Mercedes W123 – Oldtimer als Camper und Dailydriver

SabineRoomtour

Mercedes W123 Limousine Rally-Style

Ist der Mercedes W123 tatsächlich das „beste Auto der Welt“?

Wir kaufen den Klassiker und nutzen ihn als Dailydriver und: Camper. Wie das funktioniert und wie sich der Benz bei Ersatzteilen, Verbrauch und Platzangebot schlägt – hier bist Du richtig, wenn Du Dich nicht nur für Camper, sondern auch für den kultigen Oldtimer begeistern kannst.

Mercedes W123 – Lebensgefühl einer ganzen Epoche

Wenn man heutzutage mit einem Mercedes W123 durch die Straßen fährt, blickt man in lächelnde Gesichter mit begeisterten Augen. Wildfremde Menschen winken einem zu und parkt man das Auto, erhält man gerne mal ein Kaufangebot direkt auf dem Supermarktparkplatz.

Durch unser giftgrünes Expeditionsmobil, sind wir es gewohnt, dass die Leute unserem Fahrzeug hinterher schauen. Ob es nun gefällt oder nicht – es fällt einfach auf. Doch die Reaktionen auf den alten Benz sind anders. Die Menschen freuen sich, ihn zu sehen. Es wirkt fast, als würden sie einen alten Bekannten nach vielen Jahren zufällig auf der Straße wieder erkennen.

Zwar gilt der W123 als perfektes Oldtimer Einsteigermodell und erfährt seit Jahren eine ordentliche Wertsteigerung. Doch sein wahrer Wert ist wohl ideeller Natur.

Ob Alltag oder Motorsport – Der W123 gehörte dazu

In der Bauzeit der Modellreihe von 1975 bis 1986, wurde der Mercedes W123 so dermaßen oft gebaut und zugelassen, dass gefühlt jede Familie in Deutschland einmal einen hatte. Zudem prägte er das Straßenbild als elfenbeinfarbenes Taxi. Sogar der VW Golf konnte mit dieser Beliebtheit nicht mithalten. 1980 musste dieser den Platz 1 der Zulassungsstatistik für den W123 räumen.

Standard Straßensituation in den 80ern. So kannte einfach jeder den Mercedes W123.

Doch nicht nur im Alltag war die Mercedes Baureihe erfolgreich. 1977 gewann ein 123er zum Beispiel die längste und härteste Rallye der Welt von London – Sydney.

Im Folgejahr verbuchte Mercedes die ersten 5 Plätze der „Vuelta a la Americana Sud“ für sich – einer Rallye von annähernd 30.000 km Länge durch 10 Länder Südamerikas. Die beiden 280 E aus der Baureihe W123, belegten die Plätze 3 und 5. Nur ihre Markenbrüder aus der S-Klasse hatten die Nase noch einen Ticken weiter vorne. Bis auf Anbauten wie Zusatzscheinwerfer oder Überrollkäfig, sowie eine Höherlegung, entsprachen die Rallyefahrzeuge dabei übrigens regelkonform dem Serienmodell.

In Alltag wie im Motorsport lief der Benz so zuverlässig, dass die Baureihe als „Inbegriff für Solidität“ bekannt wurde. Das merkten wir direkt auch an zahlreichen Kommentaren wie diesem, als wir die ersten Fotos des Fahrzeugs bei Facebook und Insta posten.

Facebook Kommentar zum Mercedes W123

Zuverlässig ist der Mercedes W123 bis heute. Auch wir haben, 37 Jahre nach seiner Erstzulassung, nach dem Kauf nicht viel machen müssen, um ein einwandfrei laufendes Fahrzeug zu haben.

Innerhalb von 2 Monaten in unserem Besitz, zeigt die Uhr des Oldtimers bereits 5000 km mehr. Probleme: Keine.

Vom Fahrgefühl her, bewegen wir uns auf der abgesessenen, aber ultra bequemen Couch von Oma und Opa durch die Lande und erfreuen uns an der Sympathie, die die Menschen unserem rollenden Alltagsveteran entgegen bringen.

Mercedes W123 – Modellvarianten

Vom W123 wurden drei verschiedene Karosserievarianten gebaut.

Die Limousine. Sie wurde als normale Version gebaut und als Lange mit 7 Sitzen.

Das zweitürer Coupe. Gegenüber der Limousine mit verkürzter Bodengruppe und Radstand. Als das W123 Coupe auf den Markt kam, löste es einen Bestellansturm aus. Es wurde damals das Fahrzeug mit der weltweit längsten Lieferzeit.

Der Kombi. Den W123 gab es als einer der ersten in dieser Klasse als Kombi. Mercedes gab ihm den Namen T-Modell. Der Wagen zeigte erstmals, dass ein Kombi keine verranzte Handwerkerkarre sein muss. Das T-Modell wurde mit seiner gehobenen Ausstattung zum Luxustransporter. Durch seinen Verdienst, wurden anschließend auch Kombis anderer Hersteller in der gehobenen Mittelschicht erstmals beliebt.

Sonderaufbauten für Leichen- oder Krankenwagen, bauen auf den drei Modellen auf.

W123 Camper
Für uns musste es einfach die Limousine sein.
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1., 2. und 3. Serie

Alle Modellvarianten des W123, erhielten im Verlaufe der Bauzeit mehrere Ausstattungsupdates. Anhand der Updates (eigentlich „Modellpflege“ genannt), kann man die Baureihe in erste, zweite und dritte Serie unterteilen.

Es gibt jedoch auch Fahrzeuge, die nicht eindeutig einer Serie zugeordnet werden können. Bei ihnen wurden übrig gebliebene Bauteile der alten Serie aufgebraucht, obwohl das Fahrzeug offiziell bereits zur neuen Serie gehört.

Ich habe keine Ahnung, ob dies bei den Herstellern heute noch üblich ist, aber in früheren Baujahren war das völlig üblich. Verlasse Dich also nicht unbedingt darauf, dass ein 123er, den Du kaufen willst, ein ganz bestimmtes (technisches oder optisches) Ausstattungsmerkmal hat, nur weil er zu einer bestimmten Serie gehört.

Die Limousine als Camper?

Einige Leute haben uns bereits darauf angesprochen und: Ja, selbstverständlich wäre das T-Modell die einfachere Variante, um zum Camper umgebaut zu werden.

Die Entscheidung, trotzdem die Limousine zu nehmen ist rein persönlich. Es musste einfach diese Karosserieform sein. Alte Aufnahmen der London – Sydney Rallye haben in Michas Kindheit ihre Spuren in seinem Kopf hinterlassen und genau dieses Modell zum Kindheitstraumauto werden lassen.

Der ursprüngliche Plan, mit den Füßen im Kofferraum zu schlafen, musste zwar unter anderem wegen den Kraftstofftanks verworfen werden. Allerdings ist der W123 ein echtes Raumwunder. So gibt auch der reine Fahrgastraum genug Platz her, für ein ausreichend großes, gemütliches Bett. Doch mehr dazu gleich.

Mercedes T-Modell als Camper

W123 – Preissituation

Der W123 gilt als perfektes Einsteigerauto, wenn man sich für alte Fahrzeuge begeistert. Gerade die Limousine ist Dank der großen Stückzahlen zu moderaten Preisen zu haben. Es kommt hierbei auf den Allgemeinzustand und ganz stark auch auf die Art der Ausstattung an.

Möchtest Du Dir einen solchen Benz als Camper zurechtmachen, kommt Dir das sehr zu Gute. Stücke, die für Oldtimersammler in Frage kommen, haben eher seltene Extras, wie eine gut erhaltene Leder- oder Velourausstattung. Gesucht sind auch Fahrzeuge, mit den noch selten eingebauten Airbags.

Das erste Deutsche Auto mit Airbags war übrigens 1981 der Mercedes W126. Ab 1982 konnte der W123 für einen astronomischen Aufpreis ebenfalls mit Airbag bestellt werden. Fahrzeuge die für echte Oldtimerliebhaber als Sammlerstücke taugen, sind trotz der hohen Gesamtzahl an Fahrzeugen nicht leicht zu finden und kosten eine Stange Geld.

Geht es Dir wie uns und Dein Camper muss hauptsächlich technisch in Ordnung sein und nicht all zu viel Rost haben, kannst Du zu günstigen Preisen fündig werden.

Leider werden die 123er in diesem Segment immer seltener. Sie sind ein Exportschlager. Dank ihrer Zuverlässigkeit und langen Lebensdauer, gehören sie in vielen Ländern noch genauso zum normalen Straßenbild, wie bei uns in den 80ern.

Beim T-Modell sieht das Preisniveau ein bisschen anders aus. Es liegt ein gutes Stück höher.

Auch für das Coupe werden höhere Preise durch eine insgesamt geringere Verfügbarkeit aufgerufen.

Perspektivisch erwarten einige Kenner der Szene aber den größten Wertzuwachs bei der Limousine. Durch ihren massenhaften Export wird sie am Ende vielleicht rarer sein, als die im Ausland nicht nachgefragen Coupes.

W123 – Ersatzteile

Ersatzteile aus dem technischen Bereich sind für die häufig gebauten Varianten heute noch in jedem Laden erhältlich. Sie sind so günstig, dass lange rumprobieren und Altes instandsetzen wollen nicht lohnt. Mit wenig Geld kann man problematisch wirkende Teile einfach direkt austauschen. Für den Tausch von Zündkabeln und Verteilerkappe mit Finger zum Beispiel, haben wir insgesamt unter 100,- Euro bezahlt.

Beim Interieur sieht die Sache anders aus. Ausstattungsteile aus dem Innenraum werden langsam knapp und werden teilweise schon bald mit Gold aufgewogen.

Auch dies ist eher ein Problem für Liebhaber originalgetreuer Oldtimer in möglichst perfektem Zustand. Unser eigener W123 zum Beispiel hat ein gerissenes Armaturenbrett. Durch Sonneneinstrahlung und entsprechendem Alter der Teile, ist dies ein häufig vorkommender Schaden. Für unseren Camper ist das egal. Für Oldtimersammler schlägt ein Ersatz des Armaturenbretts mit gut 1.500,- Euro zu Buche – sofern man eines findet.

Beispiel 2: Den Innenraum unserer W123 Limousine schmückt ein Zierstreifen aus Zebranoholz. Als irgendwann die Klappe des Handschuhfachs ersetzt wurde, hat der damalige Besitzer aber wohl weniger Wert auf den originalen Look gelegt. Er baute eine Klappe aus anderer Serie, ohne den Zierstreifen ein. Solche Teile stehen zwar noch noch Verfügung, man muss beim Zusammentragen von diversen Teilen zur Wiederherstellung des Originallooks aber ganz schön tief in die Tasche greifen.

Mit dem Fachmann unseres Vertrauens stellen wir den Motor ein und beheben ein paar Alterswehwehchen.

Technik und Karosserie Check – Worauf achten beim Kauf

Die Baureihe W123 wurde mit 5 verschiedenen Motorbaureihen ausgestattet. Erhältlich waren sowohl Benziner, wie auch Diesel in verschiedenen Ausführungen und Leistungen.

Da die Technik recht simpel ist, ist sie auch wenig defektanfällig. 200.000 km sind bei allen Varianten ohne Probleme drin. Besonders für die Vierzylinder Dieselmotoren, war eine Laufleistung von 500.000 km im Taxibetrieb oder bei viel Langstrecke völlig normal. Geringe Motorleistung bei großem Hubraum macht‘s möglich.

Am erfolgreichsten wurde das Modell 230 E, nachdem der veraltete Ottomotor durch die Neuentwicklung M102 ersetzt wurde. Der Benziner mit mechanischer Saugrohreinspritzung und K-Jetronik, hat eine Leistung von 136 PS.

Leider sind die Simplex Steuerketten des M102 allerdings nicht die strapazierfähigsten. Bei der Recherche stößt man recht zügig auf einige Erfahrungsberichte zu vorzeitig gerissenen Steuerketten. Sie sollten bei einer Laufleistung ab 100.000 km (also früher als im Wartungshandbuch angegeben) getauscht werden, um schwere Motorschäden als Folge zu vermeiden. Die Simplex Steuerkette wurde beim Nachfolgemodell W124 dann auch durch eine doppelte (Duplex) Steuerkette ersetzt.

Hier findest Du auch einen kleinen Bericht zum Motor M102 auf autozeitung.de.

Als insgesamt am langlebigsten gelten die Motorvarianten M115 und OM 615–617.

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Mini-Motorcheck

Beim Kauf liefert Dir ein Blick auf den Öldruck einen kleinen Eindruck vom Gesamtzustand des Motors. Er sollte bei betriebswarmem Motor nicht unter 0,5 bar sinken. Bei Drehzahlen über 3000 U/min sollte sich die Nadel am oberen Anschlag (bei 3 bar) befinden.

Im Leerlauf sind 2 bar ein Indiz auf einen ordentlichen Motorzustand, bei den 6 Zylindern mit Doppelnockenwelle sollte es mindestens 1 bar sein.

Bei Dieselmotoren kann auch der bekannte Standardtest mit dem Öldeckel nicht schaden: Abschrauben und lose auflegen. Er sollte ruhig liegen bleiben und nicht hüpfen.

Vergaser

Ein leichtes Problem bekommt man bei den Vergasermodellen, wenn diffizile Einstellungen dieser Gemischbildung nicht zu den Paradedisziplinen von einem selbst oder einem sehr gut befreundeten Fachmann zählen.

Die Doppelregistervergaser machten einen damals schon zu „Lieblingskunden“ in der Werkstatt. Heute kann die fast kein Mensch mehr einstellen. Leute die das können, nehmen berechtigter Weise sehr viel Schmerzensgeld für die Nerven, die es kostet.

Fahrwerk

Was Du aus Sicherheitsgründen am Fahrwerk unbedingt tauschen solltest, sind stark verrostete Federn. Sie können schlagartig brechen und bauformbedingt herausspringen. Hierdurch ergibt sich eine gefährliche Situation, da sich der betreffende Reifen dann im Radhaus verklemmt.

Rost

Das größte Problem vom W123 ist mangelnder Rostschutz bei den frühen Modellen. Eine Hohlraumversiegelung und guten Rostschutz gab es erst ab Ende 1982.

Bei Fahrzeugen mit Schiebedach lohnt ein Kontrollblick unter die Teppiche. Dort kann es gammeln, weil eben dieses Schiebedach undicht ist, oder Wasserabläufe nicht funktionieren. Unsere Bodenwannen wiesen zum Glück nur Flugrost auf, aber das Schiebedach ist trotzdem vom Vorbesitzer zugeklebt worden. Die Dinger sind wohl standardmäßig nicht die dichtesten, also unbedingt beim Kauf danach schauen.

Natürlich gibt es noch tausend weitere Tipps als Kaufberatung für den Klassiker Mercedes W123. Wir können Dir dafür die w123freund.de empfehlen und auch das W123-Forum, wo es gute Beiträge zum Thema gibt.

Steuern und Versicherung

In einem gute erhaltenen Zustand, ist das Gutachten für das begehrte H-Kennzeichen beim Mercedes W123 kein Problem. Klar. Wenn das kein automobiles Kulturgut ist – was sonst!?!

Bei der Zulassung als Oldtimer beträgt die KFZ Steuer wie für alle Fahrzeuge mit H-Kennzeichen die Pauschale von 191,73,- Euro.

Mehr überrascht, hat uns da schon die Versicherung. Der W123 ist offenbar kein unfallträchtiger Kandidat und wird in der Regel wohl auch nicht von Rasern gefahren. Natürlich ist die Versicherungssumme durch individuelle Schadensfreiheitsklassen unterschiedlich. Doch die Einstufung der Risikoklasse ist extrem niedrig. Der Versicherungsbeitrag beläuft sich bei uns auf eine kaum ins Gewicht fallende Summe.

Somit ist der Mercedes W123, neben all seinen Vorzügen, auch noch günstig bei den fixen Unterhaltskosten.

Mercedes W123 Limousine – Umbau zum Camper

Wie schlaft ihr denn da unterwegs, da ist ja gar kein Dachzelt drauf!?

Das ist die häufigste Reaktion, wenn wir unseren neuen Camper zeigen. Tatsächlich haben wir zuvor selbst nicht gedacht, dass der Innenraum der Limousine einen wirklich passablen Schlafbereich abgeben würde. Doch das Fahrzeug darf mit Fug und Recht als Raumwunder bezeichnet werden.

Wie weiter oben bereits erwähnt, bestand Plan A darin, die Rückwand herauszunehmen und mit den Füßen im Kofferraum zu schlafen. Das Blech, das dafür hinter der Rückenlehne der hinteren Sitzbank entfernt werden müsste, trägt allerdings mit zur Steifigkeit der gesamten Karosse bei.

Zu bedenken ist auch, dass sich beim Mercedes W123 der Kraftstofftank stehend hinter eben diesem Blech befindet. Der Aufwand eines solchen Umbaus steht also in keinem Verhältnis. Außerdem gefiel uns der Gedanke, den Benz vom Camper wieder spurlos zur original Limousine rückbauen zu können.

Dies ermöglicht Plan B. Und nicht nur das: Den Fahrgastraum ohne Umbauten am Fahrzeug als Schlafmöglichkeit zu nutzen, hat sich von vornherein als bessere Variante herausgestellt. Das am Abend mit wenigen Handgriffen aufgebaute Bett ist ausreichend groß und bequem.

Betteinbau

Für den Einbau einer Schlafmöglichkeit, haben wir die hintere Sitzbank ausgebaut. Das geht beim W123 mit gerade mal zwei kleinen Schräubchen.

Die oberen Haltebleche für die Rückenlehne, halten nun lediglich ein Brett, das wir mit wiederverwendbaren Kabelbindern* befestigt haben. Schnell, einfach und spurlos rückbaubar.

Diese Konstruktion dient zur Befestigung der Liegefläche. Sie besteht aus einer Holzplatte, die durch Klavierband zusammengefaltet werden kann. Wird die Liegefläche nicht benötigt, wird sie zurückgeklappt und kommt da zu liegen, wo sich eigentlich die Rückenlehne der hinteren Sitzbank befindet.

Im ausgeklappten Zustand wird die Bettplatte von den heruntergedrehten Rückenlehnen von Fahrer- und Beifahrersitz stabilisiert. Tatsächlich kann man diese so weit herunterdrehen, dass sich eine völlig ebene Liegefläche ergibt.

Als Matratze kauften wir dieses Luftbett für Kombis* (siehe Bild oben). Mit der mitgelieferten Pumpe ist es wirklich in Sekundenschnelle aufgepustet und super bequem. Auch das Packmaß nach dem Luftablassen ist völlig in Ordnung. Weiterhin ist praktisch, dass man es auch wunderbar in anderen Fahrzeugen verwenden kann. Da es zum Campen in Kombis konzipiert ist, hat es mehrere Unterteilungen, unter anderem auch zwei seitliche „Flügel“. Sie passen das Luftbett von der Form her an die Radkästen im Kombi an. Super Sache.

Trotz des dicken Materials haben wir es leider geschafft, ein Loch in unser Luftbett zu kriegen. So können wir nun bestätigen, dass es sich bis zum Flicken auch wunderbar auf selbstaufblasenden Matten mit Isolierschaum* schläft.

Küche im Kofferraum

Eine einfache Konstruktion aus Holztafeln und Latten schafft Unterteilungen und Flächen im Kofferraum. Ein einfacher Kartuschenkocher* ist fest montiert, die schützende Umgebung des Kofferraums hält Wind von der Flamme fern. Kaffeewasser oder Abendessen sind so ruck zuck fertig.

Ergänzt wird die Küche von einer Kompressorkühlbox.

Campingküche im Kofferraum unseres Mercedes W123
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Stromversorgung

Der W123 Limousinen Camper ist noch Work in Progress. Bisher ist noch keine Zweitbatterie verbaut, doch zum einfachen Unterwegssein, reicht die Stromversorgung völlig aus. Sie besteht aus einer Solartasche*, die mit Laderegler an die Starterbatterie geklemmt wird. Das faltbare Panel hat genug Power um die Kompressorkühlbox auch ohne laufenden Motor zu versorgen.

Dieser Mini-Wechselrichter*, der in den Getränkehalter oder ins Hanschuhfach passt, lädt bei uns während der Fahrt alle Geräte. Bestimmt kein technisches High End Produkt, aber bei dem günstigen Preis schon lange bei uns im Einsatz und zuverlässig funktionierend.

Folierung

Ganz im Sinne der alten Rallyefahrzeuge, sollte auch unser weißer 123er nicht ganz so brav aussehen. Wie das Siegerfahrzeug der Rallye London – Sydney, erhielt er eine mattschwarze Motorhaube um Reflektionen zu verhindern. Und weil ihm das Schwarz dort gut stand, folgte die komplette untere Wagenhälfte diesem Vorbild.

Der Mercedes W123 im Rallyeeinsatz 1977

Statt zu lackieren, wählten wir Folie und machten das Car Wrapping im DIY Verfahren. Diese Luftkanalfolie* funktionierte dafür sehr gut und war auch für Folieranfänger wie uns sehr gut zu handhaben.

Die besten Tipps und Tricks die uns dabei geholfen haben, schreibe ich in den kommenden Tagen übrigens mal in einem separaten Artikel zusammen, also bleib dran, wenn Dich das Thema selber folieren interessiert. Du findest die neuesten Artikel immer oben auf der Startseite. Oder abonniere uns bei Facebook, dort posten wir, wenn wir etwas Neues veröffentlicht haben.

Wie der nächste TÜV zu der Folierung steht ist ein kleines Glücksspiel. Folie ist nicht H-konform, weil es damals einfach noch kein Car Wrapping gab. Es liegt im Ermessen des TÜVers, wie streng er hier vorgehen möchte. Im absoluten Notfall kann man so eine Folie zum Erhalt des H-Kennzeichens aber auch einfach wieder entfernen. Wir würden allerdings erst mal einen anderen TÜV-Prüfer aufsuchen *zwinker*.

Dachträger

Ein einfacher Dachträger für Fahrzeuge mit Regenrinne* dient als Träger für Terrassendielen. Für eine schönere Optik haben wir diese mit einer Lötlampe geflämmt und geölt.

Darauf kann man nun Ersatzreifen, Kanister oder eine kleine, leichte Zargesbox* mit Campingkram anbringen.

Bei uns befindet sich auf dem Dachträger auch die Dusche. Dafür verwenden wir diesen Kanister von Tigerexped*. Damit kann man nicht nur zwei getrennte Flüssigkeiten transportieren, er ist außerdem auch noch überfahrbar und als Sandblech zu nutzen, wenn man mal im Schlamm stecken bleibt. Das mussten wir selbstverständlich auch sofort ausprobieren und es funktioniert.

Unsere Freunde von Tigerexped haben unser Beweismaterial gleich mal als Instagram Story gepostet.
Verwendung unseres Dachkanisters als einfache Schwerkraftdusche.

Für richtige Offroader hat der Kanister eine integrierte Hi-Lift Wagenheberbasis. Sehr coole Sache, wie wir finden.

Zusatzscheinwerfer

Bei der Stellplatzsuche in Deutschland nun nicht unbedingt notwendig, aber leider geil.

Bei den Rallyefahrzeugen sind die Zusatzscheinwerfer normalerweise auf die Stoßstange montiert. Davon abweichend haben wir vier Scheinwerfer im originalen Design auf den Dachgepäckträger geschraubt. Zwei für weites Leuchten* und zwei mit breitem Lichtkegel für die Seite*.

Auf Rügen haben wir die Scheinwerfer dann auch tatsächlich einsetzen müssen, um in einbrechender Dunkelheit die Schlaglöcher der alten Dorfverbindungen besser erkennen zu können. Wie heißt es so schön: Haben ist besser als brauchen.

Das 5000 km Fazit zur W123 Limousine als Camper

Als die Wahl durch Corona und den Kindheitstraum von Micha auf einen W123 zum Camperumbau fiel, war ich nicht überzeugt. Der W123 sei „das beste Auto der Welt“ hieß es. Außer ein paar gewonnener Langstreckenrennen in den 80ern, konnte ich jedoch keine schlüssige Argumentation erkennen.

Inzwischen hat sich der alte Benz allerdings tatsächlich als absolut hervorragend herausgestellt – zum Fahren wie zum Campen. Spaß am Cruisen steht bei dem Fahrzeug ganz oben auf dem Programm. Aber sogar bei der Nutzung als Dailydriver, für den sich der Mercedes Klassiker als einer von wenigen Oldtimer tatsächlich noch eignet.

Die Technik ist simpel und robust, technische Ersatzteile spottbillig.

Zum Campen bietet nicht nur das T-Modell, sondern auch die Limousine bei weitem genug Platz. Der Wagen wird völlig zu Recht als Raumwunder bezeichnet.

Bei unseren Touren haben wir dem Wagen unter anderem viele Rumpelpisten zugemutet. Alte, ungeteerte Dorfverbindungen und Feldwege mussten wir Dank tiefer Löcher im ersten Gang zurückgelegen. Auf den Autobahnstrecken dagegen hat der Benz auch mal die Sporen von uns bekommen. Trotzdem kamen wir mit unserem 230 E insgesamt auf einen moderaten Verbrauch von 9,7 Litern. Super Plus, wohl gemert. E10 Kraftstoffe sind für sämtliche Ottomotoren der Baureihe W123 nicht geeignet.

Wenn man sich für einen Mercedes W123 als Camper entscheidet und einen spurlosen Rückbau der Campingausstattung wählt, hat man im Prinzip einen Camper ohne zeitlichen Wertverlust. Im Gegenteil. Kümmerst Du Dich um dieses Fahrzeug, was wirklich nicht schwierig ist, wird es Dir sehr lange sehr viel Freude bereiten. Und solltest Du Dich wirklich einmal von ihm trennen wollen, ist Wertverlust wirklich nichts, was Dich betrifft.

Eines steht allerdings fest: Du wirst wohl kein anderes Fahrzeug finden, bei dem Dir unterwegs mit so viel Sympathie begegnet wird.

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Letzte Aktualisierung am 8.08.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API