Bonifacio – Mit dem Wohnmobil zu Korsikas südlichster Stadt

SabineKorsika, Reisen0 Comments

Im Verhältnis zu Landschaften, hält sich unser Interesse an Städten generell eher in Grenzen. Als wir Bonifacio erreichen, sind wir jedoch schlagartig überzeugt: Die südlichste Stadt Korsikas muss man wirklich gesehen haben. Das Örtchen klammert sich so anmutig auf die weiße, 70 Meter aus dem Meer empor ragende Klippe – Die Macher von Game of Thrones hätten keine bessere Kulisse hinbekommen können.

An Bonifacio vorbei – Capo Pertusato

Eigentlich haben wir uns gar nicht vorgenommen die Stadt zu besuchen. Die Straßen dort sollen für große Fahrzeuge sowieso gesperrt sein, haben wir im Vorfeld gehört. Wir sind also auf dem Weg an Bonifacio vorbei. Unser Weg führt uns ans Capo Pertusato, das etwa 5 km südöstlich von Bonifacio liegt. Die südlichste Felsklippe Korsikas bietet von ihrem gleichnamigen Leuchtturm aus einen guten Blick hinüber, nach Sardinien. Nur 12 Kilometer sind es von hier auf die Nachbarinsel.

Straße von Bonifacio“ wird diese Meeresenge hier genannt. In der Schifffahrt soll sie berüchtigt für ihre Tücken sein und schon zahlreiche Leben gekostet haben. Über den Verkehr auf dieser Wasserstraße zu wachen, ist übrigens die Aufgabe des zweiten, weißen Gebäudes auf dem Capo Pertusato. Es handelt sich um einen Signalturm des Militär.

Bonifacio Leuchtturm und Signalturm auf dem Capo Pertusato
Das Capo Pertusato mit seinem Leuchtturm im Hintergrund und dem Signalturm zur Überwachung der Schifffahrt weiter links im Bild

Am Leuchtturm befindet sich eine Parkmöglichkeit für einige Fahrzeuge. Wir haben Glück und finden einen Platz. Es ist allerdings Oktober, im Sommer sieht die Parksituation ganz bestimmt anders aus.

Von hier aus gibt es einen Abstieg zu einem kleinen Strand, dem Cala Fiumare. Die Anfahrt gab jedoch ein paar so schöne Blicke auf die Kalksteinklippen unter den Häusern Bonifacios frei, dass wir statt dessen ein Stück die Straße zurück laufen, von der wir kamen.

In einer Kurve kannst Du links auf einen schmalen Wanderweg abbiegen. Er windet sich felsig hinunter Richtung Meer, vorbei an sehenswert geschichteten Steinstrukturen. An einer Klippe endet der kleine Spaziergang mit einer phantastischen Sicht auf die Altstadt zur rechten Seite. Ein bisschen wähnt man sich in einer gebauten Kulisse. Würden die Drachen aus Game of Thrones darüber kreisen – die Altstadt von Bonifacio hätte ein gutes Kings Landing abgegeben.

Folgt Dein Blick den Drach… äh Möven weiter hinaus aufs Meer, bietet die Sardische Küste das nächste, zauberhafte Bild. Links von Dir brechen die Wellen an einer steil emporragenden Klippe. Das Wasser ist glasklar. Wow. Dieser Ort bleibt wirklich in Erinnerung.

Bonifacio Camping

Eines ist fast unmöglich: Ein Plätzchen zum Freistehen zu finden, an dem man das Wohnmobil sicher stehen lassen und zu Fuß am Abend die Altstadt erreichen kann. Auch wenn Du eingefleischter Freisteher sein solltest: In Bonifacio macht eine Nacht auf dem Campingplatz wirklich Sinn.

Nur ein paar wenige Meter vom Hafen der Stadt entfernt, liegt der Platz L‘Araguina. Er befindet sich direkt an der Hauptverkehrsstraße T10, gegenüber einer Tankstelle. Die Anfahrt ist somit auch für große Fahrzeuge absolut problemlos.

Von hier aus kannst Du am Abend in 5 Minuten in der Stadt und sogar innerhalb einer guten halben Stunde zu Fuß am Leuchtturm sein, um auf Bonifacio bei Sonnenuntergang zu blicken.

Tolle Lage, das wollen wir probieren. Doch im Netz haben wir zuvor gelesen, dass der Platz nicht für große Camper geeignet sein soll. Wir sind deshalb gespannt, ob das mit unserer Stadtbesichtigung überhaupt etwas wird. Doch kein Problem. Herzlich werden wir in Empfang genommen und bekommen Hilfe beim Einweisen.

Der Platz ist in Terrassen angelegt, die nach oben hin kleiner werden. Auf den oberen Etagen finden sich dementsprechend Zelte von Rucksack- und Motorradreisenden. Unten ist jedoch sogar für unseren LKW Platz und seitlich bleibt auch noch genug Raum, um Tisch und Stühle für unser Abendessen aufzubauen.

Camping L'Araguina, Bonifacio, Korsika. Auch für große Camper kein Problem
Auch mit dem LKW kein Problem. Camping bei L’Araguina. Ver- und Entsorgung inklusive.

Der Platz kostet für zwei Personen und ein großes Fahrzeug im Oktober 28,- Euro. Bedenkt man die exklusive Lage und die Tatsache, dass Frischwasser inklusive ist (für Freisteher in Korsika ansonsten schwierig zu bekommen und sehr teuer), ist der Preis absolut in Ordnung.

Der abendliche Spaziergang um Bonifacio in der Abendsonne zu sehen, ist in gut einer halben Stunde vom Campingplatz aus zu bewältigen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Bonifacio Sehenswürdigkeiten

Ville Haute

Bonifacios Altstadt, die Ville Haute (Oberstadt), ist Bonifacios Herzstück und Schatz.

Die Ville Haute ist es, die auf der etwa 900 Meter langen Landzunge aus Kalksteinfels steht. Die „Île de Fazio“ fällt senkrecht zum Meer hin ab. Teilweise ist der Fels im unteren Teil ausgespült, sodass die Häuser darauf auf Vorsprüngen stehen, die über das darunter befindliche Wasser ragen.

Zugang zur Altstadt erhält man durch ein großes Tor mit Zugbrücke. Es bietet einen wirklich passenden Rahmen. Bonifacio blickt auf eine umkämpfte Geschichte zurück. Die ganz besondere, geografische Lage an der gefährlichen Meerenge, machte die Stadt immer wieder zum Ziel von Kriegen und Kämpfen. Sie wurde zu einer Festung ausgebaut und die Kulisse ist auch heute noch spektakulär.

Im Inneren der Oberstadt herrscht heute zum Glück nur ein Kampf um die schönsten Plätze der zahlreichen Restaurants und Cafés. Wer in tollem Ambiente am Abend essen gehen und ein Glas Rotwein genießen möchte, findet hier wundervolle Gelegenheiten vor.

Bonifacio Altstadt / Ville Haute

Spektakulär ist auch ein erhaschter Blick in die Treppenaufgänge der Häuser. Die Wohnfläche ist eher in der Höhe, als auf Breite oder Länge verteilt. Kein Wunder – auf dem Kalksteinplateau ist der bebaubare Platz extrem begrenzt. Die Treppenaufgänge sind so hoch und abenteuerlich steil, dass wir uns fragen, wie nicht mehr ganz junge Leute überhaupt ihre Wohnungen erreichen sollen.

Die Gassen der Altstadt von Bonifacio sind eng und teilweise ganz schön steil. Noch sehr viel steiler sind allerdings die Treppenaufgänge in den Häusern selbst.

Bonifacio Bootstour

Im Hafen von Bonifacio bieten zahlreiche Veranstalter Bootstouren an. Du kannst zwischen zwei Arten von Ausflügen wählen.

Eine kürzere Tour von etwa einer Stunde führt in die nahe gelegenen Grotten und unter der Stadt hindurch.

Die Tour zu den Lavezzi Inseln dauert etwas länger. Auf einigen Touren, kann man auf Lavezzi aussteigen, um die unbewohnte Insel zu erwandern. Sie steht, wie noch ein paar andere der kleinen Inslen der Îles Lavezzi Gruppe, unter Naturschutz. Das Verlassen der Wege beim Erwandern ist streng verboten ist. An mehreren kleinen Stränden kann allerdings gebadet werden. Für den Rückweg steigt man bei einem der folgenden Boote wieder zu.

Obwohl die Touren auch an der bewohnten Île de Cavallo vorbeifahren, darf hier nicht ausgestiegen werden. Sie befindet sich in Privatbesitz von einigen Milliardären. Touristen sind da unerwünscht.

Bei den Bootstouren kann man auch gut einen Blick auf die Treppe des Königs von Aragon werfen. Sie führt von der Oberstadt hinunter zum Meer und ist komplett in den senkrecht abfallenden Fels gehauen.

Cimetière Marin de Saint-François

Man sollte sich den Friedhof Cimetière Marin mit seinen zahlreichen Mausoleen und Familiengruften ansehen, wenn man in Bonifacio ist, haben wir gehört. Wir müssen gestehen: Persönlich können wir einem Friedhof nichts Großartiges abgewinnen. So ging es uns auch mit dem Cimetière Marin.

Eingang zum Cimetière Marin
Gruften und Mausoleen auf Bonifacios Friedhof, der als Sehenswürdigkeit gilt

Bonifacio Wetter und beste Reisezeit

Wenn irgend möglich sollte man versuchen, Bonifacio nicht im Juli oder August zu besuchen. Durch die schmalen Gassen in der Altstadt wird man im Ansturm der Sommerferien wohl nur noch unwillkürlich hindurch geschoben.

Der September ist eine super Reisezeit mit Temperaturen zwischen 19 und 27 Grad mit 8 Sonnenstunden. Mit durchschnittlich drei Regentagen ist das Schlechtwetter-Risiko minimal.

Davor scheint im Mai und Juni die Sonne sogar noch eine Stunde länger und das Regenrisiko sinkt von 4 Tagen im Mai auf 1 Tag im Juni. Vor allem das Wasser ist allerdings noch nicht so mit Wärme aufgeladen, wie nach der Hauptsaison. Schwimmt man im Juni bei 19 Grad, kann man sich im September an 23 Grad erfreuen.

Vor Mai und nach September muss man damit Rechnen, dass nicht mehr alle Angebote der Saison verfügbar sind. Möchtest Du zum Beispiel eine Bootstour machen, solltest Du Bonifacio während dieser Zeit besuchen, auch wenn ein besonderer Platz natürlich zu jeder Jahreszeit eine Reise wert ist.

Unsere Erlebniss um Bonifacio im Video-Tagebuch

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Col de Bavella, Korsika

Die Passstraße Col de Bavella ist nicht etwa nur eine Straße – sie lädt zum Aktivurlaub ein und vereint die schönsten Eindrücke, die wir auf Korsika erleben durfen.

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