Sharan 4motion als Camper & Allrad Test Tour

SabineAllgemein, Erfahrungen4 Comments

Ein Sharan 4motion mit Camping Ausbau? Dann wollen wir doch mal schauen, was das Ding auf der Piste so kann! Hier kommt die Vorstellung des ungewöhnlichen Offroad Campers und das Fazit nach unserem persönlichen Allrad Test des „Pampersbombers“ auf den Pisten Sardiniens.


Die Gelegenheit wollen wir uns nicht entgehen lassen. Nach dem langwierigen Schaden unseres LKW bei der letzten Überwinterung, macht uns unser Freund Tobias von 4wheel24 ein tolles Angebot.

Der Spezialist für Expeditionsmobile, hatte mit dem Sharan ein Spaßprojekt als Ausstellungsstück für eine Messe gebaut und nannte es „Cheap Travel Car“. Der Name ist Programm, denn die Fahrzeuge, die bei 4wheel24 gebaut werden, kosten normalerweise eine Null vor dem Komma mehr.

Richtig genutzt wurde das Spaßprojekt allerdings noch nie.

„Nehmt doch einfach mal den Sharan! Der ist fertig als Camper ausgebaut und ihr könnt noch schnell eine Runde in den Süden drehen, bevor ihr zu den Treffen und Messen wieder in Deutschland sein wollt. Dann könnt ihr auch mal testen, was er überhaupt so kann, auf der Piste!“

Das lassen wir uns natürlich nicht zwei mal sagen.

SHARAN 4MOTION –
DAS GRUNDFAHRZEUG


Der Name Sharan steht eigentlich schon sinnbildlich für Familienauto. Aus diesem Grund wird er gerne auch mal als „Pampersbomber“ belächelt.

Super flexibler Innenraum

Dabei ist das variable Innenraumkonzept des Kombis nicht nur bei vielen Kindern gar nicht so schlecht.

Davon abgesehen, dass die hinteren Sitze zu Tischen umfunktioniert werden können, sind alle fünf mit wenig Aufwand umzugruppieren oder man kann sie komplett herausnehmen.

Der ebene Laderaum der dabei entsteht, ist etwa 2 m lang – perfekt für einen Camping Ausbau.

Den Sharan der ersten Generation (unser Test-Sharan ist aus Baujahr 2002) wurde 1996 mit 2,8 l VR6 mit Allradantrieb auf den Markt gebracht – 4motion heißt das bei VW.

Das serienmäßige 6 Gang Getriebe lässt sich auch heute noch super schalten.

Sharan 1 – Probleme


Bekannt beim Sharan der ersten Generation ist der zügige Verschleiß von Teilen der vorderen Radaufhängung. Vor allem die Koppelstangen sind wohl ein wenig schwach auf der Brust.

Das Gute: Bei Fahrzeugen dieser Baujahre sind solche Reparaturen kein Hexenwerk. Einen Band der berühmten So wird‘s gemacht Bücher, gibt’s natürlich auch für den Sharan*.

Preise für einen Sharan 4motion gebraucht als Camperbasis


Einen Sharan mit Allradantrieb als Basis für einen Camper hat neben dem vielseitig nutzbaren Innenraum einen großen Vorteil: Er ist spotbillig zu haben.

In der Liga unseres Testautos mit knapp 200.000 km auf der Uhr und Baujahr um 2002, findest Du gut erhaltene Exemplare bereits für gut 2.500 Euro.

Da kann für den Ausbau noch viel Erspartes in der Tasche bleiben.

MODIFIZIERUNGEN AM
„CHEAP TRAVEL CAR“


Auch wenn es ein sehr preisgünstiges Reisefahrzeug werden sollte – gewisse Modifizierungen müssen natürlich sein, wenn sich ein Spezialist für Expeditionsmobile schon einen Sharan als Camper ausdenkt.

Bereifung

Was braucht ein Offroad Fahrzeug zu aller erst einmal? Genau: Größere Reifen!

Die Seriengröße wurde durch eintragungspflichtige All Terrain Bereifung mit den Maßen 215/65 R16 ersetzt.

Gewählt wurde ein BFGoodrich Baja Champion AT.
Er hat eine besonders starke Karkasse zu bieten. Das weit in die Flanke gezogene Profil soll im Gelände besten Grip auch in schwierigen Situationen bringen.


BFGoodrich Baja Champion AT auf einem Sharan 4motion

All Terrain Bereifung für den Sharan 4motion: BFGoodrich Baja Campion


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Federn und Stoßdämpfer


Beide Achsen haben verstärkte Federn bekommen.
Außerdem wurden die Stoßdämpfer ausgetauscht und auf die Anforderungen beim Geländefahren abgestimmt.

Spurverbreiterung

Zur Spurverbreiterung sind Spacer von jeweils 25 mm zwischen Radaufnahme und -flansch montiert worden. Hiermit wird die Fahrstabilität verbessert und die Seitenneigung bei Schräghangfahrten verringert.

Bekanntermaßen dient die Spurverbreiterung natürlich noch einem anderen, wichtigen Zweck: Die Karre sieht damit einfach besser aus.

Höherlegung

Ein Allradler ohne Bodenfreiheit hat den Vierradantrieb nicht verdient.

Darum wurde der Sharan 4motion von 4wheel24 natürlich höhergelegt.
3,5 cm beträgt das Plus. Hört sich erst einmal nicht nach viel an, doch man sieht auf den ersten Blick bereits sehr deutlich, dass da etwas anders ist, als beim Serienmodell – vor allem in Verbindung mit den größeren Reifen, die ihr Übriges zur Höhe beitragen.

Unterfahrschutz

Nicht zu vergessen: Weg mit dem Plastikteil am Unterboden und einen ordentlichen Unterfahrschutz drunter. Beim Cheap Travel Car werden Vorderachse, Motor und Tank durch Stahlblech geschützt.

DER CAMPINGAUSBAU


Das Cheap Travel Car ist mit einer VanEssa ausgestattet. Es handelt sich dabei um ein fertig erhältliches Modul, welches vom Hersteller genau auf den Sharan abgestimmt ist.

Zu bieten hat es Spüle mit fließend Wasser, Kochmöglichkeit, Stauraum und flexibles Bett.

VanEssa ist damit ein typisches Ausbaumodul für solche Kombis, mit dem die Heckklappe als erweiterter, überdachter Aktionsraum am Auto genutzt wird. Schubladen mit eingebauter Spüle, Kocher, Kühlbox usw. werden nach hinten geöffnet.

Der Schubladenkasten bildet gleichzeitig den hinteren Teil der Liegefläche für das Bett. Ein einfaches Gestell aus einem Querträger und zwei Standbeinen wird hinter den vorderen Sitzen positioniert, um eine Holzplatte abzustützen, die den vorderen Teil des Bettes bildet.

Wird das Bett nicht gebraucht, kann die Platte einfach platzsparend und schnell über die Küche geschoben werden. Die Matratze besteht aus drei Teilen und passt zusammengeklappt ebenfalls genau über Küchenmodul und Bettplatte. Hierdurch kann sogar eine Reihe der Rücksitze gleichzeitig weiter genutzt werden.


Camping im Sharan 4motion

Typisches Camping Ausbaumodul für Kombis: Küche und Schubladen sind unter der geöffneten Heckklappe nutzbar


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Campen mit bis zu 4 Personen


Praktisch bei der Kombination eines Sharan und einem Modul wie VanEssa: Der so entstehende Camper ist tatsächlich sehr flexibel nutzbar.

Nutzung mit 2 Personen

Die herausnehmbaren Rücksitze machen einen richtig großzügigen Stauraum unter dem Bett möglich, das einfach dauerhaft aufgebaut bleiben kann.

Braucht man nicht den ganzen Stauraum, kann natürlich auch ein Sitz belassen werden, damit bei Bedarf eine weitere Person problemlos zusteigen kann.

Nutzung mit bis zu 4 Personen

Möchte man mit bis zu vier Personen reisen, ist das mit dem Sharan 4motion Camper auch möglich. Die Rücksitze bleiben an Ort und Stelle, sie werden zum Schlafen mit nur einem Handgriff nach vorne geklappt. Bettplatte hervorziehen, Matratze ausklappen – fertig.

Die Liegefläche bietet zwei Personen großzügig Platz zum Schlafen. Die beiden weiteren Personen können, wie beim Cheap Travel Car, einfach in einem Dachzelt untergebracht werden.

Selbstverständlich ist diese Möglichkeit nichts für Leute, die am liebsten den ganzen Kleiderschrank und Hausrat mit im Gepäck für die Reise haben.

UNSERE ERFAHRUNGEN MIT DEM CAMPINGAUSBAU IM SHARAN 4MOTION


Stauraum

Da wir nur zu zweit unterwegs sind, haben wir uns dazu entschieden, die Rücksitze auszubauen.

Dadurch entsteht ein wirklich enormer Stauraum. Wir transportieren sogar unser Ersatzrad im Innenraum, das in der Dimension der gewählten Offroad Bereifung leider nicht mehr in die dafür vorgesehene Vertiefung, außen, am Boden des Sharan passt.

Zum Beladen nutzen wir mehrere der roten Normkisten*, die wir für alle möglichen Lebenslagen verwenden und empfehlen. Für zwei Personen passt hier mehr als genug Kleidung, Ausrüstung und Vorräte hinein. Wir persönlich haben obendrein sehr viel technischen Krempel dabei, den wir zum Arbeiten brauchen – würden wir diesen Zuhause lassen, könnte man den tatsächlich benötigten Stauraum als halb leer bezeichnen!

VanEssa Modul


Das VanEssa Modul an sich ist eine super Sache.

Ein paar Dinge hätten wir uns allerdings etwas durchdachter gewünscht. So kommt man etwa bei Nutzung des Kartuschenkochers* nicht mehr an die Besteckschublade heran. Obwohl wir uns schon extra bemühen: Irgend etwas brauchen wir beim Kochen dann immer doch noch. Dabei reicht es nicht, den Topf vom Kocher zu nehmen. Der (dann heiße) Aufsatz des Kochers muss mit runter, damit die Schublade darüber wieder aufgezogen werden kann.

Allerdings muss man natürlich erwähnen, dass durch die begrenzte, nutzbare Höhe des Campingmobils ein paar Kompromisse einfach gemacht werden müssen. Will man im Bett nicht mit dem Bauch an der Dachverkleidung schubbern, können die Schubladen eben eine gewisse Höhe nicht überschreiten.

Eine weitere Verbesserung wäre eine dichtere Durchführung der Tauchpumpe für den Frischwasserkanister, damit bei maximaler Füllung nichts schwappt.

Bei dem von uns getesteten Modell, handelt es sich allerdings schon um eine betagtere Version und wir können nichts dazu sagen, ob in der Zwischenzeit etwas am Konzept verändert oder verbessert wurde. Bei Interesse an so einem Einbau ist es sicherlich lohnenswert, sich beim Hersteller zu informieren, denn über Verarbeitung oder Haltbarkeit der Bauteile konnten wir nicht klagen.

Was wir an der VanEssa besonders schätzen: Auf der Matratze kann man schlafen wir ein Stein. Für unser Empfinden wirklich ein Top Schaum mit robustem Bezug.

Messeempfehlung:

Empfehlen möchten wir Dir bei Interesse an Einbaumodulen auf jeden Fall den Besuch des Caravan Salon Anfang September in Düsseldorf. Das Angebot auf der Messe ist so groß, dass Du einen sehr guten Überblick über verschiedene Hersteller und ihre Produkte erhältst. So kannst Du auch mehrere Varianten direkt miteinander vergleichen.

ZUSÄTZLICHE CAMPINGAUSSTATTUNG


Dusche

Unser Badezimmer besteht aus einem Schweizer Wassersack*, der sich schon auf vielen Reisen super bewährt hat. Im Gegensatz zu anderen Produkten die wir getestet haben, hat er uns noch nie den Camper unter Wasser gesetzt. Er hält immer dicht, ist durch das dicke Material extrem stabil und das Wasser von der Sonne recht schnell aufgeheizt!

Mil-Tec schweiz. Wassersack 20L*
Andere Wassersäcke sind uns ausgelaufen, was echt ärgerlich war. Mit zwei Schweizer Wassersäcken ist noch nie was passiert! Gibt's bei Amazon für *

Ein bisschen blöd erst mal, dass man zum Duschen immer das Ventil am Auslass gedrückt halten muss. Zwar passen direkt auf das Gewinde keine handelsüblichen Schläuche, Hähne oder Duschen aber es gibt ja für alles eine Lösung. In diesem Fall besteht sie aus einem Adapter, den Du zum Beispiel hier* bei Tigerexped bekommst.

Strom

Den Strom aus der 95 Ah Starterbatterie des Sharan stocken wir mit einem 36 W Faltsolarmodul und einer 32.000 mA Powerbank auf. Beides haben wir aus dem Sortiment von Sicherstadt getestet. Die Kombination schlägt sich sehr gut, wir werden auch noch genauer zeigen, was damit möglich ist. Am Ende der Sardinien-Tour kannst Du Modul und Powerbank dann in einer kleinen Verlosung bei uns gewinnen.

Campingstühle

Und natürlich braucht‘s zum Campen auch gemütliche Campingstühle. Die beheizbare Variante für kalte Abende von Outchair hatten wir zum Ausprobieren dabei und auch diese dürfen wir am Ende der Reise an einen netten Leser weitergeben.

SHARAN 4MOTION ALLRAD TEST AUF SARDINIEN – SO SCHLUG ER SICH


Bereits auf den ersten Metern über die Insel, haben wir den Sharan auf unbefestigtes Terrain gelenkt.

Vorsichtig wollten wir es trotzdem angehen lassen. Was ein LKW im Glände kann, das haben wir bereits erfahren, doch wie schlägt sich so ein vermeintlicher „Pampersbomber“? Noch sind wir uns nicht so sicher gewesen, was man ihm zumuten kann.

Die wenigen Kilometer Piste entpuppten sich allerdings als etwas anstrengender für‘s Material, als wir nach vorherigen Beschreibungen der Strecke dachten.

Bodenfreiheit


Einige tiefe Auswaschungen durch die Regenfälle der vergangenen Tage ließen uns gleich mal ohne vorsichtiges Herantasten wissen, ob die Höherlegung was taugt. Und das tut sie! Diese läppisch klingenden 35 mm ließen den Sharan über Gestein und Löcher im Boden kraxeln, dass es uns doch etwas das Staunen ins Gesicht getrieben hat!

Auf den nächsten Pisten haben wir ihm (nicht nur) in diesem Punkt dann direkt etwas mehr zugetraut – und auch abverlangt. Durch die sehr begrenzte Beweglichkeit der Radaufhängung kam es natürlich schon vor, dass einmal ein Rad in der Luft hing. Doch diese kleinen Probleme wurden vom Allradantrieb gelöst.

Bei umsichtiger Fahrweise kommt man also auch mit einem Sharan über ganz schön holpriges Gelände. Hätten wir nicht erwartet!


Nicht alle Strecken waren so einfach zu befahren, wie es hier aus der Luft aussieht, doch der Sharan nahm auch größere Unebenheiten erstaunlich gut.


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Bereifung


Einen großen Anteil der insgesamt unerwartet guten Fahreigenschaften im Gelände schreiben wir der Wahl der Bereifung zu. Der BFGoodrich vermittelt dem Popometer jederzeit ein griffiges Gefühl.

Besonders beeindruckt uns der Reifen beim Entlangfahren an kleinen Absätzen, zum Beispiel bei Auswaschungen auf der Piste. Das auf die Flanke gezogene Profil hält den Sharan wo er ist, verhindert das Abrutschen und ermöglicht sogar jederzeit ein wieder heraufkriechen.

Leider fehlt uns der Vergleich, mit welchem Spritverbrauch wir das Cheap Travel Car bei normaler Bereifung auf der Straße fahren würden. Jedoch gönnt sich der rote Flitzer gerade mal 9 l bei gleichmäßiger Autobahnfahrt. Das klingt nicht besonders sparsam. Hierbei bedenken sollte man allerdings die Schrankwand in Form eines Dachzeltes mit extra aufgebauter Plattform, die nun nicht gerade die Aerodynamik in Vollendung ist. Dazu kommt die Beladung, die der Höherlegung gute Konkurrenz in die Gegenrichtung macht.

Nebenbei bemerkt ist der 4motion nun auch schon seine 16 Jahre alt. Der Mehrverbrauch der durch die grobprofiligen Reifen hervorgerufen wird, hält sich also offensichtlich in Grenzen.

Der Grip, den der BFGoodrich auf den Boden bringt macht übrigens auch auf Asphalt ein gutes, sicheres Fahrgefühl.



Allradantrieb


Aus dem LKW Bereich sind wir gewohnt: Entweder es werden alle Reifen angetrieben oder nicht. Beim Sharan 4motion schaltet sich der Allradantrieb vollautomatisch und elektronisch nur dann zu, wenn eines der Räder gerade keinen Grip hat.

Wir hatten mit dieser Art Allradantrieb keine Erfahrung und ihr offengestanden auch nichts Gutes zugetraut.

Einige Stimmen erklärten, dass der 4motion ja ganz nett sei, um die Kinder auch bei frisch gefallenem Schnee noch zur Schule bringen zu können. Für einen richtigen Offroadeinsatz tauge er allerdings nicht.

Ausprobiert hat es aber offensichlich noch keiner von denen so genau. Nach einigen Pisten, bei denen wir schon befürchteten, den Punk zu überschreiten an dem man wieder zurück könnte, hat uns der Sharan tatsächlich nie enttäuscht.

In einer Situation befuhren wir aufgeweichten Schlammbode, der ungefähr die Wirkung von Schmirseife hatte. Klar: Auf dem Gas bleiben war angesagt und ruckzuck war der Sharan somit in eine kleine Senke gerutscht. Das Gefälle war minimal doch der lehmige Boden hatte aus den Reifen Slicks gemacht. Bei der Glitschigkeit des zentimetertiefen Schlamms hätten wir im Leben nicht damit gerechnet ohne Hilfsmittel wieder raus zu kommen. Aber: Der Sharan hat es geschafft. Und zwar ohne große Aktion!

In dieser Situation haben wir allerdings wieder gemerkt, was er gar nicht mag. „Übermäßiges“ Gas geben um sich aus einer misslichen Lage zu befreien, quittiert der 4motion mit einer schwarzen Wolke aus dem Auspuff und Stinken. Was genau das Stinken hervorruft können wir an dieser Stelle nicht sagen. Die Kupplung ist es nicht gewesen, doch der Geruch ist vergleichbar.

Sehr positiv überrascht waren wir vom Anfahren an recht steilen Stellen mit losem Untergrund. Gestunken hat das Cheap Travel Car dabei nur selten, aber immer hat der Allradantrieb es möglich gemacht, das relativ hohe Gewicht des vollgestopften Sharan den Berg hinauf zu kriegen!

Drehzahl


Kommen wir zu den Punkten, bei denen im Gelände doch noch der ein oder andere Wunsch unerfüllt bleibt. Eine Untersetzung gehört dazu.

Der Sharan 4motion läuft ab einem Drehzalbereich von etwa 1.500 die Minute stabil. Darunter ist die Gefahr ihn Abzuwürgen doch sehr hoch. Je nach Geländesituation macht das die Überwindung des Hindernisses hinterher natürlich nicht einfacher und man muss zusehen, dass man ihn am Laufen hält. Kann auf Kosten anderer Bauteile gehen, da man das Hindernis nicht so kontrolliert überwinden konnte, wie man eigentlich gerne wollte.

Dafür läuft der Camper bei sehr steilen Bergabfahrten im ersten Gang fast wie mit gezogener Motorstaubremse beim LKW. Selbst zusätzlich bremsen kann man im Schubbetrieb erster Gang noch, ohne dass sich der Motor beschwert. Wir haben dieses „Feature“ bei so einigen Passagen sehr zu schätzen gelernt.

Insgesamt muss man sagen, das dem PKW natürlich die Untersetzung eines Geländewagens fehlt, doch das macht den Sharan in unseren Augen keineswegs untauglich für ein bisschen Pistenspaß.


Die Anfahrt zum nächsten Schlafplatz ist überschwemmt und aufgeweicht – kein Problem für das Cheap Travel Car


Drehmoment

Wie sagt man immer so schön: Drehmoment ist durch nichts zu ersetzen außer durch noch mehr Drehmoment.

Beim Sharan 4motion würden wir den Einsatz von mehr Drehmoment sehr befürworten, doch auch hier muss man klipp und klar zu Gute halten: Ein PKW ist eben kein LKW und für die riesigen Vorteile, die der Sharan im Vergleich bietet (Flexibilität, Geschwindigkeit, Ruhe, niedrige Höhe und Breite, problemloses Stadtfahren, Alltagstauglichkeit für Einzelpersonen wie auch Familien, Bruchteile der Unterhalts- und Spritkosten …), ist ein bisschen wenig Drehmoment für gelegentliches Pistenfahren sehr gut zu verschmerzen.

Unsere Sardinien-Tour als Videos: Hier erhältst Du Eindrücke unserer ersten Piste mit dem Sharan.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/T_9SBopRlgM

FAZIT ZUM OFFROAD TEST

Wie immer kommt es natürlich auf die Nutzung in Ausmaß und Häufigkeit an, die das Fahrzeug im Gelände genutzt werden soll. Der Sharan 4motion hat in unserem persönlichen Offroad Test bewiesen, dass er überraschend viel Abenteuer mitmachen kann und beileibe keine Spaßbremse ist.

Wer ein günstiges, flexibel nutzbares Auto sucht, mit dem man ab und an auch den Spieltrieb befriedigen kann, dem können wir heute tatsächlich empfehlen auf die Familienkutsche zu setzen – das wir DAS einmal sagen würden hätten wir auch nicht gedacht! Doch immer wieder bestätigt sich: Eine Meinung zu etwas kann man sich erst bilden, wenn man es mal wirklich ausprobiert hat.

In diesem Sinne viel Spaß beim Offroad Campen – womit auch immer!


Wenn Dich interessiert, wie man in so einem Auto dauerhaft leben und arbeiten kann, sogar im Winter im Schlechtwetter-Deutschland – dann schau mal hier rein: Thilo wohnt im Ford Mondeo und zeigt sein Zuhause!

Für uns wäre das, auf Dauer gesehen, auch ein bisschen eng – und wenn es für Dich ebenfalls eine Nummer größer sein darf: Kennst Du eigentlich schon unsere Allrad LKW Basisfahrzeug Vorstellungen?

Viel Spaß beim Stöbern und liebe Grüße aus dem Sharan!

4 Kommentare zu “Sharan 4motion als Camper & Allrad Test Tour”

  1. Hallo

    Ich campe seit Jahren mit meinem Renault Espace IV (Typ JK), der allerdings leider nur Frontantrieb hat. Die hinteren Sitze können leicht herausgenommen werden, dann entsteht eine vollkommen ebene Ladefläche von ca. 1,90 m Länge – und das Auto hat bei drei Sitzennauf einen Schlag 75 kg mehr Nutzlast. Es gab den Espace übrigens auch in einer 20 cm längeren sog. „Grand“ Version. Die kurze Version ist etwas kleiner als ein Sharan, die lange Version größer.

    Sind die Sitze draußen, kann ich enweder Aluklappbetten in das Auto stellen (2 Stk. des russ. Armeenodells passen genau zwischen die Radkästen) und Schaumstoffmatratzen darauf legen, um sehr komfortabel zu zweit im Auto zu schlafen, oder aber ich nutze ein Bodenzelt.

    Wenn wir im Auto schlafen, dann kann durch die hinteren Seitentüren vier Plastikkisten mit Kochzeugs und Essen unter die Betten schieben. Durch die hintere Heckklappe lade ich Klapptisch, Stühle, Keile und Heckzelt (Vaude Drive Base) ein. Kleidung kommt in Reisetaschen auf die Matratzen; beim Schlafen stelle ich die Taschen entweder auf die Vordersitze wenn das Zelt nicht aufgebaut ist (z.B. für eine schnelle Übernachtung auf einer Autobahnraststätte bei der Reise in den Süden) oder aber ich schiebe sie, bei aufgeselltem Heckzelt, durch die Heckklappe dorthin, wo während der Fahrt Tisch, Stühle, Heckzelt und Keile sind. Dann kommt man, wenn man sich im Heckzelt umzieht, leicht an die Taschen heran. Stehen wir länger, dann spanne ich zusätzlich noch ein Tarp aus Schweizer Militärzeltbahnen über das Auto damit es im Schatten steht und wir nachts nicht im glutheißen Auto liegen.

    Diese Löung funktioniert gut wenn es warm und trocken ist und es keine Mücken gibt (das Auto ist unmöglich mückendichtt zu bekommen). Was fehlt ist Wasser (ein 10l Kanister und/oder 1-2 Sechserpacks Wasser in 1,5l Fl. sind gerade noch unterzubingen) und eine Kühlbox (dafür ist unter den flachen Klappbetten dann kein Platz). Freistehen ist so also praktisch nicht möglich, man braucht die Infrasruktur eines Autobahnrastplatzes oder eines Campinplatzes.

    Nehmen wir mehr Gepäck mit, dann schlafen wir in einem Bodenzelt und haben entsprechend riesig viel Staurum im Auto. Letzten Sommer in Norwegen konnten wir z.B. leicht Kühlbox, Wasserkanister, Brennholz, gußeiserner Topf und ein aufblasbares Kanu im Auto unterbringen.

    Herzliche Grüße aus München nach Sardinien sendet
    Clemens

    P.S. Kommt Ihr nach Kissingen auf die Abtenteuer Allrad?

  2. Hallo, vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Genauso hatte ich mir die Fahrzeugvorstellung des Sharan gewünscht. Liebe Grüße, WineBtour

  3. Pardon: Vaude Drive VAN, nicht Vaude Drive BASE. Und bitte verzeiht auch die vielen Tippfehler, ich finde es chwierig in einem kleinen Fensterchen auf dem kleinen Bildschirm meines tablets Texte zu editieren.

    Und daß Ihr sehr wohl nach Kissingen kommt habe ich inzwischen auf Facebook gesehen, nachdem ich mich dort (mit einem Minimalprofil) angemeldet habe. Ich würde mich sehr freuen, Euch dort persönlich kennenzulernen. Wenn das Wetter gut ausschaut werde ich auf der Campingwiese übernachten; bei schlechtem Wetter befürchte ich dort im Schlamm zu versinken, habe schließlich keinen Allradantrieb, dann nur morgens hin, abends zurück.

    1. Hallo Clemens!
      Danke für die Einblicke in Deine Art zu reisen! Für Neulinge im Bereich Fahrzeugwahl sind sowas immer wertvolle Informationen! 🙂
      Wäre schön, Dich auf der Abenteuer & Allrad persönlich kennen zu lernen – das Wetter sollte ja passen, dass Du Dir nicht den Stress machen musst an einem Tag hin und wieder zurück zu fahren 🙂
      Dann sehen wir uns ja in Kürze und schicken Dir bis dahin die besten Grüße,
      Sabine und Micha

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