Erg Chegaga – Offroad von M’hamid nach Foum Zguid

SabineMarokko, Reisen

Dromedare im Erg Chegaga

Der Erg Chegaga ist mit 150 Quadratkilometern Marokkos größte Sandwüste. Die Stille, die man dort genießen kann ist fast schon magisch.

Um einen noch besseren Eindruck dieser spektakulären Dünenlandschaft zu bekommen, sieh Dir unsere Reisevideos an – von 2017 mit dem Steyr 680 und neu: Von 2020 mit dem Iveco 90-16. Du findest sie weiter unten.


Heute starten wir unsere Tour durch den Erg Chegaga. Wir haben keine besonderen Erwartungen an das Wüstengebiet, als wir am Morgen nach dem Frühstück alles zur Abfahrt klar machen. Zu touristisch war es uns am Erg Chebbi, den wir vor Kurzem umrundeten. Doch wir sollten staunen:

Zur größten Sandwüste Marokkos führt weder eine Teerstraße, noch kann sie mit Dünenhöhen bis zu 150 Metern glänzen. Das sind wohl die Gründe, warum nur wenige Menschen den Erg Chegaga besuchen – doch gerade das macht ihn so wunderbar.

Erg Chegaga – Wie kommst Du da hin

Das Meer aus Sanddünen liegt zwischen den beiden Orten, Mhamid und Foum Zguid. Jeweils noch ca 50 holprige Pistenkilometer sind es von beiden Städtchen aus, bis man die Dünen erreicht.

Die Fahrt ist nur mit geländetauglichen Fahrzeugen zu empfehlen und man sollte die Strecke als GPS-Track vorliegen haben, an dem man sich orientieren kann. Fährt man hier ohne Plan drauf los, bringt man sich womöglich in Gefahr. Dies gilt vor allem für Versuche, den Chegaga südlich zu umfahren. Außer schwierig zu befahrendem Gelände, befindet sich hier Nichts und Niemand, denn Der Erg wird im Süden von der algerischen Grenze gesäumt!

Geführte Ausflüge

Alternativ zum selber fahren, können in den beiden Orten Mhamid und Foum Zguid Ausflüge in die Sandwüste gebucht werden. Du wirst dabei mit Geländewagen zu Wüstencamps gebracht.

Aufgrund der länger dauernden Anfahrt ist fast immer eine Nacht in einem Camp vorgesehen.

Dünenlandschaft des Erg Chegaga
Dünenlandschaft des Erg Chegaga

Mit dem Allrad Wohnmobil in den Erg Chegaga

Wir starten unsere Tour in M’hamid. Die Bewohner des kleinen Städtchens lebten früher von Oasenwirtschaft. Allerdings bleiben die winterlichen Regenfälle schon seit vielen Jahren immer öfter aus. Der Ort versandet und die Menschen können nicht mehr von ihrer Ernte leben. Als Einnahmequelle bleibt nur der Wüstentourismus. Die jungen Männer des Dorfes sind geschäftstüchtig, denn die Konkurrenz ist groß. Mit Feuereifer wirst Du bei der Ankunft empfangen, um Dich für den besten Campingplatz oder den tollsten Wüstenausflug zu begeistern.

Willst Du mit dem eigenen Fahrzeug durch das Wüstengebiet fahren, bieten sie sich auch gerne als persönlichen Führer an. Oft wird dann die Geschichte von dem jungen Paar erzählt, das gerade vor Kurzem erst, bei dem Versuch selbst den Weg zu finden, verdurstet sei.

Tatsächlich kann sich die Orientierung an der ein oder anderen Stelle durch das Wandern der Dünen, trotz GPS-Track etwas schwierig gestalten. Hier muss sich jeder selbst seinen Weg durch die Sandhügel bahnen und zusehen, dass er wieder auf der Piste landet. Ansonsten sind die Fahrspuren der dort verlaufenden Hauptpiste aber wirklich eindeutig zu erkennen und die Gefahr verdursten zu müssen wohl eher klein. Vor allem weil die geschäftstüchtigen Einwohner ständig im Erg unterwegs sind. Solltest Du eine Autopanne haben, wird es nicht lange dauern, bis Hilfe kommt.

Die Landschaft zwischen M’hamid und Foum Zguid

Nicht nur der Erg Chegaga selbst macht diese Fahrt besonders lohnenswert. Schon bevor wir die eigentlichen Dünen erreichen, sind wir begeistert von der Wüstenlandschaft hinter M’hamid.

Wir fühlen uns ein bisschen wie in einem „Mad Max“ Streifen, so bizarr und unwirklich erscheinen die Ebenen, die sich vor uns ausbreiten. Die Piste ist sehr sandig aber gut und mit viel Spaß zu zu befahren.

Dromedare im Erg Chegaga
Dromedare im Erg Chegaga

Der Erg selbst ist verträumt und still. Hier sind die ruhigsten Nachtplätze, an denen wir je unser Lager aufgeschlagen haben. Kein einziges Geräusch ist in den Dünen zu hören. Hier sagen mal wieder Bilder mehr als 1000 Worte.

Nachtplatz mit Allrad Wohnmobil im Erg Chegaga zwischen Sanddünen
Nachtplatz zwischen den Dünen im Erg Chegaga. Bild aus unserem Video, schau es Dir an!

Lac Iriki

Als die Sandwüste hinter uns liegt, befinden wir uns auch schon fast auf dem Lac Iriki – einem riesigen, ausgetrockneten See. Die ca 20 km lange Überfahrt auf der ungewohnt planen Fläche ist beliebt bei Overlandern.

Dennoch muss man ein bisschen aufpassen. Nach Regenfällen können dunklere Flächen zu erkennen sein, die man unbedingt umfahren sollte. Es sind nasse Stellen, in denen das Fahrzeug ganz schnell tief einsacken kann. Insbesondere wenn man allein unterwegs ist, kann eine Bergung schwierig werden.


UPDATE:

Auch die dunklen Stellen konnten wir inzwischen für Dich im Video festhalten. Um Weihnachten 2019 hat es im Süden Marokkos stark geregnet, kurz bevor wir den Iriki abermals befahren haben.

Hier das Video bei Youtube ansehen!


Auf dem Lac Iriki ist man jedoch nicht wirklich allein, auch wenn man es stellenweise denken mag. Wegen der Beliebtheit des Sees, haben sich mehrere Cafes dort niedergelassen, um die Offroadfahrer zu bewirtschaften. Sie reihen sich auf, wie an einer Perlenschnur, die über die vielbefahrene Gerade des Sees verläuft. Weicht man davon ab, kann man sich in der Stille den Trubel auf der Hauptpiste nur schwer vorstellen.

Unser grünes Wohnmobil auf dem ausgetrockneten Lac Iriki
Lak Iriki. Eine topfebene Fläche. Früher war das hier ein See und Du findest immer noch Muscheln.

Lac Iriki bis Foum Zguid

Von hier aus geht es auf den letzten Teil der Tour, Richtung Foum Zguid. Und diese Strecke hat es in sich. Die Piste besteht aus Waschbrett und dicken Steinen, ein Ausweichen ist nicht möglich.

Fahrzeug und Fahrer werden auf dem Weg nach Foum Zguid so richtig durchgeschüttelt. Doch die Ankunft entschädigt: Das kleine Städtchen ist das netteste, dass wir in Marokko bisher kennen lernen durften. Die Menschen sind zurückhaltend und unglaublich hilfsbereit! Wir haben deswegen erst einmal unser Lager in der wunderschönen, näheren Umgebung aufgeschlagen und werden eine Weile hier bleiben.

Erg Chegaga oder Erg Chebi – Wohin im Urlaub

Vergleichen wir die beiden Sandwüsten würden wir sagen, dass man im Chegaga das Gefühl von echter Wüste erleben kann. Oben auf den Dünen stehend und in die schier endlose, sandige Weite blicken – dabei fühlt man sich plötzlich klein und ehrfürchtig vor der Ursprünglichkeit und Anmut der Wüste.

Die Sanddünen bei Merzouga hingegen beeindrucken in ihrer Höhe. Sie überragen das Städtchen wie in einem Märchen aus 1001 Nacht und der Anblick ist wirklich grandios. Doch hier ist eben immer etwas geboten. Wüstentouren mit Quads, Kamelen, Motocross Bikes, Souvenierverkäufer … Der in seiner Ausdehnung wesentlich kleinere Erg Chebbi bietet ringsum immer einen gewissen Unterhaltungsfaktor, den wir im Chegaga gerne vermisst haben.

Im Allrad Wohnmobil mit durch den Chegaga fahren

Steig hier ein für unsere Wintertour 2019 / 2020:

Unsere erste Tour, von der dieser Bericht stammt, kannst Du hier nacherleben:

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