Reisekrankenversicherungen – Das musst Du unbedingt wissen!

MichaelKnow-How, Organisatorisches

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Sich mit Versicherungen zu beschäftigen, wenn man eigentlich reisen und Schönes erleben will, das nervt natürlich. Aber ohne Reisekrankenversicherung in der Welt unterwegs zu sein, kann in einer finanziellen Katastrophe enden – oder damit, in einer echten Notsituation keine Hilfe zu bekommen!

Für manche Länder ist der Nachweis einer Auslandskrankenversicherung sogar Pflicht um überhaupt einreisen zu dürfen! Man sollte sich also unbedingt vorab mit diesem Thema beschäftigen.


Welche Reisekrankenversicherung brauche ich?

Je nachdem wohin und wie lange Du verreisen willst, gibt es verschiedene Möglichkeiten, gegen die finanziellen Risiken eines Unfalls oder einer Erkrankung abgesichert zu sein. Und vor allem: Hilfe zu bekommen!

Passieren kann schnell etwas. Man muss nicht gleich Wanderungen am Steilhang machen wie Micha hier, um z.B. blöd abzurutschen und sich einen komplizierten Beinbruch zuzuziehen.

Wandern am Steilhang in der Verdonschlucht
Wanderung in der Verdon Schlucht.

Wo willst Du hin?

Grundsätzlich gilt, dass die gesetzlichen Krankenkassen bei Reisen innerhalb der Mitgliedsstaaten der EU und einigen weiteren europäischen Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, die Kosten für ärztliche Versorgung übernehmen.

Aber Achtung:

Trotz der Europäischen Gesundheitskarte, die auf der Rückseite der normalen Krankenkassenkarte aufgedruckt ist, kann es zu Schwierigkeiten kommen, im Ausland ausreichende und kostengünstige Behandlung zu bekommen. Vielleicht scheut ein kleines Krankenhaus oder der Dorfarzt in der hintersten Provinz den Verwaltungsaufwand mit EU-Formularen oder hat von einer europäischen Gesundheitskarte nie zuvor etwas gehört und nimmt diese nicht an. In diesen Fällen wird dem Patienten eine private Rechnung ausgestellt. Häufig wird darauf ein höherer Satz abgerechnet, als von der Deutschen Krankenkasse zurückerstattet wird!

Bei Reisen in Länder, mit denen kein Sozialversicherungsabkommen besteht, nutzt die Mitgliedschaft in einer deutschen Krankenkasse herzlich wenig. Es kann sein, dass man nach viel Aufwand im Nachhinein etwas ersetzt bekommt – damit rechnen sollte man aber nicht und schon gar nicht mit der ganzen Summe, die in den meisten Ländern übrigens vor der Behandlung bezahlt werden muss!

Reisekrankenversicherung – Typ „Urlaub“

Vor allem in Ländern ohne Sozialversicherungsabkommen ist eine zusätzliche Reisekrankenversicherung also ratsam. Klar, ich dachte früher auch: „Na in den paar Tagen Urlaub wird jetzt schon nichts Dramatisches passieren.“ Und so ist es ja meist auch. Dementsprechend günstig sind entsprechende Reisekrankenversicherungen aber auch zu haben.

Für um die 10 Euro im Jahr, ist man gut abgesichert. Viele Versicherungen oder auch der ADAC bieten solche günstigen Tarife an. Für dieses kleine Geld kann man den Vertrag einfach durchlaufen lassen und braucht sich vor seinen Urlauben keine Gedanken mehr zu machen. Wenn denn nämlich tatsächlich mal etwas passieren sollte, war das definitiv Pfennigfuchserei an der falschen Stelle!

Wichtig:

Ob mit EU-Gesundheitskarte oder einer solchen, günstigen Reisekrankenversicherung: Limitierender Faktor ist in beiden Fällen die Zeit Deines Aufenthalts!

Krankenkassen, genau wie auch diese Art Auslandskrankenversicherung, sind darauf ausgerichtet, die Risiken bei Urlaubsaufenthalten abzusichern. Die gewöhnliche Grenze der versicherten Zeit einer Reise liegt bei 56 Tagen!

Bei den meisten privat Versicherten ist dies übrigens ähnlich: Oft wird hier nicht EU sondern sogar weltweit versichert, aber auch nur über einen Zeitraum von einigen Wochen!

Länger als 56 Tage im Ausland?

Übersteigt die Dauer Deiner Reise die 56 Tage Grenze, brauchst Du eine Langzeit-Reisekrankenversicherung!

Hier gibt es einen Anbieter, der sich unter Langzeitreisenden über Jahre hinweg einen sehr, sehr guten Ruf erarbeitet hat. Fast alle Reisenden, die wir kennen (inklusive wir selbst), sind über die Hanse Merkur versichert.

Überzeugt haben uns die vielen positiven Erfahrungsberichte von Freunden und anderen Reisenden. Sie haben immer schnelle Hilfe und eine unkomplizierte Kostenerstattung über die Hanse Merkur erhalten.

Wichtige Änderung im Artikel:

Wenn Du diesen Artikel in der vorherigen Version schon kanntest: Die DKV hatte ein ähnliches Angebot, das wir an dieser Stelle mit dem der Hanse Merkur verglichen haben. Die private Krankenversicherung bietet den Auslandstarif jetzt nicht mehr an, weshalb wir den Vergleich gelöscht haben.

Und für’s Kleingedruckte:

Wir beschreiben hier lediglich ein Angebot, das wir selber nutzen, ohne dafür Werbung machen zu wollen. Wir werden von der Hanse Merkur weder für den Artikel bezahlt, noch bekommen wir Provision auf abgeschlossene Verträge!

Bei der Hanse Merkur kann man zwischen einem Tarif für bis zu 365 Tage wählen oder einem, von 365 Tagen bis 5 Jahren.

Möchte man zum Beispiel 1,5 Jahre weg sein und hat den Vertrag auf diese Zeit abgeschlossen, kann man aber auch unterwegs noch spontan auf bis zu 5 Jahre verlängern.

Die Leistungen bieten dabei einen umfassenden Schutz, dazu gehören etwa:

  • Krankentransport zum nächsten Arzt oder Krankenhaus
  • schmerzstillende Zahnbehandlungen, inclusive einfacher Füllungen – auch Zahnersatz infolge eines Unfalles oder die Reparatur von vorhandenem Zahnersatz nach einem Unfall
  • Medizinisch notwendige Heilbehandlung, ob ambulant oder auch stationär
  • kein Selbstbehalt (bei dem Tarif bis zu 5 Jahre höchstens 25,- Euro pro Versicherungsfall)
  • medizinisch sinnvoller Rücktransport
  • ärztlich verordnete Medikamente und Verbandsmittel sowie Hilfsmittel nach einem Unfall
  • Röntgendiagnostik
  • Operationen
  • bei der Option über 365 Tage ist auch „Heimaturlaub“ versichert (perfekt, wenn man ausgerechnet dann zum Arzt muss, wenn man über Weihnachten bei der Familie Zuhause ist)

… und vieles mehr, bis hin zum Rücktransport von Gepäck und der Erstattung von Telefonkosten bei Kontaktaufnahme mit der Notrufzentrale.

Ein solcher Tarif bietet einem also die Absicherung die man braucht, um mit einem guten Gefühl auf Reisen sein zu können.

Auch für Au Pairs und Schüler oder Studenten, die etwa an Austauschprogrammen teilnehmen wollen, gibt es übrigens passende Tarife.

Langzeit Reisekrankenversicherung – Kosten

Fakt ist: Unterwegs gut abgesichert zu sein, kostet gar nicht so viel Geld, wie man meint. Und kein Risiko ist so schwerwiegend, wie die Gesundheit zu verlieren, bzw. nicht wieder herstellen zu können, weil man nicht für die entsprechende Absicherung gesorgt hat.

Für die Reisekrankenversicherung bei der Hanse Merkur zahlen wir pro Person gerade mal 59,- Euro im Monat. Wenn wir bedenken, was wir als Selbstständige in die gesetzliche Krankenversicherung zahlen müssen, ist das das absolute Superschnäppchen!!

Es gibt den Fünfjahres-Tarif auch für 89,- Euro pro Monat. In dieser Preisstufe sind dann auch Zahnersatz und Hilfsmittel enthalten sind.

Wem eine Reisekrankenversicherung für bis zu 365 Tage ausreicht, der ist schon ab 1,15 pro Tag dabei.

Was ist dann mit der Gesetzlichen Krankenversicherung?

Es gibt zwei Möglichkeiten in der Zeit, in der die gesetzliche Krankenkasse sowieso nicht für unsere Schäden zahlen würde, Geld einzusparen.

Anwartschaft

Zum einen kann man seine Mitgliedschaft für die Zeit des Auslandsaufenthaltes auf Anwartschaft setzen. Das heißt im Klartext: Wir zahlen einen verringerten Beitrag, um nach der Rückkehr keine Probleme zu bekommen.

War man vorher nicht pflichtversichert, sondern nur freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse, kann sie theoretisch eine Wiederaufnahme verweigern. Das ist kein Behördenhickhack, den man brauchen kann, wenn man tatsächlich erkrankt sein sollte!

Zum anderen können bei Wiederaufnahme Zahlungen für die nicht versicherte Zwischenzeit verlangt werden, vor allem, wenn sich die Gesundheit in dieser Zeit verschlechtert hat.

Kündigung

Du kannst die Mitgliedschaft auch komplett kündigen. Voraussetzung: Entweder musst Du Deinen Wohnsitz dauerhaft ins Ausland verlegen, oder den Nachweis einer vollwertigen Auslandskrankenversicherung erbringen, wenn Du weiter in Deutschland gemeldet bist.

Ist eine Anwartschaft für mich sinnvoll oder nicht?

Eine Anwartschaft soll im Grunde dafür sorgen, dass Du kein Problem mit der Rückkehr hast.

Ganz grundsätzlich besteht in Deutschland eine Versicherungspflicht. Ist man vor einer Reise gesetzlich versichert gewesen, muss einen die GKV ab dem ersten Tag, an dem man sich wieder in Deutschland aufhält auch wieder versichern. Egal, ob man gesund oder krank nach Hause kommt.

Genau so ist es mit privat Versicherten. Sie müssen von ihrem Anbieter zumindest im sogenannten Basistarif wieder aufgenommen werden. Dabei gilt es allerdings auf ein paar kleine Fallstricke zu achten, die immense Auswirkungen haben können. Die Wiederaufnahme kann nämlich mit hohen Kosten verbunden sein.

Wer braucht KEINE Anwartschaft

Keine Anwartschaft braucht jemand, der nach dem Auslandsaufenthalt wieder seinen vorherigen Job aufnimmt oder sich sicher ist, schnell eine neue Stelle zu finden.

Mit Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit ist die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung direkt verbunden.

Wenn man die Krankenversicherung gekündigt hat um im Ausland zu arbeiten und dabei krankenversichert war, kann man sich hier auch mit einem Minijob oder unbezahlten Praktikum problemlos innerhalb von zwei Monaten wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung als freiwilliges Mitglied anmelden, ohne dass Vorversicherungszeiten erfüllt sein müssen.

ACHTUNG
Leistungsausschluss nach § 52a SGB 5!

Der Leistungsausschluss ist eine wichtige Sache, denn er besagt, dass einem die Krankenkasse, obwohl man wieder Mitglied wird, die Leistung in Zusammenhang mit einer Erkrankung, die man im Ausland bekommen hat verwehren kann, wenn man keine Anwartschaft gezahlt hat! … Nun stelle man sich nur einmal vor, Du bekommst auf Reisen die Diagnose Krebs.

Für wen die Anwartschaft GRUNDSÄTZLICH sinnvoll ist

Im Prinzip kann es jedem passieren, während eines Auslandsaufenthaltes schwer zu erkranken oder gar arbeitsunfähig zu werden. Die Höhe des Risikos hängt wohl ein bisschen davon ab, wie „jung und gesund“ Du bei der Ausreise bist, wie lange Du unterwegs sein möchtest und vor allem wohin. Das Risiko eines Unfalls muss immer mit einkalkuliert werden.

Klar muss Dich die Krankenkasse wieder aufnehmen, wenn Du zurück kommst, egal ob Du krank bist – aber hat man gerade einen schweren Unfall mit bleibenden Beschwerden hinter sich oder leidet frisch an einer schlimmen Erkrankung, ist ein Rechtsstreit mit der Krankenkasse wegen etwaigem Leistungsausschluss wohl das Letzte, das man brauchen kann.

Grundsätzlich kann es Probleme mit der Wiederaufnahme geben, wenn man vor der Ausreise nicht pflichtversichert, sondern nur freiwillig Mitglied in der Gesetzlichen gewesen ist. Es könnte davon ausgegangen werden, dass man eigentlich nie die Absicht hatte nach Deutschland zurück zu kommen aber jetzt, aufgrund eines möglicherweise verschlechterten Gesundheitszustandes, nur deshalb wieder hier ist, um Leistungen des Sozialversicherungssystems zu beziehen! War man auch im Ausland durch eine Arbeitsstelle gesetzlich versichert, ist das jedoch kein Problem.

Sinnvoll ist die Anwartschaft vor allem auch für privat Versicherte. Bei privaten Anbietern erfolgt die Aufnahme generell erst nach Prüfung des Gesundheitszustandes, so auch, wenn man aus dem Ausland wieder kommt. Liegt nach dem Auslandsaufenthalt nun eine Vorerkrankung vor, ist es wahrscheinlich, dass man dafür sehr hohe Zuschläge zahlen muss, oder nur im Basistarif wieder aufgenommen wird. Hast Du in der Zwischenzeit allerdings eine Anwartschaft gezahlt, wird Dein Gesundheitszustand von vor der Abreise so zu sagen „eingefroren“ und es gibt kein Problem mit der Wiederaufnahme.

WICHTIG:
Wann Du auf keinen Fall Deine Mitgliedschaft auf Anwartschaft setzen darfst!

Während einer Anwartschaft kannst Du keine Leistungen beziehen! Die ca. 59,- pro Monat sollen laut Krankenkassen den Verwaltungsaufwand decken. Das heißt: Bist Du Versicherter bei der gesetzlichen Krankenkasse und hat noch dein Kind, Ehefrau oder -mann oder sonst einen Angehörigen, der bei Dir familienversichert ist, besteht auch für ihn bei einer Anwartschaft kein Krankenversicherungsschutz mehr!


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