Drei Steyr offroad unterwegs

MichaelAllgemein, Marokko, Offroad, Reisen4 Comments

Drei Steyr Allrad-LKW Offroad

Mit einem Steyr Offroad unterwegs – da wird der Spaßfaktor groß geschrieben, denn Geländegängigkeit ist den 680 und 12M18 in die Wiege gelegt!


Herman hat bei seinen ersten Pistenausflügen schon eine ganz gute Figur gemacht. Für die nächste Schwierigkeitsstufe werden er und wir uns nun in der aller besten Begleitung befinden: Erfahrene Offroad-Reisende und ihre beiden Steyr 12M 18 – die jungen, starken Brüder des 680.

Langsam bahnen wir uns am Morgen den Weg aus einem kleinen Dünenfeld, wo wir die Nacht verbrachten. Wir erreichen die kleine Landstraße und stellen den Motor ab. Hier, kurz vor der kleinen Stadt Erfoud am Rande der Sahara warten wir auf Freunde. Gleich heißt es Pistenspaß unter Steyrn!

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Video-Link: https://youtube.com/watch?v=fk6yJzJCueI

Ab auf die Piste

Da kommen sie. Der große Graue mit Dorothe und Marc von Landy2go, die wir in Ouarzazate erst kennen gelernt haben. Und der wohl bekannteste Steyr aus der Szene der Reisenden und Overlander – die Pistenkuh mit ihrer Besatzung Sabine und Burkhard. Hier kommen viele Jahre Reise- und Offroaderfahrung zusammen und wir fühlen uns schon etwas geehrt, dass die beiden Teams uns, als völlige Neulinge mit auf ihre nächste Tour nehmen möchten. Die Angst, die vier mit unserer Unerfahrenheit und unseren schmalen 10er Reifen im Gelände auszubremsen fährt schon im Führerhaus von Herman mit – aber bevor wir ein Klotz am Bein werden sollten, drehen wir einfach auf leichtere Strecken ab. Erst mal freuen wir uns auf diese unheimlich nette Gesellschaft und es geht ab auf die Piste.


Steyr 680 und Steyr 12M18

Geländegängigkeit ist den Steyr-Trucks in die Wiege gelegt. Beide waren als Mannschaftstransportfahrzeuge in unwegsamem Gelände für’s Österreichische Militär im Einsatz – der Steyr 680 als Vorläufer das 12M18 fast 40 Jahr lang! Unser Herman hat seine frühen Jahre bei der Schweizer Armee verbracht und bis heute ist der 680 zum Teil in Griechenland im Einsatz! Mit fast unverwüstlicher Technik und ohne jedes überflüssige Kabel ausgestattet, gehören sie beide heute für Reisende mit zur aller ersten Wahl.

Allradantrieb, beim 680 zuschaltbar, beim 12M18 permanent, Sperren, Geländeuntersetzung, drehmomentstarkem Motor und viel Bodenfreiheit – das macht Spaß abseits der befestigten Straßen. Die Höchstgeschwindigkeit von gut 100 km/h beim 12M18 und das geräumige Fahrerhaus lassen die Besatzung etwas schneller und komfortabler in interessante Offroadgebiete anreisen, als ein Herman, mit seiner Abriegelung bei 83 km/h. Wir haben so mit unserem 680 wenigstens das Entschleunigen gelernt – eine dem alten Herrn angemessene Reisegeschwindigkeit von 75 auf dem Tacho, ein paar wenige Zwischenstops mehr auf schönen Plätzen und die Welt im Fahrerhaus ist in Ordnung. Praktisch für die Anmeldung in Deutschland ist, dass beide LKW’s auf 7,5 Tonnen abgelastet werden können – nicht weniger praktisch für den weltweiten Reiseeinsatz ist aber auch, dass beide Motoren alle erhältlichen Dieselqualitäten vertragen und eben so wenig an ein bestimmtes Öl gebunden sind.

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Etwas schwieriger bei den Steyrn ist einzig die Ersatzteilversorgung, da die Fahrzeuge leider keine weltweite Verbreitung gefunden haben. Aufgrund der sehr robusten Technik werden zum Glück aber weniger selten Ersatzteile wirklich gebraucht. Kauft man ein solches Fahrzeug um auf große Touren zu gehen, sollte man sich per se darauf einstellen, erst einmal Stand- oder andere Schäden zu beseitigen. Seit unserer Motorrevision, neuen Bremsen, Teilen der Druckluftanlage, Anlasser usw. läuft unser 680 wie ein Uhrwerk Kilometer um Kilometer, ob Asphalt oder Piste.

Solltest Du Dich für den Kauf eines 12M18 als Dein zukünftiges Expeditionsmobil interessieren, kannst Du Dich aber auch an die Firma EXCAP wenden. Bei EXCAP hat man die Möglichkeit bereits voll restaurierte Steyr 12M18 aus früheren Armeebeständen in Österreich zu kaufen.

Andere Bezugsquellen für beide Modelle können unter anderem auch sein:
Philip aus dem Hanfbachtal
Das Dorotheum
Fabian Heidtmann
4wheel24


Zwei Generationen Steyr
gemeinsam Offroad

Zwei 12M 18 mit extrem erfahrenen Offroad-Reiseteams – eigentlich über jeden Zweifel erhaben, die kommen überall hin! Aber wie würden Herman und wir uns schlagen auf so einer Tour?

Erst mitten im Dünensand lassen wir die Luft aus unseren schmalen Reifen ab. Klar, runter zu gehen mit dem Druck ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit des LKW auf so einem Untergrund. Doch schon mit 6 Bar in den Schuhen ist Herman verdammt weit gekommen! Wir sind selbst erstaunt und ziemlich stolz, dass wir bereits durch’s halbe Dünenfeld gepflügt sind, als wir zum ersten mal stecken bleiben. Alle helfen mit und nach ein bisschen schaufeln rund um die jetzt angepassten 3,5 Bar auf der Trilexfelge geht es problemlos über alle Schwierigkeiten der Tour.

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Heftig wird es erst noch einmal zum Ende der Tour. Nach Regen in der Nacht klebt Lehmboden wie Kaugummi in Hermans Profil. Auf diese Weise mit „slicks“ versehen, wird eine kleine Düne zur Herausforderung und bevor wir den Motor unnötig quälen, greifen wir lieber noch einmal zur Schaufel und ebnen Herman etwas den Weg.

Der alter Herr hat uns und sogar unsere Begleiter von seinen Fahreigenschaften überzeugt! Nach diesen grandiosen Erlebnissen haben wir jetzt erst so richtig Offroad-Blut geleckt! Wie toll, da hin gefahren zu sein, wo einfach niemand sonst ist; Absolute Ruhe, die Weite der Landschaft genießen, das Glücksgefühl, es hier her geschafft zu haben … Wahnsinn!

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Danke!

Für uns waren die letzten vier Tage das Beste, das uns hätte passieren können. In der Begleitung von vier wundervollen Menschen, mit denen wir viel, viel Spaß hatten, haben wir unser Fahrzeug und auch uns selbst besser einzuschätzen gelernt. Hätten wir diese Stecke alleine in Angriff genommen … wir hätten am ersten großen Dünenfeld mit Sicherheit den Rückwärtsgang zu einer anderen Piste eingelegt! Doch unsere Freunde haben uns mitgezogen und uns dazu gebracht, uns etwas zu trauen. Es fühlte sich ein bisschen an, als würden zwei tonnenschwere Schwimmflügel uns vorm Untergehen bei den ersten Schwimmversuchen beschützen. Das erste mal steckenbleiben im Saharasand: es endete nicht in einer möglichen Verzweiflungsaktion, sondern wird uns für alle Zeiten als spaßige Situation in Erinnerung bleiben, die ihre Schrecken vor Wiederholungen verloren hat. Natürlich werden wir uns auch jetzt nicht mutwillig irgendwo eingraben, wo es fast kein Herauskommen mehr gibt – aber wir wissen nun was zu tun ist und dass wir es es gelassen in Angriff nehmen können.

Danke für die tolle Tour und vier wundervolle Tage an Pistenkuh und Landy2go!!!


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4 Kommentare zu “Drei Steyr offroad unterwegs”

  1. Hoh Hoh…..durchgefräst durch die Shice….

    Hey Sabine und Micha…IHR SEID GEIL !!!!

    Wir sind dabei, Gerrico…..wir wolln auch …. Leck m a A…

    1. 😀 Hey ihr zwei Verrückten! Wir sollten unbedingt mal zusammen ne geile Tour fahren, da hätten wir mega Spaß dran!!! … muss ja nicht in der Sahara sein 🙂
      Freuen uns auf Euch bei Willys und wünschen Euch ne grandiose Vorweihnachtszeit!
      :* :* :*

  2. Salü ihr beiden! Echt hübsches Fahrzeug, das ihr da habt! Wir fahren aktuell einen Mowag (mowag-van.ch), sind leider aber noch nicht sehr viel unterwegs (ab nächstem Jahr dann hoffentlich ;)) und der Mog ist im Moment auch mehr ein Allzweckmobil als ein Fernreisemobil.

    Wahrscheinlich werden wir in den nächsten Jahren den Mog gegen was neues älteres und grösseres eintauschen, der 680 ist aktuell auch einer unserer Favoriten (neben Unimog s404 oder auch Saurer 2dm).

    Was mich aber eigentlich interessiert sind eure Reifen: die Trilexfelgen sind natürlich genial! aber würde der Steyr auch noch grössere bzw. breitere Reifen vertragen (Platz in den Radkästen, Einschlag, Felgenbreite, etc)?

    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    1. Hi Manu, vielen lieben Dank. 🙂 Ich habe schon von Steyr 680 gelesen, die 12,5 R 20.00 Reifen auf den Trilexfelgen fahren, aber genaueres kann ich da leider nicht berichten. Stöber hierzu am besten mal im Forum der Allrad-LKW-Gemeinschaft, dort gibt es viele 680er Fahrer bei denen die Reifengröße ein großes Thema ist. Der Steyr 680 vom Österreicher Militär hat übrigens keine Trilex-Felgen und auch größere Reifen.

      Liebe Grüße aus Marokko,
      Micha

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