Die Camargue mit dem Wohnmobil entdecken

MichaelFrankreich, Reisen11 Comments

Oststrand von St Maries
 

Die erste Station unserer Südfrankreichtour führte uns in der letzten Woche durch die wunderschöne Camargue.

Die Camargue: Für Menschen die ALLES wollen, ein kleines Paradies! Einzigartige Naturerlebnisse gibt es hier direkt vor den Toren touristischer Städtchen mit dem typischen südfranzösischem Charme, Sonne und weitläufigem Sandstrand, an dem man sich mit diversen Wassersportarten austoben kann.

Wir verbrachten unsere Camargue-Woche rund um das Örtchen Saintes Maries de la Mer. Es gilt als touristisches Zentrum der Camargue und obwohl sich dieser Titel nicht danach anhört: Hier erlebt Ihr Flora und Fauna dieser einzigartigen Naturlandschaft von ihrer schönsten Seite.

Anzeige

Die Camargue
Schwarz, Weiß und Rosarot

An den tierischen Wahrzeichen der Camargue kommt man gar nicht vorbei.
Die robusten weißen Pferde, die den Namen ihrer Herkunft tragen, erfreuen sich in Reiterkreisen bei Weitem nicht nur in Südfrankreich großer Beliebtheit, denn sie sind extrem nervenstark und zuverlässig. Hier gehören sie zum allgemeinen Straßenbild.
Wer möchte, kann seine Naturerkundung in der Camargue direkt vom Rücken eines solchen Pferdes aus unternehmen – vom halbstündigen Ausritt bis zum Pferdetrekking über 5 Tage.

Ebenso untrennbar mit der Camargue verbunden wie die Pferde der der Gardians, der traditionellen berittenen Hirten, gehören die schwarzen Stiere, die noch heute vom Pferd aus auf den riesigen Weideflächen zusammengetrieben werden. Den majestätischen Kraftpaketen begegnet man auf seinen Erkundungstouren hier eben so oft, wie den eleganten rosa Flamingos.


Traumhafte Augenblicke erlebt man, wenn man die frühen Morgen oder Abendstunden zwischen den flachen Seen (den Etangs) verbringt, die die typische Landschaft der Camargue prägen. Die großen, einfach bezaubernden Vögel, die man den ganzen Tag über beim Krebse suchen beobachten kann, ziehen dann zwischen ihren Futter und Schlafplätzen hin und her und fliegen ein ums andere mal direkt über unsere Köpfe und unser geparktes Zuhause hinweg. Wir fühlen uns wie im Bilderbuch!

Die Camargue schafft es so, innerhalb kürzester Zeit allen Stress und jede Hektik vergessen zu lassen und sich einfach der Farbenpracht hinzugeben.

Camargue kompakt:
Saintes Maries de la Mer

Das Städtchen Saintes Maries de la Mer bietet alles, was man als Besucher der Camargue erwarten kann. Von seiner Geschichte als Pilgerstätte ist als normaler Besucher nicht mehr viel zu erkennen – nur die Wehrkirche aus dem 14 Jahrhundert, die steht tatsächlich noch immer!
In den 50er und 60er Jahren wurde allerdings noch einmal reichlich zu dem kleinen Ort am Strand gepilgert – von den französischen Bohème und der kompletten Hippieszene nämlich!
So sind wir selber erst auf Saintes Maries aufmerksam geworden: Nach alten Geschichten von Sabines Papa, der selber in Schlaghosen und mit langen Haaren hier auf dem Stand gecampt hatte, wollten wir erstmals vor 5 Jahren selber einmal sehen, was vom Zauber dieser Zeit erhalten geblieben ist. Heute lebt das kleine Städtchen komplett vom Tourismus und an dem Ort, wo das Zelt von Sabines Vater am Strand aufgebaut war, gibt es nun einen großen Familien Campingplatz. Aber nichts desto trotz – der Ort ist nach wie vor besuchenswert!

Über die Sommermonate kann man in Saintes Maries eine Vielzahl von Festen miterleben, in denen traditionell die Schätze der Camargue geehrt werden – Pferde und Stiere.

Die Course Camarguaise, die regelmäßig stattfinden, sind einer Art „Stierkampf“, bei der allerdings lediglich bei den menschlichen Teilnehmern eventuell Verletzungen zu befürchten sind. Hierbei wird unter teilweise akrobatischen Einlagen versucht, einem Stier bunte Wimpel von den Hörnern zu pflücken. Im Rahmen der großen Feste wird der Stier dazu, umrahmt von traditionellen Reitern, von der Weide durch den Ort in die Arena „getrieben“.
Dieses Spektakel durften wir von 5 Jahren zufällig miterleben, als wir uns im Ort eigentlich nur mit einer Pizza versorgen wollten. Sehr positiv überrascht waren wir, wie vorsichtig dabei mit den teilnehmenden Tieren umgegangen wurde – mit den bekannten, tierquälerischen Stierrennen hat diese Tradition in der Camargue nichts zu tun!

Ich will Spaß, ich geb Gas
Pistenfahren in der Camargue

Pistenfahren in einem Naturschutzgebiet in Südfrankreich? Das hätten auch wir nicht erwartet – wenn es da nicht ein paar ganz offizielle Straßen geben würde, die schon fast echtes Offroadfeeling aufkommen lassen. Unsere Fahrt über Schotter und Schlaglöcher im Sonnenuntergang bescherte uns zum Abschluss unseres Aufenthalts in der Camargue unvergessliche Eindrücke und ein unglaubliches Farbenspiel zwischen Seen voller Wasservögel, Stieren und Pferden. Drei Stunden befanden wir uns auf der Piste und begegneten in dieser Zeit ganzen zwei weiteren Fahrzeugen!

Infos zur Stellplatzsuche

Aufgrund der vielen Naturschönheiten zu beiden Seiten der Straßen durch die Camargue, wurden in recht kurzen Abständen Plätze zum anhalten und Staunen eingerichtet. Das Womo abstellen kann man also „überall“ – aber Achtung: Das ganze Gebiet steht fast komplett unter Natur- oder Landschaftsschutz und „wild campen“ wird mit sehr, sehr saftigen Knöllchen geahndet. Natürlich kann es sein, dass ihr Glück habt und nicht entdeckt werdet, aber wenn doch, dann werden hier bis zu 1500 Euro fällig!

In Saintes Maries de la Mer sollte allerdings niemand ein Problem haben, den passenden Stellplatz für sich zu finden! Mit großen Wohnmobilplätzen auf verschiedenen Untergründen findet ganz bestimmt jeder ein Eckchen, dass er gerne bezieht. Verschiedene Vorlieben schlagen sich dabei nicht im Preis nieder – die Übernachtungsplätze kosten alle das Gleiche.
Für reine Tagesbesucher stehen von 9 bis 21 Uhr große Wohnmobilparkplätze zur Verfügung – kostenlos!


Unser Fazit

Obwohl man Flamingos rechts und Links so zu sagen an jeder Straßenecke sehen kann, sollte man sich etwas Zeit nehmen, um die Schönheit der Camargue wirklich zu entdecken. Rast man hindurch, so erschließt sich einem diese faszinierende Landschaft vielleicht einfach nur als flache Ebene, in der ungewöhnlich viele Pferde gehalten werden. Ist man dagegen aufmerksam mit und in der Natur unterwegs, erlebt man einen ungewöhnlichen Artenreichtum und nimmt faszinierende Eindrücke mit nach Hause.

Vielleicht noch ein kleiner Tipp am Rande zur Artenvielfalt: Vergesst besser nicht eine größere Mengen Mückenschutz einzupacken! Wir haben hier sehr gute Erfahrungen mit Anti Brummgemacht!

11 Kommentare zu “Die Camargue mit dem Wohnmobil entdecken”

  1. Ein megacooles Video habt Ihr da fabriziert.Die Bilder und die wertvollen Tips machen wirklich Lust auf einen Besuch in Fronkraisch…Sabine,Du bist eine extrem begabte Kommentatorin,es ist schön, Euch mal wieder live und in grünlila Farbe zu sehen.

    1. Dankeschön liebe Anne-Marie! Na kommt doch einfach vorbei, es ist total genial hier, gerade haben wir 33°C! 😉
      Ja genau, das habe ich ihr auch gesagt und ich glaube, sie hat Blut geleckt! Demnächst kommen noch mehr Videos. 🙂
      Liebe Grüße, Sabine und Micha

    2. 😀 Meine liebe Anne-Marie: Micha will mich nur davon überzeugen, damit er das nicht machen muss, mit dem moderieren! 😉 Aber einer muss es ja tun … 😀 Ich freu mich voll, dass Dir unser Reisevideo gefällt und noch mehr freu ich mich, wieder von Dir zu hören!

      Bis bald, meine Liebe!
      :* :* :*

  2. Wow, super Eindrücke, vor allem klasse Video! Ganz nebenbei bemerkt finde ich euren Hermen erste Sahne, Hut ab zum wirklich gelungenen Umbau 🙂 Da wird man sicher nach einiger Zeit wiedererkannt oder?

    Seid ihr noch in Frankreich? Wenn ja, ganz viel Spaß noch! Ansonsten bin ich gespannt, wo die Reise als nächstes hingeht 🙂

    Viele Grüße
    Dimi

    1. Danke Dimi! Schön zu hören, dass Du Herman gelungen findest, wo das ja die erste Kabine ist, die wir selbst gebaut haben! 🙂 Auf nem vollen Parkplatz geht er nicht verloren. 😉

      Ja, wir sind noch bis Anfang Juli in Frankreich, danach geht’s erstmal wieder über Luxemburg zurück ins Rheinland.

      Liebe Grüße, Sabine und Micha

  3. Hallo,
    Erstmal danke das wir an eurer Reise teilhaben dürfen. Die Bilder sind echt super gelungen. Das Video natürlich auch 😉 Bei Herman steckt auf jedenfall jede menge Herzblut drin!
    Wir waren 2013 Anfang Herbst das letzte mal in der Camargue. Es war einfach traumhaft dort. 🙂 Allerdings waren die Flamingos bei uns nicht Rosa 😉 http://up.picr.de/26029533fp.jpg
    Die Salinenfelder sind auch einfach nur schön wenn das Sonnenlicht in den Salzkristallen blitzt 😉 Wir sind danach die ganze Mittelmeerküste bis an die Spanische Grenze abgefahren und über die Pyrenäen Richtung Atlantikküste mit Kurs auf die Heimat. für das ganze konnten wir uns 22 tage zeit lassen…..
    Dieses Jahr zieht es uns auch nach wieder nach Frankreich

    Gruß Tobi
    http://up.picr.de/26029523lr.jpg

    1. Hi Tobi, Vielen Dank für dein nettes Kommentar. 🙂 Oh Wow, so grau sahen die Flamingos bei uns nicht aus! Wir waren jetzt drei mal in der Camargue, immer im Sommer und sie waren immer schön rosa gefärbt … vielleicht mal früher hinfahren. 😉

      Liebe Grüße, Sabine und Micha

  4. Hallo Ihr Drei,
    tolles Video und wirklich schöner Bericht. Genau so isses in der Camargue. Wir kommen gerade nach einer dreimonatigen Tour mit unserem „Koffer“ (Pendant zu Eurem Herman) auf dem Rückweg von der Camargue zurück. Wirklich traumhaft schön dort, vor allem auch mit Hund. Ausgiebige Gassigänge mit viel toller Landschaft. Und auch für uns haben die Flamingos „Ballet getanzt“…Ich bekomm grad wieder Lust, loszufahren..mal sehen, was Ihr sonst so alles erlebt habt bisher…Liebe Grüsse aus der Schweiz, Petra

  5. Hallo ihr Lieben,

    Wir sind gerade in der Camargue und suchen Flamingos 🤤😂 am Abend haben wir euren tollen Blog entdeckt.

    Wollt ihr uns verraten wo die Pisten sind? Haben sie leider nicht gefunden. Hätten dafür aucj da geeignete Fahrzeug. 😊

    Liebe Grüsse
    Petra, Mustafa und Jonas
    Unterwegs in unserem „PeMuJo“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.