Erste Überwinterung (fast) beendet – Und jetzt?

SabineSelbstausbau14 Comments

Sahara mit dem Oldtimer-LKW

Fast ein halbes Jahr Marokko liegt hinter uns. Wie geht es jetzt weiter? Fest steht: Die nächste Zeit wird nicht langweilig!

 
 

Wir befinden uns auf der Autobahn. Zur Nacht haben wir zwischen den marokkanischen Truckern einen Platz auf dem Rasthof bezogen und nach etlichen Kilometern Richtung Norden hat sich die Landschaft schon stark verändert. Wir freuen uns auf unsere Familie und die daheim gebliebenen Freunde, denn den Hochsommer wollen wir bei ihnen in Deutschland verbringen. Marokko würden wir allerdings am liebsten einfach mitnehmen. Nach knapp einem halben Jahr im Land haben wir uns irgendwie richtig eingewöhnt. Der Trubel auf den Märkten, dass „einfach mal auf der Straße am Boden herumsitzen“, die Schafe auf der Straße, das Fahren, wo keine Straße ist … das alles ist mittlerweile total vertraut geworden und wir fühlen uns extrem wohl damit.

Jetzt geht es wieder nach Europa.
Und dann???

Eines steht fest: Wir werden weiter reisen! Der Virus „Freies Leben“ hat uns erwischt und hoffnungslos infiziert! Zurück in eine Wohnung, einen geregelten, festen Tagesablauf – im Moment nicht vorstellbar!

Es gibt so viele Ziele und Pläne, die es umzusetzen gilt. Das große Ziel heißt: Südamerika – doch natürlich wollen wir Kanada und die USA ebenfalls nicht außen vor lassen! Aber eins nach dem anderen. Zu aller Erst stehen eine Reihe von Veränderungen an unserem rollenden Zuhause auf dem Programm und dann gibt es da auch noch ein Teammitglied, dass gar nicht nach Amerika fliegen möchte …

Der Umbau

Wir haben unsere selbstgebaute Wohnkabine in Marokko so richtig lieben gelernt. Die Raumaufteilung hat sich als klasse herausgestellt und das Ganze ist offensichtlich super stabil geworden. Wir haben der Kiste echt viel zugemutet doch sogar der Holzofen aus Gusseisen hat alle materialvernichtenden Pisten ohne Murren überstanden. Aber Du weißt ja, wie das ist – zu motzen gibt es immer etwas und das ist in diesem Fall sogar ziemlich viel.

Nach 1,5 Jahren LKW restaurieren, Wohnkabine bauen und dann gleich mal den ersten Motorschaden beseitigen, hatten wir die Schnauze gestrichen voll und wollten einfach mal endlich los. Nicht noch einen Winter in Deutschland verbringen! Viele Sachen sind deswegen nicht fertig geworden oder so eingebaut, dass sie eben „benutzbar“ sind. Das soll nun anders werden. Praktischer, benutzerfreundlicher, nicht so viel verschwendeter Platz. Außerdem ist uns in Marokko aufgefallen, dass wir zwar 14 Tage autark sein können – uns das allerdings bei weitem nicht reicht. 4 Wochen wollen wir mindestens auskommen, ohne Ver- und Entsorgen zu müssen. Die Wasservorräte müssen deswegen drastisch aufgestockt werden. Geplant ist zum Beispiel den Sitzbereich komplett auf ein Podest zu bauen und den Zwischenboden für Tanks zu nutzen. Die Küche wird komplett erneuert, da sie unser größtes Provisorium darstellt, für die längere Haltbarkeit von frischen Lebensmitteln wird ein Tiefkühler verbaut. Das Bad wird verkleinert, die Fenster ausgebaut und bündig nach außen, für die Anbringung von Abdeckblechen, wieder eingesetzt.

Außenklappen fehlen bisher noch völlig und werden zur besseren Zugänglichkeit des Stauraums unter dem Bett nun nachträglich eingebaut. Außerdem soll endlich der Durchstieg auf die Dachterasse gebaut werden. Bisher müssen wir zum Nutzen der Dachfläche über das Fahrerhaus klettern – das ist auf Dauer unpraktisch, vor allem wenn man jedes mal direkt, wenn man oben ist zur Toilette muss, so wie ich (Sabine). In Zukunft wollen wir über das Bett einen bequemen und schnellen Auf- und Abstieg zur Dachterasse haben. Im geschlossenen Zustand soll die große Klappe freie Sicht auf den Sternenhimmel aus dem Schlafzimmer heraus gewähren.

Es kommt also eine Menge Arbeit auf uns zu. Die einzelnen Arbeitsschritte und alles was dazu gehört von der Auswahl des Materials über alle Überlegungen warum wir wie vorgehen wollen, könnt ihr natürlich hier auf dem Blog, genau so wie über unseren Youtube-Kanal verfolgen, wo wir den kompletten Umbau dokumentieren werden. Natürlich freuen wir uns dabei vor allem über regen Austausch mit Euch und über alle Nachrichten, Kommentare und erhobenen Daumen! 😉

Das Fahrzeug

Wie das so ist, wenn man sich so etwas vorgenommen hat: Du spielst spielst ständig mit Ideen rum, machst Pläne, die dann wieder durch bessere Pläne ersetzt werden und man kommt auf die krassesten Einfälle. Einer dieser besonderen Einfälle lautet bei uns: Die Wohnkabine vom Fahrgestell zu trennen und den Steyr gegen einen LKW im Bereich der 12 Tonnen Gewichtsklasse zu tauschen. Herman verkaufen? Ja, das würde es bedeuten.

Diese Entscheidung fällt uns allerdings nicht leicht und ist auch noch nicht endgültig gefallen. Als wir Herman gekauft haben, kam er vom Dienst aus der Schweizer Armee und aus einem anschließenden Berufsleben im Holzwald. Klar, dass die Kadetten nicht immer mit Samthandschuhen in die anvertrauten Fahrzeuge steigen und Holzrücken ist auch nicht dafür bekannt eine körperlich schonende Arbeit zu sein. Deswegen haben wir erst einmal viel Arbeit in die Restauration von Herman gesteckt, haben ihm neue Teile spendiert, alles kontrolliert, ihn gehegt und gepflegt, damit er fit für seine neue Aufgabe wird. Und diese Arbeit hat offensichtlich Früchte getragen, denn auf der Reise durch Marokko hat er sich unglaublich gut bewährt.

Ein Wechsel auf ein anderes Fahrzeug würde bedeuten, dass wir mit dem Reparieren wieder „von vorne“ beginnen müssen. Auf der anderen Seite könnten wir bei einem Wechsel auf die 12 Tonnen Klasse mehr Wasser- und Dieselreserven verbauen, ohne an die technische zumutbare Auslastung des Fahrzeugs zu kommen. Gerade beim Offroadfahren sollte ja immer noch genügend „Luft nach oben“ sein, um die Bauteile nicht zu überanspruchen! Aber klar: Man kann auch mit einem Steyr 680 wunderbar und jahrelang durch Südamerika tuckern, wie zum Beispiel Gerd und Greti das einwandfrei unter Beweis gestellt haben.

Wir schlagen uns also mit einem schweren Entschluss herum … und auch hier sind wir natürlich gespannt, andere Meinungen zu hören. Schreib uns doch mal, was Du an unserer Stelle machen würdest, wir sind gespannt, wie die Meinungen ausfallen würden.

Reiseplanung

Die nächsten Ziele hängen entscheidend von einer Person ab: Fenja.
Unsere Hundedame reist auch im hohen Alter noch unglaublich gerne. Ziele, die für sie stressig werden können, wollen wir ihr aber nicht antun. Zum Beispiel Länder, die man aufgrund von schlechten Visabedingungen in kurzer Zeit und mit vielen Stunden durchgehend im LKW durchfahren muss, Verschiffungen, die länger dauern, als ein paar wenige Stündchen oder natürlich Flüge … Somit ist klar, dass eine Reise in die Amerikas erst in Frage kommt, wenn wir, so schlimm es ist, ohne Fenja unterwegs sein werden. Unsere alte Dame feiert im September ihren 14. Geburtstag. Wir hoffen natürlich, dass die Panamerikana noch sehr lange auf uns warten muss und so lange gibt es bestimmt auch noch genügend anderes zu entdecken!

Bist Du dabei?

Wie bereits erwähnt, freuen wir uns immer über Gedankenaustausch. Schreib uns einfach hier in die Kommentare oder bei Youtube, wenn wir den Umbau dokumentieren, wenn Du ein cooles Fahrzeug gesichtet hast, auf das wir wechseln könnten, wenn Du uns für bescheuert hälst, den Steyr abzugeben … aber natürlich gerne auch schon jetzt, wo wir erst mal noch ein paar Wochen durch Spanien und Frankreich reisen. Wir freuen uns drauf!

14 Kommentare zu “Erste Überwinterung (fast) beendet – Und jetzt?”

  1. Hallo Ihr beiden Lieben 🙂
    Ich habe euch vor einigen Monaten zufällig gefunden und folge euch (wie auch anderen yt-ern, mangels yt Account) in unregelmäßigen Abständen, aber immer sehr gerne (bin sozusagen ein „stiller Fan“). Ihr seid mir extrem sympathisch und ich freue mich über jedes Video von euch (von mir aus könnten sie auch öfter kommen und länger sein). grien*

    Das, was ihr aus dem Fahrzeug gemacht habt, ist schon jetzt sehr interessant und das ihr nach längerer aktiver Nutzung nun Verbesserungswünsche habt, auch völlig verständlich, aber… (und jetzt kommt’s) 😉
    …ich würde (wenn ihr mit der Geräuschkulisse eures Styers klar kommt) nicht auf dieses Fahrzeug verzichten wollen.
    Für meinen Teil dürfte ich sogar mit einem 40-tonner losgurken, aber je größer ein Fahrzeug ist, desto größer wird auch die Kostenfrage und um so umständlicher die Reparaturmöglichkeit/en. Gerade der letztere Punkt ist mit eurem Wagen so besonders praktisch (ich denke da gerade nur an die relativ einfache Möglichkeit, selbst in der hintersten Pampa und ohne fremde Hilfe, einen platten Reifen zu reparieren). Das geht so einfach und günstig (soweit mir bekannt), bei keinem anderen Fahrzeug. Ansonsten ist kaum etwas dran, was man nicht reparieren kann.
    Ihr kennt euch mit dem Styer mittlerweile gut aus, könnt Geräusche zuordnen, kennt fast jede Schraube beim Namen und wisst um seine Zuverlässigkeit. Zudem habt ihr damit den Sympathiefaktor absolut auf eurer Seite und gerade in abgelegenen Gebieten, also „jwd“ (janz weit draußen, fernab von Werkstätten), dürftet ihr damit im Vorteil sein.

    Wenn man dann noch die Zulassungssituation/-kosten, sowie die Rahmenbedingungen was den Führerschein oder Abgasproblematiken, Fahrerlaubnisse bzw. Einschränkungen, usw. in DE angehen, bedenkt, plädiere ich inzwischen definitiv für ältere Fahrzeuge.
    Wenn mich mein Privatwagen mal irgendwann verläßt (den fahre ich seit 16 Jahren und er hat gerade frisch TÜV), werde ich mir ein mindestens 30 Jahre altes Fahrzeug kaufen (bevorzugt einen Defender).

    Verlauft euch nicht in ‚größer, schneller, weiter’… – konzentriert euch auf die Kabine, das wird wohl eh schon recht kostspielig. 😉
    Inzwischen wisst ihr vermutlich auch schon ganz genau, welche Punkte auf der Liste stehen. Und wenn bei den Optimierungen auch noch etwas Gewichtsersparnis machbar ist (und davon gehe ich aus, z.B. mit leichterem Holz), habt ihr auch Spielraum für extra Tanks/Vorrat.

    Ganz liebe und gespannte Grüße und alles Gute für euch wünscht
    Ralph aus Hamburg

    1. Hi Ralph, erstmal vielen Dank, dass Du uns virtuell auf unserer Reise begleitest – super! 🙂
      Wir überlegen gerade noch hin und her und würden den Steyr natürlich nach den ganzen Reparaturen unglaublich gerne behalten, allerdings sprechen viele unserer Wünsche an das Fahrzeug sehr dagegen! Wir werden hierzu auch noch ein detailliertes Video machen und uns viele verschiedene Fahrzeuge anschauen, aber der Steyr kommt bei einer Wohnkabine unserer Größe einfach an Gewichtsgrenzen, die wir mit z.B. einem größeren Tank und mehr Wasserreserven klar überschreiten würden. Da geht’s auch nicht darum, dass wir zu einem modernen Fahrzeug wechseln wollen. Wir möchten nur dem Fahrzeug noch genug Gewichtsreserven geben um Offroad auch noch durchhalten zu können und das würde der Steyr nicht mehr lange, wenn er unseren Koffer und z. B. noch 700L Diesel über gröbste Pisten schleppen müsste. Egal was für ein Fahrzeug es wird, es wird mind. 30 Jahre alt sein, keine elektronische Motorsteuerung haben und wird in unserem Rahmen einfach zu reparieren sein. Wie gesagt, das letzte Wort ist noch nicht gefallen und wann und wie steht auch noch in den Sternen, aber das sich etwas ändern wird ist für uns klar.
      Liebe Grüße, Sabine und Micha

      1. Hallo Michael, Hallo Sabine, (Hallo Fenja). 😉

        Danke für die Antwort und die aufklärenden Infos.
        Okay… – das Argument, dass es euch hauptsächlich um ein Fahrzeug mit etwas (deutlich) mehr Reserven geht, leuchtet ein. Und da ihr schon in die richtige Richtung schielt (alter, wenig Elektronik, pflegeleichte Technik… – Ersatzteilversorgung) drücke ich euch die Daumen, dass ihr findet, was ihr sucht!
        Ich gehe mal davon aus, dass ihr das videorisieren werdet. 🙂 *daumen hoch*
        Zusätzlich erhoffe ich mir auch (mehr) Film- und Bildmaterial von euren Ausbau- usw. Ideen, dem Fahrzeug, Aufbaudetails, usw. (die ersten Entwicklungsschritte von ‚herman‘ kamen leider noch recht kurz). grien*

        Viele Grüße
        Ralph

        1. Danke Dir, Ralph! 🙂

          Ja, tatsächlich haben wir vor, den ganzen Entscheidungsprozess in Videos festzuhalten und den Umbau der Wohnkabine komplett zu dokumentieren. Leider haben wir zu der Zeit als wir Herman gebaut haben noch keine Videos gemacht – das holen wir jetzt beim Erneuern des Ausbaus dafür recht ausführlich nach! 🙂

          Danke für Deine Rückmeldung, es ist schön zu hören, dass unser Vorhaben mit der Videodokumentation auf Interesse stößt! :))

          Aller beste Grüße,
          Sabine und Micha

          1. Jaaa… – bitte uuunbedingt dokumentieren! 😀
            Gerade da man euch sooo schön zuschauen und die Phantasie anregen kann und ihr wirklich sehr ansprechende Videos macht! (An dem Ton-Problem (Stimmen zu leise/Musik zu laut) wollt ihr ja basteln, dann dürfte es auch von anderen nichts mehr zu meckern geben.) 😉

            Ein Tipp von mir (mit langjähriger Dauercampingerfahrung):
            Baut euch möglichst bei einem Neuauf- bzw. -aus/umbau bei jedem Waschbecken Fußschalter ein. Das ist zwar anfangs etwas ungewohnt, aber mehr (frisches) Wasser kann man kaum sparen! 🙂

            Liebe Grüße
            Ralph

          2. Die Fußschalter sind schon fest eingeplant, Ralph!
            Danke für Deinen Tipp und den Erfahrungswert! 🙂

  2. Hallo ihr beiden,

    Ja die ewige Frage nach dem perfekten Basisfahrzeug. Zur Zeit sind wir mit unserer Kombination ganz glücklich (Mowag B350 mit 6m Bauwagen als Anhänger). Allerdings überlegen wir auch, langfristig einen LKW mit Aufbau zu bauen, da diese Kombination echt lang ist (etwa 13m) und der gelenkte Anhänger macht das rückwärts fahren nicht einfacher. Das grösste Hindernis zur Zeit ist für uns da noch der fehlende LKW Führerschein, in der Schweiz ist dieser leider ziemlich teuer und zeitaufwändig. Zur Zeit könnte ich nicht sagen, welcher für uns der ideale LKW ist. Wie geländegängig sollte er sein? Was an Treibstoffverbrauch ist vertretbar? Wie kompliziert darf die Technik sein? Wie gross darf er sein? Die Grösse ist für mich eine der wichtigsten Fragen. Grösse bringt einige Vorteile mit sich in Sachen Komfort, doch abseits der befestigten Strassen kann die Grösse auch ein Hindernis sein. Der MAN Kat 1 8×8 ist ein echtes Monster und kommt durch so ziemlich jeden Schlamm, doch komme ich damit auch einen kleinen, steinigen und schmalen Bergpass hoch? Der Unimog S404 ist für mich in Sachen Offroad so ziemlich der Heilige Gral. Verpackte Antriebswellen, gigantische Bodenfreiheit dank der Portalachsen, eine Getriebe das alles aus dem kleinen Benzin Motor rausholt. Doch leider bietet er nur wenig Platz und Ladekapazität auf der Ladefläche. Eure jetzige Lösung finde ich eigentlich ziemlich praktisch! Noch nicht riesig und im Gelände geht auch so einiges. Habt ihr schon ein anderes Modell in den Augen? Ich stehe auf die alten Saurer 2dm, die sind Legendär stabil und kommen auch ziemlich gut durch den Dreck, doch leider ist die Ersatzteilversorgung da so eine Sache, wie bei so vielen Fahrzeugen.

    Eurem Vierbeiner wünschen wir noch einige schöne Jahre! Auch wir wollen den Amerikanischen Kontinent bereisen, doch das wird wohl noch einige Jahre dauern, da unser kleiner Stinker erst 3 Jahre alt ist und hoffentlich noch lange bei uns bleibt 😉

    Liebe Grüsse
    Manu

    1. Hallo Manu, wie Du schon so schön schreibst, es ist die ‚ewige Frage‘ nach dem perfekten Fahrzeug und wir glauben ehrlich gesagt, das gibt es nicht und wollen auch gar nicht ‚ewig‘ danach suchen, dafür reisen wir viel zu gerne! 🙂 Die ganzen Fragen die Du stellst schwirren uns auch gerade im Kopf herum, allerdings werden wir wohl recht simpel bei der Auswahl vorgehen: die Frage der Größe bezieht sich bei uns eher aufs Gewicht. Wir möchten gerne ein Fahrzeug der 12t-Klasse, dass reisefertig vielleicht knapp 9t auf die Wage bringt und somit den verbauten Teilen noch genügen Spielraum bietet um nicht die ganze Zeit an der Belastungsgrenze zu arbeiten. Dabei sollte die Geländegängigkeit immer im Vordergrund stehen, d.h. Radstand so kurz wie möglich, so lang wie nötig. Wir wollen kein modernes Fahrzeug und suchen ganz klar ab einem Alter von mind. 30 Jahren, keine elektrische Motorsteuerung, etc. aber im Fahrerhaus genügend Komfort um als Alltagsauto gut zu funktionieren und auch mal mehrere Tage am Stück längere Strecken fahren sollte drin sein. Wir leben ja in dem Fahrzeug und nutzen es nicht für ein paar Wochen Urlaub im Jahr. 🙂

      Wir sind gespannt was jetzt so alles passiert und werden dich auf dem Laufenden halten. 😉

      Liebe Grüße, Sabine und Micha

  3. Verkaufen? OMG! Puh, das ist sicher eine schwere Entscheidung. Da möchte ich nicht an eurer Stelle sein. Ich weiß allerdings, dass mich das ewig wurmen würde. Die Frage, was wäre, wenn ich jetzt doch den größeren LKW hätte. Wenn bei mir erstmal so eine latente Unzufriedenheit ist, wird sie meistens stärker. Schließlich besteht das Leben immer auch aus Veränderung. Andererseits, seid ihr nicht losgezogen, um minimalistisch zu leben? Um loszukommen von haben wollen?

    1. Hi Nik, das kannst Du uns glauben, wir sind auch hin und her gerissen! Es geht uns dabei aber eher um eine Vernunftentscheidung, als um Unzufriedenheit. Der Steyr hat unglaublich viel Charme und wir lieben das Fahrzeug auch! Ich (Micha) liebe es, den Wagen zu fahren, das unsynchronisierte Getriebe zu schalten und mir beim Wenden in 12 Zügen ohne Servo mal wieder bewusst zu werden, warum man sonst keinen Sport mehr braucht. 😉 Aber das geht alles aufs Material, auf das des LKWs und auf unsere Körper. Wir wollen auch kein ultramodernes Rieseexpeditionsmobil, absolut nicht … wir suchen natürlich wieder ab einem Alter von 30 Jahren, ohne elektronische Motorsteuerung, aber halt in der 12t-Klasse um bei einem Reisegewicht von ca. 9t ein ausgewogenes Reisefahrzeug zu haben. Noch hat unser Steyr genügend Reserven, aber größere Tanks (was uns ein + an Autarkie und auch ein + in der Spardose (Diesel) bringt) würden seine Geländegängigkeit einschränken und die Abnutzung des Fahrzeugs extrem verstärken. Wir haben Herman nicht mit soviel Schweiß wieder so fit gemacht um ihn in Zukunft nur noch an seiner Belastungsgrenze zu fahren. Wie Du siehst, geht es uns nicht um höher, besser, weiter. Neben der Technik geht es uns aber auch um uns selbst. Wir bewegen den LKW im Alltag, jeden Tag, 30.000km im Jahr, stell dir das mit eurer Serie vor. 😉

      Liebe Grüße, Sabine und Micha

  4. Hallo Ihr 2,

    Klasse Berichte und Videos!

    Ich stand vor dem gleichen Problem. Der Unimog, einfach nicht für lange Strecken gebaut und meist mit zu kurzem Radstand – ist halt ne Arbeitsmaschine.
    Für mich kamen nur Mercedes wegen der Verfügbarkeit und Ersatzteilversorung und der 12M18 aufgrund seiner Vielzahl an Vorteilen (idealer Radstand, Allrad, 3 Sperren, Einzelrad, leise, komfortabel, genug Gewichtsreserve,….) in Frage, wobei ich die Ersatzteilversorgungsituation in Kauf genommen habe.
    Ich würde ihn wieder kaufen.
    Auf wieviel Liter Frisch- und Abwasser würdet Ihr aufstocken?
    Viel Spaß bei der Entscheidungssuche 🙂
    LG
    Oliver

    1. Hallo Oliver!

      Danke für Dein Lob an die Berichte, das freut uns sehr! :))

      Wir haben genau aus dem gleichen Grund, der guten Ersatzteilversorgung, auch etwas von Mercedes im Auge. Der 12M18 ist ein suuuuuper geiles Fahrzeug, für Offroadfahrten wohl das Beste, das man kriegen kann … mal sehen, entschieden haben wir uns noch lange nicht! 😀
      Wir wollen gerne um die 400 Liter Frischwasser an Bord haben können. Abwasser würden wir aber nicht auf die gleiche Menge aufstocken, da das meiste unseres Abwassers sowieso unbelastet von jeglichen, schädlichen Zusätzen bleibt.

      Wir werden Bericht erstatten, wie der Entscheidungsprozess so verläuft! 😀

      Ganz liebe Grüße aus dem Herman,
      Sabine und Micha

  5. Hallo Sabine und Micha
    Die Frage nach dem richtigen Basisfahrzeug haben wir in den letzten Wochen und Monaten auch gedreht und gewendet. Wir waren 1 1/2 Jahre im südlichen Afrika mit einem Mercedes Sprinter 4×4 unterwegs. Unsere Wahl ist auf einen MAN 14.285 aus dem Jahr 2001 gefallen. „Leider“ nicht 30-jährig, aber doch schon ein älteres Fahrzeug mit noch Euro 3. Wenn ich mir eure Videos anschaue, dann habe ich schon den Eindruck, dass ihr ein anderes Fahrzeug benötigt als den alten Militär Steyer. Wenn ich an das Video zusammen mit der Pistenkuh durch den Sand anchaue, dann spüre ich förmlich, dass einerseits die Reifen des Steyer nicht gross genug sind und andererseits er auch zuwenig Kraft hat. Ich für meinen Teil würde nichts unter 200 PS kaufen, denn im Sand – wie ihr selber wisst – benötigt das Fahrzeug viel mehr power. Dann ist es einfach so, wenn man längere Zeit abseits reisen will, benötigt man viel Wasser und viel Diesel und auch die Lebensmittelvorräte sind nicht ohne. Also unter 12 Tonnen würde ich nichts kaufen. Machts weiterhin gut und noch besser! Liebe Grüsse Ernst

    1. Hallo Ernst!
      Deine Überlegungen decken sich genau mit unseren! Mehr Gewicht für Wasser und Diesel ist wäre echt wichtig … und ja, man wird schon ein wenig neidisch, wenn die Pistenkuh mit Straßendruck auf den Reifen über die Dünen rollt, als wäre sie geteert! 😀
      Danke für Deine Erfahrungswerte und Tipps!
      Super schöne Videos übrigens, auf Eurer Seite!
      Wir schicken Euch die aller besten Grüße aus dem Herman,
      Sabine und Micha

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