Wohnmobil Selbstausbau – Fahrzeugvorstellung Sternchen Benz

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OFFROAD BIS 7,5t


MERCEDES 914 AK + FM2 SHELTER

Wohnmobil Selbstausbau Edith und Ulrich Dolde

Ein Wohnmobil Selbstausbau, der eine recht hohe Bekanntheit unter den Selbermachern erlangt hat, ist das „Sternchen“ von Ulrich Dolde. Der Autor des Buches „Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren*“ stellt uns hier sein Reisefahrzeug vor.

Sein Buch kennen wir schon lange. Wir haben es beim Bau von Herman zu Rate gezogen und andere Selbstausbauer haben das wohl nicht anderst gemacht, wie wir in Gesprächen immer wieder hören. Dementsprechend war es auch eine spannende Sache, Ulrich Dolde und seine Frau Edith in Marokko endlich mal persönlich kennen zu lernen. Wir verstanden uns auf Anhieb super und haben nun die Freude, Euch hier ihr Sternchen in allen wichtigen Details zeigen zu dürfen!

STERNCHEN BENZ – DAS FAHRGESTELL

Sternchen ist ein Mercedes Benz 914. Baujahr 1988 mit Allradantrieb. Früher beim Kampfmittelräumdienst der niederländischen Armee, haben Ulrich und Edith ihn 2008 als Reisefahrzeug umgebaut.

Die origiginal 136 PS konnten durch Feinabstimmung der Einspritzpumpe um nochmal etwa 15 PS erweitert werden. Damit ist Sternchen immer noch keine Rennsemmel, doch mit dem zuverlässigen OM 366 als Motor, ausreichend Drehmoment und permanentem Allradantrieb, für eine Offroadreise prädestiniert.

Der 914 bringt es auf 9 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht – Alles eigentlich ganz gut zu merken mit den typischen Modellbezeichnungen bei Mercedes Benz. Während die erste Zahl (bzw. die ersten beiden, bei vierstelligen Bezeichnungen) das Gesamtgewicht angibt, nennen die letzen beiden die ungefähre Motorleistung in PS. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht, oder?


DER AUSBAU

Ein Shelter des bekannten Herstellers Zeppelin, bestehend aus Alusandwich mit 60 mm PU Schaum als Isolierung. Die Fenster kommen ganz wohnmobiltypisch von der Firma Seitz. Bei den Dachluken fiel die Entscheidung auf die ebenfalls berühmten Heki’s von Dometic.

Die Kabine wird mit einer Lagerung vom Fahrgestell entkoppelt, die im Ergebnis einer Vierpunktlagerung entspricht. Sie wurde auf dem vorhandenen Zentralrohrrahmen des Kipperfahrgestells aufgebaut.

DIE KABINE

Das Tolle beim Wohnmobil Selbstausbau ist, dass man bereits beim Grundriss alles genau so planen kann, wie es den eigenen Bedürfnissen entspricht.

SCHLAFEN

Uli hat sich vorwiegend aufgrund des besonders gut nutzbaren Stauraums für ein Festbett entschieden. Die für ein Wohnmobil stattliche Breite von 1,50 ist dem Platzbedarf für einige Surfbretter und Kitesegel geschuldet, denn Uli ist eine echte Wasserratte. Keine Reise ohne Wassersport.

BAD

Obgleich im Bad alles vorhanden ist, was man für ein Wellnessprogramm benötigt, ist es dennoch ein kleines Platzsparwunder. Typisch Expeditionsmobil, wird es im Sternchen als Eingang genutzt. Hier wirkt es wie eine Dreckschleuse. Nasse Schuhe zum Beispiel können in der Edelstahlwanne bleiben und dort erst einmal trocknen. Geschickt gemacht ist die Schiebetür, die den Raum zur Küche hin verschließt. Ist das Bad geöffnet, kommt die Tür vor dem daran anschließenden Kleiderschrank zu liegen und stört so weder Bewegungsfreiheit noch Raumgefühl.

TOILETTE

Die Toilette ist platzsparend und schwenkbar im Bad untergebracht, darüber befindet sich das wegklappbare Waschbecken. Verbaut ist eine Thetford C 200 CS mit elektrischer Wasserspülung. Hinzu kommt eine zweite Kassette für längeres autark sein. Chemie benutzen Edith und Ulrich für ihre Toilette nicht.

KÜCHE / AUSSENKÜCHE

Bei einem Wohnmobil Selbstausbau ist es völlig normal, dass immer wieder umgebaut und optimiert wird – der Origo Spirituskocher, der einst die Sternchenküche bestückte, musste weichen. Die Geister scheiden sich wohl an dem Origo. Die manchmal geäußerte Kritik er habe einfach nicht genug „Dampf“, bestätigen die Doldes auf jeden Fall. Infolgedessen haben die beiden später ein zweiflammiges Gaskochfeld von Dometik nachgerüstet. Ein Gastank sitzt unüblicher Weise über dem Durchstieg zum Fahrerhaus.

Auf einem Auszug in der Staubox hinten links befindet sich die Außenküche. Mit den zwei einflammigen Cago JV 03 Gaskochern* (die es auch in einer Ausführung mit zwei Flammen gibt), sind Edith und Ulrich mehr als zufrieden. Kurzum, die Außenküche ist ein häuig genutzer Anbau mit hohem Wohlfühlfaktor bei schönem Wetter!

Die frischen Lebensmittel finden in einem Dometic Kompressorkühlschrank mit 11 l Gefrierfach ihren Platz.

Wohnmobil Selbstausbau mit Aussenküche
SITZGRUPPE

Zum Gegenübersitzen, mit ausreichend Platz und einer schmalen, dritten Bank zum Bett hin versehen, so dass von beiden Seiten die Füße hoch gelegt werden können. Es ist super gemütlich, wir haben es getestet! Für einen bequemen Zugang auf beiden Seiten und auch durch ins Bett, ist der Tisch seitlich verschiebbar.

Edith und Ulrich Dolde in ihrem Wohnmobil
STROM

Solarmodule speisen mit 315 Wp zwei Lithium-Ionen-Batterien von jeweils 180 Ah Speicherkapazität. Zweitens können die Aufbauakkus während der Fahrt auch durch die Lichtmaschine nachgeladen werden. Ein Anschluss an 230 V macht den Strom in Ulrich Doldes Wohnmobil Selbstausbau komplett.

HEIZUNG

Eine Webasto Dual Top RHA 100 heizt mit Diesel die Raumluft auf und bereitet Warmwasser.

MÖBEL

Selbst die Möbel hat Ulrich selbst gebaut. Damals setzte er noch auf 16 mm melaminbeschichtete Tischlerplatte. Einerseits sind die Möbel so natürlich besonders stabil geworden und selbst härteste Rüttelpisten konnen ihnen bisher nicht das Geringste anhaben. Andererseits sind sie natürlich aber auch sehr schwer. Heute würde Ulrich auf V-Block Platten mit Folienbeschichtung setzen – Ausführlliche Informationen zu diesen Erfahrungen aus Bau, Optimierung und 100.000 Kilometern Reiseerfahrung gibt es natürlich auch zu diesem Thema in seinem Buch „Wohnmobile selber bauen und optimieren“

Wohnmobil Selbstausbau – die perfekte Anleitung!

Ulrich hat seinen Wohnmobil Selbstausbau von der Entscheidung für das Fahrzeug bis zum kleinsten Bauteilchen dokumentiert. Dazu beschreibt er ausführlich und mit hunderten Fotos, wie er beim Bau vorgegangen ist, welche Fehler er gemacht hat und wie man sie vermeidet. Das Buch, das er darüber geschrieben hat enthält in der nun dritten Auflage wesentlich mehr als nur die Beschreibung des Baus von Sternchen. Hier findet jeder wichtige Infos, auch wenn er das richtige Material für den Selbstausbau seines Kastenwagens sucht. Dementsprechend hat es sich so zu sagen inzwischen zum Standardwerk des Wohnmobil Selbstausbaus* entwickelt, gerade ist auch die englische Ausgabe auf den Markt gekommen!

ZUSÄTZLICHES

Gemeinsam mit Tobias von 4wheel24 hat Ulrich einen Heckträger entwickelt, der eine Plattform mit Platz für zwei Ersatzräder und das mitgeführte Motorrad zu bieten hat. Er kann elektrisch bis zum Erdboden abgelassen werden kann. Entsprechend einfach gestaltet sich das Verladen und Herunternehmen des Motorrads aber auch der Reifen, die ja ebenfalls nicht gerade Leichtgewichte sind. Der Träger ist mit bis zu 500 kg belastbar, die Plattform ist in der Hälfte der Breite klappbar.
Zusätzlicher Vorteil der absenkbaren Bühne ist die Nutzbarkeit der hinteren, großen Tür des Shelters.

Wohnmobil Selbstausbau mit Heckträger von 4Wheel24
MIT STERNCHEN AUF TOUR!

Uns haben die Tage mit Edith und Ulrich total viel Freude gemacht. Wir haben gemeinsam einige Pistenkilometer auf echt abenteuerlichen Touren zurück gelegt – wie zum Beispiel hier, als wir uns plötzlich ohne Piste und planlos im absoluten Nichts befanden!

WIE GEFÄLLT DIR DAS
STERNCHEN?

Wie immer freuen wir uns über Deinen Kommentar zu dem vorgestellten Wohnmobil Selbstausbau! Was gefällt Dir besonders gut, was hättest Du andes gemacht? Wir sind gespannt!

* Über diesen Link kannst Du dieses oder auch andere Produkte direkt bei Amazon.de bestellen. Wir erhalten bei Kaufabschluss eine kleine Provision, ohne dass Dir dadurch weitere Kosten entstehen.

11 Kommentare zu “Wohnmobil Selbstausbau – Fahrzeugvorstellung Sternchen Benz”

  1. Hallo Ihr Beiden,

    Das ist wie immer der Wahnsinn, dass Ihr euch die Mühe macht solch eine Vorstellung in Bild, Text und Ton den Lesern hier zu präsentieren.
    Super schön finde ich ganz persönlich, dass man durch die vielen Vorstellungen als „Neuling“ eine Live Übersicht bekommt wie es bei anderen Menschen aussieht. Jeder der vor der Planung steht sich ein Reisemobil oder Expeditionsfahrzeug zu bauen, der bekommt eine Vorstellung und Viele Tipps wie man es machen kann. Am Ende baut sich natürlich jeder sein ganz persönliches Mobil.

    Ich für meinen Teilen würde mich aber noch mehr für Videos und Infos in der bis 3,5 Tonnen Klasse interessieren.
    Viele Menschen im Aktuellen Alter von ca 30 Jahre die eine Weltreise vor haben müssen ja entweder noch einen C Führerschein machen oder eben bei der bis 3,5 Tonnen Klasse bleiben.

    Falls ihr auf Euren Reisen noch Mobile dieser Klasse findet, fände ich es Mega Klasse wenn ihr dazu auch solche Videos macht.

    Monty von „TheSaharaTouch“ war ja genau sowas und hat mich auch sehr begeistert.

    Alles in Allem, an dieser Stelle mal wieder alle Daumen hoch für Euer Herzblut was Ihr hier rein steckt !

    DANKE

    Gruß Florian

    1. Hallo Florian!
      Total schön, dass Du wieder dabei bist und ganz dickes DANKESCHÖN für Dein tolles Lob!!! :))

      Ja, genau so ist das mit den Videos auch gedacht!:) Bevor wir Herman gebaut haben, waren wir über jedes einzelne Fahrzeug froh, in das wir mal einen Blick werfen durften. Wir haben immer auf das Willytreffen hingefiebert, weil man da die Möglichkeit bekommt, viele verschiedene Reisefahrzeuge zu sehen und die meisten Besitzer einen auch mal reinschauen lassen. Aus dieser eigenen Erfahrung heraus würde es uns einfach Spaß machen, unseren Lesern hier genau diese Art Inspiration bieten zu können und hoffen, dass viele Freude an der Idee haben! 🙂
      Deinem Wunsch mit der kleineren Fahrzeugklasse werden wir auf jeden Fall nachkommen – die Fahrzeuge, die wir gerade vorstellen sind halt die, die wir auf unserer Reise durch Marokko vor die Linse kriegen! 😀 In Zukunft werden aber alle möglichen und ganz verschiedene Reisefahrzeuge hier zu finden sein!

      Wir freuen uns, dass Du immer mit Spaß dabei bist und hoffen, die nächsten Videos werden Dir auch wieder so gut gefallen!

      Wir schicken Dir die aller liebsten Grüße aus Marokko,
      Sabine und Micha

  2. Hallo Ihr zwei,

    erst mal ein grosses Lob für die tolle Webseite. Ihr gebt Euch wirklich viel Mühe und die Berichte und vor allem die Videos stechen aus der grossen Masse der Reiseseiten hervor. Weiter so!

    Wir haben selber einen Iveco 110 17 von der Bundeswehr mit dem schönen Namen Luigi, der uns als Familienwohnmobil dient.

    Bei all euren Videos ist immer wieder das grosse Thema der Strom. Ich höre da Herr Dolde hat 6000 Euro in Batterien verbaut, einen 1500 Watt Wechselrichter usw. Wir hatten dieses Thema bei unserem Umbau auch- allein schon der bei der letzten Skandinavientour unersetzliche elektrische Mückentöter zieht einem über Nacht locker mal die Batterie leer. Nicht zu reden von elektrischen Zahnbürsten, Laptops usw. Auch wollte meine werte Gattin eine Klimaanlage – wegen der Kinder. Da wird es mit Batterien eigentlich unmöglich.
    Die Lösung war letztendlich einfach und sehr amerikanisch (dort nicht wegzudenken): ein Generator. Wir haben einen Unterflurgenerator, der auch während der Fahrt laufen kann (Klimaanlage) und sehr leise ist. Genauso ginge aber ein mobiler Honda oder Kipor.

    Ich frage mich jetzt warum ein Generator in der Expeditionsmobilszene anscheinend so verpönt ist – zumindest liest man nie das einer einen hat. Das Gewicht ist im Vergleich zu grossen Batterien auch nicht so hoch und kostenmässig eher günstiger. Und es funktioniert immer. Der Spritverbrauch von einem halben Liter die Stunde (und der Generator läuft in der Regel ja höchsten 2 bis 3 am Tag) kann im Verhältnis zu den 23 Litern Diesel auf 100 Km ja nicht wirklich den Ausschlag geben.
    Es bliebe der Lärm – auf einem europäischen Sardinienbüchsenstellplatz geht das natürlich gar nicht, aber da gibt es ja Steckdosen. In abgelegenen Gebieten ist es nicht so schlimm und ich finde bei uns die Geräuschkulisse jetzt sehr erträglich. Ausserdem kann man ja während der Ladezeit auch spazieren gehen.

    Euch noch eine schöne Reise

    1. Hallo Luigi – bzw Besitzer von Luigi! 🙂

      Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar und das tolle, große Lob an unsere Seite und Videos! Das freut natürlich zu hören!!! 🙂

      Also wir müssten Ulrich natürlich mal fragen, warum er keinen Generator an Bord hat – 6000 Euro für Batterien ist natürlich schon eine echte Hausnummer! Wir haben für die LiFePo4 2500,- bezahlt, sind damit aber auch durch und der Strom reicht! Bei noch höheren Anschaffungskosten hätten wir wahrscheinlich auch mal über einen Generator nachgedacht.

      Wir können im Moment nur für uns sprechen und da müssen wir ganz klar sagen, dass so etwas wie elktrische Zahnbürsten, ein elektrischer Mückentöter oder eine während der Fahrt laufende Klimaanlage bei uns halt nie im Leben Einzug in unser Zuhause halten könnten! Von daher beläuft sich unser Stromverbrauch wahrscheinlich auf einen Bruchteil des Euren und wir müssen uns nicht das Geräusch eines Generators geben, wenn wir uns auf die Arbeit konzentrieren müssen. Und wie Du schon sagst – in Europa, wenn Du nicht grade in Alleinlage sehr außerhalb stehst, geht das ja auch wegen anderer Leute nicht. Auf Stellplätze mit Stromanschluss wollen wir gerne komplett verzichten und so müsste das Ding bei uns dann immer zum Arbeiten über Nacht laufen müssen, ich glaube da hätten wir mehr Ärger, als Strom! 😀

      Ich denke mal so wie uns, mit dem viel geringeren Stromverbrauch und keine Lust auf den Lärmpegel, geht es bestimmt den meisten aber das können wir natürlich nur mutmaßen. Wäre schön, hier weitere Meinungen zu hören…

      Liebe Grüße aus Marokko,
      Sabine und Micha

  3. Hallo ihr Beiden!

    Wir lieben diese Reisevorstellungs-Serie! Wir starten im Januar 2018 auf unsere Weltreise und ich hatte sogar schon Mal so eine ähnliche Idee für unseren Blog. Allerdings wollte ich vermehrt die Reisenden vostellen, egal mit welchem Transportmittel sie unterwegs sind ;).

    Unseren Fredy, ein Mercedes 310D 4×4, sind wir im Moment noch am fertig ausbauen und reisefit machen. Dominic arbeitet gerade an der Vorderachse :S und parallel am Trockentrenntoilletten-Bau ;). Jaja, wir haben noch ganz schön viel Arbeit vor uns….

    Wenn ich all diese tollen LKW’s anschaue, bin ich schon etwas neidisch auf den vielen Platz…. 1.60m Küche mit Ikea-Schubladen *__*! Aber sobald wir einen Parkplatz suchen, in einer engen Gasse wenden müssen oder tanken – bin ich wieder froh um unseren kleinen Fredy!

    Wir wünschen euch 4en (Fenja und Herman natürlich nicht zu vergessen ;)) weiterhin ganz viel Spass in Marokko und bitte macht weiter mit den Fahrzeugvostellungen!

    Herzliche Grüsse

    Debbi & Dominic

    1. Hallo ihr Beiden!

      😀 Dieser Bitte können wir gerne nachkommen, wir haben schon eine große Liste mit Reisenden, die ihre Fahrzeuge noch vorstellen werden … und auch diese werden nicht alle vier Räder haben! 😉

      Für eine Weltreise habt ihr mit einem kleineren Fahrzeug auf jeden Fall einige Vorteile – wenn ich mir nur ansehe, was für Herman’s Größe die geplante Verschiffung nach Kanada kosten wird …

      Wir wünschen Euch ganz viel Spaß und Erfolg bei den weiteren Vorbereitungen und sind gespannt von Euch zu hören!

      Beste Grüße aus Marokko,
      Sabine und Micha

  4. Hallo Sabine und Micha,

    hier erstmal ein großes Lob. Eure Videos gefallen uns gut.
    Hier mal eine Frage zu dem Sternchen von Ulrich:
    Wir haben auch einen ausgebauten Mercedes 917 Baujahr 1988
    Wie ist das mit dem H Kennzeichen, wenn man z. B. die Scheinwerfer erneuert, so wie Ulrich ?
    Das Fahrzeug soll ja im Orginalzustand sein um ein H Kennzeichen zu bekommen.
    Die neuen Scheinwerfer sind ja nun nicht orginal?

    Viele Grüße und immer eine gute Fahrt

    Peter

  5. Hallo Luigi, eigentlich ist das ja mein Forums-Spitzname und viele meiner Leser nennen mich auch so, weil sie mich aus dem einen oder anderen Forum so kennen. Gerne gebe auch ich noch mal meinen Senf dazu, da sich Deine Technik-Frage ja mehr oder weniger auch auf unser Sternchen bezieht. Ich kann Sabine und Micha nur beipflichten. Die Nutzung eines Generators ist wenig sozialverträglich, wenn man mit anderen Leuten zusammensteht. Und wenn man dann endlich mal alleine ist, dann genießen wir die Ruhe. Die Möglichkeit, den Generator plärren zu lassen und sich aus dem Staub zu machen, besteht zwar wirklich, aber das Gewicht, die mitzuführenden Betriebsmittel, der Preis und der Platz sind gewichtige Argumente. Denn Batterien braucht man ja trotzdem und sie sollten so bemessen sein, dass der Generator nur im Notfall zum Einsatz kommt.

    Für diesen Notfall würde ich eher auf den Motor setzen, den man sowieso schon dabei hat. Wir laden unsere Batterien derzeit mit 45 Ah beim Fahren und ich denke ernsthaft darüber nach, einen zweiten B-2-B-Lader einzubauen, mit dem ich die Ladekapazität auf 90 Ah verdoppeln könnte. Damit kann man in einer Stunde Motorlaufzeit mal eben richtig Strom nachtanken, was bei den üblichen Generatoren einen stundenlangen Betrieb voraussetzen würde. Klar säuft der 6-Liter-Diesel mehr Sprit als ein Generator – aber wir sprechen ja von Notsituationen.

    Im Übrigen empfehle ich, möglichst viel Solarkapazität zu verbauen. Es gibt mittlerweile begehbare Glasmodule (Solara Vision), die hinterlüftet sind und so einen Tropendacheffekt bringen, wenn man sie flächig auf dem Fahrzeugdach verbaut. Das bringt jede Menge Strom (vorausgesetzt die Sonne scheint) und verhindert direkte Sonnenbestrahlung des Fahrzeugdaches, was die Raumtemperatur im Fahrzeug merklich senkt und damit vielleicht sogar eine Klimaanlage überflüssig macht.

    Alles Gute, Ulrich alias Luigi

    1. Lieber Ulrich, an Deiner Antwort kann man mal wieder erkennen, dass man eine Gute Entscheidung trifft, Dich zu einer Beratung zu konsultieren, wenn man einen Ausbau plant!!! Danke für Deine ausführliche, fachliche Erläuterung zu dem Thema!

      Ich möchte damit jetzt gar nicht die Lösung von Luigi „schlechtreden“ aber wäre es mein Fahrzeug, würde ich jetzt über die Tropendacheffekt-Solarplatten auf jeden Fall nachdenken! 🙂

      Fühlt Euch beide ganz lieb gegrüßt und Danke für diese tollen Anregungen und fachliche Diskussion! 🙂

      Sabine und Micha

  6. Hallo zusammen,

    vielen Dank für die umfangreichen Antworten zum Thema. Es ist also doch so wie ich dachte, am Thema Generator scheiden sich die Geister.

    Das Schöne an unseren Fahrzeugen ist ja, dass sie individuell sind und jeder das Konzept verwirklichen kann, dass ihm am meisten zusagt.

    Wir haben 3 Kinder und bei der Fahrzeugauswahl schnell gemerkt, dass wir andere Bedürfnisse haben als die meisten anderen Reisenden, die zu zweit unterwegs sind. Das fängt beim Grundriss an (Festbetrag und übliche Sitzgruppe passt für uns nicht) und geht beim Energiekonzept weiter. Wir haben daher naturgemäss einen erheblich höheren Energiebedarf als zwei Personen. Der sogenannte „Notfall“ ist bei uns trotz ausreichend Batteriekapazität öfters der Fall. Wir haben auch Solar, aber im Sommer am Weissen Meer war die Ausbeute auch bei Sonnenschein sehr bescheiden. Ach ja, zur Klimaanlage. Auch hier scheiden sich die Geister. Aber wer wie wir den Wohnraum auch als Fahrgastraum nutzt und mit drei Kindern mal bei 40 Grad zum Tembaine (als das noch ohne Sorgen ging) oder zum Erg Chegagga unterwegs war, wird die Klimaanlage nicht mehr missen wollen. Da wird auch ein Tropendach nicht wirklich Ersatz schaffen.
    Wenn Klima, dann ist der Generator die einfachste und billigste Lösung. Unser kostete übrigens 1000 Euro, gebraucht mit 4 Betriebsstunden. 2000 Watt Wechselrichter, mehr Batterie, mehr Solar und stärkerer Ladestrom vom Motor (hätte dann eine stärkere Lichtmaschine benötigt) – haben wir alles angeschaut, aber es ist fraglich ob das mit dem hohen Stromverbrauch einer Klimaanlage wirklich funktioniert. Und teurer wäre es sicher geworden.
    Gewicht 50 kg, nicht ideal aber auch nicht katastrophal. eine herkömmliche 150 AH Batterie wiegt 40 Kg. Platz braucht er nicht viel, wir haben ihn unter dem Koffer angeschraubt.

    Was nun sozialverträglich ist und was nicht ist sehr individuell. Viele Leute halten den Geräuschpegel unserer Kinder beim Spielen für nicht sozialverträglich;)

    Unser Generator, ein Honda, der nochmals abgekapselt ist, ist sehr, sehr leise. Und er lädt die Batterien in einer Stunde auf. Und betreibt die Klimaanlage nebenbei. Und dann wird er abgestellt – nicht das jemand meint er liefe jetzt die ganze Nacht durch.

    Jeder der uns im Sommer in Sibirien trifft, darf gerne mal hören.

    Wir freuen uns schon auf weitere Fahrzeugvorstellungen – das macht diesen Blog wirklich aussergewöhnlich. Gut für alle die bereits eins haben und etwas zum Träumen für die, die noch eins wollen.

    Liebe Grüsse aus der schönen Schweiz wo noch beste Skibedingungen sind in die heisse Wüste.

  7. Antwort zu Peters Frage zum Thema H-Kennzeichen.
    Hallo Peter, ja, „eigentlich“ sollte alles original sein, wenn man ein H-Kennzeichen anstrebt. Allerdings gibt es ein paar Ausnahmen, nämlich dann, wenn der Umbau zur Erhöhung der Verkehrssicherheit dient. Und das ist bei der LED Beleuchtung definitiv der Fall. Die Erfahrung bzw. die anderer Fahrzeughalter zeigt allerdings, dass das H-Thema sehr stark vom jeweiligen Prüfer abhängt. Da gibt es eben hysterische und historische. Deshalb sollte man sich erkundigen, wer wo sein Fahrzeug als historisches zugelassen bekommen hat und dann lieber ein paar Kilometer mehr in Kauf nehmen, als sich die Zähne bei einem TÜVer vor Ort auszubeißen. Unser Sternchen ist nächstes Jahr so weit und dann werden auch wir versuchen, ein H-Kennzeichen zu erhalten.
    Liebe Grüße und viel Erfolg beim TÜV! Schreibt mir doch bitte, wie es ausgegangen ist.

    Ulrich

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