Fähre Sardinien – Mit dem Wohnmobil auf die Insel

SabineKnow-How, Reisen, Sardinien2 Comments

Von wo kannst Du mit Deinem Wohnmobil die Fähre nach Sardinien nehmen, wie ist das mit Camping an Bord, geht das mit dem Hund? Wir haben für Dich die wichtigsten Informationen zusammengefasst – Fähre Sardinien: Linien, Möglichkeiten, Häfen, praktische Tipps

 

Die Reise nach Sardinien mit unserem derzeitigen Micro Wohnmobil führte uns mit der Nachtfähre von Livorno nach Olbia. Wir haben dabei einige Eindrücke für Dich gesammelt und möchten Dir über unsere gewählte Verbindung hinaus einen Überblick geben, wie Du mit Deinem Wohnmobil vom Festland auf die Trauminsel kommen kommen kannst.

HÄFEN UND VERBINDUNGEN


Sardinien ist mit Autofähren gut und von den wichtigen Verbindungen aus ganzjährig zu erreichen.

Von Deutschland am besten anzufahren sind die beiden italienischen Häfen Genua und Livorno.

Die Überfahrt ab Livorno ist entspannt. Im Gegensatz zu dem Hafen in Genua erreicht man die Fähre hier direkt über die Landstraße und ohne stressigen Stadtverkehr. Außerdem gilt der Hafen generell als sehr viel weniger überfüllt – wir werden berichten, wenn wir Genua für die Rückreise und Ende September für eine Fahrt nach Tunesien nutzen.


Fähre Livorno – Sardinien


Der Hafen Livorno in der Toscana ist mit dem Wohnmobil stressfrei anzufahren. Von der Autobahn A 12, führt die Abfahrt Livorno Porto direkt über die Landstraße auf‘s Hafengelände. Folge dort einfach der Beschilderung Imbarco Passeggeri.

Wenn Du kein Ticket vorab gebucht hast, suche das große, orangefarbene Gebäude auf, an dem Stazione Marittima. steht.


Ticketkauf

Der Ticketkauf in der Stazione Marittima vor Ort bietet generell keine großen Vorteile – eher im Gegenteil, da viele Vorteilsangebote oft online schon ausverkauft sind. Außerdem können sich je nach Abfahrtszeiten und Saison sehr lange Schlangen vor den Schaltern bilden.

Umgekehrt macht der Direktverkauf die Tickets aber auch nicht teurer und man hat die Freiheit, sich nicht nach einem festgelegten Termin richten zu müssen.
Wir selbst hatten einmal eine Fährüberfahrt von Genua nach Marokko gebucht – nachdem wir wegen technischer Probleme mit dem Fahrzeug den Termin nicht halten konnten und über 300,- Euro Stornokosten berappen mussten, sind wir persönlich Fans des vor Ort kaufens geworden.

Und man kann auch Glück haben: In der Stazione Marittima Livorno mussten wir keine Sekunde warten, da absolut tote Hose herrschte.

Der Preis für die Nachtüberfahrt betrug für zwei Personen plus PKW mit Höhenzuschlag durch den Dachzeltaufbau 102,19 Euro – exakt der gleiche Preis, den wir auch zuvor online ermittelt hatten und bezahlt hätten.


Parkplätze

Parkplätze (nicht bewacht) für den Ticketkauf gibt es übrigens in recht überschaubarer Anzahl vor der Hafeneinfahrt.

Auf dem Gelände selbst stehen kostenpflichtige Parkplätze des Anbieters S.T.P. zur Verfügung.

Hast Du ein Ticket oder eine elektronische Buchungsnummer im Gepäck, kannst Du Dich gleich in die Bordingreihen eingliedern.

Sei auf jeden Fall mit einem guten Zeitpuffer vor der Abfahrt in der Warteschlange. Das Personal dort weist Dich ein, scannt Dein Fährticket und klebt für die Überfahrt ein Fahrzeugticket an Dein Wohnmobil.

Jetzt kann‘s schon gleich losgehen.

Fahrzeugticket von Corsica Ferries

Unser Camper wurde gescannt, auf explosive Stoffe getestet und hat das Ticket für die Überfahrt erhalten.


Verbindungen ab Livorno

Ab Livorno bieten die Redereien Corsica Ferries, Moby Lines und Grimaldi die Überfahrt nach Sardinien an. Angelaufen werden von hier aus die Häfen Golfo Aranci und Olbia. Diese Linien sind ganzjährig verfügbar.

Die Dauer der Überfahrten variieren recht stark. Es kommt auf die Fährgesellschaft an und vor allem darauf, ob Du eine Tag- oder eine Nachtfahrt buchst. Die Nachtfahrten dauern generell länger, bei uns waren es mit Corsica Ferries 10 Stunden. Die schnellste Verbindung wird mit 6,5 Stunden angegeben.

Fähre Genua – Sardinien


Genua ist mit der wichtigste Abfahrtshafen für Fähren nach Sardinien. Entsprechend gibt es viele Anbieter und Linien, die dort gebucht werden können. Bei den meisten handelt es sich um Nachtverbindungen.

Die E 62, mit der man über Mailand bis Genua fährt, führt nach Ankunft in der Stadt direkt bis ans Hafengelände. Folge der Ausschilderung Porto.

Wir hören oft, dass der Hafen sehr überfüllt sei und die Anfahrt mit stressigem Stadtverkehr verbunden ist, weshalb viele Reisende gern auf den Hafen in Livorno ausweichen. Wir werden von unseren persönlichen Erfahrungen mit dem Hafen Genua berichten, wenn wir ihn im September für eine Fahrt nach Tunesien nutzen.

Verbindungen ab Genua

Von Genua aus laufen die Redereien Moby, Tirrenia, Corsica Ferries und GNV auf die Insel aus. Ihre Zielhäfen sind Olbia, Porto Torres und Arbatax.

Die Linie Genua – Olbia wird am häufigsten und ganzjährig angeboten.

Genua – Arbatax wird dagegen nur vom Anbieter Tirrenia und nur von Juli bis Anfang September für zwei Fahrten pro Woche bedient.


Sonstige Fähren nach Sardinien


Fähre Civitavecchia

Civitavecchia ist der Fährhafen Roms. Von hier aus finden täglich Überfahrten nach Sardinien statt und zwar sowohl in den Norden, als auch in den Süden der Insel. Die weitaus häufigste Verbindung führt ins nördliche Olbia.


Fähre Piombino

Ab Piombino legen Moby Lines und Corsica Ferries nach Sardinien ab. Die Linien sind von hier aus allerdings nur in der Hochsaison buchbar. Als Zielhäfen stehen Olbia und Golfo Aranci zur Wahl.


Ganzjährig werden weiterhin angeboten:

Neapel – Cagliari von Tirrenia
Palermo – Gagliari von Tirrenia
Marseille – Porto Torres von Corsica Ferries
Barcelona – Porto Torres von Grimaldi Lines


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CAMPING AN BORD


Camping an Bord ist eine super Möglichkeit, die Zeit während der Überfahrt zu verbringen. Du kannst damit im eigenen Wohnmobil bleiben und sparst Dir die Kosten für eine Kabine.

Moby Lines und Tirrenia bieten diese interessante Option an, aber Achtung: Der Tarif ist nicht für jede Strecke und zu allen Zeiten möglich.

Im Augenblick (also Frühjahr 2018) ist der aktuelle Stand, dass Moby für den Zeitraum von April bis September für die Strecke Piombino – Olbia Camping an Bord anbietet.

Bei diesem Tarif fahren Kinder unter 12 Jahren an Bord des eigenen Wohnmobils oder Wohnwagens kostenlos, das Gleiche gilt für Haustiere.


WICHTIG ZU WISSEN:


• Camping an Bord ist nur bei entsprechenden Wetterbedingungen möglich und kann vom Kapitän kurzfristig untersagt werden!

• Während der Überfahrt dürfen keine Gasflaschen oder Elektroküchen in den Wohnmobilen genutzt werden!

• Die Wohnmobile dürfen für diesen Tarif eine Länge von 7 Metern nicht überschreiten.

FÄHRE NACH SARDINIEN
MIT HUND


Hunde und andere Haustiere reisen inzwischen komfortabler und willkommener auf den Fähren mit. Fast alle Redereien bieten spezielle Hundehalterkabinen an, die dann mit PVC Bodenbelag statt Teppich ausgestattet sind.

Die einzigen, bei denen Hunde noch immer, wie früher üblich, in Zwinger auf einem gesonderten Bereich des Außendecks verbannt werden, sind die Grimaldi Lines.

Bitte achte darauf, die Kabine rechtzeitig zu buchen, wenn Du mit Deinem Hund die Fähre nach Sardinien nehmen möchtest! Die Anzahl der Tierhalterkabinen ist nämlich begrenzt. Sind die Kapazitäten erschöpft, muss wieder auf die Zwingerlösung zurückgegriffen werden, wenn es denn eine bestimmte Fähre sein soll.

Die Hunde dürfen sich ansonsten auf den Außendecks die Beine vertreten und Hundetoiletten stehen bereit, die allerdings etwas großzügiger ausfallen dürften.


Hundetoilette an Bord von Corsica Ferries

Hundetoiletten könnten großzügiger ausfallen, sind aber wenigstens vorhanden.


Großes Kompliment an den haustierfreundlichsten der Fähranbieter: Corsica Ferries hat auf seiner Mega Express III sogar einen Restaurantbereich eingerichtet, in dem die vierbeinigen Begleiter mit zum Essen dürfen.

Für den Hundespaziergang an Bord ist eigentlich ein Maulkorb Pflicht – wir selbst haben keine einzige Fellnase entdecken können, die tatsächlich einen Maulkorb trug.

Der Heimtierausweis ist bereitzuhalten und man sollte sich vorab über die aktuell gültigen Vorschriften der Redereien informieren. Von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich, kann es zum Beispiel sein, dass zusätzlich eine Behandlung gegen Würmer oder Flöhe und Zecken vorgenommen und im Heimtierausweis dokumentiert sein muss!


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FÄHRE SARDINIEN –
KABINE BUCHEN ODER NICHT


Die Zeit auf den oft viel kürzeren Tagfahrten zu verbringen ist einfach. Zahlreiche Angebote für Groß und Klein sorgen für eine kurzweilige Überfahrt. Die Fähren sind ausgestattet vom Shopping Angebot über Sonnendecks mit Pool und Cocktailbar, Restaurants, Videospieleraum, Hüpfburgen und Bällebad für Kids …


Spieleraum auf der Fähre nach Sardinien bei Corsica FerriesShoppingangebot auf der Fähre von Corsica FerriesBällebad für Kinder auf der Fähre von Corsica Ferries

Die Unterhaltungsmöglichkeiten an Bord der Fähren sind vielfältig. Bei Tagfahrten kann man die Zeit auch gut auf dem Sonnendeck verbringen.


Für die Nachtfahrten stehen entweder Schlafsessel oder Zwei-, bzw Vierbett Kabinen zur Verfügung. Außer beim Tarif „Camping an Bord“ ist ein Zugang zum Wohnmobil während der Überfahrt nicht möglich.

Wir hatten uns für die Option Schlafsessel entschieden und man muss ganz klar sagen: Nach 10 Stunden Überfahrt mit Ankunft Morgens um 7, kann man nach einer Nacht in den Pullman Seats schon mal getrost einen geruhsamen Ankunftstag einplanen. Ein bisschen kaputt ist man danach am Ende schon.


Schlafsesselraum bei Corsica Ferries

Schlafsessel auf der Mega Express V von Corsica Ferries


PROFITIPP:

Geübte Fährfahrer sorgen vor: Aus eigener Erfahrung wissen wir zumindest von Corsica Ferries, dass es eine geduldete, dritte Variante der Übernachtung gibt:

In den geräumigen Fluren zwischen den Decks lässt sich hervorragend schlafen. Problemlos können hier mitgebrachte Luftbetten und ganze Familien-Nachtlager aufgeschlagen werden.

Es geht geruhsam zu über Nacht auf den Fähren und die geduldeten Lager machen die Überfahrt auch ohne gebuchte Kabine bequem. So lässt sich am nächsten Morgen ausgeschlafen die Tour über die Insel starten.

1,5 Stunden vor dem Anlegen ertönt der Weckruf, sodass Du auf jeden Fall noch genug Zeit hast, alles zusammen zu packen und zu Frühstücken.

Schlafen im Flurbereich der Fähre nach Sardinien

Das Einrichten von Nachtlagern in den Gängen der Fähren ist geduldet


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VERPFLEGUNG AN BORD


Du hast alle Möglichkeiten, Dich an Bord zu verpflegen. Es gibt Selbstbedienungs- und à la carte Restaurants und am Morgen die Möglichkeit zu einem ausgiebigen Frühstück mit Blick auf‘s Meer und das langsam näher kommende Sardinien – und das sogar ohne völlig überteuert zu sein.

Ein Frühstück mit Gebäck, heißem Getränk, Fruchtsaft, Butter und Marmelade schlägt bei Corsica Ferries zum Beispiel mit 5,40 Euro zu Buche.


Frühstück auf der Mega Express V von Corsica Ferries

Frühstücksangebot auf der Mega Express V von Corsica Ferries

Restaurant an Bord von Corsica Ferries

Eines von mehreren Restaurants an Bord von Corsica Ferries


Selbstverpflegung ist allerdings genau so wenig ein Problem. Du kannst Dir im Wohnmobil einfach Abendessen und Frühstück in Deinen Rucksack packen und Dich sowohl in Kabine, als auch in den Schlafsesseln oder Deinem „alternativen Nachtlager“ versorgen. Sogar self-service Mikrowellen stehen an Bord für Dein mitgebrachtes Essen bereit.

Getränke- und Snackautomaten halten schnellen Nachschub außerhalb der Restaurants bereit.


ZU DEN SARDINIEN ANGEBOTE
DER FÄHRGESELLSCHAFTEN

KLEINE RANDINFO

Noch eine wichtige Info für alle Reisenden, die (so wie wir) auf viele Akkus unterwegs angewiesen sind:

In den Gängen und unter den Fernsehbildschirmen des Schlafsesselraumes finden sich unserer Erfahrung nach bei Corsica Ferries Steckdosen zum Laden.


Sonnenaufgang auf dem Oberdeck der Fähre nach Sardinien

Als der Morgen anbricht erreichen wir die Küste Sardiniens

2 Kommentare zu “Fähre Sardinien – Mit dem Wohnmobil auf die Insel”

  1. Hallo Ihr beiden,
    also „treuer Leser´´ eurer Beiträge frage ich mich gerade, warum Ihr mit Auto und Dachzelt unterwegs seit.
    Ich hoffe Herman geht es gut…

    LG
    Anton

    1. Hallo Anton!
      Stimmt, auf dem Blog hat man das gar nicht so mitbekommen, wir haben das in ein paar Youtube-Videos erzählt, wieso wir jetzt eine Tour mit Sharan machen. Das haben wir versäumt schriftlich hier festzuhalten.
      Der Grund ist, dass wir bei unserer letzten Überwinterung in Portugal einen so langwierigen Schaden hatten, dass wir den ganzen Winter in Portugal auf einem Campingplatz verbringen mussten und nicht rumfahren konnten. Unser Kumpel Tobi, mit dem wir die LKW Videos gedreht haben, hat uns dann angeboten, einfach mal ein etwas schnelleres Reisefahrzeug auszuprobieren. Mit dem Sharan konnten wir noch eine Runde drehen und trotzdem rechtzeitig zu den Treffen und Messen wieder in Deutschland sein. Dieses Angebot haben wir einfach mal angenommen, nach dem Stress mit dem Steyr 🙂
      Das Ding ist aber: Dem Herman geht’s zwar wieder gut, wir werden uns aber dennoch jetzt von ihm trennen und uns einen stärker motorisierten LKW zulegen. Unsere Reisewünsche und -pläne haben sich seit dem Bau von Herman in eine mehr offroadige Richtung entwickelt und zu weiter entfernten Zielen. Damit würden wir dem Herman keinen Gefallen tun. Also wenn Du jemanden kennst, der Interesse hat – unser Dicker steht nach der Abenteuer & Allrad zum Verkauf und bei uns geht’s mit neuem Projekt weiter! 🙂
      Aller liebste Grüße aus Sardinien,
      Sabine und Micha

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