Von den Chancen, die ein mobiles Leben bieten kann

SabineArbeiten unterwegs

Für die meisten Menschen ist es ein Abenteuer, den Schritt von einer festen Wohnung, in ein mobiles Leben im Wohnmobil zu wagen. Für Torsten jedoch war es genau umgekehrt.

In dieser Folge unserer Beitragsreihe Geld verdienen auf Reisen und mobil arbeiten tanken wir einfach einmal ein bisschen Motivation aus einer ungewöhnlichen Geschichte.


Wahrscheinlich liest Du diesen Artikel, weil Du wissen möchtest, wie Du es anstellen kannst, ein ortsunabhängiges, mobiles Leben zu führen. Auf Langzeitreise zu gehen, ungebunden zu sein, und trotzdem Geld zu verdienen. Viele Tipps, wie Du zum Beispiel Digitaler Nomade werden kannst, haben wir für Dich etwa in diesem Artikel hier mit Silke von Minimalisch.de zusammengefasst.

Doch wenn Dich Ängste plagen sollten, ob ein Umstieg auf dieses Lebensmodell nicht bedeutet, dass Du nie wieder in der „echten Welt“ Fuss fassen kannst und Dir vielleicht keine finanziellen Mittel bleiben, um Dir etwas Festes aufzubauen – dann lies unbedingt, diesen Artikel hier und höre Dir an, was Torsten uns erzählt!

Geborener Nomade

Schon bei seiner Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker wohnte Torsten in seinem Auto. Für ihn war es nur mehr natürlich, dass er gar nicht erst in das normale Modell aus Anstellung finden und feste Wohnung beziehen einsteigen würde.

Statt dessen wandte er sich nach dem Abschluss der Lehre einer völlig anderen Berufung zu. Ein Händchen für Pferde hatte er schon immer gehabt und das hat sich herumgesprochen. Torsten wohnte also in seinem mobilen Zuhause und reiste von Stall zu Stall – als mobiler Pferdetrainer.

Es ist wichtig, dass Du gute Arbeit ablieferst und zuverlässig bist, dann empfehlen Dich die Leute weiter, sagt er. Und nur so konnte es auch gehen. Jobsuche im Internet, „my-hammer“ für mobile Pferdetrainer? Sowas gab es zu der Zeit noch gar nicht, als Torsten in seinem mobilen Zuhause durch die Lande zog und das wäre auch bis heute ganz und gar nicht sein Stil, wie er uns erzählt.

Nein: Den Kunden nicht das blaue vom Himmel herunter versprechen, sondern in einer guten Qualität leisten können, was man anbietet. DAS führt Dich zum nächsten Auftrag, denn dann empfehlen Dich die Kunden weiter.

Und das haben die Menschen in seinem Umfeld auch getan. Seine Berufung mit Pferden zu arbeiten, hat auf diese Weise ganz automatisch zur Verwirklichung eines Traumes beigetragen: Dem Traum, die Welt zu erkunden. Seine Arbeit brachte ihn an Orte von Irland bis Südafrika.

Arbeiten als mobiler Pferdetrainer
Torsten bei der Arbeit
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Immer offen für Neues sein

Im Gespräch gibt Torsten uns mit auf den Weg, wie wichtig es ist, neugierig und allem gegenüber aufgeschlossen zu bleiben. Auch für Hengist zum Beispiel, der als mobiler Handwerker unterwegs ist, ist dies eine der wichtigsten Eigenschaften. Doch für beide zählt nicht am meisten der berufliche Erfolg. Es ist das freie, selbstbestimmte Leben und der Kontakt zu neuen Menschen und ihrer gesamten Umwelt.

Für Torsten bedeutete dies während seiner Arbeit in Namibia zum Beispiel, dass er sich plötzlich als Teil des Teams in einem Camp für Suchtgefährdete wiederfand. Seine Offenheit und Kontaktfreude wirkten wie eine offene Tür zu dieser Arbeit, die er nur durchschreiten musste.

mobiler Pferdetrainer beim Kühe hüten in Afrika
Torsten beim Kühe hüten zu Pferd in Afrika – mobiles Leben als Pferdetrainer

Sei bereit, Chancen zu erkennen und nutze sie, so wie Torsten. Das ist es, was auch Ulrich uns an anderer Stelle rät. Sein Traum war es, ein Expeditionsmobil selber zu bauen und darin die Welt zu bereisen. Das hat er auch getan. Dass er darüber ein Buch geschrieben hat, dass nun, zum größten Teil sein ortsunabhängiges Leben finanziert, das ergab sich ganz aus Zufall, weil er so viele Bilder beim Bau geschossen hatte, wie er uns erzählt.

Mobiles Leben und dann einen Hof kaufen?

Einen großen Hof mit einem riesigen Stück Land drum herum kaufen. Viele Menschen strampeln für diesen Herzenswunsch wie besessen im Hamsterrad. Investieren ihre ganze Lebenszeit in einen Job, der sie nur all zu selten wirklich glücklich macht – und der Traum vom eigenen Hof bleibt nur all zu oft doch in weiter Ferne.

Der junge Landmaschinenmechaniker, der in seinem Auto wohnt und in die Welt hinauszieht um Pferde zu trainieren, hat das geschafft. Mit Erfolg betreibt er die Reitanlage Wiesau, in der Pferdebegeisterte ihren Urlaub genießen, Unterricht nehmen oder Pferde trainieren lassen können.

Doch natürlich ist der nomadische Lebensstil weiterhin tief in Torsten verwurzelt und der Kontakt und Austausch mit anderen Reisenden und Wagenbewohnern für ihn ein Lebenselexier. In diesem Jahr hat er dafür erstmals sogar seine Reitanlage in ein dreitägiges Globetrottertreffen verwandelt. Geselligkeit und Austausch unter den Teilnehmern, die sich wirklich „begegnen“, stellten dabei den zentralen Punkt des Steinwaldtreffen.

Steinwaldtreffen Wiesau - Vorträge in der Reithalle
Die Reithalle wird beim Steinwaldtreffen zur Vortragslokation umfunktioniert
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Leben ist Veränderung

Auch die Zeit als ständiger Bewohner seines Hofes werden wieder ein Ende nehmen, das steht felsenfest, sagt Torsten. Er vermisst sein mobiles Leben und sein Expeditionsmobil „Loki“, das zuvor bereits mit Astrid und Sven, China, Thailand, Nepal, Indien und viele andere Länder bereiste, wird mit Torsten neue Abenteuer bestreiten.

Das Steinwaldtreffen wird für alle Reisehungrigen und Wagenbewohner allerdings auch nächstes Jahr wieder eine Anlaufstelle sein um Gleichgesinnte zu treffen und eine schöne, gemeinsame Zeit zu verbringen.

Gespräch mit Torsten

Torsten hat mir seine Geschichte in einem Skype-Gespräch erzählt. Du kannst es Dir hier ansehen:

Spannende Geschichte?

Torstens Geschichte ist für uns ein gutes Beispiel dafür, dass man sich jederzeit frei entscheiden kann. Auch wenn Du Dich entschlossen hast, ins Wohnmobil zu ziehen, heißt das nicht, dass Du nicht auch beruflich alles erreichen kannst, was Du willst. Es heißt natürlich wie immer: Den Hintern hochkriegen und es mit beiden Händen anpacken!

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