Warum Deine Träume sich nicht erfüllen – 5 Hindernisse in uns selbst

SabineMotivation

Die meisten Hindernisse zur Erfüllung unserer Träume kommen nicht von außen, sondern liegen in uns selbst. Wie wir sie überwinden und an welchen Menschen wir uns ein Beispiel nehmen …


Gleich einmal die schlechte Nachricht vorweg: Träume erfüllen sich nicht einfach. Für die Erfüllung eines Traumes muss man kämpfen – und fühlt sich dabei vielleicht auch einmal, als wär man statt dessen in seinem eigenen Albtraum gelandet.

Eine solche Situation ist der Grund warum ich heute diese Zeilen schreibe. Nach vielen, bereits durchgeführten Reparaturen an Herman, hängen wir mal wieder fest.

Na klar wussten wir vorher, dass vermutlich einiges daran im Argen ist, wenn man ein Fahrzeug kauft, das 45 Jahre auf dem Buckel hat …
Und wir wussten, dass es schwierig sein könnte, Ersatzteile zu bekommen.
Wir wussten auch, dass das eine Menge unseres Ersparten verschlingen würde … und wir wussten …

Ja, damit war von Anfang an zu rechnen, doch trotzdem fällt es manchmal schwer, die Nerven zu behalten.

Aber darum geht es gerade gar nicht.

Es geht darum, dass wir uns von zu erwartenden Schwierigkeiten nicht davon abhalten lassen dürfen, unsere Träume zu verwirklichen! Natürlich sind steinige Strecken auf dem Weg zu erwarten. Aber wenn wir nicht vollkommen zufrieden sind, mit dem Leben, das wir gerade führen, dann sollten wir daran etwas ändern! Die gewohnten Pfade zu verlassen und Dinge grundlegend zu verändern ist immer unbequem. Aber sollen wir in einem nicht glücklichen Zustand bleiben, um zu vermeiden auf dem Weg zu einem Leben, dass uns vielleicht besser gefällt, in eine schwierige Phase zu kommen? Nein!

Aber mit der Befürchtung dass es schwierig werden könnte, setzen sie sich schwer auf unsere Schultern – die Hindernisse in uns selbst. Sie sorgen dafür, dass wir kein Bein in die erträumte Richtung vor das andere kriegen. Ja es fällt sogar zu schwer aufzustehen und überhaupt einen aller ersten Schritt zu tun…

Wie wir uns selbst ausbremsen

Hindernis 1 lastet direkt mit dem Gewicht eines Mount Everest auf uns:

Ich bin nicht gut genug für…

Dieses Hindernis kenne ich so gut wie einen besten Fr… ähm Feind. Aber seien wir mal ehrlich: Das ist kein Hindernis, sondern eher eine Ausrede.

Der Grund unsere Träume nicht zum Leben zu erwecken weil wir für etwas nicht gut genug sind, entsteht aus Selbstzweifeln, aus Angst vor Unbekanntem und Herausforderungen und der Angst zu versagen – sich eingestehen zu müssen, dass man tatsächlich nichts taugt und man ja eigentlich auch schon vorher hätte wissen können, dass man es nicht schafft. Aber die Sache ist ganz einfach: Wenn wir für etwas nicht gut genug sind, dann müssen wir es werden! Hört sich an wie aus einem schlechten Lebenshilferatgeber, ist aber so.

Nehmen wir genau diesen so ätzenden heutigen Tag mal als Beispiel:

Die Angst nicht gut genug zu sein um all die Probleme lösen zu können, die an einem 45 Jahre alten LKW unterwegs auftreten werden, stand von Anfang an im Raum. Wir sind nun mal beide keine Schrauber – ehrlich wäre zu sagen: wir haben keine Ahnung!

Auf der Rückfahrt vom Fernreisemobiltreffen traf uns nun ein kleines, elektrisches Problem. Etliche Stunden haben wir damit verbracht den Fehler zu suchen. Wir haben Spannungen gemessen, Anschlüsse neu verlegt, ins Innere von Schaltern geschaut … und waren am Ende kurz davor einfach alles in die Luft sprengen zu wollen, da gleichzeitig auch noch unsere Bremsen in Einzelteilen um den Wagen herumliegen und diverse andere Dinge am Fahrzeug auf uns warten, von denen wir natürlich ebenfalls noch nicht die Lösung kennen.

Und dann kam ein Freund dazu. Fünf Minuten verbrachte er mit der Verkabelung unter Hermans Armaturenbrett und alles ließ sich brav schalten, wie es sollte. Die Frage „bin ich gut genug um mit so einem Auto zu den abgelegensten Plätzen der Welt zu fahren“ stellt man sich in solchen Situationen dann schon mal wieder. Und die Antwort kann nur lauten:
Nein, vielleicht nicht … aber wenn ich den Traum von Freiheit und menschenleeren Weiten leben möchte, dann muss ich zusehen, dass ich es werde!

Ja, das ist scheiße unbequem, kostet Nerven, Überwindung und wir hassen es, unseren Freund ständig mit technischen Problemen auf die Nerven gehen zu müssen. Aber selbst in dieser Situation steckt so viel Gutes, wenn man nur genauer hinsieht.

Durch unsere Probleme an Herman haben wir hier Menschen kennen gelernt, die einfach unglaublich sind und deren Freundschaft so unbeschreiblich viel mehr bedeutet, als ohne Hindernisse ein Ziel zu erreichen!

Der besagte Freund hat uns heute nicht nur die Elektrik gerettet. Er hat uns auch wieder zum lachen gebracht, neuen Mut zugeredet, neues Wissen vermittelt und uns den passenden Arschtritt verpasst weiter zu machen: „Ihr wusstet doch, dass solche Probleme kommen würden! Also ran und weitermachen!

Stimmt. Wir wussten es … und mit dem Traum vor Augen und so großartigen Freunden werden wir „gut genug werden“, die kommenden Probleme vielleicht auch mal zu lösen, ohne dass der Schraubergott eingreifen muss!

Übrigens: Nimm Dir gar nicht erst vor, „gut genug dafür“ werden zu wollen, bevor Du loslegst. Alles vorher lernen zu wollen führt zu nichts, als dass man ewig lernt und nie anfängt!

Erst noch dies recherchieren und jenen Kurs belegen, ganz viele Leute fragen … egal wie gut Du Dich vorher informierst und wie viele Meinungen Du einholst – Meinungen gelten für die Personen, die sie geäußert haben und nicht für Dich!

Ebenso wenig wirst Du allwissend sein, bevor Du aufstehst und den ersten Schritt unternimmst. Klar, wir könnten jetzt nach Jahren immer noch recherchieren, welches ein vielleicht noch optimaleres Reisefahrzeug für uns wäre – dann würden wir jetzt aber immer noch Zuhause in einer Wohnung sitzen die uns nicht gefällt und viel zu viel Geld kostet, wir würden uns immer noch zu Arbeitsplätzen quälen, die uns keinen Spaß mehr gemacht haben … und wir wären immer noch genau so weit entfernt von der Garantie, den absoluten Glücksgriff mit der Auswahl des Fahrzeugs zu tun!

Ich habe dafür nicht das nötige Geld

Ja, zur Erfüllung mancher Träume ist Startkapital eine wichtige Grundlage. Was also tun, wenn wir kein Geld haben?

Um nicht nur irgendwelche schlauen Möchtegern-Weisheiten vom Stapel zu lassen, erzählen wir einfach noch mal von uns selbst:

Vor unserem Vorhaben ortsunabhängig da zu leben, wo es uns gerade gefällt, hat keiner von uns wirklich viel gespart. Man hat ein bisschen was auf die hohe Kante gelegt, für schlechte Zeiten und das gute Gewissen, wie es für Viele ganz normal ist. Ansonsten haben wir uns vor allem viel Kleinkram geleistet, der dafür sorgte, dass wir nicht gerade reicher wurden.

Micha war täglich im Baumarkt um die witzigsten und unnötigsten Dinge zu basteln, ich kaufte zum Beispiel Pumps – nicht etwa weil ich so gut drauf laufen kann, sondern einfach weil ich sie schön fand und gerne ins Regal stellte… sehr sinnvoll! Wir bezahlten einen Haufen Miete und da es bequemer war, die bestehenden Verträge einfach laufen zu lassen, auch zu viele Nebenkosten wie Versicherungen und alles, was man eben so hat.

Nach einigen gemeinsamen Roadtrips kam uns dann langsam die Erkenntnis: Es reicht uns einfach nicht, nur im Urlaub gemeinsam unterwegs zu sein. Das Leben ist viel zu kurz, um uns nur am Wochenende wirklich zu sehen und überhaupt:

Da muss doch einfach noch mehr sein, als das!

Langsam aber sicher wurden wir uns klar darüber, wie wir unser Leben zukünftig gestalten wollten. Zweifel und Ängste wie „sind wir gut genug“ kamen natürlich ebenso auf – aber der Wunsch wurde stärker und stärker. Eins stand fest: Wir brauchten so viel Startkapital wie möglich um nicht nur unser fahrbares Häuschen zu bauen, sondern auch, um uns über Wasser zu halten, bis wir Einkünfte aus einer aufzubauenden Selbstständigkeit erzielen würden (genau: auch dafür müssen wir „gut genug“ werden!).

Wir fingen also an zu sparen. Keine Anschaffungen mehr, die nichts mit der Sache zu tun haben, kein Luxus wie essen gehen, keine neuen Klamotten, allen Besitz verkaufen, der nicht am Ende auf 12qm Wohnraum für 2 Personen passt, Verträge ändern oder am besten gleich ganz kündigen …. selbst die Miete für die Wohnung haben wir eingespart, bereits ein halbes Jahr, bevor Herman bezugs“ferig“ gewesen ist und sind in unseren winzig kleinen Kastenwagen gezogen!

Ihr könnt auch nebenbei jobben oder Hunde gegen Taschengeld gassi führen, Euch eine kleinere Wohnung suchen, vom Auto auf’s Fahrrad umsteigen … es gibt super viele Möglichkeiten Geld zu sparen – der Traum ist es wert und ihr werdet sehen, es macht sogar Spaß!

Spare nicht bis zum bitteren Ende!

Auch hier kommt natürlich unsere eigene Erfahrung mit ins Spiel, denn vor dem Gedanken, Geld von unterwegs zu verdienen, stand eine andere Idee: Zu sparen, bis wir finanziell unabhängig sind, wie es einige Reisende, wie die Two Vagabonds oder Burkhard und Sabine von der Pistenkuh erfolgreich getan haben.

Laut unserem Finanzberater hätte das allerdings gedauert, bis wir Anfang 50 gewesen wären … mit dem Risiko, auch alles verlieren zu können. Zum Glück saßen die Geschäftsführer der Investments, in die wir unser Gespartes stecken wollten, schon zwei Tage VOR unserer geplanten Unterschrift wegen Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft (nein, das ist kein Scherz). Die Frage, ob mit Mitte 50 unsere Träume eigentlich noch unsere Träume sind, hat uns zusätzlich zu dem persönlichen Entschluss gebacht: Sparen ja – den weit größten Teil des Lebens damit verbringen, NEIN!

Ich habe ein Handicap, ich bin zu jung / zu alt …

Jetzt kommen Menschen zum Zuge, an denen wir uns ein riesen großes Beispiel nehmen wollen. Bekannter und unbekanter Weise.

Wie etwa an jemandem, den wir bei Europas größtem Fernreisemobil Treffen kennenlernten und glücklich sind, ihn Jahr für Jahr dort wieder zu sehen. Er zeigt uns, wie man damit umgeht, wenn man nicht mehr gut laufen kann – da wird einfach mal der elektrische Krankenrollstuhl mit allem Pipapo geländetauglich gemacht: Höherlegung, Geländereifen, Halterungen für die Sandbleche und schon ist das Ding fit für den nächsten, mehrstündigen Ausflug mit dem Hund übern Acker und zur Überwinterung in Afrika!

Sich von gelähmten Beinen ganz und gar nicht lahm legen lassen: Das zeigt zum Beispiel auch Dergin Tokmak, der als Dreijähriger an Kinderlähung erkrankte. Er sagt:

Keine Behinderung ist so groß und so einschränkend, dass sie jemanden vom Tanzen abhalten könnte.
Dergin Tokmak

Sieh Dir dieses kurze Interview eines Tänzers, der seine Beine nicht bewegen kann, unbedingt an!!!

Auch Margarete Steiff, die Begründerin des Unternehmens, dessen Stofftiere den berühmten „Knopf im Ohr“ tragen, erkrankte als Kind an Kinderlähmung. Sie konnte weder ihre Beine noch ihre rechte Hand benutzen und sagte den merkenswerten Satz:

Es lohnt sich nicht, den kranken Beinen nachzutrauern, wenn dabei das ganze Leben davonläuft.
Margarete Steiff

Selbstverständlich gibt es hunderte andere körperliche Gründe, ein Ziel mit anderen Mitteln erreichen zu müssen als andere Menschen. Aber man soll versuchen es zu sehen, wie Bettina Eistel, die ohne Arme zur Welt kam. Die Diplom Psychologin führt die Zügel ihres Pferdes mit Füßen und Mund und sagt:

Ich bin nicht behindert. Ich bin nur anders funktional!
Bettina Eistel

Die Engländerin Helen Tew war nicht behindert. Aber sie gab diesen Ratschlag, nachdem sie mit 89 Jahren in einem Segelboot den Atlantik überquerte – sie war 11 Monate unterwegs.

Höre nicht auf die Pessimisten. Es gibt immer jemanden, der Dir erzählen will, dass Du etwas nicht kannst, weil es zu schwierig oder zu gefährlich sei, weil Du zu jung oder zu alt seist. Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für etwas. Tu es einfach. Es ist nie zu spät, Dinge zu tun, die Du schon immer tun wolltest.
Helen Tew

Ich habe gar keine Zeit für…

Statt: „Ich habe keine Zeit“ könnte man auch sagen: „Es ist mir nicht wichtig genug.“

Zeit wird einem nicht geschenkt, sondern man muss sie sich nehmen. Das ist ein super blöd klingender Spruch, der mich bei meiner Oma schon genervt hat. Aber irgendwie hatte sie auch Recht. Denn so wie man Aufgaben einsparen kann, so muss man auch anfangen Zeit einzusparen, um für sein Herzensprojekt zu arbeiten.

Immer wenn Du abends den Fernseher einschaltest, dann hast Du eigentlich Zeit. Wenn Du gerade diesen Bericht hier liest, dann hast Du eigentlich Zeit. Sogar wenn man täglich viel zu lange überlegt, was man anziehen soll und auf solch unwichtige Entscheidungen Energie verschwendet, dann hat man eigentlich Zeit.

Ja, das letzte Beispiel hört sich vielleicht ein bisschen weit her geholt an, ist es aber gar nicht: Steve Jobs oder Marc Zuckerberg machen es zum Beispiel vor. Auf einer Pressekonferenz antwortete der Gründer von Facebook auf die Frage, warum er immer das gleiche Tshirt anhabe mit der Erklärung, dass er in seinem Leben so wenig unnötige Entscheidungen wie möglich treffen will, die nicht zu einer Verbesserung von facebook beitragen. Da selbst kleine Entscheidungen wie Kleidungswahl Zeit und Energie verbrauchen, versucht er solche Dinge zu vermeiden.

Nehmen wir uns solche, eigentlich freie Zeit, also nicht für unseren Traum, ist uns die Sache wahrscheinlich einfach nicht wichtig genug!

Schön war es wirklich nicht, das müssen wir zugeben: Zeit zu haben für den Bau unseres LKW’s bedeutete: Morgens um halb sieben aus dem Haus zur Arbeit, von da aus 12 Stunden später schon ziemlich erschöpft rein ins Auto und eine Stunde fahren, bis zur Schrauberhalle wo die Baustelle „Herman“ auf uns wartete. Jetzt schnell ein Brot essen, Werkzeug rauskramen und ein bis zwei Stunden sich rantrauen an Arbeiten, von denen man nie gedacht hätte, dass man sie einmal machen würde. Zusammenpacken, eine Stunde nach Hause fahren, um 1 Uhr Nachts ins Bett und um halb sieben wieder los zur Arbeit … ja, mehr Zeit wäre echt schön gewesen, aber für eine gewisse Dauer geht alles.

Manchmal wurde es auch richtig gemütlich, beim Abendessen in der Schrauberhalle. So wie hier am Tag der Zulassung

Abendessen in der Schrauberhalle
Abendessen in der Schrauberhalle … Endlich mit einem Nummernschild am selbst gebauten Allrad LKW Wohnmobil

Ich trage Verantwortung für jemanden

Verantwortung für jemand anderen zu tragen bedeutet, dass man nicht einfach tun und lassen kann was man will.

Mit der Entscheidung Kinder zu bekommen oder einen Angehörigen selbst zu pflegen, geben wir für sehr lange Zeit einen großen Teil unserer persönlichen Freiheit ab und müssen zu dieser Entscheidung stehen.

Für uns beide war zum Glück schon in sehr frühen Jahren klar, dass Kinder nicht das Richtige für uns sind und ein endgültiger Schlussstrich wurde unter das Thema gezogen. Aber auch wir haben Verantwortung für ein anderes Lebewesen übernommen, das sich das Leben mit uns nicht selbst ausgesucht hat. Unsere schon betagte Hundedame Fenja ist der Grund, warum wir nicht einfach Flugreisen machen und mit dem Rucksack unterwegs sind und warum unsere weit entfernten Traumziele auch mit dem LKW noch nicht angesteuert werden. Verschiffungen oder Reisen, die mit täglich sehr vielen Fahrkilometern verbunden sind (etwa wegen zeitlicher Einschränkungen durch Visa), kommen für uns erst in Frage, wenn wir einmal ohne Hund unterwegs sein werden – was hoffentlich noch lange dauert!

Wegen unserer Hündin haben wir uns entschieden im LKW zu leben und nicht als Digitale Nomaden von einer Trauminsel zur anderen zu fliegen und dort zu arbeiten. Der Traum lautete „unterwegs sein“ – den Rest muss man eben den Gegebenheiten anpassen.

Aber bleibt das Leben deswegen stehen und alle eigenen Wünsche sind über Bord? Für viele Träume ist die Verantwortung für jemand anderen gar nicht wirklich eine Einschränkung. Die wichtige Aufgabe sich um jemanden zu kümmern, nimmt viel Zeit und Energie in Anspruch doch trotzdem (oder gerade deshalb) sollte man sich auch Pausen gönnen, in denen man sich seinen eigenen Leidenschaften widmet. Das erst ermöglicht uns die weitere, liebevolle Erfüllung der Anforderungen, die an uns gestellt sind.

Ist Dein Traum auch das dauerhafte Unterwegs sein, dann hast Du natürlich mit mehr Einschränkungen bei der eigenen Verwirklichung zu kämpfen. Wir müssen unsere Reisepläne nur mit dem Wohlbehalten unseres Hundes abstimmen, mit schulpflichtigen Kindern sieht das schon anders aus.

Aber auch für Menschen mit Kindern gilt: Das eigene Leben hat nicht aufgehört und man muss auch nicht nur durch die Augen seiner Kinder leben. Wir kennen Menschen, die leider nur noch erzählen, was ihre Kinder alles Tolles können und erleben. Fragt man aber nach den eigenen Hobbies, wird es plötzlich völlig ruhig und oft heißt es dann: Meine Kinder sind mein Hobby. Aber auch Kinder gehen irgendwann ihre eigenen Wege, und bis dahin darf man sich nicht selbst verloren haben.

Wenn ihr schulpflichtige Kinder habt und unterwegs sein wollt: Macht es, wie Burkhard und Sabine und nutzt die Zeit um finanzielle Rücklagen für unbegrenztes Reisen zu sparen, sobald die Kinder für sich selber sorgen können. Die beiden haben ihre Tochter von Anfang an auf ihre Pläne vorbereitet, „weg“ zu sein, sobald sie erwachsen ist. Bestimmt schadet es dem Selbständigwerden genau so wenig wie dem Selbstbewusstsein eines Kindes auch nicht gerade, von klein auf zu wissen, dass es sich nicht immer darauf verlassen kann, dass die Eltern alles regeln, sondern dass es die Verantwortung selber in die Hand nehmen muss.

Oder ihr habt die Passion wie Christian Ivan, der seinen Kindern die Welt zeigen und lehren möchte. Die vierköpfige Familie lebt in ihrem Wohnmobil und ist 10 bis 11 Monate im Jahr auf der Fahrt. Durch mehrere Instanzen mussten sich der gebürtige Rumäne und seine französische Frau mit Wohnsitz in Deutschland kämpfen, um die Kinder von der Schulpflicht befreien zu lassen. Nach der Anmeldung in einer Französichen Schule unterrichten die beiden, die fließend 5 Sprachen sprechen, nun ihre Kinder von unterwegs im homeshooling. Wir haben Christian Ivan bei einem Workshop kennen gelernt, den er beim Fernreisemobiltreffen gehalten hat. Er sagte, er sei bei einem solchen Workshop einmal gefragt worden, was denn aus seinen Kindern einmal werden soll, ohne in die Schule gegangen zu sein. Seine Antwort lautete: Aus meinen Kindern werden einmal Menschen, die für Deine Kinder Arbeitsplätze schaffen…

Menschen wie er sind immer weiter am lernen, nehmen sich immer neue Ziele vor, für die sie „gut genug werden wollen“. Von inneren Hindernissen aufhalten lassen? Keine Chance! Dafür haben sie unsere größte Anerkennung und Respekt!

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll

Ist Dein Traum mit vielen verschiedenen Herausforderungen verknüpft und es erschlägt Dich schon allein die Anzahl der Themen, mit denen Du Dich auseinander setzen musst?

Keine Sorge, dieses blöde Gefühl hat uns auch schon Kopfzerbrechen bereitet. Einen Wohnkoffer bauen? Wie fängt man da an, welches Material benutzt man, wie kann man es bearbeiten, welche Werkzeuge müssen wir besorgen und wie benutzt man das dann überhaupt? Einen LKW restaurieren … für eine Tierarzthelferin und einen Artdirektor doch kein Problem! Wie können wir von unterwegs Geld verdienen? Wie geht das mit der Selbstständigkeit? Kann ich als Tierarzthelferin überhaupt irgendwie von unterwegs Geld verdienen oder soll ich das Ganze lieber gleich abhaken? Meldeadresse, Langzeit-Auslandskrankenversicherung, Oldtimergutachten, Achslastverteilung, SEO-Optimierung … die Liste der Begriffe um die sich die Fragezeichen fast so undurchdringlich rankten, wie die Stachelhecken ums Dornröschenschloss, wollte scheinbar kein Ende nehmen.

Was wir festgestellt haben: Man muss gar nicht alle Rätsel auf einmal lösen. Für den Anfang reicht es aufzustehen und einen ersten Schritt zu tun; sich ein einziges Problem herauszupicken. Nach diesem Schritt kommt der Nächste. Immer einer nach dem anderen. Auf unserem Weg ist es uns passiert, dass plötzlich Tage kamen, an denen mehrere Entscheidungen getroffen werden mussten und man nicht wirklich Zeit hatte, sich nach und nach damit ausführlich zu befassen – aber bis dahin waren wir schon „kampferprobt“ und wussten, dass es immer weiter geht; selbst wenn wir mal eine falsche Entscheidung getroffen haben.

Übrigens: Wenn Du Dich für die oben genannten Begriffe ebenfalls interessierst, dann begleite uns hier auf jeden Fall weiter. Wir werden nach und nach zu allen Themen ausführlich berichten und unsere Erfahrungen weitergeben!

Nicht verzagen, wenn etwas wirklich nicht funktioniert

Selbstverständlich können zwischen Dir persönlihc und Deinen individuellen Träumen Hindernisse liegen, die Du wirklich nicht überwinden kannst. Aber Du kannst so viele, wundervolle Dinge tun, wenn Du nur willst, die Dich mit Glück erfüllen – auch, oder gerade wenn es Hindernisse dafür zu überwinden gilt. Erfüllt uns am Ende nicht gerade das mit besonderem Stolz?

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