Offroad Navigation – 3 Schritte ins Abenteuer

SabineKnow-How4 Comments

Offroad Navigation 3 Schritte ins Abenteuer

Bei der Offroad Navigation fängt das Abenteuer schon bei der Streckenplanung an. Wir zeigen Dir hier unsere Methode, zu den schönsten Orten abseits von Pisten zu finden!

Wir hören diese Frage immer wieder: Woher habt ihr die Koordinaten für so traumhafte Orte und wie findet man dahin, wenn es keine Wege nach dort gibt ? Die Wahrheit ist: bevor wir losfahren, wissen wir nie so genau, ob die Gegend, die wir erkunden wollen in Wirklichkeit toll sein wird oder nicht. Aber nicht alles genau im Voraus zu wissen, macht das Ganze ja auch erst spannend: Lässt sich die Strecke, die ich mir ausgedacht habe überhaupt wirklich befahren? Erwartet mich hinter der nächsten Kurve oder dem nächsten Hügel vielleicht eine Sackgasse – hier ist ein bisschen Entdeckergeist gefragt. Aber erst einmal müssen wir grob wissen, wo wir diesen lang schicken können. Das hier ist unsere Methode…


DIE HARDWARE


Unsere Offroad Navigation ist von den Geräten, die wir benutzen, total minimalistisch gehalten. Wir wollten nicht extra viel Geld auszugeben, sondern die Sachen, die wir schon hatten, sinnvoll nutzen.

EIN LAPTOP

Der Laptop, den Du zu dieser Art Planung von Offroad Strecken unterwegs brauchst, muss wirklich kein High End Modell sein! Er muss sich lediglich mit dem Internet verbinden können und eine Software installiert haben, zu der wir gleich noch kommen.

INTERNET
UNTERWEGS:

Wie Du es schaffst, unterwegs immer Internet zu haben, dass kannst Du im Artikel „Internet im Wohnmobil“ erfahren!

Ein Tablet

Auch hier genügt ein ganz einfaches Modell. Wir benutzen zum Beispiel das Samsung Galaxy Tab E und sind damit unheimlich zufrieden. Es hat bei voller Arbeit eine wirklich unglaubliche Akkulaufzeit und vor allem immer einen sehr guten GPS Empfang! Auch WiFi empfängt es immer schon weit vor all unseren anderen Geräten. Überrascht hat uns nebenbei die gute Qualität der Fotos, die man damit machen kann und so nutzen wir es dafür auch gerne mal. Falls Du Dir ein Tablet für einen Einsatzzweck wie die Offroad Navigation anschaffen willst und auf irgendwelche grandiosen Schnickschack Features keinen gesteigerten Wert legst: Wir würden das Galaxy Tab E guten Gewissens für einen günstigen Einstieg empfehlen. Wissen musst Du dafür noch, dass dem Tab E eine Kompassausrichtung fehlt, also alles über GPS läuft. Eine echte Einschränkung stellt das allerdings nicht da. Für den absoluten Schnäppchenpreis leistet das Tab E uns seit langem beste Dienste!

EIN GPS HANDGERÄT

Wir haben dieses kleine Wunderding vor ein paar Jahren zum Geocachen angeschafft. Wenn man viel draußen unterwegs ist, ist es ein wahnsinnig hilfreicher Begleiter und so leistet es jetzt auch bei der Offroad Navigation extrem gute Dienste.

Du siehst bei uns das Garmin etrex 20. Zu diesem Gerät müssen wir sagen, dass es beim Einsatz zum offroad fahren leider oft einen zu schlechten Überblick bietet. Über den Kartenrand hinaus zu scrollen, funktioniert mit einem kleinen Joystick, ist fummelig und beim Fahren zu langwierig. Aktuelle Testergebnisse schreiben in dieser Hinsicht zum Beispiel dem Garmin Montana 610 beste Eigenschaften zu, sodass wir hier irgendwann mal unser altes Gerät an einen Geocaching Einsteiger abgeben werden.



DIE SOFTWARE


MAPS.GOOGLE.DE

DAS Tool zum weltweiten Aufstöbern toller Orte. Wir benutzen Google Maps auch gerne zur Stellplatzsuche. So kann man zum Beispiel uneinsehbare Lichtungen zum völlig ungestörten Stehen mit dem Wohnmobil finden, die man bei der Stellplatzsuche im Vorbeifahren nie gefunden hätte.

GARMIN BASECAMP

Eine kostenlose Software, die vom GPS Gerätehersteller Garmin selbst bereit gestellt wird. Garmin Basecamp kann Open Streetmap Karten nutzen, bei denen neben Straßen selbst schmale Pisten verzeichnet sind und ist routingfähig. Hier kannst Du ganz einfach selbst Wegpunkte erstellen und alles an dein GPS Handgerät übertragen.

SOVIET MILITARY MAPS

Diese russischen Militärkarten aus den 60er Jahren sind ein unschlagbares Tool zur Offroad Navigation! Es handelt sich um weltweite Topographiekarten, die einem einiges über Bodenverhältnisse und Fahrbarkeit des Geländes verraten können. Auch alte Pisten sind verzeichnet und sogar Brunnen zum Wasserschöpfen suchen und finden wir darauf. Die Karten können zur offline Nutzung vorgeladen werden. Schön sind auch Funktionen wie die Trackaufzeichnung – wir möchten die Soviet Military Maps zur Offroad Navigation nicht mehr missen!

Die Soviet Military Maps kannst Du Dir hier in der völlig ausreichenden Free Version herunterladen!


STRECKENPLANUNG
UND
OFFROAD NAVIGATION

Hast Du Dir schon unser Video weiter oben angesehen? Hier erklärt Micha direkt, wie die Streckenplanung mit den genannten Tools aussehen kann!

Bevor wir losfahren in ein bestimmtes Gebiet, erkunden wir es bei maps.google.de. Es bietet uns die besten Möglichkeiten, uns vorab ein Bild von einer Umgebung zu machen. In unserem Fall soll es immer möglichst einsam und abgelegen sein, mit schönen Felsformationen, einem interessanten Gewässer oder anderen landschaftlichen Reizen. Tolle Zoombarkeit und 3D Ansicht machen maps zum Auffinden solcher Orte einfach unschlagbar. Auch die Bodenverhältnisse und Fahrbarkeit des Geländes kann man schon etwas abschätzen.

Durch einen Klick mit der rechten Maustaste, liefert maps uns die Koordinaten der landschaftlichen Besonderheit, die wir sehen oder fotografieren wollen, vielleicht eines Durchlasses durch eine Felsenkette, den wir nehmen möchten oder eines möglichen Schlafplatzes.
So kommt recht schnell eine Strecke zusammen, an der man sich entlanghangeln kann. Ob letztendlich alle Wegpunkte wirklich erreichbar sind, das ist im Voraus nie zu 100% zu sagen, denn so gut Satellitenbilder auch zur groben Orientierung sein mögen, sie haben eben auch ihre Grenzen. Vielleicht entpuppt sich ein Tal, das wir durchfahren wollten und auf Google Maps total harmlos aussah, als Geröllfeld, das ohne Schäden am Fahrzeug nicht zu überqueren ist…




WIE KOMMEN DIE PUNKTE ALS STRECKE AUFS NAVI?


Die Koordinaten unserer Wegpunkte, die wir bei maps gefunden haben, übertragen wir jetzt in das nächste, kostenlose Software Tool, Garmin Basecamp.

In Basecamp kannst Du einfach mit den kostenlosen Karten von Open Street Maps arbeiten. Toll bei Open Street Maps ist, dass man bereits sehr viele, selbst kleine Pisten erkennen kann. Über die Funktion „Geländefahrten“ kannst Du über diese Pisten eine Route bis hin zu dem Gebiet mit Deinen Wegpunkten erstellen, wo es dann „richtig“ offroad, also abseits von Pisten geht.

Deine Wegpunkte überträgst Du ganz einfach mit Eingabe der bei maps herausgesuchten Koordinaten in die Karte.

Was den Open Street Maps nun zur richtigen Offroad Navigation fehlt, sind topographische Karten.

Hier kommen wir zum dritten Software Tool, den Soviet Military Maps. Bereits bevor wir die Route bei Base Camp fertig planen, bedienen wir uns der Informationen dieser hervorragenden russischen Topokarten. Sie verraten uns hier in Marokko zum Beispiel wo wir ein Weichsandfeld oder Dünen zu erwarten haben. Sogar alte Pisten sind verzeichnet, auf die wir schon einige male zugesteuert haben, wenn uns das ausgesuchte Terrain zu heftig wurde. Selbst wenn die Piste nun nicht mehr existieren sollte, so wissen wir doch, dass er hier auf jeden Fall schon einmal einen fahrbaren Weg gegeben hat, ein Durchkommen ist also sehr wahrscheinlich! Dies sind auch die Gründe, warum die Soviet Military Maps bei jeder Pisten- oder Offroadfahrt auf dem Tablet im Fahrerhaus als Orientierung dienen!

Unter Auswertung all dieser Informationen kannst Du Dir nun ein schönes Bild von der Strecke machen, die Dich erwartet. Jetzt überträgst Du sie mit allen Pisten und Wegpunkten einfach direkt an Dein GPS Handgerät, packst es Dir zusammen mit dem Tablet und den darauf vorgeladenen Topokarten ins Fahrerhaus – und dann kann es auch schon los gehen!


NOCH EIN BISSCHEN
INSPIRATION GEFÄLLIG?


Willst Du Dich jetzt noch ein bisschen Inspireren lassen und Eindrücke von traumhaften Touren bekommen, die Du mit dieser Methode offroad erleben kannst? Wie wäre es zum Beispiel mit einer Fahrt ins Oued Rheris

Oder vielleicht lieber in das einsamste Tal, das wir bisher gefunden haben, das wir Dir in diesem Video vorstellen


ERFAHRUNGEN UND
ANDERE METHODEN


Natürlich führen viele Wege zu schönen Offroad Erlebnissen. Wir würden uns freuen zu erfahren, wie Du Offroadtouren auf ganz andere, vielleicht noch einfachere Weise planst.
Oder Du hast unsere Methode ausprobiert? Dann interessiert es uns natürlich sehr, welche Gegenden Du schon entdeckt hast und ob die Tools Dir dabei eine genau so große Hilfe sind wie uns!

Schreib uns, wir freuen uns über jeden Kommentar!



4 Kommentare zu “Offroad Navigation – 3 Schritte ins Abenteuer”

  1. Hi ihr Beiden,

    Wir benutzen auch schon seit längerem die Soviet Military Maps ( Pro Version). Sind ebenfalls sehr zufrieden damit, da die Karten wirklich detailliert sind und vor allem topographisch!
    Danke für den Tipp mit Garmin Basecamp!
    Wird gleich mal runtergeladen und ausprobiert.

    Euch weiterhin eine Gute off- und onroad Fahrt.
    Annika und Flo

    1. Hi ihr beiden! 🙂
      Basecamp wird Euch bestimmt gefallen, das hat uns echt schon mega gute Dienste geleistet!
      Euch auch ne super gute, weitere Fahrt durch Marokko! 🙂
      Alles Liebe, Sabine und Micha

  2. Hallo,
    wie schafft ihr es das Base Camp auf dem Galaxy Tab läuft?
    Base Camp funktioniert doch nur unter Windows und nicht unter Android, oder??
    Gruß
    Andy

    1. Hallo Andy, sorry für die späte Antwort!
      Also Base Camp läuft bei uns auf dem MacBook zur Planung der Route und auf dem Garmin Handgerät während der Fahrt. Auf dem Galaxy Tab laufen die Militärkarten!
      Beste Grüße aus Marokko,
      Sabine und Micha

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