägigen Fußmarsch von Zagora nach Merzouga aber er blieb nicht lange und hatte auch keinerlei Erwartungen an uns. Seine Dromedare waren in der Zwischenzeit schon ohne ihn weitergezogen und er musste sich beeilen, ihnen hinterher zu kommen. Leider haben wir ihn nicht wieder getroffen, obwohl wir grob in die selbe Richtung wollten. Ich hatte auf die Schnelle die Wundcreme nicht wieder gefunden, von der ich ihm gerne etwas für die großen Blasen an seinen Füßen gegeben hätte … er machte die Tour in einem zu kleinen Paar alter Chucks. So ist das, wenn ich Königin des Chaos etwas mal sinnvoll aufräumen möchte. Mein Unterbewusstsein kommt mit sinnvollen Lagerorten einfach nicht zurecht, auch wenn es gut gewesen ist, die Creme in den Kühlschrank zu packen, damit die Inhaltstoffe bei hohen Temperaturen nicht ihre Wirksamkeit verlieren…


Die Wüste –
unvergleichlich schön

Wären diese traumhaft schönen Lagerplätze nicht so weit abseits gelegen, dass nicht nur keine Menschen vorbeikommen, sondern auch kein Internetempfang – die Zivilisation hätte uns bestimmt immer noch nicht zurück! Aber Arbeiten muss schließlich auch sein, wie sonst könnten wir uns den Luxus jetzt hier zu sein schon erlauben.


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Vor unserer Abfahrt haben wir uns die Frage gestellt, wie gut uns so viel Wüste wohl gefallen würde. Könnte uns das nicht nach wenigen Tagen langweilen, so viel Sand und Stein und so wenig saftiges Grün? Eigentlich stehen wir auf Wald, grüne Wiesen, plätschernde Bachläufe … aber die Wüste hat uns dann doch überrascht. Mit ihrer Anmut und einer Vielfalt, die wir ihr nicht zugetraut hatten. Während man in einem Wald meist nur bis zum nächsten Baum sehen kann, steht man in den unglaublichen Weiten dieser Landschaft hier und fühlt … fast ein Stück Unendlichkeit. Hinter jeder neuen Hügelkette sieht es wieder völlig anders aus. Goldgelbe Felder aus puderzuckerfeinem Sand wechseln sich ab mit fast pechschwarz erscheinenden Ebenen aus zum Teil bizarr geformten Steinen. Die Aus- und Weitblicke sind einfach atemberaubend!

Und auch hier gibt es saftig und grün – nicht nur in den Oasen mit ihren schier unzähligen Dattelpalmen! Nein, hier im Oued Rheris, wo wir ein Lagerplätzchen vor einem kleinen Dünenfeld bezogen haben, lehrt uns die Wüste einmal mehr das Staunen. Als wir aus dem Wagen steigen entdecken wir auf dem kleinen Sandhügelchen vor uns komische Formen und es sieht aus, als wenn Kinder eine Menge kleiner Spielzeugbälle vergessen hätten – weit gefehlt: Hier wachsen und gedeihen gerade zahlreich die Früchte einer Wassermelonenart!

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Schade, dass wir nach ein paar Tagen erst einmal zurück in „Internet-Reichweite“ müssen. Wir können es schon jetzt fast nicht erwarten, die nächsten Pisten zu erkunden. Naja, im Augenblick stehen wir dank funktionierender Internetverbindung außerhalb von Merzouga, wo wir uns in den ersten kleinen Dünen des Erg Chebbi häuslich eingerichtet haben – ein Arbeitsplatz kann definitiv schlechter aussehen!


Geteilter Spaß ist doppelter Spaß

Für die nächsten Tage ist die genauere Erkundung des Erg Chebbi angesagt. Offroad wollen wir den ungefähr 22 x 5 km großen Erg mit seinen teils 150 m hohen Dünen umfahren – wahrscheinlich wieder in Begleitung von Oschi, worüber wir uns sehr freuen würden. Was gibt es auch Schöneres, als mit Freunden in der Wüste am Lagerfeuer zu sitzen und sich verrückten Scheiß einfallen zu lassen. Wie im Videologbuch zu sehen, haben wir gemeinsam bereits eine Trendsportart ins Leben gerufen, aber einige andere Projekte, wie das selbst mitfliegende Moskitonetz stehen noch aus … man darf gespannt sein, wie es weitergeht!


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10 Kommentare zu “Offroad im Oued Rheris”

  1. Danke für diesen, wie immer SUPER, Bericht!

    Wir starten im März nach Marokko, vielleicht sind wir dann ja zufällig in der selben Gegend unterwegs und können auch ein wenig zusammen im Sand spielen. 🙂

    Liebe Grüße
    Denise und Dominik
    Olgas-Reisen

    1. Hallo ihr beiden!

      Vielen lieben Dank für Eure lobenden Worte an den Bericht, das ist natürlich super schön zu hören! 🙂
      Das wär schön, wenn wir uns treffen würden, wie Ihr seht, sind wir ja gerne in Gesellschaft unterwegs! Wünschen Euch schon ganz viel Vorfreude und erst mal noch eine grandiose Weihnachtszeit! Wir bleiben in Kontakt, ok!?! 🙂

      Beste Grüße aus dem Erg Chebbi und dem Herman,
      Sabine und Micha

  2. Hallo,

    wie lange seid ihr denn noch in Marokko? Wir jetzt jetzt bei Safi und wollen weiter Richtung Osten.

    Wir wollen Mitte Jan. wieder in Deutschland sein.

    Ich schreibe tägliche Reiseberichte. Vielleicht laufen wir uns ja noch über den Weg?

    Mehr auf http://www.himmelblaumatt.de

    Beste Grüße

    Dennis

    1. Hallo Dennis!
      Wir haben uns gerade durch Deine Homepage geklickt und würden uns freuen, wenn wir uns hier mal noch treffen! 🙂
      Wir wissen nicht genau, wann wir ausreisen, aber Mitte Januar sind wir definitiv noch in Marokko! Fahren die Tage nochmal Richtung M’hamid … wenn Ihr auch in die Nähe kommt!?!
      Aller liebste Grüße aus dem Herman,
      Sabine und Micha

  3. Moin moin ihr beiden.Wie groß ist der Dieseltank an Eurer Österreichischen Folterkammer?
    MFG
    Manfred Kather

    1. Hallo Manfred! Sorry, dass es was gedauert hat, bis wir Deinen Kommentar hier freigeben konnten. Wir waren in der Wüste ein paar Tage ohne Netz …
      Wovon sprichst Du, wenn du Folterkammer sagst? Du meinst doch nicht etwa unser geliebtes, gemütliches Zuhause!?! :O 😉
      Also die Tankanlage von Herman wird über Sommer umgebaut. Im Moment fasst der Tank nur 120 Liter. Zusätzlich haben wir noch 100 Liter in Kanistern mit. Das reicht um hier die richtig tollen Strecken zu fahren, bevor es aber für längere Zeit auf Reisen geht mit unbekannter Diesel-Versorgungslage, werden wir das Volumen noch vergrößern.
      Liebe Grüße und wunderschöne Weihnachtstage,
      Sabine und Micha

  4. Bin gerade beim Ausbau von Nessie, D 40 Navara mit Ormocarfestaufbau, wird selbst ausgebaut.
    Finde es toll, mich langsam in die Kommunikation einzufinden.
    Erste Probestart wenn geht im Sommer, dann Sabbathical nach Kapstadt
    Dann mal sehen

    1. Wow, da hast Du Dir ja ganz schön was vorgenommen, direkt eine Reise nach Kapstadt zu unternehmen! Bitte pass auf Dich auf – egal auf welcher Route spitzen sich gewisse politische Situationen gerade ziemlich zu und es kann wahrscheinlich recht unangenehm werden, mit dem Auto durch ein solches Kriesengebiet zu reisen.
      Wir wünschen Dir wundervolle Reiseerlebnisse und schicken Dir die aller besten Grüße aus Marokko,
      Sabine und Micha

  5. Hallo , Ihr drei,
    herzlichen Dank für das prompte Feedback!
    Bin jetzt bereits seit Ende 2013 mit Planung und Kauf und Ausbau ( seit 3 Monaten ) beschäftigt, war bisher erst in 55 Ländern auf 5 Kontinenten , da lernt man Geduld und Vorsicht ! 🙂
    Lieben Gruß an alle gleichgesinnten

    Clemens

    1. WOW! Auf diese Reise-Statistik müssen wir es erst mal noch bringen! 🙂

      Herzliche Grüße zurück, lieber Clemens und viel Spaß beim Ausbau – auf weitere tolle Reiseziele! 🙂
      Sabine und Micha

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