Cabo de Gata – unverbautes Fleckchen am spanischen Mittelmeer

SabineReisen, Spanien

Der Naturpark Cabo de Gata ist noch weitgehend unverbaut. Und damit das letzte Stückchen dieser Art an der Mittelmeerküste Andalusiens.


Oh ja, wir sind skeptisch gewesen, vor unserem Besuch im Naturparks Cabo de Gata. Sehr skeptisch sogar! Das Küstengebiet, das wilde Natur zu bieten haben soll, gehört zur Provinz Almeria, im Südosten Spaniens.

Fast 3000 Sonnenstunden und nur 25 Regentage im Jahr (Cabo de Gata ist der Ort, in dem es in Spanien am wenigsten regnet), lassen nämlich nicht nur zahllose Urlauberherzen höher schlagen, sondern auch jede Menge Gemüse in Gewächshäusern gedeihen.

Cabo de Gata, Almeria – Gewaltige Gegensätze

Tatsächlich findet sich in der Provinz Almeria die größte Konzentration an Intensivkultur der ganzen Welt. Komplette Landstriche sind unter Gewächshäuser aus Plastikplanen gepackt. Man gab ihnen den Namen „mar del plástico“ – Plastikmeer. Das trifft es auch ganz gut.
Auch sonst ist Plastik und Müll allgegenwärtig. Es macht es uns immer wieder traurig, den Teppich aus Müll in diesem Landstrich zu sehen.

Leider werden die Grenzen zum Naturschutzgebiet von den Plásticos nicht immer gewahrt. Doch es stimmt: In direkter Nachbarschaft der Gewächshäuserfluten findest Du Dich in einer faszinierenden Landschaft wieder.

Landschaft im Cabo de Gata, Spanien

Aufgrund des wüstenähnlichen Klimas, kommen hier nur sehr gut angepasste Pflanzen, wie verschiedene Palmen und büschelartig wachsende Gräser vor.

Die Vegetation wirkt außergewöhnlich – und das ist sie auch, denn in Europa ist das Gebiet einzigartig! Überdies erscheint die von Vulkanen geformte Küste in bizarren Formationen und wunderschönen, kleinen Buchten.

Erschließung erst einmal gestoppt!

Für die spanische Mittelmeerküste ist der Cabo de Gata eine absolute Besonderheit. Er ist ein Refugium der Natur, das noch nicht den zahllosen Hotelanlagen zum Opfer gefallen ist.

Die Provinz Almeria gehörte lange zu den ärmsten Regionen Spaniens. Das Gebiet des heutigen Naturparks war weit abgelegen und die Verkehrsanbindung mehr schlecht als recht. Bis der Tourismus dort angekommen ist und man auch den letzten Teil der spanischen Mittelmeerküste komplett bebauen wollte, existierte zum Glück bereits eine aktive Umweltbewegung. Sie verhinderte 1984 das Projekt zur Erschließung des Playa de Mónsul, an dem das folgende Foto entstanden ist. Das Gebiet wurde 1987 dann zum Naturschutzgebiet erklärt und die weitere Erschließung wurde damit wenigstens erschwert.

Playa de Mónsul
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Cabo de Gata und der Goldrausch

Unser erstes Ziel im Naturpark, liegt oberhalb des Ortes Rodalquilar. Hier kannst Du dem Entdecker in Dir freien Lauf lassen.

Zwischen 1880 und 1890 erlebte der Ort einen Goldrausch, wie er im Buche des wilden Westens steht. Die damalige Mine, die erst zum Abbau von zahlreichen anderen Mineralien gedacht war, steht noch. Auch die Minengänge, die in die hügelige Landschaft geschlagen wurden, kannst Du teilweise noch einfach so erkunden und darin umherwandern. Du kannst den Eingang zu einem solchen Stollen gut in unserem Video-Tagebuch sehen.

Das Gebiet zu erkunden macht riesigen Spaß. Verstreut findest Du noch andere Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, wie zahlreiche Brunnen oder eine zerfallende, alte Kirche. Diese dient heute ganz offensichtlich einer riesigen Schaar lauthals singender Vögel als kleines Paradies. Die im Video angesprochene „Ruta de la mineria“, die wir versucht haben zu befahren ist in Wahrheit übrigens kein Rundweg, wie wir zunächst vermutet hatten.

Die alte Goldmine

Die Landschaft um die Goldmine herum lädt zum erkunden ein.

SAN JOSÉ

In San José (auf der Calle San Jóse) gibt es einen großen Parkplatz, der kostenlos als Wohnmobilstellplatz genutzt werden darf. Hier haben wir eine weitere Nacht im Naturpark verbracht. Zwar findest Du keinerlei Infrastruktur für Wohnmobile vor, doch bist Du in unmittelbarer Nachbarschaft zu den zahlreichen Geschäften und Bars. Außerdem erreichst Du in wenigen Minuten zu Fuß den Playa de San José, den Sandstrand der Stadt. Der Playa de San José ist seicht abfallend und damit gut für Familien mit kleinen Kindern geeignet, es gibt Duschen, Du kannst Kanus ausleihen … das Angebot ist groß.

Einen kostenpflichtigen Platz mit allem Komfort, inclusive Wlan, Stromanschluss, Ver- und Entsorgung, Überwachung, Duschen, bis hin zu Waschmaschinen und Trockner, findest Du unter folgenden Koordinaten:

Los Esculos
N 36.80390, W 2.07892
N 36°48’14“, W 2°04’44“

(Für Fotos, Bewertungen und Preise, siehe Campercontact)

Achtung Saison!

Außerhalb der Saison ist in San José nicht viel los. Der Ort zählt mit über 1000 Einwohnern schon zu den großen im Cabo de Gata. Doch die Idylle trügt. In den Sommermonaten wächst die Einwohnerzahl auf über 20.000 Menschen an! Wir empfehlen Dir deshalb einen Besuch in der Vor- oder Nachsaison.

NATURSTRÄNDE BEI SAN JOSÉ

Nicht weit außerhalb von San Jose, befinden sich drei naturbelassene Sandstrände, die zu den schönsten Stränden in ganz Spanien zählen. Man erreicht sie über eine ungeteerte Straße. Bei unserem Besuch im April war es zum Baden noch zu frisch und es wehte ein wirklich starker Wind – doch den Strand hatten wir für uns alleine. Im Sommer wird die Zufahrt wegen des hohen Andrangs dagegen teilweise sogar gesperrt.

Ein Bus-Pendelverkehr verbindet im 30 Minuten Takt die Strände mit San Jose und ist für den Preis von 1 Euro wahrscheinlich die bessere Alternative zum eigenen Auto.

Playa de Monsul
Playa de Monsul

Playa de Monsul

Zu den Naturstränden bei San José gehört der oben bereits angesprochene Playa de Mónsul, mit seinem markanten Felsbrocken, der mitten am Strand im Wasser liegt.

Vor dem Strand breitet sich eine große Düne aus. Die zauberhafte Bucht ist nicht umsonst schon Kulisse für viele Filme gewesen. Unter anderem wurden hier Szenen für „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ gedreht und auch Teile von „Fluch der Karibik“ sind hier entstanden.

Los Genoveses

Los Genoveses ist der zweite, der bekannten Strände. Er ist übrigens nicht nur über die Straße, sondern auch über einen Fußweg von San José aus zu erreichen.

Playa del Barronal

Zwischen dem Playa de Monsul und Los Genoveses liegt noch der Playa del Barronal. Der Zugang fürt über einen kleinen Fußweg. Dieser Abschnitt wird gerne von FKK-Anhängern genutzt.

Cala Carbon

Schlussendlich gelangt man über einen kleinen Pfad auch zur Cala Carbon. Die Bucht enthält den kleinsten, am weitesten abseits gelegenen der Strände bei San José.

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Naturpark Cabo de Gata erkunden

Die außergewöhnliche Landschaft im Naturpark Cabo de Gata, die zerklüftete Küste und tollen, kleinen Strände, machen Lust darauf, die Umgebung zu erkunden.

Zu Fuß entdeckt man dabei immer noch am meisten und ganz ohne Hektik oder Stress bei der Parkplatzsuche.

Der Dumont Wanderführer Andalusien* enthält mehrere Routen durch den Cabo de Gata, zu den schönsten Aussichtspunkten und Stränden. Unter anderem über einen der schönsten Küstenabschnitte Spaniens, vorbei am Playa de Mónsul und Los Genoveses.

Wir selbst haben ein paar wundervolle Tage im Naturpark verbracht und uns gefreut festzustellen, dass die Provinz Almeria tatsächlich noch ein letztes Stückchen unverbaute Natur zu bieten hat.

Und auch im Umland des Cabo de Gata kann man als Camper noch richtig Glück mit der Wahl des ein oder anderen Stellplatzes haben, was meinst Du:

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