Bardenas Reales mit dem Wohnmobil

MichaelAllgemein, Reisen, Spanien0 Comments

Unterwegs im Navara

Länderpunkt für Herman. Seit der Motorrevision spult unser Grüner die Kilometer herunter als wenn er es diesmal selbst kaum erwarten kann, Richtung Süden zu kommen. Wir sind jetzt in Spanien.

Die Bardenas Reales sind unser erstes Ziel in Spanien. In der Region Navarra befindet sich diese faszinierende Halbwüste, die von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Micha freut sich schon lange darauf, in dieser Landschaft seiner Fotografieleidenschaft zu frönen. Die bizarren Felsformationen, die man hier vorfindet, laden aber auch frörmlich dazu ein! Wobei, und das finden wir eigentlich noch weitaus faszinierender, um Fels handelt es sich eigentlich gar nicht! Die zerklüfteten Gebilde bestehen nämlich zum größten Teil aus Lehm und dieser ist das Sediment eines urzeitlichen Meeres. Durch die Verschiebung der Kontinentalplatten hob sich der Boden immer weiter an und das Meer verschwand. Übrig blieb sein Sediment, in das abfließendes Wasser aus den naheliegenden Pyrenäen tiefe Gräben schnitt. Eine besondere, starke Windströmung, der sogenannte Cierzo, der durch einen enormen Druckunterschied zwischen dem kantabischen Meer und dem Mittelmeer erzeugt wird, tut sein Übriges zur Errosion und somit dem bizarren Erscheinungsbild der geologischen Formationen. Heute bewundern wir die ausgetrockneten Flussbetten mit meterhohen, steilen Wänden und bergige Gebilde aus Lehm, Sandstein und Kalk, die aussehen, wie einfach in die flache Landschaft hineingeworfen.

Am frühen morgen und Abend, wenn die Sonne flach über dieser spannenden Landschaft steht und Licht und Schatten die zerklüfteten Muster noch unterstreicht, dann haben die Banderas Reales wirklich etwas von einem Ort, an dem Magisches passieren könnte – und Micha war in seinem Element. Die Ladegeräte der Kameraakkus glühten den ganzen Tag vor sich hin … vier Tage am Stück waren wir fast durchgehend hier unterwegs auf den Pisten, über welche man die Bardenas Reales erkunden kann.


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Video-Link: https://youtube.com/watch?v=X8px4nuS3sA

Besichtigung der Bardenas Reales – so läuft’s!


Anhand der Informationen, die wir vorab im Netz finden konnten, waren wir uns nicht sicher, wie das mit der Besichtigung des Gebietes so läuft. Wir stießen auf Öffnungszeiten, den „Eingang“ über das Besucherzentrum und darauf, dass der Park mit einem Allradfahrzeug besichtigt werden kann …. aber lass Dich von all dem nicht verunsichern, wenn Du den spannenden Naturpark sehen willst. In die Bardenas Reales kann man einfach so reinfahen – und das tun nicht nur Allradfahrzeuge, sondern auch ganz normale Autos und sogar Reisebusse schaffen es mit hochgesetztem Luftfahrwerk über die Pisten. Sie sind zwar unbefestigt, teilweise auch recht holprig und mit zahlreichen Schlaglöchern versehen, aber kein Problem für ein normales Wohnmobil.

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Es gibt keinen Eintritt und die festen Öffnungszeiten existieren vielleicht auf dem Papier. Wir vermuten zwar, dass Nachts ein Ranger eine Runde drehen wird, um Leute, die hier übernachten wollen raus zu schicken – aber wenn man nicht grade Fotos mit Sternenhimmel in dem Park machen möchte, was wir eigentlich auch gerne getan hätte, bietet das Städtchen Arguedas extra eine sehr gute, kostenlose Alternative für die Übernachtung im Womo an. Ist ja auch verständlich und gut so, denn immerhin handelt es sich um ein geschütztes Biosphärenreservat, das unter anderem von Steinadlern, Geiern, Wildkatzen und selten gewordene Reptilien wohnt wird. Diese brauchen in ihrem Lebensraum auch einmal ihre Ruhe. Wir selber haben in der Dämmerung ein großes Wildschwein in Angst und Schrecken versetzt, das sich schleunigst Richtung eines schützenden Grabens davon gemacht hat. Deswegen finden wir es jetzt auch nicht schlimm keine Felsen mit Sternen darüber fotografiert zu haben, sondern am Abend auf dem Stellplatz zu sein!


Stellplatz Arguedas

Auf dem Wohnmobilstellplatz in Arguedas findest Du alles, was Du für eine angenehme Übernachtung ganz in der Nähe des Naturparks brauchst.
Das Städtchen bietet hier kostenlos einen großzügigen Stellplatz an. Es gibt eine Ver- und Entsorgungsstation, für die man zur Wasserentnahme einen Jeton in den örtlichen Geschäften kaufen soll; 2 Euro für 100 Liter.

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Der Platz bietet sogar kostenloses Wlan, das am frühen Abend allerdings einiges an Geduld abverlangt um eine Seite zu öffnen. Zu späterer Stunde, wenn sich nicht mehr so viele Geräte im Netz befinden, funzt es aber wieder ohne Probleme.

Der Stellplatz liegt direkt unter den Höhlen von Arugedas, zu denen wir hier, von unseren Fenstern im Herman aus, immer wieder den Blick schweifen lassen.
Die Menschen, die sich Ende des 19. Jahrhunderts kein Haus leisten konnten, schlugen hier Wohnungen in den Fels. Durch die gute Lage der steilen Felswände fällt viel natürliches Licht hinein und Sommer wie Winter herrscht da drinnen eine angenehme Temperatur von 18 bis 22 Grad. Die Höhlen von Arguedas waren bewohnt bis in die späten 60er Jahre – der soziale Wohnungsbau ließ die Menschen dann in die Städte ziehen.

Vom Stellplatz bist Du in 5 bis 10 Minuten mit dem Wohnmobil in den Bardenas Reales.

Weiter Richtung Süden

Auch wir ziehen jetzt langsam weiter. Weiter Richtung Süden. Zuvor legen wir morgen noch einen Herman-Pflegetag ein und machen die ein oder andere kleine Wartung … dazu allerdings mehr im nächsten Vlog!


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