Sicherheit in Marokko – Ein Wohnmobil Reisebericht

MichaelMarokko, Reisen

Ein marokkanischer Militärposten

So schön dieses Land auch ist – die Sorge um ihre Sicherheit in Marokko hält viele Menschen davon ab, es zu bereisen. Das hier sind unsere Erfahrungen.


Seit gut vier Monaten bereisen wir nun das Königreich Marokko mit dem Wohnmobil. Besonders der Süden hat es uns angetan. Etwa die schroffen Bergkämme in tiefem Schwarz. Der Wind hat Dünen aus goldgelb glänzendem Sand anmutig an ihre Flanke gelegt. In den Tälern vereinzelte Akazienbäume. Die Szenerie könnte 1 zu 1 einem kitschigen Bob Ross Gemälde entsprungen sein. Wir stehen irgendwo inmitten dieses Naturschauspiels, weit abseits des nächsten kleinen Dorfes. Niemand ist weit und breit zu sehen.

IDYLL MIT SCHATTENSEITEN?


Bilder die wir aus solch wunderschönen Plätzen an Freunde und Bekannte schicken oder hier im Blog, bei Facebook oder als Video bei youtube posten, bescheren uns viele liebe Nachrichten, die uns beglückwünschen zu solch einer tollen Reise. Sehr häufig jedoch vermischt sich das Fernweh mit großer Besorgnis.

Was ist, wenn ihr überfallen werdet?

Im Grenzgebiet zu Algerien werden doch immer wieder Europäer entführt!

Ist dort nicht die Gefahr von Anschlägen sehr hoch?


In diesem Video erhältst Du Eindrücke einer Tour in solch „gefährliches Gebiet“ … von dem Militärposten, auf den wir hier treffen, erzählen wir Dir gleich noch mehr..


PERSPEKTIVWECHSEL AM
MILITÄRPOSTEN


Sciherheit in Marokko - Militärposten

Reisepässe und Ausdrucke mit allen wichtigen Daten von uns und unserem Fahrzeug (so genannte Fiches) liegen griffbereit.

Als wir ankommen, erwartet uns die Abteilung C2 mit geschlossener Schranke. Ein junger Soldat winkt uns freundlich zu und kommt aus der kleinen Steinbehausung in unsere Richtung. Wir steigen aus, stellen uns vor und ernten ein sympathisches Lächeln. Schon kommt ein weiterer Mann auf uns zu. Er trägt Jogginghose, es stellt sich heraus, dass er der Chef der kleinen Truppe hier ist. Wohin wir wollen und woher wir kommen, will er wissen.

Aus Deutschland, aha! Ja, da können wir ja froh sein, dass wir jetzt hier sind! Um diese Jahreszeit ist es dort bestimmt viel zu kalt. Die Stimme des unglaublich gut gelaunten Vorgesetzten wirkt fast ein wenig besorgt, als er uns die nächste Frage zu Deutschland stellt: Ob wir nicht Angst haben, bei der derzeitigen Lage in dem Land wieder nach Hause zu fahren. Erst verstehen wir gar nicht so richtig, was er meint – bis jetzt hatten wir noch nie Angst Zuhause haben müssen. Es folgt ein verblüffter Blick: Aber was denn mit den vielen Anschlägen sei, die dort passieren, gerade auch nach dem letzten auf dem Berliner Weihnachtsmarkt? Sowas würde es hier ja nicht wirklich geben. Hier wird alles so streng überwacht, dass Radikale nicht wirklich eine Chance haben, erklärt er uns stolz!

Tatsächlich ist hier schon sehr lange kein Anschlag mehr passiert – ganz im Gegensatz zu Deutschland. Wusstest Du, dass in Marokko sogar ein striktes Burka-Verbot herrscht, damit sich dubiose Gestalten nicht unerkannt irgendwo aufhalten können?

Interessant, die Dinge mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten! Wir verbringen noch eine ganze Weile bei den netten Militärs, die Gesprächsthemen gehen irgendwie nicht aus. Wir bekommen Tee serviert, lernen ein paar Begriffe in der Sprache der Berber und Chef Said ist geschockt, dass wir schon so lange verheiratet aber immer noch ohne Baby sind.


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SICHERHEIT IN MAROKKO

Grenzgebiet zu Algerien

Militärposten wie der aus unserem Video, sind in kurzen Abständen entlang der gesamten algerischen Grenze stationiert. Befahren wir dieses Gebiet mit dem Wohnmobil sind wir nie wirklich unbeobachtet. Die immer freundlichen Soldaten haben stets ein wachsames Auge auf uns und geben schon per Funk beim nächsten Posten bescheid. Dazu muss man wissen, dass das überwachte Gebiet per se eine sehr breite Zone ist und man an die eigentliche Grenze gar nicht herankommen kann. Driften wir einmal zu weit ab, haben wir schneller eine Militäreskorte, die uns zurück zum richtigen Weg begleitet, als wir uns umsehen können. Zum Suchen eines Übernachtungsplatzes sollte man die überwachte Zone auf jeden Fall verlassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem hier etwas passiert, würden wir bei einer glatten Null ansiedeln.


Überwachung von Städten, Brücken, Straßen

Die Sicherheit in Marokko wird groß geschrieben, das erkennt man schon an den unzähligen Polizeikontrollen, die hier zum normalen Straßenbild gehören. Der Anblick so vieler Beamter in Uniform ist für uns Europäer erst einmal äußert ungewohnt.

Viele kleine und große Städte sind nicht zu erreichen, ohne dass jedes einzelne Fahrzeug von der Polizei gesehen wurde. Im hiesigen Verkehr gibt es ein Straßenschild, an das sich sogar jeder Marokkaner penibel hält – und das will etwas heißen! Es ist das runde, meist auch beleuchtete Halteschild vor einer Polizeikontrolle. Hier wird angehalten. Immer! Reifenfallen mit langen Zähnen liegen für die bereit, die einen schnelleren Start als die Polizei geplant haben. Sieht Dich der Beamte am Halteschild, entscheidet er, ob er Dich durchwinkt oder genauer in Augenschein nehmen möchte. Offensichtlich sind es vor allem Landsmänner, die herangewunken und kontrolliert werden. Wir als Touristen werden nur sehr selten angehalten und die Polizisten sind immer sehr nett.
Auch Brücken der Autobahnen und Städte werden zu beiden Seiten bewacht.

Sicherheit in Marokko - Militärposten im algerischen Grenzgebiet
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Anschläge

Der letzte Anschlag in Marokko geschah im April 2011 in Marrakesch. Vielleicht sollte man sich einmal vor Augen halten, wie viele Anschläge es in der Zwischenzeit in Frankreich, Spanien und Deutschland gab!

König Mohammed VI betont, dass sein Land religiösen Extremismus ablehnt. In den Schulen wird Toleranz gelehrt, Frauen wurden unter seiner Regierung vor dem Gesetz gleichberechtigt.

Gerade diesen Januar machte die Meldung der marokkanischen Regierung die Schlagzeile, den Import und Verkauf des Ganzkörperschleiers Burka rigoros verbieten zu wollen. Grund seien Sicherheitsbedenken bei nicht erkennbaren Personen.


Entführungen

So weit unsere Recherchen reichen, ist kein einziger Fall von Entführung Europäischer Reisender in Marokko verzeichnet! Die Angst davor beschäftigt vor allem Urlauber, die Erg Chebbi oder Erg Chegaga in einer Wüstentour erleben wollen. Doch gerade die Sandwüstengebiete gelten durch den Trubel des Tourismus als ganz besonders sicher.


Kriminalität, Überfälle, Diebstähle

Grundsätzlich ist die Kriminalität sowohl nach unseren subjektiven Eindrücken, als auch nach Recherchen, in Marokko als geringer einzustufen, als bei uns zuhause in Deutschland. Vielleicht liegt das an den engmaschigen, gesellschaftlichen Verwobenheiten, die hier bei Missständen Einzelner sofort Familie, Freunde und Nachbarn auf den Plan rufen. Vielleicht auch mit daran, dass hier eigentlich kein Alkohol konsumiert wird!?! Wir wissen es nicht. Fest steht: Am Abend allein durch ein marokkanisches Städtchen laufen erscheint und IST wohl bei weitem nicht so gefährlich, als ein abendlicher Spaziergang durch Köln oder ein Kaff mit 1500 Einwohnern nach einem Dorffest. Eher als ein Diebstahl kann es einem passieren, dass man am Abend von Wildfremden noch auf einen Minztee eingeladen wird.

Allgemein kann man wohl sagen, dass die Gefahr eines Terroranschlags oder eines Taschendiebstahls nicht 100% ausgeschlossen werden kann, aber dieses Schicksal kann einen zuhause in Köln oder sonstwo genau so gut ereilen – nur ohne die Chance davor noch auf einen Tee eingeladen zu werden.

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Deine Erfahrungen

Wie sicher hast Du Dich bei Deiner Reise in Marokko gefühlt? Hattest Du Bedenken um deine Sicherheit in Marokko? Vermeidest Du eine Reise hier her, weil Du Sicherheitsbedenken hast? Wir würden uns freuen, wenn Du uns Deine Meinung in die Kommentare schreibst.


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