60.000 km im MAN KAT 1 – Erfahrungen mit dem KAT als Weltreisemobil

SabineAllrad LKW Basisfahrzeuge0 Comments

Gibt ein MAN KAT 1 wirklich ein geeignetes Wohnmobil für eine Weltreise ab? Der Koloss gilt ja als unkaputtbar aber wie sieht das auf Langstrecke aus? Steht man mit so einem Riesen nicht alle paar Meter vor einer Brücke, die sein Gewicht nicht tragen kann? Jutta und Gerd wissen das – sie sind mit ihrem KAT 1 auf Weltreise und wir haben mit den beiden gesprochen.

 

Jutta und Gerd haben 40 Jahre lang von einer Weltreise im eigenen Fahrzeug geträumt. Aber sie haben es nicht beim Träumen gelassen, sondern diesen Wunsch auch in die Tat umgesetzt! Gerade befinden sich die beiden in den Vereinigten Arabischen Emiraten – dort hin gebracht, hat sie ihr MAN KAT 1.

Wir dürfen sie mit Fragen dazu löchern, wie sich ihr rollendes Zuhause quer durch die Welt so schlägt und wie zufrieden sie mit ihrer Fahrzeugwahl sind:


Hallo Jutta, Hallo Gerd,
danke, dass Ihr uns hier einen Einblick in Eure Erfahrungen gebt!

Wieso habt Ihr Euch ausgerechnet einen MAN KAT 1 als Weltreisemobil ausgesucht?
Der KAT ist extrem belastbar und robust. Sein Motor gilt als unkaputtbar und ihm macht auch dreckiger oder wässriger Kraftstoff nicht das Geringste aus. Hinzu kommt, dass keine unnötige Elektronik verbaut ist. Was an Elektrik vorhanden ist, wurde sehr reparaturfreundlich gehalten. Und dann natürlich seine grandiose Geländegängigkeit!

Wie viel seid ihr mit dem KAT schon unterwegs gewesen?
Nutzt ihr die Offroadfähigkeit des LKW?

Wir sind mit dem KAT zunächst acht Jahre lang im Urlaub unterwegs gewesen. Immer zwischen 1 und 6 Wochen innerhalb Europas und haben ihn während dieser Zeit selbst als Wohnmobil ausgebaut. Im Winter 2012 / 2013 machten wir eine Testfahrt durch Marokko. Alles in allem haben wir den KAT in dieser Zeit ca. 40.000km gefahren.

Seit März 2016 sind wir nun auf Weltreise und unsere Route verlief dabei bisher durch folgende Länder: Von Tschechien über Polen, die Ukraine, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Georgien, Armenien, Iran, VAE und Oman. Bis jetzt haben wir auf der Tour etwas über 20.000km zurückgelegt.

Offroad fahren wir dabei sehr gerne und auch extrem – dafür ist der KAT 1 ja schließlich gebaut!






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Das heißt, ihr habt wirklich schon so einige Stunden in Eurem Fahrerhaus verbracht. Wie würdet ihr den Fahrkomfort im KAT beschreiben?
Der Fahrkomfort ist äußerst wichtig. Das Fahrerhaus haben wir deswegen mit Dämmmatten von 4 cm Stärke gedämmt, so hört man zwar den schönen Sound des V8 noch aber das empfinden wir als angenehm. Die Lautstärke ist gering genug, dass wir uns noch hervorragend unterhalten können und Radio hören ist ebenfalls kein Problem.

Für Fahrten in heiße Regionen haben wir ein Baldachin aus Aluminium auf dem Dach, damit die Kabine so zu sagen beschattet wird. Das bringt schon mal einiges.

Ein paar Grad dazu kommen allerdings über die Strahlungswärme des Motors. Durch seine Positionierung wird es beim Fahren kuschelig warm und man braucht wirklich selten eine Zusatzheizung. Hier in Dubai, wo wir uns gerade aufhalten, wird es im Sommer aber bis zu 50 Grad heiß – da geht dann ohne Klimaanlage gar nichts mehr und wir haben uns vor Ort einfach eine nachrüsten lassen. Die Überlegung können wir jedem empfehlen, der hier in den Süden fährt, wir haben inklusive dem Einbau gerade mal 1000,- Euro bezahlt und da spielen jetzt weder Außentemperaturen noch die Strahlungswärme des Motors eine Rolle.

Des weiteren haben wir für den Fahrkomfort auf beiden Seiten Luftfedersitze eingebaut. Die Sitze der Firma Grammer passen super in den Kat. Erst ab einer Körpergröße von 1,80 m müsste man größere Umbauten vornehmen, damit nach oben noch genug Kopffreiheit erhalten bleibt. Die Sitze machen das Fahren, gerade auf Wellblechpisten usw, wirklich mehr als angenehm.

MAN KAT 1 - Blick ins Fahrerhaus

Blick ins Fahrerhaus – Verbaut wurden auf beiden Seiten Luftfedersitze von Grammer





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Auch die Drehstabfedern, mit denen sich der KAT 1 von der Bauweise der aller meisten anderen LKW unterscheidet, machen das Fahrzeug extrem gut fahrbar. Wir sind inzwischen schon mit allen möglichen anderen Reise LKW gefahren und außer vielleicht auf der Autobahn scheint der KAT den Fahrzeugen mit Blattfedern um Längen voraus. Auch konnten wir oft beobachten, dass die Blattfedern gerne mal brechen, was wir bei unseren Schraubenfedern jetzt noch nicht hatten – und das, obwohl wir durch sie auch noch mit insgesamt höherer Geschwindigkeit auf den Pisten unterwegs sind.

Schön ist auch, dass es genug Bewegungsfreiheit im Fahrerhaus gibt. Mindestens eine Person kann bequem noch vorne mitfahren. Außerdem haben wir eine Kühlbox vorne untergebracht.

Was habt Ihr unterwegs schon alles reparieren müssen und bekommt man dafür die Ersatzteile?
Das einzige, was wir gemacht haben war, die beiden Faltenbälge der Dreieckslenker zu tauschen, die wurden langsam porös. Hatten wir dabei.

Sonst war noch nichts. Einmal kompletter Service in Georgien und hier in Dubai war problemlos.

Damit das, gerade bei langen Reisen und Geländefahrten so gut kappt, sollte man natürlich bedenken, dass das Fahrzeuggewicht nicht mehr als 75-80% der möglichen Gesamtmasse betragen darf. Dann geht auch nichts kaputt. Die meisten Reisenden die wir getroffen haben fahren mit ihren Autos am Kapazitätsmaximum.


Zu schrauben gibt es am KAT nicht wirklich viel


Ist die Größe des Fahrzeugs oft ein Hindernis?
Bisher war nur eine Eisenbahnbrücke in der Ukraine zu niedrig aber die gefahrene Umleitung war landschaftlich genial.

Man muss schon bei Bäumen an der Straße aufpassen, aber das ist machbar. Man lernt schnell damit umzugehen.

Wie hoch ist ungefähr der Kraftstoffverbrauch einzuschätzen?
Wir haben jetzt einen Durchschnittsverbrauch von 38L / 100km. Bei einem Durchschnittspreis von 54 euroCent. Auf unserer Reise macht das ungefähr 1/3 der Kosten aus.

Gibt es beim KAT einen gravierenden Nachteil, der Euch nervt?
Ganz klar: NEIN!

Wenn man unbedingt einen Nachteil suchen möchte, dann vielleicht, dass wir durch das nicht vorhandene Kühlwasser der Motorkühlung kein warmes Wasser für den Innenraum erzeugen können. Für uns stellt sich das allerdings nicht als Nachteil dar, denn dadurch haben wir in der Wüste auch keine Überhitzungsprobleme beim Motor. An den Fahrzeugen, die hier mit Wasserkühlung unterwegs sind, können wir bei der Hitze im Sand sehr oft beobachten, dass sie schnell Probleme in der Richtung kriegen und das fällt beim luftgekühlten Deutz einfach weg, der kann das!

Ok, da kann ich mir meine nächste Frage vermutlich fast schon sparen: Würdet Ihr Euch also immer wieder für einen KAT entscheiden oder gäbe es eine Alternative, die für Euch interessant wäre?
Bis jetzt ist der KAT alternativlos.

Vielen, lieben Dank für das Interview und habt noch tausende, wundervolle Kilometer und Reiseerlebnisse mit Eurem KAT!






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MEHR VON JUTTA UND GERD


Die ersten Erfahrungen im Geländefahren mit einem KAT 1 haben Jutta und Gerd bei einem Truck Trail Seminar gesammelt – Kabel 1 hat dabei eine Reportage gedreht. Und ohne jetzt spoilern zu wollen: Was denkt Ihr, wie der Abschließende Wettkampf zwischen den Teilnehmern ausgegangen sein könnte?

Reiseberichte der beiden findest Du auf ihrem Blog unter:

Hier stellen wir Dir den MAN KAT 1 als Basisfahrzeug ausführlich vor!





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