Meldeadresse bei Umzug ins Wohnmobil

SabineKnow-How, Organisatorisches

Die Meldeadresse bei Umzug ins Wohnmobil ist oft ein großes Problem. Welche Möglichkeiten es gibt und wie das mit der Post funktioniert erfährst Du hier!


Die Meldepflicht

Wenn Du in Deutschland umziehst, hast Du die Pflicht, Dich innerhalb von 14 Tagen an Deinem neuen Wohnort anzumelden. Dies regelt das Bundesmeldegesetz (BMG).

Auch wenn Du Dich entschließt in einem Wohnmobil zu leben, musst Du Deiner Meldepflicht nachkommen. Meldest Du Dich nicht, hast Du mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro zu rechnen.

Du hast folgende Möglichkeiten Dich zu melden:

  • Anmeldung an neuer Adresse in Deutschland innerhalb 14 Tagen
  • Abmeldung aus Deutschland innerhalb von 14 Tagen
  • Meldung in Deutschland unter dem Term „ohne festen Wohnsitz

Meldung „Ohne festen Wohnsitz“

Theoretisch wäre „ohne festen Wohnsitz“ die richtige Anmeldeform für Menschen die im Wohnmobil leben. Man bekommt dies auch ohne weiteres im Adressfeld des Personalausweises eingetragen.

Die Meldung „ohne festen Wohnsitz“ bringt allerdings einiges an Problemen mit sich.

Ohne festen Wohnsitz kannst Du im Nachhinein kein Wohnmobil in Deutschland zulassen.

ACHTUNG UPDATE!!!

Wie Du ohne Wohnsitz in Deutschland ein Wohnmobil auf Deinen eigenen Namen anmelden kannst, das erfährst Du in diesem Artikel: Wohnmobil anmelden ohne Wohnsitz in D.

Ein Gewerbe anzumelden, um von unterwegs Geld zu verdienen, wird fast unmöglich. Es ist im Deutschen System nicht vorgesehen, dass jemand ohne Obdach ein Geschäft gründet. Es braucht schon Einiges an geschäftlicher Spitzfindigkeit um möglicherweise zu gründen, wie jemand dies tun würde, der einen Wohnsitz im Ausland hat. Dafür brauchst Du auf jeden Fall einen Geschäftsbevollmächtigten mit ladefähiger Adresse in Deutschland. Vollkommen Wohnsitzlos wird dies aber nochmal etwas schwieriger.

Doch dies sind nicht alle Hürden, die Du damit zu nehmen hättest, denn Du manövrierst Du Dich mit der Meldung „ohne festen Wohnsitz“ in den Bereich einer stark ausgegrenzten Randgesellschaft. Du giltst damit offiziell als Obdachlos.

Auch wenn Du persönlich kein Problem mit Obdachlosigkeit hast, werden Dir bei vielen Dingen dadurch unnötig Steine in den Weg gelegt. Wenn irgend möglich, solltest Du also eine andere Form finden, Deiner Meldepflicht nachzukommen.

Meldeadress bei Freunden oder Familie

Bis zum in Kraft treten des neuen Bundesmeldegesetzes Ende 2015, ist es eine recht einfache Sache gewesen, sich bei Familie oder Freunden anzumelden.

Seit der Änderung ist der Wohnungsgeber nun jedoch verpflichtet, dem Meldeamt den Einzug der Person zu bestätigen.

Wohnungsgeber können dabei der Vermieter, aber auch der Hauptmieter einer Wohnung sein, wenn Du bei ihm zur Untermiete einziehst. In diesem Fall muss der Mieter natürlich mit dem Vermieter abklären, ob er überhaupt jemanden bei sich wohnen lassen darf. Bei einem Lebenspartner darf der Vermieter die Zustimmung unter normalen Umständen nicht verweigern, doch die Gründung einer WG setzt seine Erlaubnis voraus. Falls er zustimmt, sollte man auch bedenken, dass dies natürlich höhere Nebenkosten usw. nach sich zieht.

SEHR WICHTIG ZU WISSEN!

Wer jemandem eine so genannte Wohnungsgeberbescheinigung erteilt und ihm somit eine Meldeadresse gibt, ohne dass derjenige tatsächlich einzieht oder einziehen will, muss mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro rechnen!

Natürlich kann nicht von Dir verlangt werden, dass Du Dich ständig an Deiner Meldeadresse aufhältst. Du darfst also sehr wohl auch für längere Zeit in Deinem Camper unterwegs sein. Trotzdem sollte wirklich Wohnraum für Dich bereitstehen. Zumindest ein Schlafsofa und einige persönliche Dinge von Dir, sowie ein Untermietsvertrag vorhanden sein. Eine eigene Küche oder eigenes Bad braucht es nicht, diese Einrichtungen dürfen (wie in jeder WG) gemeinsam genutzt werden.

Auf diese Weise sind sowohl Du (mit Wohnraum, wenn Du ihn tatsächlich einmal dringend brauchst), sowie Dein Vermieter in Bezug auf Scheinanmeldung rechtlich auf der sicheren Seite.

Anzeige

Meldeadresse auf Campingplatz

Die Bestimmungen des neuen Bundesmeldegesetzes, machen es also wesentlich schwieriger, jemanden zu finden, bei dem man sich „mal so eben“ anmelden kann.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Dich auf einem Campingplatz anzumelden. Wichtig ist, dass der betreffende Campingplatz eine Anmeldung als Hauptwohnsitz zulässt, bzw zulassen darf! Er muss dafür nämlich ganz bestimmte und strenge Voraussetzungen erfüllen. Tut er dies nicht, bekommst Du keine Wohnungsgeberbescheinigung.

Leider sehen die Länder Campingplätze mit Anmeldung als Hauptwohnsitz gar nicht gerne. Vor allem NRW macht dagegen mobil. Einen geeigneten Platz zu finden, wird also in Zukunft leider ebenfalls eher schwieriger werden.

Abmeldung aus Deutschland

Wartet irgendwo Wohnraum auf Dich (z.B. in der Wohnung der Eltern), könntest Du argumentieren, dass Du vorhast, diesen bald wieder zu nutzen und dort gemeldet bleiben, selbst wenn er in dieser Zeit vielleicht sogar untervermietet ist. Es muss dafür jedoch unbedingt kenntlich sein (durch persönliche Gegenstände, Möbel usw…), dass dies DEIN Wohnraum ist.

Ansonsten musst Du Dich spätestens 14 Tage nach dem Auszug aus einer Wohnung bei der Meldebehörde abmelden, wenn Du Dich nicht unter einer neuen Adresse im Inland anmeldest!

Kein Hauptwohnsitz in Deutschland“ wird in diesem Fall in Deinem Pass eingetragen.

Es gibt einen großen Unterschied zu der Eintragung „ohne festen Wohnsitz“. Als „Obdachloser“ hast Du wenigstens noch Anspruch auf gewisse soziale Leistungen, sofern Du wenigstens noch eine Postadresse vorweisen kannst. Diesestellen z.B. Streetworkprojekte, Drogenberatungsstellen oder Obdachlosenhilfen zur Verfügung.

Sobald Du Dich abmeldest, bist Du vom Deutschen Sozialsystem ausgeschlossen. Einzig Dein Anspruch auf bereits erwirtschaftete Rente bleibt bestehen.

Die Abmeldung macht Dich also durch wegfallende Pflichten auf der einen Seite freier, auf der anderen Seite gibst Du auch viele, wertvolle Rechte und soziale Absicherung auf.

Post empfangen

Egal, wo Du Dich meldest, Du solltest dafür sorgen, dass wichtige Post Dich erreicht! Hast Du eine Meldeadresse, wird genau davon nämlich ausgegangen und behördliche Zustellungen, Rechnungen oder der Gleichen, gelten bei Zustellung an die Adresse als ausgehändigt. Wenn Du nicht da bist um darauf zu reagieren, hast Du unter Umständen bald ein sehr großes Problem.

Die beste Lösung ist, wenn sich Deine Meldeadresse bei Umzug ins Wohnmobil bei einer Vertrauensperson befindet, die sich um Deine Post kümmert. Dir muss natürlich klar sein, dass diese Person all Deine vertraulichen Dokumente zu sehen bekommt und dass es sich um einen echten Verlassmenschen handeln muss, der Dich zeitnah über wichtige Fristen o.ä. informiert, die Dich per Post erreichen.

Für die betreffende Person bedeutet dies natürlich einen gewissen Aufwand und auch Verantwortung. Erklärt sich niemand dafür bereit, gibt es Dienstleister wie Dropscan. Deine Briefe gehen hierbei per Nachsendeauftrag an ein Postfach in Berlin. Dort werden sie eingescannt und Du kannst Du die Sendungen dann jederzeit online abrufen und entscheiden, wie der Dienstleister weiter damit umgehen soll.

ACHTUNG EINSCHRÄNKUNGEN!

Dienste wie Dropscan sind super praktisch, haben aber auch ihre Grenzen: Behördliche Zustellungen wie zum Beispiel von einem Gericht oder dem Finanzamt gehen NUR an eine Meldeadresse und können von Amts wegen auch nicht nachgesendet (also an Dropscan geleitet) werden!

Hast Du eine Meldeadresse in Deutschland, solltest Du dort dringend auch einen Briefkasten mit Deinem Namen haben, um sicherzustellen, dass Dich wichtige Dinge erreichen können. Tun sie es das nicht, kann das böse Konsequenzen haben.

Dazu kommt, dass man sich auf Nachsendeaufträge nicht zu 100% verlassen sollte … eigene Erfahrung.

Mehr Infos zum Thema:

Postzustellung ohne Briefkasten

Du möchtest nicht nur unterwegs sein, sondern dabei auch Geld verdienen?

Geschäftsadresse mieten – so geht’s

Anzeige

Keine Rechtsberatung

Natürlich kann dieser Artikel nur eine grobe Orientierung bieten, die auf unseren persönlichen Erfahrungen und Recherchen beruhen. Wir sind keine Juristen und das Thema Meldeadresse bei Umzug ins Wohnmobil kann je nach persönlicher Ausgangssituation extrem vielschichtig sein. Zuweilen sogar Auslegungssache der jeweiligen Sachbearbeiter und zuständigen Ämter.

Diese Themen interessieren Dich wahrscheinlich auch

Gebrauchte Sachen verkaufen

Du willst ins Wohnmobil umziehen und musst dafür Deinen ganzen Kram loswerden? So machst Du ihn noch möglichst gut zu Geld!

Reisekrankenversicherung

Wann Deine normale Krankenversicherung nicht mehr zahlt und wie Du dann abgesichert bleibst

Internet im Wohnmobil

Ohne Festnetzanschluss Internet im Wohnmobil empfangen. Möglichst günstig, möglichst schnell.

Dir hat der Artikel weitergeholfen? Merke ihn Dir für später oder teile ihn doch gerne auch mit Freunden und Gleichgesinnten!