Wohnmobil Selbstausbau – Fahrzeugvorstellung Sternchen Benz

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Ulrich Dolde und Edith Dolde mit ihrem Sternchen Benz Expeditionsmobil

Das „Sternchen“ von Ulrich Dolde hat unter Wohnmobil Selbstausbauern fast Promistatus. Der Autor des Buches „Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren*“ stellt uns hier das Reisefahrzeug in einer ausführlichen Tour vor.


Sein Buch kennen wir schon lange. Wir haben es beim Bau von Herman zu Rate gezogen und waren froh um so manchen Tipp. Dementsprechend war es auch eine spannende Sache, Ulrich und seine Frau Edith in Marokko endlich mal persönlich kennen zu lernen. Wir verstanden uns auf Anhieb super und haben nun die Freude, Euch hier ihr Sternchen in allen wichtigen Details zeigen zu dürfen!

Ulrich Dolde und Edith Dolde mit ihrem Sternchen Benz Expeditionsmobil

DAS BASISFAHRZEUG

Sternchen ist ein Mercedes Benz 914. Baujahr 1988 mit Allradantrieb. Früher beim Kampfmittelräumdienst der niederländischen Armee, haben Ulrich und Edith ihn 2008 als Reisefahrzeug umgebaut.

Die original 136 PS konnten durch Feinabstimmung der Einspritzpumpe um nochmal etwa 15 PS erweitert werden. Damit ist das „Sternchen“ immer noch keine Rennsemmel. Doch mit dem zuverlässigen OM 366 als Motor, ausreichend Drehmoment und permanentem Allradantrieb für eine Offroadreise bestens gewappnet.

Der Mercedes 914 bringt es auf 9 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Mit den typischen Modellbezeichnungen bei Mercedes Benz sind die wichtigsten Größen ganz gut zu merken. Während die erste Zahl (bzw. die ersten beiden, bei vierstelligen Bezeichnungen) das Gesamtgewicht angibt, nennen die letzen beiden die ungefähre Motorleistung in PS. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht, oder?

Kabine und Lagerung

Also Kabine dient ein Shelter des bekannten Herstellers Zeppelin. Er besteht aus Alusandwich mit 60 mm PU Schaum als Isolierung.

Die Fenster kommen von der Firma Seitz. Bei den Dachluken fiel die Entscheidung auf die ebenfalls beliebten Heki’s von Dometic.

Die Kabine wird mit einer Lagerung vom Fahrgestell entkoppelt. Im Grund genommen entspricht ihre Wirkung einer Vierpunktlagerung. Sie wurde jedoch auf dem vorhandenen Zentralrohrrahmen des Kipperfahrgestells aufgebaut.

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Ausbau der Wohnkabine

Schlafen

Uli hat sich vorwiegend aufgrund des besonders gut nutzbaren Stauraums für ein Festbett entschieden. Uli möchte nicht auf seine Surf- und Kite Spielzeuge verzichten, deswegen ist das Bett auch stattliche 1,50 m breit geworden. So passt alles „in den Keller“, was man an wichtigen und weniger wichtigen Dingen so braucht.

Bad

Das Bad ist ein kleines Platzsparwunder geworden. Trotzdem wurde auf nichts verzichtet.

Typisch Expeditionsmobil, wird die Dusche im Sternchen als Eingang genutzt. Dadurch erhält man eine Art Dreckschleuse. Nasse Schuhe zum Beispiel können in der Edelstahlwanne bleiben und dort erst einmal trocknen.

Geschickt gemacht ist die Schiebetür, die den Raum zur Küche hin verschließt. Ist das Bad geöffnet, kommt die Tür vor dem daran anschließenden Kleiderschrank zu liegen und stört so weder Bewegungsfreiheit noch Raumgefühl.

Toilette

Die Toilette ist platzsparend und schwenkbar im Bad untergebracht, darüber befindet sich das klappbare Waschbecken. Verbaut ist eine Thetford C 200 CS mit elektrischer Wasserspülung. Hinzu kommt eine zweite Kassette um länger nicht leeren zu müssen. Chemie benutzen Edith und Ulrich für ihre Toilette nicht.

Update zur Toilette:

Auch Uli und Edith haben sich in der Zwischenzeit von den Vorteilen einer Trockentoilette überzeugen lassen. Warum das so viel praktischer ist, erfährst Du hier:

Info Thema: Trockentoilette im Wohnmobil

Küche / Aussenküche

Bei einem Wohnmobil Selbstausbau ist es völlig normal, dass immer wieder umgebaut und optimiert wird. Der Origo Spirituskocher*, der einst die Küche bestückte, musste weichen. Die Geister scheiden sich wohl an dem Origo. Die manchmal geäußerte Kritik er habe einfach nicht genug „Dampf“, bestätigen die Doldes. Rene Freitag in seinem T3 Syncro „Horst“ zum Beispiel kann diese Meinung wiederum nicht verstehen.

Uli und Edith haben den Origo durch ein zweiflammiges Gaskochfeld von Dometik ersetzt. Ein Gastank sitzt unüblicher Weise über dem Durchstieg zum Fahrerhaus.

Auf einem Auszug in der Staubox hinten links befindet sich die Außenküche. Mit den zwei einflammigen Cago JV 03 Gaskochern* (die es auch in einer Ausführung mit zwei Flammen gibt), sind Edith und Ulrich mehr als zufrieden. Kurzum, die Außenküche ist ein häuig genutzer Anbau mit hohem Wohlfühlfaktor bei schönem Wetter!

Die frischen Lebensmittel finden in einem Dometic Kompressorkühlschrank mit 11 l Gefrierfach ihren Platz.

Aussenküche am Expeditionsmobil

Sitzgruppe

Die Sitzgruppe befindet sich quer vor dem Bett. Mit einem dritten Polster am Bett entlang, dass beide Sitzmöglichkeiten verbindet, entsteht eine Möglichkeit die Füße hoch zu legen. Für einen bequemen Zugang auf beiden Seiten und auch durch ins Bett, ist der Tisch seitlich verschiebbar.

Edith und Ulrich Dolde in ihrem Wohnmobil
Edith und Ulrich in ihrem Sternchen

Strom

Solarmodule speisen mit 315 Wp zwei Lithium-Ionen-Batterien von jeweils 180 Ah Speicherkapazität.

Weiterhin können die Akkus während der Fahrt durch die Lichtmaschine nachgeladen werden. Ein Anschluss an 230 V macht den Strom in Ulrich Doldes Wohnmobil Selbstausbau komplett.

Heizung

Eine Webasto Dual Top RHA 100 heizt mit Diesel die Wohnkabine auf und bereitet Warmwasser.


Eine Diesel Standheizung für’s Wohnmobil?

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Möbelbau

Damals setzte Uli noch auf 16 mm melaminbeschichtete Tischlerplatte. Einerseits sind die Möbel so besonders stabil geworden und selbst härteste Rüttelpisten konnen ihnen bisher nichts anhaben. Andererseits sind sie aber auch sehr schwer.

Heute würde Ulrich auf V-Block Platten mit Folienbeschichtung setzen – Ausführlliche Informationen zu diesen Erfahrungen aus Bau, Optimierung und Reiseerfahrung, gibt es natürlich auch zu diesem Thema in seinem Buch.

Buch Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren

Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren* ist DAS Standardwerk der Szene geworden. Auf 512 Seiten gibt Ulrich unglaublich viel Wissen und Erfahrung weiter. So kannst Du ohne Frust selbst das Wohnmobil bauen, das am besten zu Dir passt.

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Anbauten

Gemeinsam mit Tobias von 4wheel24 hat Ulrich einen absenkbaren Heckträger entwickelt. Seine Plattform bietet Platz für zwei Ersatzräder und das mitgeführte Motorrad.

Der Heckträger kann elektrisch bis zum Erdboden abgelassen werden kann. Entsprechend einfach gestaltet sich das Verladen und Herunternehmen des Motorrads. Auch die schweren Reifen lassen sich so bequem auf handeln.

Der Träger ist mit bis zu 500 kg belastbar, die Plattform ist in der Hälfte der Breite klappbar.

Zusätzlicher Vorteil der absenkbaren Bühne ist die Nutzbarkeit der hinteren, großen Tür des Shelters.

Heckträger am Expeditionsmobil
Der absenkbare Heckträger ermöglicht ein leichtes Verladen von Ersatzrädern und Motorrad.

MIT EDITH UND ULRICH AUF TOUR

Uns haben die Tage mit Edith und Ulrich total viel Freude gemacht. Wir haben gemeinsam einige Pistenkilometer auf echt abenteuerlichen Touren zurück gelegt – wie zum Beispiel hier, als wir uns plötzlich ohne Piste und planlos im absoluten Nichts befanden!

Marokko mit Expeditionsmobilen

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