Trinkflaschen mit Filter – Geldmacherei oder gesund auf Reisen?

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Wandern auf Sardinien

Welche Infos findest Du hier zu Trinkflaschen mit Filter:

Um mit unserem ausgeliehenen Dachzelt-Offroad-Sharan durch Sardinien zu touren, haben wir eine kleinere Alternative zu unserer Wasserfilteranlage im Wohnmobil angeschafft.

Wir hassen es, Trinkwasser in Plastikflaschen zu kaufen, die dann in den Müll wandern. Außerdem müssen diese bei dem kleinen Platz ja auch irgendwo verstaut und auf einer langen Wanderung mitgeschleppt werden. Also haben wir uns eine Lifestraw Go* Filter-Trinkflasche gekauft. Die können wir natürlich auch weiterhin gut zum Wandern gebrauchen.

Wir schreiben diesen Artikel heute aber nicht nur, weil wir weitergeben wollen, wie zufrieden wir damit sind und welche Vor- und Nachteile die Trinkflasche hat. Wir wollen auch nicht verschweigen, dass wir uns beim nächsten Kauf anders entscheiden würden. Im Vorfeld unserer Sardinienreise hatten wir einfach keine Zeit und Muse, die Unterschiede der Produkte hinreichend zu recherchieren. Somit will dieser Artikel, wie viele andere bei uns, Dir ersparen einen Fehlkauf zu landen und Dich an unseren Erfahrungen teilhaben lassen.


Noch etwas für‘s „Kleingedruckte“: Dieser Artikel wurde nicht gesponsert. Wir geben hier unsere Erfahrungen weiter, nachdem wir ein Produkt ganz normal selbst gekauft haben. Falls Du Dich jetzt entschließen solltest, eine Trinkwasser Filterflasche selbst ausprobieren zu wollen, freuen wir uns aber natürlich trotzdem, wenn Du diese oder andere Sachen, die Du eh brauchst, über einen unserer Sternchen Links zu Amazon* bestellst – egal was Du kaufst: Wir bekommen dadurch ein paar Cent Provision. Wenn Du unseren Blog cool findest, werden die Infos, die wir zur Verfügung stellen und unsere Arbeit, die darin steckt, von Dir honoriert. Ein ganz dickes DANKESCHÖN dafür an Dich!


Trinkflaschen mit Filter – Wofür braucht man so was überhaupt?

Die Trinkflaschen mit Filter kann man wie eine ganz normale Trinkflasche nutzen, sie ist allerdings nur für die Verwendung mit Wasser gedacht. Das Gute ist allerdings: Das Wasser kann aus Brunnen, Seen, Bächen, teilweise sogar trüben Tümpeln oder Leitungen mit nicht so vertrauenserweckendem Inhalt gefüllt werden.

Beim Trinken zieht man das Wasser dann durch einen „Strohhalm“, der einen so feinen Filter enthält, dass er keine Bakterien oder Protozoen durchlässt. Das so angesaugte Wasser ist mit gutem Gewissen genießbar.

Die kleinen Wasserfiltersysteme sind eigentlich entwickelt worden, um Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser eine einfache Möglichkeit zu bieten, gesund zu bleiben. Bei uns werden sie vor allem für Camping oder zum Wandern genutzt. Wir haben jetzt aber auch schon häufiger gehört, dass Leute sich die Filterflaschen Zuhause hinlegen, um in „Notfällen“ sauberes Trinkwasser für die Familie zu haben.

Wir finden die Filter vor allem super, wenn man im Urlaub ist. In den meisten Ländern ist die Trinkwasserqualität für unsere verwöhnten Mägen nicht verträglich. Und auch wenn man im Wohnmobil reist, will sich nicht jeder gleich eine große Wasserfilteranlage einbauen. Mit einer Filter-Trinkflasche kann man unterwegs überall Wasser schöpfen und ohne Bedenken trinken. Völlig unkompliziert und zu einem günstigen Preis. Würde man aus Angst vor Durchfall den ganzen Urlaub lang Wasser in Flaschen kaufen, hat man unter Umständen am Ende sogar mehr Geld ausgegeben.

Auffüllen der Filter Trinkflasche an einem Brunnen
Wasservorräte auffüllen an einem sardischen Brunnen. So ganz klar ist das Wasser nicht, das hier heraus kommt. Durch den Filter Strohalm der Flasche kann man es aber ohne jegliche Bedenken genießen.
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Gerade auch wenn man Plastikmüll vermeiden will, ist das eine gute Sache. Die Trinkflaschen bestehen zwar selber aus Kunststoff, aber um auch hier wieder den Vergleich anzutreten: Würde man die Wassermengen, für die sie genutzt werden können, in Plastikflaschen kaufen, wäre das ein riesiger Berg unnötiger Abfall, der am Ende wahrscheinlich nicht wirklich im Recycling landet. Ersetzt, also weggeworfen werden, muss nach einer gewissen Filterleistung übrigens nur der Filter selbst, nicht die ganze Flasche. Die Filterkartuschen sind in den Flaschen einfach auszuwechseln. Die positive Ausnahme bilden die Filter von Sawyer*, siehe Lebensdauer).

Bei den meisten (wie auch unserer) Filter Trinkflasche ist es ein bisschen unpraktisch, dass man das Wasser nur filtern kann, indem man es mit dem Mund durch den Strohhalm saugt. Unterwegs wäre es natürlich von Vorteil, auch Wasser zum Kochen oder abfüllen in andere Gefäße (vielleicht andere Trinkflaschen für Familie oder Freunde) filtern zu können. Das System von Sawyer ist auch dafür ein richtiger Allrounder. Was es alles kann, zeigen wir weiter unten.

Funktionsweise und Wirksamkeit

Unsere eigene LifeStraw Go Flasche arbeitet wie die meisten anderen Filterprodukte mit einer Hohlfasermembran. Sie hat eine Porengröße von 0,2 Mikron. Damit filtert sie so effektiv, wie der Katadyn Keramikfilter in unserer Trinkwasser Filteranlage im Wohnmobil. Alle Erreger, die einen gerne mal unterwegs krank machen, wie E. Coli Bakterien, Giardia intestinales usw. werden dabei herausgefiltert.

Bei dieser Filterstufe wird Herstellerübergreifend die Angabe gemacht, dass 99,9999% der Bakterien und 99,9% Wasserprotozoen entfernt werden.

Andere Trinkflaschen mit Filter (Sawyer Systeme aber auch zum Beispiel Water Well*, Qunlei*, Be Free von Katadyn*) schaffen es sogar auf 0,1 Mikron.

Die LifeStraw Go Flaschen der neueren Generation* haben zusätzlich einen Aktivkohlefilter. Diese zweite Filterstufe kann auch im Wasser gelöste Stoffe zurückhalten. Sie sorgt damit unter anderem für einen angenehmen (neutralen) Geschmack des Wassers. Mit dieser 2-Stufen Filterung ist LifeStraw allerdings nicht mehr alleine.

Allen gemein ist, dass man durch die mechanische Filterung ohne Chemikalien, Pülverchen und Tablettchen auskommt, mit denen man ansonsten die Keime im Wasser unschädlich machen kann. Wir persönlich möchten auf Dauer nicht hochwirksame Biozide in jedem Schluck Wasser mittrinken!

Achtung bei dubiosen Angaben

Ich möchte hier keinem Produkt etwas Schlechtes nachsagen, da ich seine (Un)Wirksamkeit nicht handfest nachvollziehen kann. Kritisch betrachten würde ich allerdings Angaben wie bei der Filter-Trinkflasche von Semptec Urban Survival Technology.* Die Flasche soll für einen absoluten Spottpreis wirklich tolle Dinge können – und das ohne auch nur zumindest eine Angabe zur Porengröße der Membran zu machen. Nach all meinen Recherchen zu Trinkwasser und was gefiltert, bzw nur sehr schwer oder nicht komplett herausgefiltert werden kann, würde ich persönlich meine Gesundheit lieber einem anderen Produkt anvertrauen.

Strand Sardinien
Wäre zwar eine super geile Nummer, aber Sazwasser kann natürlich keine Flasche Filtern

Lebensdauer

Je mehr Wasser gefiltert wird, desto mehr Verschmutzungen sammeln sich im Filter. Klar. Irgendwann setzt sich der Filter zu. Das Wasser lässt sich dabei zuerst schwerer durch den Strohhalm ziehen, bis schließlich gar nichts mehr geht. Spätestens jetzt muss man den Filter auswechseln. Diese Funktionsweise sorgt dafür, dass nicht unbemerkt Wasser getrunken wird, das gar nicht mehr gefiltert wurde.

Wie viel Wasser gefiltert werden kann ist abhängig von der Qualität. Je mehr Schmutz, desto schneller dicht.

Wie unterschiedlich schnell ein 0,2 Mikron Filter zugesetzt sein kann, haben wir vor allem bei unseren Keramikfiltern gesehen. Wenn das Wasser eine schlechte Qualität hat, müssen wir bei jeder zweiten Füllung der Wassertanks in unserem Wohnmobil den Filter abschleifen. Bei guter Qualität können wir etliche Male füllen, ohne, dass sich der Filter beschwert.

Unsere LifeStraw Flasche haben wir seit nun knapp einem Jahr. Nach den 5 Wochen auf Sardinien benutzen wir sie seit dem sporadisch – leider reisen wir ja erst ab Sommer wieder, wenn wir mit dem Bau von Herman 3 fertig sind. Der Filter funktioniert nach wie vor.

Ausnahme: Sawyer Filter

Auch hier bilden die Filter von Sawyer die Ausnahme. Der Hersteller gibt lebenslange Garantie auf die Filter. Durch das Rückspülsystem können bis zu 98,5% der ursprünglichen Durchflussrate wieder hergestellt werden – egal wie oft man ihn verwendet. Somit fallen beim Sawyer weder wiederkehrende Kosten noch Müll an.

Die Filter sind aus der Dialysetechnik weiterentwickelt worden und die Porengröße laut eigener Aussage extrem stabil. Sawyer garantiert, dass die größte Pore 0,1 Mikron auch bei jahrelangem Gebrauch nicht überschreitet.

Nutzer-Feeling

Zu diesem Punkt können wir bisher nur von unseren Erfahrungen mit der LifeStraw* Trinkflasche berichten. Wir werden den Artikel aber ergänzen, sobald wir ein anderes Produkt selbst getestet haben oder sind um Erfahrungen in den Kommentaren dankbar.

Wir haben im Vorfeld selbst unterschiedliche Angaben in den Rezensionen gelesen und waren sehr gespannt. Ein paar wenige Leute hatten geschrieben, dass das Ansaugen des Wasser durch den Filter anstrengend und unangenehm sei. Das können wir bei der LifeStraw Flasche definitiv nicht bestätigen. Wenn der Filter erst einmal sehr stark verschmutzt ist, wird das wohl einmal kommen. Doch bisher ist das nicht der Fall.

Wir finden die Verwendung der Flasche unheimlich angenehm. Aus diesem Grund nutzen wir sie sogar, wenn wir das Wasser eigentlich gar nicht filtern müssten. Packen wir uns etwas zu trinken für die Fahrt ins Führerhaus, ist das nicht selten die LifeStraw Flasche.

„Kleines“ Manko:

Unsere Flasche ist am Ventil sehr schnell undicht geworden. Dieser konstruktive Schwachpunkt wird auch in den Rezensionen bei Amazon leider immer wieder bestätigt. Klar kann man die Flasche auch aufrecht transportieren oder an ihrem Befestigungs-Karabiner aufhängen. Doch darauf achten zu müssen, nervt schon ziemlich.

Wandern auf Sardinien
Wir nutzen die Flasche gerne zum Wandern
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Pflege

Bei der von uns genutzten LifeStraw Flasche wird der Filter zunächst aus der Flasche heraus genommen. Dann wird durch den Strohalm das darin befindliche Wasser herausgeblasen. Er braucht danach ein paar Stunden zum Trocknen.

Andere Filter, wie die Sawyer können mit sauberem Wasser rückgespült werden. Das ist auf der einen Seite mehr Aufwand und man benötigt eine Spritze, die man auch verlieren kann. Auf der anderen Seite ist die dauerhafte Verwendbarkeit der Lohn für die Mühe.

Aber Achtung:

Nicht alle Filter, die im Lieferumfang eine Spritze zum Rückspülen enthalten, können dann unendlich oft genutzt werden. Die Qunlei* Trinkflasche zum Beispiel kann rückgespült werden, der Filter hält aber trotzdem nur maximal 1500 L durch und muss dann ausgetauscht werden.

Lege Deine Trinkflasche nie nach einer Tour Zuhause ab, ohne den Filter gereinigt oder leer gepustet zu haben! Das darin stehende Wasser gammelt sonst und Du erreichst nicht gerade die angestrebte Hygiene beim nächsten Trinken.

Die Mundstücke können bei den meisten Systemen abgenommen und extra gereinigt werden.

Was wir persönlich jetzt kaufen würden und warum

Hätten wir vor einem Jahr schon besser recherchiert, hätten wir uns für das System PointONE Squeeze von Sawyer* entschieden.

Auf den ersten Blick waren wir ein wenig abgeschreckt, denn wir wollten eine Trinflasche und nicht zig einzelne Teile. Aber mit all diesen Vorteilen ist das Ding einfach genial:

  • lebenslange Haltbarkeit des Filters
  • man kann direkt aus dem mitgelieferten Beutel durch den Filter trinken, ODER gefiltertes Wasser heraus drücken
  • der Filter kann mit einem Adapter einfach auf andere Flaschen geschraubt werden
  • der Filter kann als „inline“ Variante mit einem Camelbag verwendet werden
  • er ist superleicht und klein
  • Porengröße von nur 0,1 Mikron (wobei 0,2 zum gesund bleiben durchaus ausreichen)

Jemand, der gerne Einzelteile verliert (so wie ich), muss die Rückspülspritze irgendwie fest mit dem Filter verbinden, sonst ist die vielleicht bald weg. Aber dieses Problem sollte ja durchaus lösbar sein.

Sobald wir den Filter gekauft und eine Weile im Einsatz hatten, werden wir berichten, wie gut er in der Praxis funktioniert. Vielleicht hast Du ihn schon ausprobiert? Dann würden wir uns über einen Kommentar von Dir freuen!

Unser Fazit zu Trinkflaschen mit Filtern

Gerade auf Tour im Minicamper, fanden wir es extrem angenehm, einfach ganz beruhigt Wasser aus jeder Quelle trinken zu können. Bei der Füllung unseres 12 L Wasserkanisters, hatten wir nicht nur Spülwasser für die kleine Mini-Einbauküche im Offroad-Sharan, sondern auch echtes Trinkwasser, ohne Flaschen kaufen und mitschleppen zu müssen. Und das ganz ohne Chemie, Chlor oder irgendwelche Ionen ins Wasser kippen zu müssen, die man dann regelmäßig mit trinkt.

Trinkflasche mit Filter von LifeStraw
Hier haben wir bei einer Offroad-Tour Wasser aus einem Brunnen mitten im Wald gezapft. Ich hätte das normalerweise nicht trinken wollen. Aber mit der Trinkflasche schmeckts wunderbar.
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Die LifeStraw hat uns gute Dienste geleistet und wir können sie durchaus auch empfehlen. Für zukünftige Reisen, bei denen wir auch sehr viel Wandern wollen, werden wir uns allerdings das Sawyer Squeeze zulegen.

Welches System auch immer: Wir haben die praktische Filterung für unterwegs als etwas kennengelernt, das wir bei zukünftigen Outdoor Aktivitäten nicht mehr missen wollen.

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Letzte Aktualisierung am 18.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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