Vom Furkapass zum Rhonegletscher

MichaelAllgemein, Kurztrip, Reisen

Nach einer schönen Wanderung sitzen wir in der ersten Reihe mit Blick auf den Rhonegletscher.

Ein Besuch das Rhonegletscher bietet Dir beeindruckende Blicke auf einen langsam verschwindenden Zeugen der Eiszeit. Wir sind vom Furkapass zum Rhonegletscher gelaufen und nehmen Dich mit.


Der Rhonegletscher – Damals und heute

Einstmals war der Rhonegletscher mit einer bis zu 2000 Meter dicken Eisdecke die grösste Eismasse aller Alpengletscher. Fast unvorstellbar, dass er sich einmal bis ins weit entfernte, französische Lyon erstreckte!

Bis heute ist seine Größe auf rund 8 km Länge und zwei Kilometer Breite geschrumpft.

Um den Anblick der wilden Schönheit eines solchen Zeitzeugen noch genießen zu können, muss man sich leider beeilen, denn das Schrumpfen geht weiter. Schätzungen zu Folge könnte der Quellgletscher der Rhone bis zum Jahr 2100 vollständig verschwunden sein.

Anreise über den Furkapass

Aufgrund schlechter Wetterverhältnisse der Tage zuvor, wählten wir eine kurze Wanderung, die auch bei aufkommendem schlechten Wetter noch gut absolvierbar gewesen wäre.

Belohnt wurden wir für diese Entscheidung mit einem wundervollen Schlafplatz, direkt auf der Furkapasshöhe. Vor allem in der Nebensaison, wird das Übernachten auf Passhöhen in der Schweiz meist wohlwollend geduldet und man findet traumhafte Stille und bezaubernde Blicke, wenn man dort den Sonnenaufgang miterlebt.

Aber nicht nur wegen des Sonnenaufgangs ist der Furkapass eine befahrenswerte Route. Sie schlängelt sich bis auf 2.436 Meter Höhe und bietet fantastische Blicke.

Selbst Sean Connery befuhr den Furkapass bereits 1964, als Szenen für den James Bond Klassiker Goldfinger gedreht wurden.

Passend zu der tollen Umgebung empfing uns der Tag hier oben mit bestem Sonnenschein und wir machten uns auf den Weg von der Furkapasshöhe zum Rhonegletscher.

Von der Passhöhe zum Rhonegletscher

Der kleine Wanderweg, der an der Höhentafel des Furkapasses beginnt, verläuft schnurstracks in Richtung grandioser Aussichtspunkte, die sich oberhalb des Gletschers befinden. Er ist sehr leicht begehbar und verläuft fast eben.

Rhonegletscher

Steigt man am Gletscher angekommen über einen kleinen Trampelpfad ab, stößt man auf einen weiteren Wanderweg, der dem Rhonegletscher bergaufwärts folgt. Aber Achtung: Dies ist kein Rundweg und sollte nur von Wanderern mit entsprechender Erfahrung gemacht werden. Nach einiger Zeit führt die Strecke nämlich auf den Gletscher ab und über einige Kilometer Schnee und Eis über den Rhone- und den Triftgletscher zu einer der abgelegensten Hütten der Berner Alpen: Der Trifthütte. Laufe am Gletscher also lieber bergab, wenn Du nicht vorhast, eine größere alpine Wanderung zu unternehmen.

Wir selbst verbrachten eine ganze Weile da oben, wo der Weg den Blick auf den Gletscher freigibt. Teilweise saßen wir einfach nur da und konnten nicht fassen, dass dieser wundervolle Teil der Natur, wie so viele andere Gletscher auch, schon bald nicht mehr da sein sollen.

Messungen zu Folge hat der Rhonegletscher seit 1874 jedes Jahr 8,5 Meter seiner Länge eingebüßt und 25 cm seiner Stärke. Die Felsen zu beiden Seiten, auf denen man hier Rast einlegt, tragen die Spuren ihres jahrtausendelangen Begleiters – hier zu sitzen bringt einen unweigerlich zum staunen und nachdenken.

Nach einer schönen Wanderung sitzen wir in der ersten Reihe mit Blick auf den Rhonegletscher.

Ins Innere des Rhonegletscher

Talabwärts erreicht man das Hotel Belvedere, ein allein stehendes Gästehaus aus den 1880er Jahren. Hier parken die meisten Touristen, die den Rhonegletscher besuchen wollen.

Von hier aus gibt es einen gebührenpflichtigen Fußweg zur Gletscherzunge und in den Gletscher hinein. Nein, nicht auf die Oberfläche, sondern ins Innere des Eises.

Schon seit 1870 wird ein 100 Meter langer Tunnel jedes Jahr aufs Neue in den Gletscher hinein geschlagen. Hier erlebt man das krasse Gegenteil zu den verzaubernden Augenblicken da oben, in den Felsen, mit dem Blick aufs Eis, einer wunderbaren Stille und nur einigen Murmeltieren, die meist viel zu schnell sind, für unsere Kamera.

An der Eishöhle findet eine Touristenattraktion ihre Vermarktung. An keinen anderen Gletscher in Europa kann man so nah mit dem Auto heranfahren wie an diesen. Und so sehen wir bei unserem Abstieg Richtung Hotel schon von weitem den Trubel. Der Parkplatz ist belegt, Reisebusse von weit her warten auf ihre Fahrgäste, die Schlange stehen, um den Eistunnel zu betreten.

Besonders toll sieht der Eingang von hier oben nicht aus, denn das Eis muss gerade neu gesichert werden. Im Verlaufe eines Sommers schmelzen von den 100 Metern, die der Tunnel misst, 30 Meter ab und die Bewegung des kompletten Gletschers von ca 10 cm pro Tag macht den Betreibern allerhand Arbeit.

Nach all den schönen Eindrücken hat das touristische Highlight am Rhonegletscher für uns keinen Reiz.

Auf der To Do Liste

Wer Spaß an größeren Touren hat, für den ist der 81km lange Vier-Quellen-Weg, der irgendwann einmal auch noch auf unserer eigenen Wunschliste steht, wohl ein echter Traum. Die Tour mit 5 Etappen führt durch das Gotthardmassiv nacheinander zu den Quellen von Rhein, Reuss, Tichino und der Rhone.

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