Arbeiten on the Road – als mobiler Handwerker

SabineArbeiten unterwegs6 Comments

 
 

Arbeiten on the Road – sich nicht an einen festen Ort fesseln lassen, aber auch nicht an einen Computer, wie die „Digitalen Nomaden“. Im Handwerk auf Tour. Geht das? JA!

In dieser Folge unserer Beitragsreihe „Geld verdienen auf Reisen und mobiles Arbeiten“, lernst Du Hengist kennen. Und falls Du bisher geglaubt hast, Du kannst Dir Deinen Traum vom mobilen Leben nicht erfüllen, weil Du …

1. Keine Ahnung von Computern hast
2. Handwerker bist, der ja nicht seine ganzen Werkzeuge und Maschinen mit sich rumschleppen kann

… dann nimm Dir heute zu Herzen, was Hengist uns erzählt! Dein Traum scheitert nämlich weder an Deinen IT-Künsten noch an der Möglichkeit, Dein Handwerk mobil auszuüben. Das Einzige, dass Deinen Traum platzen lassen kann, ist Deine Motivation es wirklich zu tun – Träume fallen einem nämlich nicht von selbst in den Schoß. Aber sie sind es Wert, den Arsch dafür hoch zu kriegen!


ANALOGER NOMADE


Hengist ist mit ganzer Seele Nomade. Er war schon immer viel mit dem Rucksack auf Wanderschaft, hat lange Zeit in Mexiko verbracht und liebt es, unterwegs mit der Natur verbunden und sein eigener Herr zu sein.

Die schiere Lebensfreude, die man ihm im Gespräch sofort anmerkt, hängt für ihn nicht von Geld oder beruflichem Erfolg ab, sondern kommt mit dem Unterwegssein und dem Kontakt zu anderen, interessanten Menschen.

Diesem Lebenskonzept bleibt er auch beim Geld verdienen treu. Hengist ist Handwerker. Um frei zu sein und dort arbeiten zu können, wo es ihn hinzieht, hat seine Werkstatt keine feste Anschrift und ein schweres Rolltor – sondern Räder.

Blick in die mobile Werkstatt


In seinem Wohnmobil befindet sich alles, was eine gut ausgestattete Werkstatt auch zu bieten hat – von der Schreinerbank über Schweißgerät und Standbohrmaschine ist alles mit an Bord und damit auch auf der Baustelle. Dabei gibt es fast nichts, das Hengist nicht macht. Wohnwagen abdichten, Auf- und Abbau von Festivals, Hochziehen ganzer Häuser … Hengist hat sich zum echten Allrounder gemacht. Nur von komplizierten Sachen mit Strom lasse ich die Finger, sagt er.

Arbeiten on the Road – das können eben nicht nur die unter diesem neumodischen Begriff umherreisenden „Digitalen Nomaden“, zu denen wohl auch wir selber oder etwa Silke von Minimalisch.de gehören. Nein, so wie das Nomaden eigentlich schon seit Urzeiten machen, geht das auch ohne Rechner und „analog“!


MIT EMPFEHLUNG
VON AUFTRAG ZU AUFTRAG


Seine gute Arbeit bringt ihn durch Mundpropaganda von einer Baustelle zur nächsten.

„Jemand kennt da jemanden,
der auch einen wie Dich braucht, der sowas kann.“

Dass Hengist dabei mobil ist und einfach zu den Kunden hin fahren kann, ist dabei bestimmt nicht gerade hinderlich!

Besonders gerne lässt er sich von Aufträgen in den hohen Norden entführen. Arbeiten in Schweden, ein Traum für ihn und seine Huskidame „Lise“.

Manchmal, so erzählt er uns, erledigt er auf dem Weg zum nächsten Projekt noch schnell einen Kleinauftrag, den er dann doch vielleicht sogar im Internet gefunden hat.


Kleine Jobs für Handwerker kannst Du etwa finden bei:

ebay-kleinanzeigen / Handwerker gesucht.

Auch Facebook ist hier wieder sehr hilfreich! Gruppen wie „Handwerker gesucht“ haben über 10.000 Mitglieder!

 

Das Wohnmobil von Handwerker Hengist zum Arbeiten on the Road

Rollende Werkstatt on Tour


WIE DU SONST NOCH AN AUFTRÄGE KOMMEN KANNST


Wenn Du noch nicht auf so viele Weiterempfehlungen zurück greifen kannst, sind vielleicht Handwerkerbörsen eine Möglichkeit für Dich um an erste, richtige Aufträge zu kommen. Nach ausgeführten Arbeiten bekommt der Handwerker jedoch auch hier Bewertung innerhalb des Portals, die von den möglichen Kunden als Kriterium zur Auftragsvergabe herangezogen werden.

Zum Glück haben sich die Handwerkerauktionen, die eine Weile modern gewesen sind, heut zu Tage überholt. Der Kunde schrieb hierbei einen Auftrag aus, die Handwerker mussten ohne vorherige Begutachtung der tatsächlichen Arbeitssituation ein verbindliches Angebot abgeben und sich damit im Preis unterbieten. Das niedrigste Angebot „gewann“. Je nach Portal stand es dem Kunden wenigstens noch offen, doch nicht das billigste Angebot anzunehmen. Wie man sich unschwer denken kann, führte diese Praxis zu heftigem Lohndumping und einer sehr niedrigen Qualität der ausgeführten Arbeiten. Ziemlich allein auf weiter Flur ist die Handwerkerbörse Undertool.de, die noch immer an diesem Modell festhält auch wenn es zeitgleich weitere Möglichkeiten der Auftragsvermittlung anbietet.


  • Viele Aufträge aller Größen, für die Du ein Gebot abgeben kannst; bei my-hammer.de ca 50.000 pro Monat
  • Für Auftraggeber grundsätzlich kostenlos, für Handwerker jedoch kostenpflichtige Anmeldung, um Kontaktdaten des Auftrags einsehen zu können; Beiträge recht teuer, my-hammer.de zum Beispiel knapp 60 Euro / Monat

Als Handwerker auf Reisen zu gehen ist eigentlich eine lange Tradition. In diesem Buch gibt Schlossergeselle Franz einen Einblick wie es ist, über drei Jahre auf der Walz zu sein. Kein Besuch zuhause, 11.000 km! Wow



MIT NEUGIER TRÄUME LEBEN



Ursprünglich aus dem Fachbereich Stahlbau kommend, ist einer der wichtigsten Ratschläge, die der mobile Handwerker all denen mit auf den Weg geben will, die ebenfalls von unterwegs ihr Geld verdienen wollen:

NEUGIERIG BLEIBEN!

Diesen Tipp legt Hengist uns mit solcher Überzeugung ans Herz, dass wir uns bildlich vorstellen, können, wie er alles in sich aufsaugt, was er von anderen Handwerkern lernen kann. Alles anfassen, alles selber machen, neues verstehen und sich niemals auf dem ausruhen, was man schon kann!

Wir selbst können seine Empfehlung nur unterstreichen. Was für’s Handwerk gilt, ist ebenso wichtig für jedes Handwerk, dass Du am Computer ausführen möchtest und darüber hinaus für alle anderen Lebensbereiche.

Du willst aus raus, aus dem goldenen Käfig, nicht mehr täglich das Murmeltier begrüßen? Dann verlasse jetzt den Lebensstil, der auch ein bisschen Deine Komfortzone bedeutet – fange wieder an zu lernen, finde kreative Lösungen und ganz wichtig: Bring den Mut auf und TRAUE DICH EINFACH!

ARBEITEN ON THE ROAD
IM HANDWERK

Eine mobile Werkstatt wär auch genau Dein Ding oder Du findest es einfach ebenfalls nur großartig, wie Hengist das macht?

Du bist selbst als Handwerker on Tour?

Wir freuen uns sehr über alle Gedanken zum Thema in den Kommentaren und bedanken uns auf’s herzlichste bei Hengist, dass er mit uns Allen seine Erfahrungen und Anregungen hier teilt und uns zeigt, dass so vieles möglich ist, wenn man nur wirklich möchte!

6 Kommentare zu “Arbeiten on the Road – als mobiler Handwerker”

    1. 😀 Das dachten wir uns schon so ein bisschen, dass der Beitrag was für Dich sein könnte, Florian! :))
      Wie Du siehst: Es ist ganz und gar nicht unmöglich!!! :))

  1. Ich hatte die große Ehre Hengist + seine Lise diesen Winter in Schweden eine Woche lang kennen zu lernen. Das ist ein ganz toller + lieber Typ. Würde mich sehr freuen Kontakt zu ihm zu bekommen. Auf jeden Fall grüsse ich ihn herzlichst aus Südfrankreich …

  2. Achtung, Bürokratiehinweis: In einigen Ländern dürfen die Handwerksberufe gar nicht als Reisegewerbe ausgeübt werden – und in Deutschland hat (natürlich) auch die HWK durch die nach wie vor bestehende Reglementierung der Handwerksberufe noch ein Wörtchen mitzureden.

    1. Hallo Bartholomäus Simplersohn!

      Der rein rechtliche Begriff des „Reisegewerbes“ ist grundsätzlich irreführend. Jemand mit einer mobilen Werkstatt kann durchaus ein stehendes Gewerbe betreiben, sowie jemand mit einer festen Werkstatt ein Reisegewerbe. Wenn sich jemand dafür interessiert, kann ich diesen Link der IHK empfehlen: http://bit.ly/2sLCitN

      Klar muss man sich in anderen Ländern immer gesondert schlau machen, und sich danach richten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.