Aufbau eines mobilen Lebens – Persönliche Erfahrungen

Fenja QuadfliegMotivation0 Comments

Häufig werden wir gefragt, wie wir den Aufbau eines mobilen Lebens im Allrad Wohnmobil angegangen sind. Dieser Weg wird für jeden anders und individuell aussehen. Aber vielleicht können wir Dir mit unseren persönlichen Erfahrungen trotzdem ein bisschen Inspiration mit auf Deinen eigenen Weg geben.


Marokko, 01.12.2019:

Wir sind endlich wieder unterwegs. Um uns herum ist absolute Stille, unser rollendes Zuhause steht im Nichts des südlichen Marokko. Zu unserer Linken eine Bergkette, die majestätisch und steil aus der flachen Ebene ragt. Kein Pflänzchen findet an ihnen Halt. Auf der rechten Seite ist das Gelände eine weite Ebene und ermöglicht einen weiten Blick. Bis zu der anderen Bergkette, zu deren Fuße sich unser Lieblingsort Foum Zguid anschmiegt. Man kann die Umrisse des Dörfchens bis hier hin sehen. Nachts leuchten in der Ferne seine flackernden Lichter.

Zwischen Foum Zguid und Erg Chegaga - Treffen mit der Pistenkuh
Zwischen Foum Zguid und Erg Chegaga. Für mehrere Tage stehen wir hier zusammen mit unseren Freunden von der Pistenkuh – die beiden sind schon seit 15 Jahren unterwegs (unser Video-Interview mit der Pistenkuh)!
Ecozoom Raketenofen - Frische Pizza vom Holzfeuer
Mitten im Nichts auf dem Feuer des Raketenofens mit Freunden Pizza backen. Wie steinig unser Weg zum mobilen Leben auch war – dafür hat es sich rentiert!

Ein langer Weg ist es bis hier hin gewesen – auch wenn wir vor drei Jahren schon einmal an fast genau dieser Stelle standen.

In der Zwischenzeit haben wir 1,5 Jahre lang ein neues Fahrzeug aufgebaut und aus einem Feuerwehr LKW ein Allrad Wohnmobil gemacht. 1,5 Jahre Dauerschrauben, Bauen, Verwerfen, neu machen – und dabei auf einem Parkplatz vor einer Werkstatt wohnen. Das ist halt auch Leben im Wohnmobil. Leben ist das, was gerade passiert und was passieren wird, ist bei diesem Leben viel schwerer vorherzusehen. Aber macht es das nicht aus? Eins steht fest: Unser Leben ist auf jeden Fall viel spannender und abwechslungsreicher, als es vorher war.

Wir lernen häufig Menschen kennen, die mit der Planung ins Reisemobil zu ziehen noch ganz am Anfang stehen und uns fragen, wie wir das denn so gemacht haben und wo so die Hürden lagen oder auch immer noch liegen. Wir möchten deswegen heute einfach mal darüber sprechen, wie sich das für uns entwickelt hat und hoffen, dass Du von unseren Erfahrungen vielleicht ein bisschen was für Dich mitnehmen kannst.

Warum es bei uns überhaupt dazu gekommen ist.

Sabine erzählt: Ich glaube die meisten Menschen, die davon träumen in einem Reisemobil zu leben, sehnen sich nach Freiheit. Ständig den Ort wechseln zu können, immer der Nase nach. Bei uns war es lustigerweise zuerst genau anders herum.

Wir haben zwar schon immer Roadtrips gemacht, auch bevor wir uns überhaupt kannten. Ich hatte einen T3, Micha war mit Matratze im PKW unterwegs. Gemeinsam träumten wir aber von einem kleinen Selbstversorgerhof. Wir wollten Gemüse anbauen und Ziegen und Schweine als Haustiere haben. Für uns stand aber auch fest: Wenn man sich so fest an einen Ort bindet, dann soll es auch wo sein, wo es einem richtig gut gefällt. Und das hat bei uns unter anderem mit vielen Sonnenstunden rund ums Jahr zu tun.

Unsere ersten Reisemobile: Ein T3 mit Hochdach und ein Opel Vectra B
Unsere ersten Reisemobile. T3 „Paulchen“ und ein Opel Vectra B. Campingausbau im Fließheck? Ja, das geht!

Dieses Kriterium trifft natürlich auf viele Länder zu. Man müsste also diese ganzen Länder einmal besuchen, um zu sehen, wo es einem auf Dauer gefallen könnte und wo man sich ein passendes Grundstückchen leisten könnte. Nur: 30 Tage Urlaub sind dafür einfach zu kurz. Weit entfernte Länder konnten wir mit dem Auto so nicht erreichen. Geschweige denn, richtig kennen lernen und sehen, ob man sich unter den Menschen dort wohl fühlt. Aber Flugreisen waren noch nie was für uns. Zumal der Hund mit musste, wir wären nie ohne unseren Hund in Urlaub gefahren.

So ist die Idee entstanden, länger unterwegs sein zu müssen. Gleichzeitig waren wir von Arbeit und Alltag nicht erfüllt. Die Tage immer gleich … vor allem ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Montag in 5 Jahren noch genau so abläuft, wie der Montag kommender Woche. Der Gedanken frustriere mich zunehmend, obwohl ich einen Job hatte, der mir gefiel.

Die Fahrzeugwahl war damals noch völlig unklar. An einen Reisebus hatten wir zuerst gedacht. Irgendwie muss man ja die 60qm Wohnung auf die Straße bringen, oder!? Zum Glück ist uns aber auch recht bald klar geworden, dass wir keines unserer Traumziele erreichen würden, wenn wir mit einem Bus unterwegs wären. Schließlich wollten wir auch Länder bereisen, in denen die Straßen noch nicht alle geteert sind.

Die Fahrzeugwahl war ein langwieriger Entscheidungsprozess, aber das würde hier das Thema jetzt völlig sprengen.

Unseren ersten LKW kauften wir 2014.

Steyr 680 Plane Spriegel
Sommer 2014: Wir sind jetzt LKW Besitzer. Ein Steyr 680 mit Plane Spriegel. Dahinter unser Citroen Jumper – „Herman der Erste“. Jetzt heißt es: Eine Kabine bauen, einziehen, los!

War uns klar, worauf wir uns da einlassen?

Nein! Erst wollten wir unser Leben im Fahrzeug dadurch finanzieren, dass wir sparen, bis wir von dem Geld fortan leben können. Hätten wir so früh angefangen, wie Sabine und Burkhard (siehe unser Video-Interview mit Pistenkuh), wäre das gegangen. Wir waren allerdings schon einige Jahre älter. Zum Zeitpunkt unserer Planung waren wir in dem Alter, in dem die beiden bereits finanziell unabhängig waren und losgefahren sind. Mit unseren Jobs und zeitlich irgendwie greifbar, wäre das nur mit einer 100% Risikoanlage gegangen. Aber am Schluss stehst Du dann da und hast vielleicht gar nichts mehr. Das war uns dann doch zu blöd.

Dennoch waren wir noch jung genug um einfach mal was auszuprobieren.

Wir haben uns über Jahre vorweg schon ein kleines Polster aufgebaut, ohne wirklich zu wissen wofür. Warum nicht für ein Leben im LKW? Für den Aufbau einer Selbstständigkeit?

In unseren Augen konnten wir konnten nur gewinnen. Wenn uns das Leben im Reisemobil nicht gefällt oder die Selbstständigkeit nicht funktioniert, haben wir aber wertvolle Erfahrungen gewonnen.

Unser konkreter Plan: Ein finanzielles Polster für ein Jahr, in dem die Selbstständigkeit noch nichts einbringen muss. Wenn dann zumindest ansatzweise erkennbar ist, dass wir die Sache ans Laufen bringen können und es sich lohnt, weiter 100% zu geben: Gut, weitermachen. Falls nicht, hätten wir immer noch Rücklagen für ein weiteres Jahr, indem wir uns eine Wohnung und neue Jobs suchen können, ohne auf staatliche Hilfe zurückgreifen zu müssen. Eine erhöhte Null Grenze auf dem Konto, so zu sagen. War ja auch unsere Schnapsidee, Hilfe beanspruchen wollten wir dafür auf keinen Fall.

Damit dachten wir, wir hätten einen total tollen Plan und wir wären vorbereitet. Eigentlich waren wir aber trotzdem sehr blauäugig. Ein kleines Gefühl dafür bekamen wir, als man tatsächlich den Job gekündigt hat, ohne einen neuen zu haben, und noch ohne Einkommen aus der Selbstständigkeit zu generieren. Noch mehr, als die Maklerin ihre Hand nach dem Wohnungsschlüssel ausstreckte. Ich werde dieses Gefühl niemals vergessen, das mich überkam, als ich einen Augenblick später aus dem Haus ging und unseren Kastenwagen auf der Straße sah. Ich konnte nur denken: Wenn Du jetzt dieses Auto in den Graben fährst, bist Du obdachlos.

Eine Briefmarke auf dieses Schriftstück zu kleben und in den Briefkasten zu stecken … dabei haben wir uns schon kurz gefragt, ob wir jetzt das Richtige tun oder einfach total bescheuert sind.

Ist dieses Gefühl bis heute geblieben?

Micha erzählt: Das hat sich sehr schnell gelegt. Wir hatten aber auch noch einen Alltag und unsere Routinen. Wir hatten beide noch feste Jobs zu dem Zeitpunkt und standen ein halbes Jahr frei in und um Köln herum. Letztendlich hatte ich das Gefühl auch nie wirklich, denn wir hatten ja genau dafür Rücklagen geschaffen.

Anfangs haben wir noch in einem fertig ausgebauten Kastenwagen gelebt. Der LKW befand sich noch im Bau, alles dauerte länger als geplant – daraus haben wir bis heute nicht gelernt, wie wir beim Bau des zweiten LKW gesehen haben *lach*.

Bei mir war eher immer die Frage:

Wann geht’s denn endlich los? Wann sind wir unterwegs? Das fühlte sich alles noch so ‚wie immer‘ an.

Mittlerweile denke ich mir oft, dass man die Zeit gar nicht so richtig genossen hat. Das war total toll, im Camper hatte alles so einen Geschmack von Freizeit, von Urlaub. Du kommst von der Arbeit und gehst nicht in deine Wohnung und guckst Fernsehen … Du steigst ins Auto und suchst einen guten Nachtplatz. Mir hat das sehr gefallen.

Neben den Jobs haben wir unseren ersten LKW gebaut und als der endlich fertig war … das war irgendwie richtig Aufbruchstimmung! Jetzt können wir die Welt entdecken und entspannt die Selbstständigkeit starten, jetzt geht’s los!

Und wohin ging es dann?

Micha erzählt: Den LKW haben wir in der Eifel gebaut. Die erste Fahrt: Zum Neujahrsschwimmen an die Nordsee. Wenn das mal nicht ein cooler Start in unser erstes Reisejahr ist, dachten wir uns.

Unsere große Fahrt endete aber dann für die nächsten Monate in einem Vorgarten in NRW. Nach der Tour an die Nordsee, hatten wir einen kapitalen Motorschaden. Gleichzeitig hatten wir aber auch das Glück des Jahrhunderts gepachtet und wenige Tage zuvor unseren „Schraubergott“ kennengelernt.

Der Motorschaden war scheiße. Wir hatten so hart darauf hin gearbeitet, so weit zu kommen. Haben über ein Jahr lang jede Sekunde und so viel Geld in den Bau dieses LKW gesteckt. Sind nach der Arbeit mit dem Kastenwagen eine Stunde in die Eifel gefahren, haben bei Eis und Schnee gebaut und geschraubt, nachts wieder zurück nach Köln, Richtung Arbeit und am nächsten Tag das Gleiche. Und jetzt das. Alles stand in Frage und auf der Kippe. Für mich rückte das endlich mal los kommen in weite Ferne und für Sabine ging so ein bisschen die Welt unter. Mir war es wichtig, dass sie trotzdem den Mut und den Spaß an der Sache nicht verliert, was es für mich nicht einfacher machte.

Motorrevision beim Steyr 680. Hätten wir damals schon Youtube-Vlogs gedreht: „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ wär dagegen ein Scheiß gewesen.

Insgesamt zog sich die Reparatur über 4 Monate. Aber obwohl man diese Situation ganz bestimmt nicht gebraucht hätte – wir würden sie im Nachhinein nicht missen wollen. Wir haben die tollsten Menschen kennengelernt, die man sich nur vorstellen kann. Im Speziellen möchte ich hier einfach mal sagen: DANKE MARCO, falls Du das hier liest! Außerdem waren die besten Freunde, die man sich wünschen kann, Claudia und Andreas von 14qm sofort zur Stelle und sind einfach die ganze Zeit über geblieben. Sie haben uns jeden Tag moralischen Halt gegeben und uns immer mit frisch gebackenen Kuchen und Keksen unterstützt.

Kuchen versöhnt einen mit so mancher Baustelle. Danke Claudia!

Sabine erzählt: Ich persönlich habe von dieser, aber auch von vielen anderen Situationen, die durch Probleme mit dem LKW oder dem Leben darin verursacht wurden, im Nachhinein betrachtet sehr profitiert. Ich bin immer noch eher der Pessimist von uns beiden. Aber ich habe auch etwas festgestellt:

Es ist nie so beschissen, dass es nicht irgendwie weitergeht!

Es ist nie so beschissen, dass es nicht irgendwie weitergeht!

Wird am Ende alles gut?

Micha erzählt: Das wäre schön. Aber das Leben ist nun mal nicht wie bei Instagram und das ist auch gut so.

Du fährst ein Haus auf Rädern durch die Gegend und natürlich geht da mal was kaputt. Es muss gewartet, repariert oder ausgetauscht werden. Nicht ständig, aber es wird passieren – immer wieder!

Zum Glück werden wir mit jedem Problem entspannter. Ich glaube, ansonsten hätten wir schon wieder eine feste Wohnung. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen man denkt: Ich schmeiß jetzt alles hin! Hat doch jeder. Aber nach ein paar Minuten ist das auch wieder vergessen. Ich fahre eigentlich immer ganz gut damit positiv zu denken, die guten Sachen zu sehen und meinen Humor nicht zu verlieren.

Wenn wieder mal nix geht. Differential ausbauen auf einem Portugiesischen Campingplatz.

Ich glaube, dass das auch eine wichtige Eigenschaft ist, wenn man im Auto wohnt. Du triffst jeden Tag auf irgendwas, was Du vorher nicht bedacht hast. Das fängt mit banalen Sachen an: Deine Frischwasser Reserven sind leer. Du fährst zum einzigen Stellplatz in der Umgebung, an dem man Wasser nachtanken kann und Du hast das dort auch schon 10 mal gemacht. Du kommst an: Wasser abgestellt. Ja blöd, jetzt hast Du weder was zum spülen, noch zum kochen, Zähne putzen oder trinken, die Läden haben nämlich schon längst zu. Oder Nachts klopft jemand an deine Tür und schickt dich vom Platz weg … Gut letzteres ist uns in 4 Jahren seltenst passiert. Aber Dinge passieren halt und wenn Du im Auto lebst, passieren irgendwie mehr Dinge, das kann man gar nicht vermeiden. Aber gerade das macht es für uns auch so spannend.

Und – ja doch. Eigentlich wird am Ende immer alles gut, denn die schönen Dinge überwiegen ganz klar. Wir stehen jetzt seit Tagen hier in dieser geilen Landschaft, können in Ruhe arbeiten und wenn man mal eine Pause braucht, klappt man einfach den Laptop zu und ist sofort in einer anderen Welt. Das liebe ich!

Mit dem Laptop in der Hängematte arbeiten. So romantisch ist das Arbeiten unterwegs keineswegs immer – aber wenn, dann genießt man es natürlich besonders.

Sabine erzählt: Ich denke Durchhaltevermögen ist etwas, das man unbedingt braucht und Micha färbt mit seinem Optimismus zum Glück auch toll auf mich ab. Nicht zuletzt verändert sich aber auch eine Partnerschaft, wenn man plötzlich 24/7 auf 9qm Wohnfläche zusammen lebt und vielleicht sogar wie wir, den ganzen Tag an den gleichen Projekten arbeitet. Auch dessen waren wir uns vorher nicht bewusst, gerade was den belastenden Faktor einer Selbstständigkeit angeht, die von beiden als Team aufgebaut werden soll.

Wir hören von anderen oft, dass sie es toll finden, was für ein unabhängiges, freies Leben wir führen. Doch eines ist klar: Wenn Du Dir solche Voraussetzungen aussuchst, um ein Leben im Reisemobil zu führen und unterwegs zu sein, wirst Du erst einmal recht wenig vom Reisen haben. Du bist immer auf der Suche nach einem Funkturm für guten Internetempfang – oder freiem Wlan, weil Du die Kosten so gering wie möglich halten musst (Internet unterwegs: Unser Info-Video!)

Sparsamkeit ist übrigens ein wichtiger Faktor für uns gewesen. Während unserer ersten Reise, bei der wir ein halbes Jahr in Marokko verbrachten, hatten wir unsere Fixkosten auf insgesamt 195 Euro im Monat gedrosselt. Mit Versicherungen, LKW, allem drum und dran. Die Lebenshaltungs- und Reisekosten in Marokko konnten wir dabei ebenfalls sehr gering halten. Für uns war immer entscheidend, alles selbst zu finanzieren. Keine Bank, kein Gründerzuschuss, kein Arbeitslosengeld – schon ganz banal, weil wir die Herumreißerei mit den Ämtern scheuen.

Das Tolle ist aber: Dadurch schreibt uns auch kein Mensch vor, wo wir unser Büro heute hinstellen. Ob wir jetzt an einem Strand in Andalusien, in einer Sandwüste in Marokko oder auf einem Autobahnrastplatz zwischen den Fernfahrern arbeiten … das Gefühl eingesperrt zu sein in einem Kölner Büro ist auf jeden Fall vorbei und das ist phantastisch.

In der Wüste mit dem Wohnmobil Sonnenuntergang
Auch wenn wir unterwegs arbeiten und sparen müssen – Büro und Zuhause an solchen Plätzen stehen haben zu können, ist jeden Aufwand wert!

Fühlt ihr Euch komplett unabhängig und frei?

Unabhängig und frei – naja: Auch mit genug Geld, bist Du auch als Nomade auf Rädern ständig auf irgendwas angewiesen. Du musst sogar viel mehr Zeit des Tages darauf verwenden, wie Du das Notwendige auftreibst, als Du das in einem normalen Alltag müsstest. Wo gibt es Wasser, wo kannst Du entsorgen, wo kannst Du übernachten, ohne weggeschickt zu werden. Normalerweise kommt das Wasser halt aus dem Hahn, die Müllabfuhr nimmt Deinen Dreck mit und Schlafen tust Du seelenruhig, weil Du weißt, dass nicht gleich jemand von Dir wissen will, was Du hier überhaupt zu suchen hast.

Ob das auf Dauer etwas für einen ist, muss man herausfinden. Wir kennen auch Leute, denen wurde diese Unsicherheit zu viel, nie zu wissen, wo man die nächste Nacht schläft und ob die Nacht ruhig verlaufen wird. Auf der anderen Seite wird man Geschichten nie vergessen wie diese, wo wir Nachts aus versehen zu nah an der Algerischen Grenze geschlafen haben. Da bekamen wir plötzlich Besuch von einem Militärtrupp mit Maschinengewehren bei Fuß.

Genau das macht halt aber dieses Leben aus: Abenteuer sind nie besonders großartig, so lange man drin steckt – erst, wenn man die Situation gemeistert hat und im Nachhinein drüber lachen kann, ist es eine gute Lagerfeuergeschichte. Aber wenn nichts passiert, gibt‘s auch keine Geschichten zu erzählen. Am Ende, also am Lagerfeuer, wird also dann wirklich alles gut.

Sabine erzählt: Bei der Frage, in welchem Land wir einmal bleiben möchten, sind wir indessen noch kein Stück weiter. Nach fünf anstrengenden Jahren, stehen wir mit dem wirklichen Reisen am Anfang, aber so langsam glaube sogar ich: Am Ende wird alles gut. Es war anstrengend, aber wir SIND unterwegs. Wir werden Euch weiter davon berichten und vor allem immer Montags auf Youtube unsere mitgefilmten Lagerfeuergeschichten für Euch hochladen.

Die Moral von der Geschicht‘

Das sind halt jetzt sehr persönliche Erfahrungen, die wir gemacht haben und hier wiedergeben. Was wir Dir damit eigentlich sagen wollen: Egal, wie Deine Voraussetzungen sind – ob Du vor dem Umzug ins Reisemobil sparst, bis zur finanziellen Unabhängigkeit, als Wwoofer, rollender Handwerker, oder wie wir als Online-Dienstleister durch die Welt ziehen möchtest und egal, wie groß oder klein Dein Auto ist: Geh die Sache nicht blauäugig an und sei Dir im Klaren, dass auch das vermeintlich tollste Leben seine Schattenseiten hat, an denen man manchmal verzweifeln könnte.

Aber lieber es ausprobieren und später einmal sagen: Ich hab’s probiert und es war nichts für mich, als es gar nicht erst zu versuchen.

Man sollte sich selbst auf jeden Fall einen doppelten Boden schaffen, mit dem man sich auffangen kann. Jeder Fehler, den man dann machen, kann nicht so schlimm sein, wie sich sagen zu müssen: Das ist mein Traum, aber ich traue mich nicht, ihn zu leben.

Reiseberichte

Wir wollen Dich gerne mitnehmen. Lass Dich von unseren Reisen und Tracks zu eigenen Reisezielen inspirieren. Wir mischen in unseren Reiseberichten persönliche Eindrücke und handfeste Infos für Dich!

Bau unseres 2. LKW als Video-Vlog

Den Umbau eines IVECO 90-16 Feuerwehr LKW zum Allrad Reisemobil haben wir in Video-Tagebucheinträgen festgehalten. Wir zeigen, was und wie wir es gebaut haben.

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