Gorges du Verdon – Outdoorbegeisterte aufgepasst!

MichaelFrankreich, Reisen10 Comments


Die Gorges du Verdon: 21 km lang und bis zu 700 Meter tief. Damit ist sie eine der drei mächtigsten Schluchten in Europa. Aber das wirklich beeindruckende am „Grand Canyon von Frankreich“ ist seine faszinierende, wilde Schönheit.

 

Uns auf unserer Süd-Frankreich Tour von der Côte d’Azur los zu reißen fiel uns ja nicht sonderlich leicht, aber am Lac de Sainte Croix angekommen, wussten wir wieder, wofür wir es getan hatten!

Durch einen sehr hohen Gehalt an Fluor hat der See eine so türkisblaue Farbe, wie man sie in der Karibik erwarten würde. Man kommt bei seinem Anblick unweigerlich sofort ins Schwärmen und will eigentlich nur noch an jedem der vielen Aussichtspunkte anhalten und den Ausblick genießen. Auch wir haben das natürlich ausgiebig getan.

Erkundungstouren
zu Lande

Mit dem Auto oder Womo empfiehlt es sich auf jeden Fall, einmal die Höhenstraßen, die zu beiden Seiten der Schlucht verlaufen, zu befahren. Wir garantieren Euch: Ihr werdet genau so beeindruckt sein von den grandiosen Blicken, wie wir es jedes mal aufs Neue sind. Die Gegend hat auch nach mehreren Besuchen noch nichts von ihrer Faszination verloren. Vergesst in der Zeit von Ende Juni bis Mitte August auf keinen Fall einen Abstecher zu den berühmten lila Lavendelfeldern der Provence, die sich teilweise in unmittelbarer Nähe mit Blick auf den See befinden.

Wenn Ihr mehr Naturerlebnis haben wollt, ist unsere ganz, ganz dringende Empfehlung, das Auto stehen zu lassen und die Schlucht zu Fuß zu erkunden. Hier kann es mitunter etwas abenteuerlich zugehen. Auf dem Wanderpfad „Sentier Martel“ zum Beispiel mit steilen Passagen bei denen man sich an Seilen entlanghangeln muss, Felsstufen und Höhlentunneln, in denen man ohne Taschenlampe nichtmal die Hand vor Augen sehen kann. Für diese anspruchsvolle Runde sollte man schon um die 7 Stunden Zeit einplanen und sicher sein, dass die Kondition ausreicht, denn ist man erst einmal in die Schlucht eingestiegen, gibt es zwischendurch keine Möglichkeit mehr, die Wanderung vorzeitig abzubrechen – und 14 km können in diesem Gelände und bei den im Sommer herrschenden Temperaturen mehr sein, als es sich anhört! Nehmt deswegen auch auf jeden Fall genug Proviant und vor allem Wasser mit.

Wir haben auf unseren Erkundungstouren zu Fuß viele lohnende Blicke auf den Verdon und seine steilen Felswände erlebt aber auch andere Dinge verpasst man mit dem Auto nur all zu oft – etwa die drei jungen Gänsegeier, die von einem Felsvorsprung ihre Flugübungen unternahmen. Auf einer nur ganz kleinen Runde, standen wir plötzlich auf gleicher Höhe mit den wunderschönen Vögeln, hatten somit einen einen super Beobachtungspunkt gar nicht weit von ihnen entfernt und ein unvergesslich schönes Erlebnis!

Die steilen Felshänge sind übrigens mittlerweile ein Paradies für Kletterer. Dass der Grand Canyon du Verdon erst sehr spät (Ende der 60er Jahre) ein beliebtes Ziel für diesen Sport wurde, liegt allein wohl daran, dass der Einstieg in die Felshänge hier ganz anders erfolgt als sonst. Beginnt eine Klettertour normalerweise mit dem Aufstieg, ist bei den Routen in der Verdonschlucht stets erst einmal Abseilen angesagt und die richtige Stelle zu finden fällt ohne ortskundigen Führer wohl nicht leicht. Heute ist die Schlucht eines der beliebtesten Kletterreviere in ganz Europa.

Unsere Buchtipps für die Gorges du Verdon und die Provence:

DuMont Wanderführer Provence* von Georg Henke

Karte der Gorges du Verdon 1 : 25 000*

Der Lonely Planet Reiseführer Provence, Côte d’Azur*


Entdeckungen
vom Wasser aus

Absolut empfehlen können wir Euch auch, mit einem Kanu oder Tretboot, das man am Ufer des Lac de Sainte Croix ausleihen kann, in die Schlucht hinein zu paddeln! Den Fluss so hautnah zu erleben und dabei diese riesigen, senkrechten Felswände aus der „von unten-Perspektive“ zu sehen, fanden wir wirklich beeindruckend!

Für alle, die dabei noch ein bisschen mehr Aktion wollen: Per Canyoning oder Rafting kann man dem Verdon noch ein ganzes Stückchen näher kommen.

Erlebnisse
in der Luft

Als (Tandem)Fallschirmspringer oder Paraglider landet man direkt am Ufer des Sees nach einem bestimmt unvergesslichen Flug – steht bei uns noch auf der Wunschliste! 😉

Gorges du Verdon SPEZIAL:
Am Seil

Die Brücke Pont de l’Artuby erstreckt sich in 200 Metern Höhe über einem Nebenfluss des Verdon. Ganz schön beachtlich, wie klein so ein LKW in dieser Kulisse aussieht, oder?

Will man etwas Adrenalin im Körper spüren, sollte man Sonntags zur Brücke kommen, wenn man sich am Bungee-Seil 182 Meter zwischen den Felswänden hinab vom Geländer der Brücke stürzen kann. So aufregend erlebt man wahrscheinlich kein zweites mal, wie tief die Schlucht wirklich ist!

Unser Fazit

Wie Ihr seht, ist das Gebiet wie gemacht für Outdoorer! Sich draußen bewegen, etwas erleben – hier bekommt man dafür eine der großartigsten Kulissen, die wir je gesehen haben!
Natürlich ist auch einfach mal ein Tag am Ufer des Sees in der Sonne schmoren ganz schön, aber man müsste sich selber in den Allerwertesten treten, wenn man das alles drum herum verpasst!

10 Kommentare zu “Gorges du Verdon – Outdoorbegeisterte aufgepasst!”

  1. Hi!

    Welch schönen Bilder!
    Ich bin eh schon übervoll mit Sehnsucht nach solchen Gegenden.
    Da macht es solch ein Anblick nicht besser.

    liebe Grüße
    Margarete

    1. Liebe Margarete … wir drücken die Daumen für einen ganz baldigen, nächsten Urlaub!!!

      Viele liebe Grüße aus dem Herman,
      Sabine und Micha

  2. Hallo zusammen,

    wir sind gerade in Frankreich unterwegs und mehr oder weniger auf dem zum Canyon du Verdon.
    Die von euch beschriebene Wanderung klingt top! Was habt ihr während der Wanderung mit dem Hund gemacht? Kann er Mut auf Tour oder ist es dafür zu gefährlich? Wir sind auch mit Hund unterwegs und durch die Temperaturen kann man ihn ja nicht im Bulli lassen.

    Habt ihr eventuell auch Tipps für eins Übernachtung?

    Beste Grüße aus der Alpenregion Frankreichs 🙂

    1. Hi Max,

      Leider müssen wir dir sagen, dass die meisten Wanderungen in die Gorges du Verdon nicht wirklich mit Hund zu empfehlen sind. Wir sind meistens mit Fenja früh morgens eine kleine Runde gelaufen, wenn es noch nicht so heiss war und danach ist Sabine mit ihr am Wohnmobil geblieben und ich bin alleine los.

      Für die Übernachtungstipps schicke ich dir gleich mal eine E-Mail.

      Liebe Grüße und dennoch viel Spaß im Gorges du Verdon,
      Sabine und Micha

  3. Hallo nochmal,

    wir haben es am Ende genau so gemacht. Ich bin die Tour gelaufen und Freundin und Hund haben einen entspannten Tag im Bulli und der Gaststätte gemacht. War für alle okay und für mich anstrengend.

    Die Mail kam noch nicht an, aber Schlafplätze findet man im Bereich um die Schlucht auch genug…Das wusste ich vorher nicht.

    Beste Grüße,
    Max

    1. Hi Max, Schade, dass das mit der Mail nicht geklappt hat. Ich hatte dir direkt eine mail an deine hinterlegte hotmail-Adresse geschickt. Vielleicht ist sie im Spam gelandet?

      Liebe Grüße und einen tollen Urlaub noch,
      Micha

  4. Hallo,
    ich hab noch einen Tipp:

    den Sentier Martel immer schön flußaufwärts laufen. Dann muss man nicht in der heissen Abendsonne den Berg aufsteigen. Da haben manche schon einen Freiflug gewonnen!

    Achtung auf schnell ansteigendes Wasser, denn die EDF macht auch manchmal Staumauern auf 🙂

    Und selber viel Wasser mitnehmen. Dort unten gibt es kein Kiosk. Und das Wasser vom Verdon trinkt man nicht.

    1. Hallo Erich!
      Vielen lieben Dank für den Tipp mit der richtigen Richtung! Das ist in den Sommermonaten natürlich echt sehr empfehlenswert!
      Aller beste Grüße aus Marokko,
      Sabine und Micha

  5. Hallo, ihr beiden,
    seit ich vor 5 Jahren aus gesundheitlichen Gründen das Segeln aufgeben musste (ärztliche Hilfe, falls erforderlich zu weit wechwech),
    bin ich auf einen selbst ausgebauten 37 Jahre alten Fire-Truck (MB 508) umgestiegen und war in ganz Skandinavien und im nördlichen Osteuropa insgesamt gut 35TSD km unterwegs.
    Seit Mitte der 80er war ich nicht mehr in F und E, leide auch unter einer gewissen Touri-Phobie, die sich auch und vor allem auf die meist unsensiblen Luxus-Reisenden in ihren rasenden Joghurtbechern bezieht…
    Wir, mein Labrador-Mädchen und ich, lieben vor allem das „Freistehen“ in der Pampa, das Kennenlernen von Land und Leuten und sind im Hinblick darauf im Süden recht uninformiert.
    Vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps für uns? Ob Buch, Blog oder Webseiten, es ist immer netter, nicht wild stöbern zu müssen, sondern handfeste Tipps zu bekommen.
    Falls ihr auch mal die nördlichen Länder Europas besuchen wollt, stehe ich natürlich gern mit Berichten und Rat zur Verfügung!

    Regnerische Grüße von der schleswig-holsteinischen Ostseeküste!
    Henning

    1. Hallo Henning!
      Also wir haben diese Region schon mehrfach zu unterschiedlichsten Zeiten bereist und klar, in der Hochsaison ist es hier VOLL! Wählst Du aber nicht ausgerechnet den Hochsommer, findest Du hier auch eine ganz wundervolle Ruhe und einfach traumhafte Landschaften.
      In der App Park4Night, über die wir hier auch geschrieben haben, findest Du gerade für die Region einige super Stellplatztipps. Schau mal rein, in der Onlineversion kannst Du alle Plätze kostenlos sehen! Das wäre so unser genereller Tipp, was Freistehplätze ohne suchen zu müssen angeht. Klar sind nicht alle Plätze immer erste Sahne aber solche sind doch immer wieder dabei!
      Wir schicken Dir ganz liebe Grüße aus dem Herman und viel Spaß dabei, mal wieder südliche Länder zu bereisen! 🙂
      Sabine und Micha

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