Erg Chegaga – Offroad von M’hamid nach Foum Zguid

SabineMarokko, Offroad, Reisen, VLOG2 Comments

Dromedare im Erg Chegaga
 

Der Erg Chegaga. Mit 150 Quadratkilometern Fläche, Marokkos größte Sandwüste. Ihre Weite und Ursprünglichkeit hat uns verzaubert!


Heute starten wir unsere Tour durch den Erg Chegaga. Wir haben keine besonderen Erwartungen an das Wüstengebiet, als wir am Morgen nach dem Frühstück alles zur Abfahrt klar machen. Zu touristisch war es uns am Erg Chebbi, den wir vor Kurzem umrundeten. Doch wir sollten staunen:

Zur größten Sandwüste Marokkos führt weder eine Teerstraße, noch kann sie mit Dünenhöhen bis zu 150 Metern glänzen. Das sind wohl die Gründe, warum nur wenige Menschen den Erg Chegaga besuchen – doch gerade das macht ihn so wunderbar.


Dünengras in der Wüstensonne des Erg Chegaga

WIE KOMMST DU ZUM
ERG CHEGAGA


Das Meer aus Sanddünen liegt von den nächsten beiden Orten, Mhamid und Foum Zguid, jeweils noch ca 50 holprige Pistenkilometer entfernt. Die Fahrt ist nur mit geländetauglichen Fahrzeugen zu empfehlen und man sollte die Strecke im Voraus als GPS-Track vorliegen haben, an dem man sich orientieren kann. Fährt man hier ohne Plan drauf los, bringt man sich womöglich in Gefahr. Dies gilt vor allem für Versuche, den Chegaga südlich zu umfahren. Außer schwierig zu befahrendem Gelände, befindet sich hier Nichts und Niemand, denn Der Erg wird im Süden von der algerischen Grenze gesäumt!

Alternativ zum selber fahren, können in den beiden Orten Mhamid und Foum Zguid Ausflüge in die Sandwüste gebucht werden, bei denen man mit Geländewagen zu Wüstencamps gebracht wird. Aufgrund der länger dauernden Anfahrt ist fast immer eine Nacht in einem Camp vorgesehen.

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M’HAMID


Wir starten unsere Tour in M’hamid. Die Bewohner des kleinen Städtchens lebten früher von Oasenwirtschaft. Allerdings bleiben die winterlichen Regenfälle schon seit vielen Jahren immer öfter aus. Der Ort versandet und die Menschen können nicht mehr von ihrer Ernte leben. Als Einnahmequelle bleibt der Wüstentourismus. Die jungen Männer des Dorfes sind geschäftstüchtig, denn die Konkurrenz ist groß. Mit Feuereifer wirst Du bei der Ankunft empfangen, um Dich für den besten Campingplatz oder den tollsten Wüstenausflug zu begeistern. Willst Du mit dem eigenen Fahrzeug durch das Wüstengebiet fahren, bieten sie sich auch gerne als persönlichen Führer an. Oft wird dann die Geschichte von dem jungen Paar erzählt, das gerade vor Kurzem erst, bei dem Versuch selbst den Weg zu finden, verdurstet sei.

Tatsächlich sollte sich die Orientierung an der ein oder anderen Stelle durch das Wandern der Dünen, trotz GPS-Track etwas schwierig gestalten. Hier muss sich jeder selbst seinen Weg durch die Sandhügel bahnen und zusehen, dass er wieder auf der Piste landet. Ansonsten sind die Fahrspuren der dort verlaufenden Hauptpiste aber eindeutig zu erkennen und die Gefahr verdursten zu müssen wohl eher klein.


DIE LANDSCHAFT
ZWISCHEN M’HAMID
UND FOUM ZGUID


Nicht nur der Erg Chegaga selbst macht diese Fahrt besonders lohnenswert. Schon bevor wir die eigentlichen Dünen erreichen, sind wir begeistert von der Wüstenlandschaft hinter M’hamid. Wir fühlen uns ein bisschen wie in einem „Mad Max“ Streifen, so bizarr und unwirklich erscheinen die Ebenen, die sich vor uns ausbreiten. Die Piste ist sehr sandig aber gut und mit viel Spaß zu zu befahren.

Drei Dromedare laufen im Erg Chegaga auf eine Sanddüne zu Unser grünes Wohnmobil in der Wüstenlandschaft vor Erg Chegaga

Der Erg selbst ist verträumt und still. Es dürften mit die ruhigsten Nachtplätze gewesen sein, an denen wir je unser Lager aufgeschlagen haben. Kein einziges Geräusch ist in den Dünen zu hören. Hier sagen mal wieder Bilder mehr als 1000 Worte.

Der Sand des Erg Chegaga wirkt golden unter der MittagssonneDünenlandschaft im Erg Chegaga

Als die Sandwüste hinter uns liegt, befinden wir uns auch schon fast auf dem Lac Iriki – einem riesigen, ausgetrockneten See. Die ca 20 km lange Überfahrt auf der ungewohnt planen Fläche ist beliebt bei Overlandern. Dennoch muss man ein bisschen aufpassen. Nach Regenfällen können dunklere Flächen zu erkennen sein, die man unbedingt umfahren sollte. Es sind nasse Stellen, in denen das Fahrzeug ganz schnell tief einsacken kann. Insbesondere wenn man allein unterwegs ist, kann eine Bergung schwierig werden.

Doch auf dem Lac Iriki ist man nicht wirklich allein, auch wenn man es stellenweise denken mag. Wegen der Beliebtheit des Sees, haben sich mehrere Caffes dort niedergelassen, um die Offroadfahrer zu bewirtschaften. Sie reihen sich auf, wie an einer Perlenschnur, die über die vielbefahrene Gerade des Sees verläuft. Weicht man davon ab, kann man sich in der Stille den Trubel auf der Hauptpiste nur schwer vorstellen.

Unser grünes Wohnmobil, Sabine und unsere Weimaranerhündin auf dem ausgetrockneten Lac Iriki

Von hier aus geht es auf den letzten Teil der Tour, Richtung Foum Zguid. Und dieser hat es in sich. Die Piste besteht aus Waschbrett und dicken Steinen, ein Ausweichen ist hier nicht möglich. Fahrzeug und Fahrer werden auf dem Weg nach Foum Zguid so richtig durchgeschüttelt. Doch die Ankunft entschädigt: Das kleine Städtchen ist das netteste, dass wir in Marokko bisher kennen lernen durften. Die Menschen sind zurückhaltend und unglaublich hilfsbereit! Wir haben deswegen erst einmal unser Lager in der wunderschönen, näheren Umgebung aufgeschlagen und werden eine Weile hier bleiben.

Akazienbäume im goldenen Sonnenuntergang bei Foum Zguid

WOHIN IM URLAUB?
ERG CHEGAGA
ODER ERG CHEBBI?


Vergleichen wir jetzt die beiden Ergs, nachdem wir uns für beide viel Zeit zur Erkundung genommen haben, würden wir sagen, dass man im Chegaga das Gefühl von echter Wüste erleben kann. Oben auf den Dünen stehend und in die schier endlose, sandige Weite blicken – dabei fühlt man sich plötzlich klein und ehrfürchtig vor der Ursprünglichkeit und Anmut der Wüste.

Die Sanddünen bei Merzouga hingegen beeindrucken in ihrer Höhe. Sie überragen das Stadtchen wie in einem Märchen aus 1001 Nacht und der Anblick ist wirklich grandios. Doch hier ist eben immer etwas geboten. Wüstentouren mit Quads, Kamelen, Motocross Bikes, Souvenierverkäufer … Der in seiner Ausdehnung wesentlich kleinere Cebbi bietet ringsum immer einen gewissen Unterhaltungsfaktor, den wir im Chegaga gerne vermisst haben!


DEINE PLÄNE
UND ERFAHRUNGEN?


Steht der Erg Chegaga auch auf Deinem Reiseprogramm oder bist Du schon hier gewesen? Schreib uns offene Fragen einfach in einem Kommentar!

Welche Erlebnisse hattest Du am Erg Chegaga? Wir freuen uns über Deine Reisegeschichte!!!


HIER BEKOMMST DU EINDRÜCKE VOM ERG CHEBBI


Mit Klick auf dieses Bild von unserem grünen Wohnmobil vor Sanddünen, gelangst Du zum Artikel über Erg Chebbi

2 Kommentare zu “Erg Chegaga – Offroad von M’hamid nach Foum Zguid”

  1. Hallo ihr beiden,

    Euer Artikel ist mal wieder super und sehr informativ. Und wenn man dort erst vor kurzem war, ist es gleich noch interessanter 🙂
    Seitdem wir euch getroffen haben, haben wir jeden Tag geschaut, ob ihr das neue Video veröffentlicht habt (wir haben ja gemerkt, wieviel ihr daran gearbeitet habt 😉 ). Jetzt haben wir uns gefreut, dass wir was neues anschauen können. Das Video ist wirklich gelungen, die Arbeit hat sich gelohnt 😉 macht weiter so!
    Liebe Grüße aus Tafraoute,
    Annika, Flo und Nico

    1. Hallo ihr Zwei 🙂

      Super schön, dass Euch das Video gefallen hat, wenn wir uns hier schon so verschanzt haben dafür! 😀 Echt klasse, dass Ihr sogar von unterwegs mitschaut! 🙂

      Vielen lieben Dank auch nochmal für Euren spontanen Besuch! Wir würden uns wirklich sehr freuen, wenn wir uns während der Reise nochmal wieder sehen – diesmal hoffentlich mit weniger Arbeitsrückstau unsererseits! 😉
      Erst mal die aller liebsten Grüße und eine schöne Zeit um und bei Agadir,
      Sabine und Micha

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